Leseempfehlungen zum Themenschwerpunkt Israel/Palästina

Während ich hart daran arbeite … um nicht zu sagen „darum kämpfe“ …, den zweiten Teil zu meiner gewagten These fertigzustellen, die sich bekanntlich ebenfalls (zumindest auch schwerpunktmäßig) um dieses Thema dreht, möchte ich Ihnen eine neuerliche Sammlung von empfehlenswerten Artikeln anbieten, die größtenteils durchaus mit meiner These zu vereinbaren sind*. Der ebenso angebrachte, wie mit aufrichtigem solidarischen Respekt verbundene Dank an die Übersetzerin Ellen Rohlfs geht dieser Veröffentlichung wie immer genauso selbstverständlich voraus, wie jener an den Übermittler, unseren Freund und Kollegen vom Womblog.

~* Natürlich ohne den „verschwörungstheoretischen“ Unterton, der meine Meinung auszeichnet … auszeichnen muss, da ich die Situation im Nahen Osten aus einer völlig anderen, enger an die verborgenen, aber dennoch existenten, welthistorischen Tatsachen angelehnten Perspektive betrachte. Trotzdem gibt es auch bei den schriftlich verfassten Meinungen von anerkannten Kennern der israelisch-palästinensischen Lage immer wieder Wortmeldungen, die Hinweise darauf geben, dass „meine Meinung“ so verkehrt wohl doch nicht sein kann! ~

Doch lesen Sie selbst und vergleichen Sie es dann in einigen Tagen mit der (bis dahin hoffentlich fertiggestellten) umfassenden Darlegung meiner gewagten These …

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Uri AvneryEin rothaariger junger Mann (Flüchtlinge) (11.06.11)

Zitat:

MEIN HELD des Jahres ist (bis jetzt) ein junger rothaariger palästinensischer Flüchtling, der in Syrien lebt und Hassan Hejazi heißt.

Er war einer von Hunderten von Flüchtlingen, die die Demonstration auf der syrischen Seite des Golan-Grenzzaunes zur Erinnerung an die Nakba („Katastrophe“) hielten – den Exodus von mehr als der Hälfte des palästinensischen Volkes aus dem von Israel im 1948er Krieg eroberten Gebiet. Einige der Demonstranten rannten hinunter bis zum Zaun und überquerten das Minenfeld. Glücklicherweise explodierte keine Mine – vielleicht waren sie einfach zu alt.

Sie kamen in das drusische Dorf Majdal Shams, das seit 1967 von Israel besetzt ist, und verteilten sich dort. Israelische Soldaten schossen, töteten und verletzten mehrere von ihnen. Der Rest wurde gefangen genommen und sofort nach Syrien zurückgebracht […]

[…] Die Palästinenser rund um Israel haben den 5. Juni zum Naksa-Tag erklärt, um an den „Rückschlag“ von 1967 zu erinnern, als Israel sensationell die Armeen von Ägypten, Syrien und Jordanien besiegten, die von irakischen und Saudi-Soldaten verstärkt waren.

Dieses Mal war die israelische Armee vorbereitet. Der Zaun war verstärkt und ein Anti-Panzer-Graben davor gegraben worden. Als die Demonstranten versuchten, den Zaun zu erreichen – wieder in der Nähe von Majdal Shams – wurden sie von Scharfschützen beschossen. Etwa 22 wurden getötet, viele Dutzende verletzt. Die Palästinenser berichten, dass Leute, die die Verletzten zu retten und die Toten zu holen versuchten, auch beschossen und getötet wurden.

Zweifellos war dies eine absichtliche Taktik, die im Voraus vom Armeekommando nach dem Nakba-Fiasko entschieden und von Benjamin Netanyahu und Ehud Barak genehmigt wurde. Dies wurde ganz offen gesagt: den Palästinensern muss eine Lektion erteilt werden, die sie nicht vergessen werden, um jeden Gedanken einer Massenaktion aus ihren Köpfen zu vertreiben […]

Zitat Ende.

