Adalberts Meckerecke (I) … 21.07.10 … Von „deutschen Helden“ und Nationalismus

Nachdem ich darüber informiert wurde, dass der Blogbetreiber derzeit vollauf mit einem anderen Projekt beschäftigt ist und gerade noch die Zeit findet, externe Zusendungen zu verarbeiten, habe ich mich zu dem anmaßenden Angebot hinreißen lassen, gelegentlich mit eigenen Beiträgen einzuspringen. Dies geht mit der „Beförderung“ zum eigenverantwortlich schreibenden Mitarbeiter des Blogs einher – was ich zumindest mit dem Bestreben zu rechtfertigen versuchen möchte, mich im Laufe der Zeit zu einem vollwertigen Mitglied der Gemeinschaft zu mausern.

Mehr als ein Versuch, die beiden aktiven Schreiber des Blogs ein wenig zu entlasten, sollte dahinter aber keinesfalls vermutet werden. Zum einen habe ich momentan sehr wenig Zeit für solche Extravaganzen – und zum anderen bin ich auch nicht zum „Publizisten“ geboren. Insofern bitte ich um verständnisvolle Nachsicht und um Beachtung des alten aber treffenden Mottos „es ist der gute Wille der zählt“ (oder wenigstens zählen sollte).

Wie ich diese Beiträge zukünftig gestalten werde, habe ich bisher noch nicht entschieden. Eigentlich würde ich dabei ganz gerne bei Moltawetos „politischen Bestandsaufnahmen“ abkupfern. Dieses Konzept erlaubt es, verschiedene Themen in einem Beitrag einzubauen – und Gründe, sich aufzuregen und gelegentlich „meckernd vom Leder zu ziehen“ bieten sowohl unsere Zeit als auch unsere globale Gesellschaft leider in Hülle und Fülle. Nun gut, schauen wir erst einmal, ob es diese Zukunft, über die ich mir hier Gedanken mache, für mich und meine Beiträge überhaupt geben wird, dann wird sich alles Weitere sicherlich auch finden.

Für heute habe ich mir ein nicht nur gerade, sondern schon seit einer geraumen Weile aufgrund verschiedener Aspekte eher dauerhaft wieder an Bedeutung gewinnendes Themenspektrum und für dessen Verarbeitung stellvertretend zwei Artikel ausgewählt, die ich in den letzten Tagen auf der Seite Spiegelfechter gefunden und aufmerksam gelesen habe. – Vorausschicken möchte ich noch, um eventuell auf den Blog zurückfallende Missverständnisse zu vermeiden, dass ich mit solchen Bezugnahmen keinesfalls Kritik an bestimmten Webseiten oder Autoren üben möchte. Mir geht es alleine um bestimmte Themen, die ich nicht nur für „uns Deutsche“, sondern auch im globalen Verständnis und Zusammenhang für bedeutsam halte. Hinzu kommt, dass es einem (oder doch zumindest mir persönlich) leichter fällt, die eigenen Positionen klar zu definieren, wenn man sich dabei grundsätzlich geeigneter und qualitativ anspruchsvoller Vorlagen bedienen kann … denn … auf Seiten, deren Inhalte und Betreiber/Autoren ich nicht schätze, lese ich grundsätzlich nicht!

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Hochaktuell (wenigstens war es das gestern) möchte ich mit dem Beitrag Deutschland, Deine Helden von Jens Berger [=> Klick] beginnen, da er das Thema nicht nur anhand eines „geschichtsträchtigen“ Datums aufgreift, sondern auch sehr eingehend behandelt.

In Bezug auf den Titel und die korrekte Beschreibung der eher zögerlich einsetzenden „Heldenverehrung“ für Graf von Stauffenberg und seine Mitverschwörer beim bekanntlich gescheiterten Attentat (dem letzten, aber ungleich „dauerhafter dokumentierten“ Versuch dieser Art!) vom 20. Juli 1944 ist dem Artikel zweifelsohne zuzustimmen. Er stellt vor allem den elitären Hintergrund und die Motivation der putschenden Offiziere plausibel dar, was ich nicht nur so empfinde, da er sich mit meiner persönlichen Einschätzung deckt. Auch sonst birgt der Beitrag vieles, womit ich mich unumwunden konform erklären kann, allerdings weist er auch einige Pauschalierungen – insbesondere die Begriffe Deutschland und deutsches Volk oder die damalige Gesellschaft betreffend auf, die unter jene Kategorie fallen, die ich – ähnlich wie Moltaweto und einige andere „Gemeindemitglieder“ – als der Geschichte der Sieger entnommen bezeichnen und einer für die wahre Entwicklung der Nachkriegsgesellschaft typischen Sichtweise zuordnen muss.

