Leseempfehlungen zum Themenschwerpunkt Israel/Palästina

Nach einer längeren Pause, die ich zum Zwecke von mentaler und gesundheitlicher Rekonvaleszenz einlegen musste, möchte ich diese Serie ab dem heutigen Tag wieder aufnehmen. An meiner Meinung, dass dieses Thema zweifelsohne zu jenen gehört, bei denen ein ständig zunehmender Bedarf an Gegenöffentlichkeit besteht, hat sich ebenso wenig etwas geändert, wie an meiner Entschlossenheit, im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten dazu beizutragen, dass die Berichterstattung nicht total vom pro-israelischen (= pro-zionistischen) Propagandafeuerwerk beherrscht wird.

In diesem Sinne geht mein obligatorischer Dank an Ellen Rohlfs, für ihre Übersetzungen und die Empfehlung weiterer lesenswerter Beiträge, sowie an unseren Freund und Partner Peter vom Womblog für die Übermittlung.

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Carlo Strenger [Haaretz] … Israels Rechte hat Augen und sieht nicht, hat Ohren und hört nicht 10.01.11

Zitat:

Zukünftige Historiker werden darüber debattieren, wie Israels Führung nur so blind sein konnte. Sie werden sich darüber wundern, wie es möglich war, dass Israel – 43 Jahre lang – nicht erkennen konnte, was David Ben Gurion nur wenige Wochen nach dem Sechs-Tage-Krieg sah: dass die Besatzung der Westbank für Israel eine Katastrophe war.

Sie werden sich noch mehr darüber wundern, was die Regierung von Benyamin Netanyahu im Sinne hatte, als er die Zerstörung des Shepherd-Hotel, die Vertreibung der Palästinenser in Sheik Jarrah und Silwan erlaubte; sie werden sich fragen, was bei der 18. Knesset geschah, als Parlamentarier miteinander mit ihrer antidemokratischen Gesetzgebung in Wettbewerb traten.

Sie werden von der totalen Blindheit dieser Parlamentarier und Minister gegenüber Israels Platz in der Welt erschrocken sein und auch über ihren totalen Mangel an Vision über die zukünftige Art des Staates Israel. Das einzige, worum sie sich anscheinend Sorgen machen, ist, wie sie ihren Patriotismus durch Judaisierung Jerusalems und anderer Gebiete verwirklichen können; noch ein Haus der Palästinenser wegnehmen; zu zeigen, wie „jüdisch“ sie sind, beim Vorschlagen anti-arabischer Gesetze und beim Angreifen von NGOs, die versuchen, die liberale Demokratie Israels zu schützen […]

Zitat Ende.

Kommentar: Mal abgesehen davon, dass die besagten „künftigen Historiker“ ganz ähnlich über die BRD-Geschäftsführung und andere Pseudo-Demokratien denken und schreiben werden, die sich entweder aus Unterwerfung oder macht-/profitbezogenem Opportunismus an den unsäglichen Verbrechen der politischen Verantwortlichen Israels beteiligt haben, ist der Artikel gerade für israelische Juden höchst empfehlenswert. Leider scheinen derart mahnende Worte bei der Mehrheit der jüdischen Bevölkerung noch nicht anzukommen, denn nach wie vor ist es eine – wenn auch sichtlich wachsende – Minderheit, die sich von dem Alptraum israelischer Macht- und Kolonialpolitik zu lösen und ihren eigenen Traum von Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit in einer „realen Demokratie“ am Leben zu erhalten versuchen. Da jedoch jede starke Bewegung unbestreitbar mit dem ersten Schritt begann, sollte man den Optimismus, den der Autor hinsichtlich eines dieser Vision entsprechenden Silberstreifs am Horizont ruhig teilen.

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Alison Weir [Counterpunch] … In den Kopf geschossen – Gabrielle Giffords, Tom Hurndall und palästinensische Kinder 14.01.11

Zitat:

Es ist schon etwas besonders Erschreckendes, wenn jemand in den Kopf geschossen wird. Vielleicht ist es das grausige Bild, die Zerstörung des Gehirns, und die klare Absicht zu töten, die dahintersteckt.

Das kürzliche Schießen auf Arizonas Kongressfrau Gabriele Giffords ist noch alptraumhafter, wenn man bedenkt, was für eine verheerende Verletzung sie hat.

Diejenigen von uns, die sich mit Israel-Palästina befassen, sind sich  dieses Horrors  sehr bewusst.