Kommentar: Wieder einmal ein sehr guter und den Finger in die hauptsächliche Wunde des Nahost-Konfliktes legender Artikel … an dem es, wenn man es so nennen darf, ohne deshalb wie ein „Erbsenzähler“ zu erscheinen – höchstens eines zu kritisieren gibt. Was ich meine, ist der im Artikel enthaltene und scheinbar offensichtlich nicht ironisch gemeinte (da nicht in Anführung gesetzte) Hinweis auf einen „sensationellen israelischen Sieg“ im 1967er Krieg, der bekanntlich als Auslöser für die immer wieder und immer drastischer eskalierende Spirale der Gewalt in der Region bezeichnet werden muss. Zumindest kritische Vertreter der modernen Geschichtswissenschaft in Israel haben diesen Mythos sehr weitreichend widerlegt … in jenem von Anfang an akribisch ausgearbeiteten und im wahrsten Sinne des Wortes buchstabengetreu ausgeführten, als Akt der unabdingbaren „Selbstverteidigung“ kaschierten Offensivkrieg wäre alles andere als ein israelischer Sieg als echte Sensation zu bezeichnen gewesen.

Aber das nur als Randbemerkung und Hinweis darauf, dass jede Fortführung von Mythenbildung jedem ernsthaften Streben nach gerechtem Frieden in Palästina und einem einvernehmlichen Zusammenleben von Juden mit allen übrigen ethnischen oder religiösen Fraktionen auf keinen Fall dienlich sein kann.  Das ist weder gegen den Autor noch gegen seinen ansonsten hervorragenden Artikel gemünzt, sondern soll einzig und allein einer wahrheitsgemäßen Geschichtsaufarbeitung den Weg zu bahnen helfen.

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Gush Shalom Marsch durch Tel Aviv: für einen palästinensischen Staat (06.06.11)

Zitat:

Am Samstagabend, den 4. Juni, am Vorabend des 5. Juni gedachten wir zum 44.Mal des Jahrestags der Besatzung. Aber wenigstens waren wir jetzt nicht mehr allein mit der Idee, wie die Lösung aussehen sollte. Die Demonstration schaute aber weniger zurück auf 1967 als auf die erwartete palästinensische Forderung der Anerkennung im September.

Eine weite Koalition hat sich in Vorbereitung darauf gebildet: nicht nur die Hadash-Kommunisten und Meretz, sondern auch die Laborpartei und eine Fraktion von Kadima. Es gab viele Debatten um den Hauptslogan in den Inseraten, die zur Teilnahme aufriefen. Man einigte sich schließlich auf

 „ Bibi hat nein gesagt – wir sagen ja zu einem palästinensischen Staat“ […]

Zitat Ende.

Kommentar: Ohne Frage berichtet dieser Artikel von einer beeindruckenden Demonstration, welche verdeutlicht, dass es in Israel keine geschlossene „nationale Einheit“ gibt, die der Netanyahu-Regierung ein Mandat für einen neuen willkürlichen Krieg zu erteilen bereit ist. Auch stellt der Artikel klar heraus, dass wenigstens die Teilnehmer an der Demo sich der Tatsache bewusst sind, dass ein solcher Krieg, sollte er den unmissverständlich dargelegten Interessen der politischen, militärischen und religiösen Führung Israels entsprechen, nur gegen den Iran geführt werden kann … und es scheint zumindest so, als wären ihnen auch die unausweichlichen Folgen eines derartigen Krieges in vollem Umfang bewusst! – Ich bewundere diese Menschen für ihren Mut, öffentlich für ihre Überzeugungen und eine gerechte Sache einzutreten und statte gerne den ihnen dafür gebührenden Respekt ab. – Allerdings leidet auch diese großartige Demonstration des unbedingten Friedenswillens offenkundig unter dem Manko der Mythenbildung und Mythenpflege – in diesem ist es der während der Demonstration zum Ausdruck gebrachte Wunsch „nach einem neuen Ben Gurion“ und dessen „Mut, neue Entscheidungen zu treffen“. Allen Menschen, die diesem Irrtum erliegen, sei (wenigstens) das Buch „Leben mit dem Schwert“ von Livia Rokach – zu beziehen über den Melzer Verlag in Neu Isenburg, dringend ans Herz gelegt.