Besonders offenkundig wird dies, da Jens Berger einerseits dazu tendiert, den „deutschen Widerstand“ (wenn ich mich recht entsinne, stets auf die unterschiedlichen Ebenen der damaligen „Elite“ bezogen) als Quasi-Mythos bezeichnet und andererseits zu Recht hervorhebt, das „nicht-elitäre“ Widerständler von der Geschichte und unserer von dieser geprägten Gesellschaft mehr als nur sträflich ignoriert wurden und werden. – Es gibt zahllose Publikationen, die – wenn auch erst relativ spät erschienen – von den vielen namenlosen Heldinnen und Helden berichten, die ebenfalls unter Einsatz des eigenen Lebens und der Sicherheit ihrer Familien sehr viel direkteren und konkreteren, da de facto Menschenleben rettenden Widerstand geleistet haben. Und diese Menschen belegen auch wesentlich besser, dass die Pauschalverurteilung des gesamten deutschen Volkes als begeisterte oder willenlose Mitläufer des Naziregimes in etwa genauso unberechtigt sind wie – bei einer Recherche bei ausländischen Historikern durchaus belegbar – der Mythos von der alleinigen Kriegsschuld „Deutschlands“ oder der „Kollektivschuld des deutschen Volkes, die nach Meinung der Protagonisten der Geschichte der Sieger bis zum sprichwörtlichen St. Nimmerleinstag Bestand zu haben hat“. – In diesem Zusammenhang könnte es sich durchaus als hilfreich und sinnvoll erweisen, wenn man sich etwas eingehender mit ausländischen historischen Publikationen zu befassen und sein Augenmerk dabei auf originär zionistische Abhandlungen und Meinungen zu richten versucht. Solche Schriften (bedauerlicherweise meist in Englisch) haben mir jedenfalls außerordentlich dabei geholfen, die antideutsche und antinationale Stimmung in Deutschland als eine von langer Hand geplante (soll heißen: sehr lange vor dem Aufstieg der NSDAP und aller von dieser verursachten Verbrechen initiierte!) Dämonisierung eines ganzen Volkes zu entlarven. Mittlerweile ist das deutsche Volk nachweislich nicht mehr das einzige, das von einer problemlos als solche erkenn- und durchschaubaren Propaganda heimgesucht wird. Nur dass die möglichen (eigentlich schon mehr als wahrscheinlichen) Konsequenzen dieser ebenso planmäßig verfolgten Eskalation jene nach den ersten beiden Weltkriegen noch weit übersteigen werden. – Es ist deshalb schwer nachvollziehbar, wie man ignorieren kann, dass die Prinzipien und wissenschaftlichen Methoden, auf denen Propaganda dieser Art entwickelt und verbreitet werden, nachweislich spätestens seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts von denselben Instituten und Denkfabriken entwickelt wurden, die heute immer noch für ihren optimalen Einsatz verantwortlich zeichnen?!

Zurück zum Thema: Leider bekommt der Artikel, den ich in der Sache (Ausgangsthematik und Bezug) für hervorragend halte, dadurch einen etwas schalen und die typischen, gesellschaftsfähigen antideutschen Ressentiments bedienenden Beigeschmack. Man kann sicherlich sagen, dass dies ein Spiegelbild des – vor allem vorgeblich „links verorteten“ – Zeitgeists ist, aber gerade deshalb kann und darf ich ihn meiner Ansicht nach nicht unkommentiert lassen, auch wenn ich mir ganz sicher nicht das Recht zur Kritik anmaße, sondern eben lediglich meine Meinung zum Ausdruck bringe. Der Artikel erfüllt seinen Zweck in durchaus bemerkenswerter Weise, um dann aber an den kritischen Stellen doch allzu sehr mit eben diesem Zeitgeist zu liebäugeln und sowohl die aktuelle bundesrepublikanische (politische, militärische und wirtschaftliche) als auch die globale Realität, deren Wurzeln zweifelsfrei in denselben Ereignissen und Entwicklungen der Vergangenheit liegen, welche auch zum Faschismus in Italien und im Dritten Reich führten, buchstäblich „links liegen zu lassen“.