Vor einigen Jahren untersuchte ich die Todesursache palästinensischer Kinder, die von israelischen Soldaten während der ersten Monate der 2. Intifada getötet worden waren. Beim Zählen lief mir ein kalter Schauer über den Rücken: ich entdeckte nämlich, dass die häufigste Todesursache in jenen Monaten ein „Schuss in den Kopf“ war […]

[…]Ironischer Weise ist die vor kurzem so tragisch in den Kopf geschossene amerikanische Kongressfrau  Gabrielle Giffords sehr mit der israelischen Lobby verbunden, die eine wichtige Rolle bei den oben erwähnten Fällen spielt. Das Amerikanisch Israelische Public Affairs Comittee (AIPAC) arbeitet seit Jahren dafür, dass die 7-8 Millionen $ pro Tag an amerikanischen Steuergeldern nach Israel fließen – egal wie viele Zivilisten von seinen Soldaten getötet werden.

Gifford ist dafür bekannt, dass sie eine sichere pro-Israel-Stimme im Kongress war.  Man konnte mit ihr rechnen, dass sie AIPACs verschiedene Initiativen unterstützt, die Israel vor negativen Konsequenzen für seine rücksichtslose und illegale Anwendung von amerikanischen Waffen schützen […]

Zitat Ende.

Kommentar: Es sollte zuvorderst klargestellt werden, dass der Artikel keineswegs versucht, das Attentat auf G. Giffords zu relativieren – allerdings empfinde ich es doch sehr bezeichnend, dass die westlichen Medien die Israelisch-palästinensische Realität so komplett ausblenden, während sie diesen Einzelfall (bei dem sogar die sechs Getöteten, darunter meines Wissens ebenfalls ein Kind, bereits zur unbedeutenden Staffage reduziert werden) der US-amerikanischen Politikerin bis zum Abwinken vermarkten. – Die Fakten, welche der obenstehende Artikel liefert, sollte man sich sehr bewusst vor Augen führen und als einen gravierenden Bestandteil der „Informationspolitik“ der westlichen Wertegemeinschaft, der Israel sich ja mit Macht zugehörig fühlt, zu begreifen … vielleicht klappt es dann auch bei kategorisch pro-zionistisch denkenden Zeitgenossen irgendwann doch noch mit dem differenzierenden, eigenständigen Denken?

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Rachel Cooke [The Guardian] Der Gaza-Arzt Izzeldin Abuelaish:  „Wir retteten Leben“ sagte ich den Kindern. „Das Blut eurer Schwestern ist nicht umsonst geflossen.“

Zitat:

Am 12. Dezember 2008 nahm Izzedin Abuelaish, ein Arzt aus Gaza, seine 6 Töchter und zwei Söhne mit zu einem Picknick. Die Familie stand früh auf, packte die Picknicksachen zusammen und stieg in seinen alten Subaru und fuhr los. Gaza ist nicht groß – nur 45km lang und 8-10km breit, aber so wie die Situation dort ist, kann es sehr lange dauern, bis man an seinem Ziel ist. Und Abuelaish hatte entschieden, den Tag richtig auszunützen. Vor 12 Wochen war seine Frau nach 21 Jahren Ehe plötzlich an Leukämie gestorben, und seitdem war jeder Tag irgendwie dunkel. Es war seine Absicht, dass dieser sonnige Wintermorgen ein heller Tag für sie alle werden solle. Er wollte seinen Kindern eine, wenn auch kurze Ablenkung von der Trauer schenken […]

[…]Wenn man ihm sagt, dass man sich noch mehr so weitsichtige Leute wie ihn wünscht, sagt er: ‚ich bin keine Ausnahme, denken Sie nicht genau so?’  Aber für mich ist es leicht, ich lebe weder in Gaza noch in Sderot’, sagte ich. ‚Nun im Falle der Palästinenser müssen wir sie bereit machen, zuzuhören. Sie machen dieses Interview nicht auf der Straße in der Kälte oder mitten in der Nacht. Sie kamen mit ihrem Tonbandgerät und waren vorbereitet und hörten zu.  Wie aber ist es in Gaza? Die Leute sind hungrig und krank. Wenn wir dafür sorgen, dass sie nicht mehr hungrig und krank sind, dann werden sie auch in der Lage sein, zuzuhören. Wer kann ihnen helfen? Die israelische Seite. Ihr Kranksein, ihr Hunger schaden auch  den Israelis. Lasst mich zum Leben zurückkehren, dann werde ich euch zeigen, wie kostbar für mich das Leben ist.’