Auf der anderen Seite sollte uns dieser mutige Protest und die hinlänglich bekannte Rigorosität des israelischen Regimes auch klar machen, dass diese Menschen eine sehr viel überzeugendere und durch eine vergleichbare Entschlossenheit gekennzeichnete internationale Unterstützung benötigen, um im eigenen Land vielleicht wirklich einen Umdenkprozess einleiten zu können. Was dafür bisher getan wird, kann nicht reichen, wie ich in Kürze zu belegen versuchen werde!

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Adam Keller [Gush Shalom] … Ein Staat, der das Recht verlangt, seine Grenzen zu schützen, muss definieren, wo seine Grenzen liegen (06.06.11)

Presseerklärung der Friedensbewegung, in der Uri Avnerys Meinung zu den „Grenzschutzmaßnahmen“ der IDF auf den Golanhöhen („Grenze“ zu Syrien) Stellung bezieht.

Kommentar: Einige logische Schlussfolgerungen, die keiner weiteren Kommentierung bedürfen, für die Verantwortlichen in Tel Aviv / Jerusalem aber, so fürchte ich, einen Tick zu einfach und zu logisch. Für interessierte Normalsterbliche trotzdem bemerkens- und lesenswert!

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Ari Shavit [Haaretz] … Dagan warnt vor Netanyahus mangelhaftem Urteil (03.06.11)

Zitat:

Der frühere Mossad-Chef Meir Dagan ist äußerst besorgt über den September 2011. Er befürchtet nicht, dass Zehntausende von Demonstranten die Siedlungen oder Jerusalem überrennen könnten. Er befürchtet eher, dass Israels anschließende Isolierung seine Führer in die Enge treiben und sie dahin bringen könnte, eine leichtsinnige Aktion gegen den Iran zu unternehmen.

Es sind nicht die Iraner oder die Palästinenser, die Dagan nachts wach halten, sondern Israels Führung. Er vertraut nicht dem Urteil des Ministerpräsidenten B. Netanyahu und Verteidigungsminister Ehud Barak […]

Zitat Ende.

Kommentar: Gleichgültig was man von diesem Mann hinsichtlich seiner bis vor kurzem ausgeübten Tätigkeit und zum Ausdruck gebrachten Weltanschauung denken mag, man sollte doch gerade deswegen davon ausgehen können, dass er weiß, wovon er redet? Wichtig ist auch der enthaltene Hinweis, dass diese Äußerungen nicht im Rahmen einer Rede gemacht wurden, sondern Antworten auf Fragen repräsentieren, die er „aufgrund einer tiefen und unkontrollierbaren Notwendigkeit“ wahrheitsgemäß beantworten zu müssen glaubte. – Auch dieser Bericht weist auf die Möglichkeit einer „leichtsinnigen Aktion“ gegen Iran hin … So langsam sollte man an den messianischen Hintergrund des zionistischen Projektes „Israel“ zu glauben und damit auch in Betracht zu ziehen beginnen, dass im Rahmen dieses unaufhaltsam abgespulten Programms jedes Mittel „im göttlichen Sinne“ für erlaubt und berechtigt  gehalten wird … besonders dann, wenn der Druck von außen und innen (den ich auch für gesteuert, sprich: provoziert halte) ein kritisches Maß anzunehmen beginnt!

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Yitzhak Laor [Haaretz] … Den Zionismus los werden (03.06.11)

Zitat:

Das 45. Jahr der Besatzung beginnt jetzt. Wir sind so sehr darin verwickelt, dass es anscheinend keinen Ausweg ohne Blutvergießen gibt. Genau wie der europäische Kolonialismus ein für alle Mal zusammenbrach, fand die lokale Intelligenz einen Weg, um mit den Ansprüchen der israelischen Regierungen zusammen zu arbeiten, indem sie uns heute mit einer rechten Koalition und einer rechten Opposition zurücklässt.

Nur wenige Leute verstanden damals, dass das Bleiben in den Gebieten in irgendeiner Weise den Wunsch hoch kommen ließ, die Gebiete zu kontrollieren. Die Schlauen waren Pinhas Lavon während seiner letzten klaren Stunden, Yitzhak Ben-Aharon vorübergehend und Yeshayahu Leibowitz.