Das ist – meiner Ansicht nach – aus dem einfachen Grund nicht nur schade, sondern auch kontraproduktiv, da wir uns seit einigen Jahrzehnten unverkennbar in einer Phase (zwischenzeitlich im Endstadium) des vehementen Wiedererstarkens eines Faschismus‘ in einem nur oberflächlich betrachtet neuen Gewand befinden. Wenn man noch hinzurechnet, dass viele überzeugte „linke Antifaschisten und Antideutsche“ nicht das geringste Problem damit haben, die mehr als fragwürdige (Außen-) Politik Israels und der USA mitsamt Zionismus (der wenigstens rassistische und chauvinistische Aspekte beinhaltet), Raubtierkapitalismus und Globalismus zu verteidigen, dann erhalten wir ein Gesamtbild, das nicht zuletzt deshalb so erschreckend ist, weil sich in dieses auch die politische Zielsetzung und letztlich umgesetzte „Staatsräson“ der BRD perfekt integrieren lässt. Wobei der ebenfalls häufig thematisierte „wiedererstarkende bundesdeutsche Nationalismus und Imperialismus“ der federführend dafür verantwortlichen Politiker/innen, Experten und Wirtschaftsführer ganz klar als einer globalen und keineswegs einer nationalstaatlichen Agenda geschuldet identifiziert werden muss. Eine seit 1949 oder spätestens seit der Gründung der Montanunion als Ausgangspunkt einer europäischen Integration nach dem Vorbild der „Paneuropäischen Union“ lückenlos nachvollziehbare und belegbare Tatsache.

Aber bleiben wir noch einen Moment bei der vier Absätze zuvor behaupteten Pauschalierung und deren Spiegelung in unserer heutigen Situation und Gesellschaft. Wir leben heute wieder in Zeiten, in denen es schweigende Mehrheiten, darunter auch zahlreiche (mehr oder weniger) kritische Intellektuelle, ermöglichen, dass zumindest stark braun gefärbte Ansichten und Maßnahmen zum bestimmenden Element der herrschenden Politik werden können. Dazu ist von – auf jeden Fall auf dem Gebiet des anschaulichen Schreibens – sehr viel kompetenteren Menschen schon sehr viel geschrieben worden. Aber bewegt sich deshalb etwas in der Masse der schweigenden Schafherde? Dabei sind die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse, einschließlich der angedrohten und/oder möglichen Repressalien des sich verteidigenden Systems heute noch nicht einmal annähernd vergleichbar mit jenen, die zwischen dem „Diktat von Versailles“ (ist das wirklich in Anführung zu setzen? Wenn ich mich recht erinnere hat der „Kollege“ Moltaweto da irgendwann einmal eine sehr interessante Rede eines ehemaligen Insiders und späteren Buhmanns namens Benjamin H. Freedman als extrem aufschlussreiche Informationsquelle empfohlen!) und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs geherrscht haben.

Auch deshalb ist es weder fair noch zielführend, die Menschen von damals – wenn nicht direkt, so doch mittels Andeutungen oder Auslassungen – gemäß dem Diktat der Sieger und Meinungsmacher (ebenfalls von damals) mal eben so pauschal zum „Tätervolk“ zu erklären, das wider besseres Wissen „bereitwillig“ an den Verbrechen der Nationalsozialisten und anderer Profiteure der Weltkriege partizipiert haben. Dies möchte ich dem Autor zwar keineswegs als Absicht unterstellen, muss es aber als wesentlichen Faktor jenes Zeitgeists bezeichnen, der uns über „die letzten paar hundert Jahre“ und deren ideologischen Entwicklungen (gerne auch romantisierend als aufklärerische Fortschritte bezeichnet, aber hinsichtlich der historischen, intellektuellen, ethischen und moralischen Hintergründe selten hinterfragt) in die Situation gedrängt hat, in der wir uns heute befinden.