Trotz alledem habe ich eine große Ehrfurcht vor ihm. Sogar vom Sofa meiner Wohnung in London aus kann ich über die Situation in Israel/Palästina nicht optimistisch sein. ‚Aber das stimmt nicht,’ sagt er, ‚Warum sind sie hierhergekommen, um mich zu besuchen? Weil sie mit Optimismus dieses Interview  machten. Und das ist großartig. Dies ist ein Hoffnungsfunke … vielleicht können wir ihn zu einem großen Feuer werden lassen.‘

Es gibt jetzt gerade ein Gerede über einen neuen Krieg in der Region; an den Grenzen ist es angespannter als in vielen Monaten zuvor. Beunruhigt ihn das? ‚Ich denke, dass nichts unmöglich ist. Aber ich denke auch, dass es Alternativen gibt. Wenn diese Situation mein Patient wäre, dann würde ich nicht notweniger Weise eine Operation vorschlagen’. Seine Hauptsorge sei die Verweigerung der israelischen Regierung, mit dem Siedlungsbau in Ost-Jerusalem und auf der Westbank aufzuhören. ‚Es wäre so eine kleine Sache, das Bauen für ein paar Monate  einzufrieren. Die Welt bittet sie darum. Aber wenn wir nicht einmal dies veranlassen können …’

Wie sieht Frieden aus? ’Ich kann nur sagen, dass es niemals Frieden geben wird, wenn er nur für eine Seite sein soll und dass man Frieden nicht erzwingen kann, er muss aus freiem Willen kommen. Für mich sieht es so aus, als ob Palästinenser und Israelis im selben Boot segeln – und was für den einen gefährlich ist, ist natürlich auch für den anderen gefährlich.‘ […]

Zitat Ende.

Kommentar: Man kann wirklich nur Hochachtung für diesen Mann empfinden, der so viel verloren hat und dennoch weder Hass empfinden noch einseitige Schuldzuweisungen zulassen will … er wäre ein ausgezeichnetes Vorbild für die israelischen (und fraglos auch palästinensischen) Hardliner, die wegen ihrer unversöhnlichen „Auge um Auge und Zahn um Zahn-Philosophie“ lediglich die Kontinuität der sinnlosen Gewaltspirale gewährleisten. Doch auch für jeden anderen Menschen, der sein Denken und Fühlen noch nicht ideologischen „Sachzwängen“ unterworfen hat, welche eine „alternativlose Einseitigkeit“ bei der Betrachtung des Nahostkonflikts zugunsten „zionistischer Werte“ bewirken, sollte sich diesen Text einmal sehr aufmerksam durchlesen … es kann hilfreich sein, die Dinge einmal durch die Augen und das Herz dieses Mannes zu betrachten!

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Weitere Leseempfehlungen:

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Adam Keller [Homepage / Gush Shalom] … Wir sind nicht loyal – angesichts einer Regierung von Rassisten (Übersetzung Schattenblick)

Zitat:

„Die schlafende Mehrheit wacht auf“ verkündeten große Schilder, als der Strom von Menschen aus dem Gan Meir-Park auf die Straßen drang. Später erklärte Knessetmitglied (KM) Nitzan Horowitz auf dem Podium der Menge, die den Museumsplatz überflutete: „Seht euch um: Wir sind nicht klein, und wir sind nicht schwach, und wir haben absolut keinen Grund, zu verzagen!“

In den letzten Jahren hat sich dieser Teil der israelischen Gesellschaft in der Tat häufig isoliert und an den Rand gedrängt gefühlt. Oft war die vorherrschende Stimmung bei seinen Demonstrationen die einer tapferen Herausforderung, die von Menschen geäußert wurde, die entschlossen waren, gegen eine übermächtige Flut anzuschwimmen. Der Stimmungsumschwung heute wurde ausgerechnet von der bisher unverfrorensten Verkörperung nationalistischer Aggression bewirkt: Dem Beschluß, eine „Untersuchung“ der Friedens- und Menschenrechtsorganisationen zu lancieren, die von Avigdor Lieberman und seinen Knessetabgeordneten angestrengt und mit großer Mehrheit verabschiedet wurde, und die dem „Treueschwurgesetz“, dem „Zulassungskomiteegesetz“ und verschiedenen anderen berüchtigten Gesetzesinitiativen folgte, die in der derzeitigen Knesset unkontrolliert wuchern […]

Zitat Ende.