Da gab es natürlich eine Handvoll politischer Parteien – Rakach, die neue israelische Linke und Matzpen. Aber im Zentrum der politischen Karte stehen jene, die zugunsten des Rückzugs aus allen (pal.) Gebieten argumentierten: Prof Jacob Talmon, Prof. Yehoshua Bar-Hillel, der Schriftsteller Amos Oz und ein paar andere. Der größte Teil der Mehrheit der Intelligenz trottelte hinter den Generälen und den Politikern her. So ist es: Die Intellektuellen  arbeiten an der Vervollkommnung der Regierungsargumente. Nur wenige wagen zu opponieren […]

Zitat Ende.

Kommentar: Nachdem ich diesen Artikel gelesen hatte, war ich zunächst einmal hin und her gerissen zwischen absoluter Begeisterung wegen der überzeugenden Argumentation und fassungslosem Erstaunen, dass ein Israeli derart ungeschminkt klare und wahre Worte veröffentlicht. Und irgendwie hat sich dieser Zustand bis jetzt gehalten, so dass ich nicht mehr dazu sagen kann als absoluter Lesebefehl und ein aufrichtiges Chapeau an den Autor!

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Kevin Murphy [IMEMC] … „Israelische Vereinigung für zivile Rechte“ (ACRI) kritisiert Israel (31.05.11)

Zitat:

Ein neuer Bericht der ACRI behauptet, dass Spannungen zwischen palästinensischen Bewohnern in Ost-Jerusalem und den israelischen Sicherheitskräften zunehmen.

Der Bericht klagt Israels Sicherheitskräfte in Ostjerusalem für Verhaftung und Misshandlung von palästinensischen Kindern an, als auch für ungenügende Sicherheit palästinensischer Bewohner […]

Zitat Ende.

Kommentar: Hier kann ich leider nur sagen … ein weiteres Beispiel, wie wenig man sich in den verantwortlichen Kreisen Israels um so lächerliche Banalitäten wie „Völkerrecht“ oder „universelle Menschenrechte“ schert und gleichzeitig Apartheid-Politik des „Messens mit zweierlei Maß“ fortsetzt. Also nichts Neues … aber man sollte sich dieser Realität, die alle Bereiche des Nahost-Konfliktes einschließt und mit einem angemessenen nationalen und internationalen Engagement, das den ideologischen und mythenbeladenen religiösen Hintergründen gerecht werden kann, überwunden werden muss, endlich auch als das begreifen, was sie ist … oder anders ausgedrückt: man sollte zu guter Letzt einsehen, dass man es eben nicht mit den „paar beliebig austauschbaren Gestalten“ zu tun hat, die in Israel die Politik bestimmen!

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Gideon Spiro [Occupation Magazine] … Das israelische Empire und der amerikanische Zwerg (27.05. / 02.06.11)

Zitat:

Im Vorfeld des Besuchs des israelischen Ministerpräsidenten in den USA, hat die Presse den Eindruck erweckt, dass Netanyahus Besuch  durch den Konflikt und die schlechter werdenden Beziehungen zu den USA gekennzeichnet wird. Das war die Stimmung nach Obamas Rede über den Nahen Osten. Und warum hatte man dies erwartet? Weil der Präsident es gewagt hatte, dass zwei Wörter über seine Lippen kamen: „1967er-Grenze“. Sie sollten die Basis für ein Friedensabkommen mit dem palästinensischen Volk sein.

Was tatsächlich geschah, war, dass Netanyahu Präsident Obama so behandelte, als wäre er ein Hussein aus den besetzten Gebieten, dem die Bürgerrechte entzogen worden waren, dessen Meinung nicht gilt und dem beigebracht werden muss, wo es lang geht. Dem entsprechend wurden wir Zeugen der surrealistischen Vorstellung, in der Netanyahu Obama einen kurzen Kurs über die Geschichte des jüdischen Volkes vor der ganzen Welt gab,  und wie der Schüler Obama schweigend zuhörte und gelegentlich mit dem Kopf nickte.