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Nicht nur dazu passend, sondern auch ein anderes, mindestens seit der WM 2006 im eigenen bundesdeutschen Lande immer wieder hochgekochtes Thema behandelnd, möchte ich abschließend auf den Artikel Furcht vor kollektiven Fahnenschwenken (=> Klick) eingehen. Dabei handelt es sich um einen Gastbeitrag des Autors Benjamin Fredrich.

Zu diesem Thema hatte Moltaweto ja schon einiges geschrieben, trotzdem möchte ich – ausgehend von dem verlinkten, meiner Ansicht nach übrigens erfrischend objektiven und ohne die typischen Reflexe auskommenden Beitrag, wozu u.a. auch Kommentare des Seitenbetreibers ganz maßgeblich beigetragen haben – auch einiges dazu anführen. Zum besseren Verständnis meiner Skepsis gegenüber den Leuten, die hinter fahnenschwenkenden oder ihre (mehr oder minder) sportlich inspirierte Verbundenheit mit dem eigenen Land auch auf andere, mitunter durchaus fragwürdige Weise zum Ausdruck bringenden Menschen immer gleich national(sozialistisch)e Erinnerungskultur und ebensolche ideologische Motive wittern, würde ich auch das Studium der sich anschließenden Kommentare empfehlen.

Grundsätzlich möchte ich feststellen, dass hierbei zum einen ganz fraglos auch ein Denken nach dem Prinzip des „Generalverdachts“ eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielt. Nur weil es einige hirnverbrannte Idioten (nicht nur Neonazis) gab, die das massenweise Zusammenkommen von Menschen – auch unterschiedlicher Herkunft – zu hirnlosen Gewaltexzessen oder zum Skandieren von rechten Parolen verleitete, kann man nicht alle Teilnehmer über diesen einen Kamm scheren. Auch wenn ich persönlich an keiner derartigen Veranstaltung teilgenommen habe, denke ich schon beurteilen zu können, dass die Mehrzahl davon friedlich und auch menschlich einvernehmlich abgelaufen sind. Und damit haben sie ein Stück weit durchaus auch zur Völkerverständigung beigetragen … was man immerhin mal anmerken dürfen sollte, da es ja nicht ganz unerheblich ist.

Des Weiteren möchte ich ganz generell festhalten, dass eine Menge von dem Zündstoff, der in diese doch größtenteils abstruse Diskussion hineingetragen wurde/wird, auf „freier Interpretation“, sowohl von angeblichen Experten als auch von ambitionierten Normalos, beruht(e). Dass man dabei, bspw. vorrangig mit Blick auf die einschlägigen Boulevardmedien und ihre „seriöseren“, ebenso gleichgeschalteten und systemtragenden Ergänzungen, durchaus auch ins Kalkül einbeziehen muss, dass eine Menge zielgerichtete Propaganda mit im Spiel war, sollte auch nicht unerwähnt bleiben. Gerade aufgrund des heute verfügbaren Wissens darüber, dass diese Art von (massenpsychologischen) Mitteln gegenüber dem „Feind im Inneren“ (= WIR alle, sofern wir keine ebenso aktiven wie unantastbar loyalen Mitglieder des bürokratischen und/oder administrativen Apparats sind) häufig angewendet werden. Auch hier gilt es ein kategorisches damals wie heute hinzuzufügen.

All das bedeutet natürlich nicht – wie auch der Autor hervorhebt –, dass man alle Bedenken über Bord werfen und das gesamte Thema einfach in die Schublade „harmlos“ stecken darf. Selbstverständlich gibt es Leute, für die dieses „mobilisierende nationalistische Potential“ wichtig werden könnte und die damit keineswegs so neutrale oder „positiv-nationalistische“ Gedanken wie unsereins verbinden. – Doch wenn diese Gefahr besteht, dann doch auch aus dem Grund, dass die Gesellschaft selbst keine Alternativkonzepte entwickeln und hervorbringen kann, durch welche man den Einfluss von gefährlicheren Agitatoren von vornherein eliminieren könnte! Und bevor jetzt irgendwer daherkommt und mich dahingehend zu überzeugen versucht, dass es ja genügend Zivilcourage in Gestalt von „Aufmärschen gegen Rechts“ gäbe, möchte ich darauf verweisen, was ich oben bereits angemerkt hatte. Ergänzen muss und möchte ich das noch um den Denkanstoß, dass Leute von dem Schlag, den ich als „gefährliche Agitatoren“ umschrieben habe, sehr selten in der Öffentlichkeit und noch viel weniger auf Kundgebungen auftauchen, bei denen der Zusammenstoß mit intellektuellen Widersachern droht. Selbst die auf solchen Veranstaltungen ewiggestrige, manchmal auch in ein pseudosoziales Gewand verpackte Reden schwingen, sind garantiert nicht die Herrschaften, die diesen Mumpitz finanzieren und für ihre Zwecke nutzbar zu machen versuchen. Müßig zu erwähnen, dass das auch immer schon so gewesen ist!