Kommentar: Hier möchte ich mich einer eingehenden Kommentierung enthalten … zwar ist es durchaus richtig, dass sich auch innerhalb Israels vermehrt klarer Widerstand formiert, aber die Mehrheitsverhältnisse zwischen den kritischen und indoktriniert mit dem Propagandastrom schwimmenden jüdischen Israelis kann meiner Ansicht noch lange nicht als ausgeglichen bezeichnet werden. Aber wie schon einmal betont – es beginnt immer mit dem ersten Schritt und je mehr Menschen diesen in die richtige Richtung machen, desto mehr Einfluss und Überzeugungskraft können Gedanken gewinnen, die einem tatsächlichen gerechten Frieden in der Region gewidmet sind. Und, nebenbei bemerkt, auch Menschen, die nicht in der Region leben, können mit dazu beitragen, dass diese Bewegung sukzessive mehr Druck entfalten kann!

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Vera MachtWenn das Meer nicht wäre / Amjad – das nächste Opfer in Gazas Grenzgebiet (Puffer-Zone)

Zitat 1:

Wenn das Meer nicht wäre.

„Wie hast du deinen Urlaub verbracht?“, ist hier in Gaza eine etwas taktlose Frage. Wie soll man ihn schon verbracht haben, hier auf den 40 mal fünf Kilometern, in denen eineinhalb Millionen Menschen auf dem dichtbesiedelsten Landstrich dieser Erde eingepfercht sind, ohne jegliche Möglichkeit diesen zu verlassen. Hier gibt es kaum eine Möglichkeit, seinen Urlaub zu verbringen. Urlaub ist daher eins der rarsten Gesprächsthemen in Gaza. Glücklich ist, wer überhaupt welchen hat, denn das bedeutet, dass man Arbeit hat, die genauso rar ist, bei einer Arbeitslosigkeit, die seit der Blockade des Gazastreifens bei  45% liegt. Wenn man also Urlaub hat, theoretisch,  ist man nicht unbedingt erpicht darauf, sich diesen auch zu nehmen. Wo soll man denn auch hin? Den Streifen verlassen  kann man sowieso nicht, und hier in Gaza gibt es keinen Ort, der nicht überfüllt ist mit Menschen, mit Dreck und Lärm. Dass man das Thema Urlaub besser nicht erwähnt, lernt man schnell, hier in Gaza.

Aber Gaza liegt am Meer. Und wenn das Meer nicht wäre, gäbe es keinen Ort, an den man an einem freien Tag oder einem Sommerabend mit seiner Familie oder Freunden gehen könnte. Aber da es das Meer gibt, kann man einen Picknickkorb packen, den Grill, im Sommer die Badesachen, und man kann sich einen Moment vorstellen, das Leben wäre normal und frei, ohne täglichen Terror, und man verbringt einen Tag am Meer, als ob man alle Möglichkeiten hätte […]

Ende Zitat:

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Zitat 2:

Amjad – das nächste Opfer in Gazas Grenzgebiet (Buffer-Zone)

Acht Tage hat es gedauert. Acht Tage seitdem der letzte Unschuldige hier gestorben ist. Man sieht die Menschen hier sterben, einen nach dem anderen, wie sie getötet werden, einer nach dem anderen, ohne Folgen, ohne Gerechtigkeit, ohne einen Aufschrei in den Medien. Unschuldige Menschen, die nie etwas anderes verbrochen haben, als zu versuchen sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Zivilisten. Palästinensische Zivilisten, deren Leben nicht mehr wert zu sein scheint als einen Eintrag in die Statistik. Und man fühlt sich als wären seine Hände gebunden. „Das ist es also was ich tun kann: Ich registriere sie in meinem Notebook. Es ist registriert, und dort ist eine leere Stelle nach Shabans Name. Für diejenigen, die sie morgen töten werden.“, so schrieb der amerikanische Journalist Max Ajl nachdem der 65-jährige Schäfer Shaban Karmout ermordet wurde. Acht Tage hat es gedauert, und die Stelle wurde gefüllt.

Amjad ElZaaneen, 18 Jahre alt, starb heute. Zu jung, zu früh, zu sinnlos, zu viele Namen auf unseren Laptops […]

Zitat Ende.