Der kurze Kurs war voller Löcher wie ein Schweizer Käse, aber der Schüler Obama reagierte nicht – ob aus Verlegenheit oder aus Ehrfurcht vor der Gegenwart des israelischen Herrschers (bleibt offen) […]

[…] Warum wird es Bewohnern des Deheische-Flüchtlingslagers bei Bethlehem nicht erlaubt, in Richtung Moshav Zecharia, nicht weit von Beit Shemesh, zu marschieren, von wo sie vertrieben wurden? Juden ist ihr Besitz, der ihnen von üblen Regimes gestohlen wurde, wiedererstattet worden. Sie können in ihr Ursprungsland in Polen, Deutschland, Rumänien, Marokko und Tunesien zurückkehren und dort leben. Aber den Palästinensern wird nicht einmal erlaubt, ihre Dörfer und Städte zu besuchen, in denen sie bis vor 63 Jahren gelebt haben, noch bekommen sie eine Entschädigung für ihren Besitz. Das ist eine Demokratie nach israelischem Vorbild.

Dies zur Information für die Applaudierenden des amerikanischen Kongress.

Zitat Ende.

Kommentar: … und alle anderen, die Netanyahus Auftritt im Kongress im typischen Stile von „Demokraten der westlichen Wertegemeinschaft“ bejubeln zu müssen/dürfen glaubten … möchte man dem ansonsten hervorragenden und nichts Relevantes auslassenden Artikel hinzufügen. Er hat das wahre Kräfteverhältnis genauso hervorragend dargestellt (mit der  noch – unvermeidlichen Einschränkung, dass er die Erwähnung der messianischen Mythen nicht auch mit den passenden Namen und globalen Fakten verbunden hat … ) und sehr deutlich gemacht, wo die wahren Wurzeln des Übels zu suchen sind, das den Nahost-Konflikt zu einer nicht nur Israel und Palästina, sondern die gesamte Welt bedrohenden Krise macht.

Auch das ist die Art von Klartext, die notwendig ist und noch wesentlich häufiger gegen die verlogene israelisch-zionistische Propaganda eingesetzt werden sollte. Und dann sollte man sich Gedanken darüber machen, wie man eine Strategie der ebenso klaren wie wahren Worte durch ein entsprechendes weltweites Engagement in die friedliche Waffe umwandeln kann, mit dem sich jeder Irrsinn unserer Weltgesellschaft überwinden lassen würde.

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Aus gegebenen Anlass …

„Externe“ Leseempfehlungen

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Sozusagen „Darstellung der endgültigen Selbstdemontage der >Linkspartei< vor dem Hintergrund machtstrategischer Anbiederung an Pro-Israel-Positionen“ … die Art und Weise, wie Gysi und Co. hier die Masken fallen lassen, sodass selbst der letzte „Blinde mit Krückstock“ erkennen muss, woher der Wind in den Reihen der machthungrigen Spitzenfunktionäre dieser „Pseudo-Linken“ weht, ist schon bemerkenswert … ein weiteres Ruhmesblatt bundesdeutscher Nachkriegsgeschichte und meiner Ansicht nach auch die letztmögliche Grabrede für einen „linken Konsens“ im Sinne von Frieden, Freiheit, Gleichwertigkeit aller Menschen und all den anderen, so gerne lautstark postulierten Zielen der „deutschen Linken“ … auch hier ist ein gewaltiges, bis an die Wurzeln der diversen zugrundliegenden Ideologien notwendig, um diese Entwicklung zu stoppen und sich endlich „Ismus-frei“ und ohne stereotypes „Rechts-Links-Vokabular“ an die entschlossene und realitätsbezogene Lösung der anstehenden (nicht nur im Nahen Osten) Probleme machen zu können!

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Einige Beispiele ohne weitere Kommentierung:

Thomas Immanuel Steinberg [Steinberg Recherche]  … Hühnerhof (10.06.11)

Zitat:

Auf der Internetseite der Linksfraktion im Deutschen Bundestag steht unter Positionspapiere: […]

[…] Der Beschluß bedeutet: Die Fraktion hält Menschen, die gegen die israelische Staats- und Regierungspolitik tätig werden, statt Sprüche zu klopfen, für antisemitisch und rechtsextrem. Diese Menschen hätten in Der Linken „heute und niemals einen Platz“. 

Der Beschluß soll einstimmig zustande gekommen sein, weil Inge Höger sich krank gemeldet hat; weil Andere nicht erschienen sind; und weil Dritte sich nicht an der Abstimmung beteiligt haben. Auch habe Gregor Gysi mit Rücktritt vom Fraktionsvorsitz gedroht, wenn der Beschlußvorlage nicht zugestimmt würde […]

Zitat Ende.