Außerdem sei auch noch mal an meine subjektive Ansicht erinnert, dass dort, wo „antifaschistisch“ drauf steht, nicht immer dasselbe drin stecken muss, was dieses Adjektiv zu suggerieren versucht. Insbesondere wenn man sich auf den gemeinsamen Nenner zu verständigen vermag, dass „Faschismus“ nicht nur niemals überwunden wurde, sondern global gesehen längst wieder zur bestimmenden und fast schon pervers unter dem Deckmantel namens Demokratie verborgen zur beherrschenden Ideologie aufgestiegen ist. Solange wir das nicht erkennen und uns entsprechend dagegen organisieren, wird „Antifaschismus“ letztendlich immer eine leere Worthülle bleiben, da sie nur die von oben vorgegebenen Stereotypen betrifft!

Tja … und gegen die herrschende Variante des modernen oder auch neofeudalistischen (Kapital-) Faschismus wird man ohne Nationalstaaten mit echter Souveränität und einer geschlossen zusammenstehenden, auch ausländische Mitbürger/innen nicht willkürlich ausgrenzenden Bevölkerung schwerlich etwas auszurichten vermögen. Darüber sollte diejenigen „Linken“, die ihre Weltanschauung auf dem Fundament von Antinationalismus und Antideutschtum aufbauen, wenigstens einmal nachdenken und dabei die reellen Entwicklungen der letzten … sagen wir mal wenigstens … 140 Jahre objektiv und dennoch kritisch in ihre Beurteilung dessen, was ich (vor allem aber Moltaweto) auf diesem Blog behauptet habe (hat) und sicher auch weiterhin so sehen werde (wird), einbeziehen. Noch eines: von alten „Ismen“ sollte man dabei möglichst Abstand nehmen. Eine Begründung erspare ich Ihnen und mir an dieser Stelle. Gerade dazu hat Moltaweto in den vergangenen Monaten genügend Argumentationen vorgebracht.

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Damit möchte ich für heute schließen. Für Meinungsäußerungen und Diskussionen im Kommentarbereich wäre ich zwar dankbar, muss diesbezüglich aber darauf hinweisen, dass ich bis zum Wochenende nur selten Gelegenheit haben werden, persönlich vorbeizuschauen und auf etwaige Fragen oder Argumente einzugehen. Wenn ich die Zeit finde, werde ich allerdings versuchen, auf alle etwaig eingehenden Kommentare zu antworten und hoffe in diesem Zusammenhang, dass die übrigen „Gemeindemitglieder“ mich bis dahin nach besten Kräften vertreten/unterstützen werden.

MfG Adalbert Naumann

11 Antworten

  1. […] ich in dem Beitrag bei Moltaweto (=> Klick) zu behaupten wagte und auch zu begründen versuchte, wird gerade in diesem Bereich viel zu viel […]

  2. Lieber Adalbert!

    Als selbständig arbeitender Artikellieferant bist Du bei uns im Blog genau so willkommen, wie auch als Mensch, der viele unserer Ansichten teilt. Was deine erschienen Artikel bis jetzt angeht, darf ich Dir als Laienartikelschreiber, der sich jedes Mal selbst um Besserung bemüht, sagen, dass ich finde: Du hast es drauf, wie man Artikel verfasst. Die Reife und Komplexität deines Schreibstiles lässt noch mehr erhoffen.