Kommentar: Da die Texte von Vera Macht meiner Ansicht nach für sich selbst sprechen und als ebenso lesenswert wie wichtig zu bezeichnen sind, beschränke ich mich darauf, sie Ihnen mit besonderem Nachdruck zum Lesen zu empfehlen. Und … natürlich … sie mit dem verlogenen Tenor der offiziellen Berichterstattung zu vergleichen!

Weitere Texte der Autorin finden Sie beim Palästina Portal.

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Alan HartWenn sich Obama zuerst um die Eigeninteressen der USA kümmern würde … (Übersetzung Luftpost-KL)

Zitat:

Mit der Überschrift meine ich nicht, dass er das auch tatsächlich tun wird. Wie die Dinge liegen, könnte er es überhaupt nicht – weil die zionistische Lobby und ihre Strohmänner im Kongress die US-Politik, wenn es um Israel oder die Palästinenser geht, fest in ihrem Würgegriff halten, und weil die Mainstream-Medien und viele staatliche Institutionen wie das Pentagon und die Geheimdienste es nicht zuließen. Ich will nur folgende Frage beantworten: Was könnte geschehen, wenn Präsident Obama tatsächlich imstande wäre, die Eigeninteressen der USA an die erste Stelle zu setzen?

Die Antwort muss mit einer Feststellung beginnen – die von Mearsheimer, Walt und einer wachsenden Anzahl weiterer angesehener und einflussreicher Personen geteilt wird: Die vorbehaltlose Unterstützung des zionistischen Staates Israel – unabhängig davon, ob er im Recht oder im Unrecht ist – kann nicht den Eigeninteressen der USA dienen, weil diese Unterstützung zu den Hauptursachen des Leidens und der Erniedrigung der Araber und anderer Muslime gehört und die Flut des Antiamerikanismus ständig weiter ansteigen lässt. Damit hängt eine weitere Tatsache zusammen. Die USA können es sich eigentlich nicht leisten, 1,5 Milliarden Muslime – fast ein Viertel der Menschheit – als Feinde zu haben. Die meisten Muslime hassen weder die USA noch die US-Amerikaner. Sie hassen nur die unterschiedlichen Maßstäbe, die in der Außenpolitik der USA und aller anderen westlichen Staaten gelten, und zwar besonders bei deren Weigerung, Israel für seine Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen.

Um auf die eigentliche Ursache des Antiamerikanismus aus arabischer Sicht hinzuweisen, habe ich diesen Gedanken bereits in der Einleitung meines Buches „The False Messiah“ (Der falsche Messias), dem ersten Band der amerikanischen Ausgabe meines Buches „Zionism: The Real Enemy of the Jews“ (Zionismus: Der eigentliche Feind der Juden, s. www.claritypress.com) ausgeführt […]

Zitat Ende.

Kommentar: Wie der Autor gleich einleitend richtigstellt, geht es hier um ein hypothetisches Planspiel nach dem Motto „Was wäre wenn …“, aber deshalb kann man seine Fragen und Schlussfolgerungen nicht als abwegig bezeichnen. Die Problematik, die auch er deutlich beim Namen nennt, ist hinlänglich bekannt und wird auch von offiziellen Vertretern der US-Administration (bspw. Außenministerin Clinton) „immer mal wieder eingestanden“. Fakt ist, dass eine andere Politik – ja, auch in der Pseudo-Bananenrepublik Deutschland – sehr wohl möglich wäre, aber die Abhängigkeitsverhältnisse und das Mitläufertum gegenüber den „unsichtbaren“ Strippenziehern sind bei den nicht ohne Grund in verantwortliche Positionen gehievten „Persönlichkeiten“ leider ausgeprägter als gesunder Menschenverstand und darauf basierendes logisches Denkvermögen. Letzten Endes können es nur die Öffentlichkeit und ein wechselseitig ernsthaft betriebener Schulterschluss zwischen Friedensbewegten und kritischen Fachleuten erzwingen, dass dieser Teufelskreis von Macht – Kollaboration/Vorteilsnahme – verdummender Lügenpropaganda durchbrochen werden kann. Aber … den Rest spare ich mir respektive überlasse ich Ihnen, denn mehr als ein aus überzeugtem Willen entspringender Wunschtraum ist diese Feststellung bis dato leider immer noch nicht.

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Eine Antwort

  1. Schön das Du wieder da bist Hans!! Danke für die Verlinkung.
    Peter

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