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Prof. Dr. Fanny-Michaela Reisin [Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.] … „Das ist ein Skandal sondergleichen“ (09.06.11)

(Interview mit der jungen Welt)

Zitat:

[…] Das ist sehr traurig, überrascht mich allerdings auch nicht besonders. Vergleichbare Entscheidungen und Maulkorberlasse hat es in dieser Partei ja früher schon gegeben.

Dieser Beschluß aber ist aus meiner Sicht geradezu ungeheuerlich, ein Skandal sondergleichen – damit wird praktisch die freie Meinungsäußerung in der Partei aufgehoben. Eigentlich müßte ihr jetzt jeder, der noch Selbstachtung hat und etwas von Demokratie hält, den Rücken kehren […]

Zitat Ende.

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Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Dokumentationsseite des Palästina-Portals

„Bastel dir einen Antisemiten“ – Die Israellobby und ihre Jagd auf Mitglieder der „DIE LINKE“

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Interessante Hintergrundinformationen, die man insbesondere Herrschaften wie Gysi, Ernst und Konsorten zwangsweise zur Kenntnisnahme enempfehlen sollte (trifft natürlich auch auf die vorausgegangenen Leseempfehlungen zu):

Clemens Verenkotte [Deutschlandfunk] … Das rechte Israel (Eine politische Bestandsaufnahme) (08.06.11)

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Dr. Ludwig Watzal [Between The Lines] … „Antisemiten als Koalitionspartner?“

Zitat (zur Einordnung):

Auf dem Markt der Möglichkeiten ist eine neue „wissenschaftliche“ Studie gelandet: Samuel Salzborn und Sebastian Voigt haben versucht, sich Gedanken über die „Linkspartei zwischen antizionistischem Antisemitismus und dem Streben nach Regierungsfähigkeit“ zu machen. Dieses Experiment ist diesen so genannten Wissenschaftlern gründlich misslungen, wenn man die üblichen wissenschaftlichen Standards an diese „Studie“ anlegen würde. Diese im wissenschaftlichen Gewande drapierte politische Scharlatanerie wurde aber von der Tageszeitung „Frankfurter Rundschau“ ernst genommen, weil es ihr wohl ins politische Konzept passte […]

Zitat Ende.

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Abraham Melzer [Der Semit] … Aktuelle Stunde (26.05.11)

Zitat (zur Einordnung):

Alle Parteien haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen die LINKE verbündet. Wer im Fernsehen die aktuelle Stunde im Bundestag auf Phoenix beobachten konnte, war Zeuge einer Party der Heuchelei, des Zynismus und der Arroganz. Er konnte sehen wie die FDP, deren Tradition des echten Antisemitismus, nämlich des Hasses von Juden, nur weil sie Juden sind, Bücher füllen könnte, sich über die LINKE hermacht, weil diese es wagt Israels Politik zu kritisieren. Dabei meine ich nicht mal den seligen und unsäglichen Möllemann, der in seiner Kritik vollkommen recht hatte, der sich aber taktisch blöd verhielt und sich selbst den Strick um den Hals legte. Ich meine den FDP Hinterbänkler, der als letzter sprach, und dessen Namen ich vergessen habe. Dabei lohnt es nicht sich solche Namen noch zu merken, die ganze FDP wird sowieso bald auf dem Misthaufen der Geschichte landen und schnell vergessen sein. Und das ist gut so […]

Zitat Ende.

Eine Antwort

  1. Selbst wenn es sich nicht anhand der originalen Heiligen Schrift bis ins letzte Detail beweisen ließe, wäre es noch immer hochgradig unwahrscheinlich, dass…

    1. die „Frucht vom Baum der Erkenntnis“ irgendetwas anderes sein könnte als die Liquiditätsverzichtsprämie (Urzins),

    2. der Prophet Jesus von Nazareth irgendetwas anderes entdeckt haben könnte als die Natürliche Wirtschaftsordnung (freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus), und

    3. „die größte Tragödie in der Geschichte der Menschheit“ irgendeine andere (gewesen) ist, als „dass die Moral von der Religion mit Beschlag belegt wurde“ (Zitat: Arthur C. Clarke).

    Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:
    http://www.deweles.de/willkommen.html

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