    Das Thema Widerstand gegen Unrechtsregime hast du gut aufgefangen und in seine Bestandteile zerlegt, so dass damit sicher fast jeder etwas anfangen kann. Man muss Stauffenberg einfach zu Gute halten, dass er es versucht hat, dem bösen Spiel ein Ende zu setzen, aber wie Du richtig erwähnt hast, war der Widerstand gegen die Nazis in Deutschland schon von der eigenen Bevölkerung her gesehen viel komplexer gestaffelt und selbst ich, was meine Familie angeht, könnte Dir darüber einige Geschichten erzählen. Aber das führt jetzt viel zu weit.
    So wie aber damals Widerstand gegen das Unrecht geleistet worden ist, so wird auch heutzutage wieder Widerstand geleistet, auch wenn dieser nicht in Attentaten endet, was auch keinesfalls geschehen darf. Aber wir leben ja in einer Demokratie und da hat erlaubter Widerstand eben andere Gesichter. Nichts kaufen, nicht gehorchen, den Behörden auf den Wecker gehen und sich an die Gerichte (BverfG) wenden. Daneben mal die schöne Chemtrails-Luft tief einatmen und freudig seine Krankenkassenbeiträge einzahlen und andere Steuern eben. Widerstand braucht eben heutzutage eine demokratische und gesunde Ordnung.

    Was die Braunfärbung unseres Staates angeht, so gleicht der Apparat fast schon einer Toilette mit kaputter Spülung. Ich weiß nicht, ob ich das hier jetzt wirklich weiter ausführen sollte. Da Dir sicher bewusst ist, was und wie ich es meine.

    Was die politische Begrifflichkeit und das konkrete Aufzeigen von Missständen in dem Bereich angeht, so hat Moltaweto in Dir einen zünftigen Mitstreiter gefunden und ich kann mir denken, dass ihr beide was diesen bereich angeht, die Köpfe heiß reden könnt und so dem geneigten Leser dann in Übereinstimung wichtige Informationen liefern könnt. Ich werde es weiter auf anderen Wegen versuchen, dem Blog mehr Auftrieb zu geben. Jeder macht eben das was er gut zu können meint. Wichtig ist auf jeden Fall was dabei herauskommt. Dass nämlich immer mehr Leute aufwachen und mithelfen etwas zu ändern, was so niemals richtig sein kann.

    Viele Grüße, Jochen

  3. Lieber Jochen,

    erst einmal – sozusagen ganz allgemein – einen herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Umso mehr, als ich vermute, dass es wahrscheinlich der einzige bleiben wird – aber unter uns gesprochen, hatte ich auch nichts anderes erwartet. Enttäuscht werde ich deshalb sicher nicht sein – zumal ich ja auch noch ein Neuling als Internetschreiber bin und mir mit meinem ersten (nicht mit der Fußball-WM) verknüpften Gastbeitrag eher „weniger viele“ Freunde gemacht haben dürfte. C’est la vie …

    „Ich werde es weiter auf anderen Wegen versuchen, dem Blog mehr Auftrieb zu geben. Jeder macht eben das was er gut zu können meint …“

    Das ist auch gut und richtig so! Allerdings bin ich mir im eigenen Fall noch nicht wirklich sicher, was ich an individueller Bereicherung zum Blog beitragen könnte – und ob ich mit dem Stil, den ich verwende, nicht eher kontraproduktiv wirken könnte. Wenn man es mal so übertrieben formulieren darf … ich schreibe schon in der Weise, wie ich es gelernt und in meinem bisherigen Leben auch stets angewandt habe, aber ansonsten habe ich mich augenscheinlich doch stark von Moltawetos Artikeln inspirieren lassen (ich hätte auch Deinen Stil gerne „kopiert“, aber dazu fehlt mir definitiv das Grundtalent!). Insofern wird man noch abwarten müssen, wie sich meine Beiträge auf dem Blog noch entwickeln werden – thematisch und hinsichtlich der Einstellung sehe ich allerdings weder eine Notwendigkeit noch einen Sinn darin, gewaltsam andere Schwerpunkte setzen zu wollen. Schauen wir also, was wir – jeder auf seine ureigenste Weise – nicht nur zur Verbesserung der Bekanntheit des Blogs, sondern auch zur verstärkten Weiterverbreitung von authentischen Meinungen und Informationen beitragen können.

    „Was die Braunfärbung unseres Staates angeht …“

    Ja, ist angekommen und verstanden worden … auch hier decken sich unsere Meinungen fast schon auffällig. Es war meiner Meinung nach aber trotzdem besser, dass Du die plastische Darstellung nicht weitergeführt hast😉 Man sollte davon ausgehen können, dass die Botschaft allgemein verständlich war und sich auch im „offiziellen Alltag“ für jeden mit offenen Augen und wachen Sinnen durchs Weltgeschehen spazierenden Menschen unverkennbar nachvollziehen lassen sollte.

    Die Sache mit dem „Widerstand – damals und heute“ brauche ich meiner Ansicht nach nicht weiter zu behandeln, da doch unübersehbar weitgehende Übereinstimmung zwischen uns besteht. Für mitlesende Besucher, die sich jetzt eventuell fragen, wie genau das gemeint ist, empfehle ich das Lesen Deines Kommentars und direkt anschließend das Lesen meiner individuellen Ausarbeitungen im Artikel. Nur eines möchte ich noch anführen, da es aus meiner Sicht sehr wichtig ist … damals wie heute war/ist es sehr gefährlich, sich offen gegen das System zu stellen. Ich kann mich dunkel an einige Artikel von Moltaweto erinnern, in denen das auch thematisiert wurde – und ich kann nur unterstreichen, was er seinerzeit dazu geschrieben hat: das Risiko eines entschlossenen und im Sinne des (globalen) Gemeinwohls geführten Widerstands wird durch jeden Menschen, der sich ihm anschließt und ihn durch seine Überzeugung und Fähigkeiten nach besten Kräften unterstützt, immer geringer werden. Ich denke, das ist eine der wichtigsten Lehren, die wir aus den Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus ableiten müssen – und sie ist in der „Parole“ verewigt, die zwar sehr häufig verwendet, aber selten glaubhaft umgesetzt wird: „Wehret den Anfängen!“. Nun kann man natürlich einwenden, dass es dafür schon „ein bisschen spät“ sein könnte, aber das sehe ich anders. Solange die Pläne der Strippenzieher noch nicht vollständig umgesetzt sind, hat noch jede Nation und ihr Volk die Möglichkeit, sich durch eigenes Handeln und die solidarisch-konstruktive Kooperation mit den Menschen anderer Staaten anders zu entscheiden und einen gewaltfreien, aber gerade deswegen erfolgreichen Widerstand anzuschieben. Nur wenn wieder jene die Oberhand gewinnen, die Gewalt als das Heilsmittel schlechthin betrachten, haben wir definitiv keine Chance und Hoffnung mehr. – Doch was echauffiere ich mich … darüber ist nicht nur auf diesem Blog schon genug geschrieben worden – aber da wir ja eine „Demokratie und ein sozialer Rechtsstaat“ sind, scheint die Mehrheit der Menschen die „abzuwehrenden Anfänge“ noch in weiter Ferne zu wähnen (in etwa so weit entfernt wie beispielsweise Iran, Afghanistan, Pakistan, Israel, Palästina und – siehe Survival International – Botswana?).

    Dein Lob zu Beginn des Kommentars freut mich natürlich und ich sage auch artig Dankeschön … aber es ist mir selbst schon bewusst, dass ich nicht nur meinen eigenen „unverwechselbaren“ Stil finden, sondern auch noch gewaltig an meiner Artikelgestaltung arbeiten muss. Vor allem die noch unzureichende Kontrolle des rasenden Gedankenstroms, die sich dann leider meistens in einer ausufernden Länge der Beiträge niederschlägt, muss ich irgendwie bändigen. Da haben Moltaweto und ich ja nahezu identische Probleme – und vielleicht kann ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, wenn ich mich mehr auf einzelne, mich interessierende und mir wichtig erscheinende Themen beschränke und das „große Ganze“ dem Hauptautor überlasse (aufbürde😉 ).

    Nun ja, lassen wir uns doch einfach überraschen und tun wir so lange unser Bestes, wie uns die Möglichkeit eines halbwegs freien Internets noch geboten ist. Darüber hinaus kann und sollte jede/r Einzelne natürlich auch die Realität nicht aus den Augen lassen und um Gemeinschaftsbildung in der „Welt da draußen“ bemüht bleiben.

    Nochmals herzlichen Dank für den Kommentar und die konstruktiven argumentativen Ergänzungen.
    Viele Grüße, Adalbert

  4. Unsere Nation ist echt am Popo.

    ‚Die oberen Zehntausend regieren
    Auch Volksentscheide ändern nichts daran, dass die herrschende Demokratie die Demokratie der Herrschenden ist; die Klassenunterschiede durch Geld und Wissen sind uneinholbar.‘

    http://www.n24.de/news/newsitem_6219537.html

    Da fragte mich jemand das: ’65 Millionen Menschen (Ausländer sind abgezogen), lassen sich von einer Handvoll Würstchen fertig machen?‘

    Peinlich aber wahr!

  5. Hallo werter Herr Gebeinlich,

    danke für die Kommentierung und den wahrlich erstaunlich treffenden Artikel-Link. Der Autor hat, genau wie Sie mit Ihrer Schlussbemerkung, den berühmt-berüchtigten Nagel auf den Kopf getroffen. Es ist nur außerordentlich traurig, dass diese (zurückschauend) seit 220 Jahren bekannte Tatsache immer noch nicht beim „Pseudo-Bürger“ angekommen ist. Diese Konstellation, die der Artikel sehr gut beschrieben hat, ist doch im Endeffekt das wahre Resultat der „so hoch gelobten Französischen Revolution“, die angeblich ja auch der Befreiung der Citoyens aus ihrer Knechtschaft und der unwiderruflichen Einführung von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ gegolten haben soll. Als wahrer Gewinner ist, genau wie von den Revoluzzern hinter der Frontlinie beabsichtigt, jedoch die Bourgeoisie (präziser: das wohlhabende Bürgertum) aus ihr hervorgegangen. Daran hat sich seither nichts geändert … aber immer noch gilt die Französische Revolution als der „Höhepunkt von Aufklärung und Freiheitskampf“. Wen wundert es da noch, dass diese Tatsache, die wie so vieles andere jenseits der offiziellen Geschichtsschreibung und dem daraus resultierenden Geschichtsverständnis angesiedelt ist, bei den Otto-Normal-Medienkonsument/innen nie angekommen ist?

    Zum Abschluss leihe ich mir nun nur noch Ihre so vortrefflich ins Schwarze treffende Bemerkung … peinlich aber wahr!

    Beste Grüße
    AN

  6. Verehrter Herr Naumann,

    es gibt da in Irland ein Sprichwort, das heißt: ‚the dog has a bone‘.
    Die Französische Revolution wird sicher auch so ein Knochen fürs Volk gewesen sein, an dem es jetzt bis heute noch zu knabbern hat. Und solche Knochen wirft man dem Volk viele vor, damit es etwas zu tun hat und sich daran erfreuen kann.
    Dass es aber nur olle Knochen sind, das merkt das Volk erst hinterher, wenn überhaupt.
    Als ich damals bei der Französischen Revolution noch mitgekämpft habe und die Köpfe rollen lies am Notre-Dame, dauerte es danach auch noch eine ganze Weile bis mir ein Licht aufging. Und wenn ich dann nicht alle Knochen beisammen gehalten hätte, wäre ich schnell unters Volk gekommen. Jetzt liege ich manchmal unter einem Aristokratendeckel und brauche mich um rein gar nichts mehr zu kümmern. Man muss sich eben rechtzeitig auf die richtige Seite schlagen, um nicht zu den Dummen zu gehören, die malträtiert werden. Das ist auch schon alles.
    Schauen Sie bitte nicht so bedröppelt, aber meine Knochen bekommen sie doch nicht. Suchen Sie sich bitte selbst einen.

    Vom alten Knochen zum scharfen Hund,

    ein Gruß, Knöchi

  7. […] auch auf zwei Beiträge unseres freien Mitarbeiters Adalbert Naumann hingewiesen, die er am 22. Juli respektive 26. Juli dankenswerter Weise auf unserer Hauptseite veröffentlicht […]

  8. […] Zuerst veröffentlicht am 21.07.10 bei AmSeL-Gedanke Plus […]

  9. […] ich in dem Beitrag bei Moltaweto (=> Klick) zu behaupten wagte und auch zu begründen versuchte, wird gerade in diesem Bereich viel zu viel […]

  10. […] – erwartungsgemäß – eher wenig beachtenden Auftaktbeitrag meiner ersten „Blogserie“ hatte ich versucht, meine ablehnende Haltung gegenüber indifferentem […]

  11. […] auch auf zwei Beiträge unseres freien Mitarbeiters Adalbert Naumann hingewiesen, die er am 22. Juli respektive 26. Juli dankenswerter Weise auf unserer Hauptseite veröffentlicht […]

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