Leseempfehlungen zum Themenschwerpunkt Israel/Palästina

Heute etwas weniger Lesestoff, aber erneut einige interessante Berichte, die sich zu lesen lohnen. Es wird auch gebeten, die in den gestrigen Leseempfehlungen veröffentlichten Beiträge ebenfalls zu beachten.   Wie gewohnt bedanken wir uns auch heute wieder recht herzlich bei Ellen Rohlfs und unserem Freund und Übermittler Lopez vom Womblog.

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Iris Hefets (und andere) Offener Brief an die Heinrich Böll-Stiftung (05.09.10?)

Zitat:

Sehr geehrte Mitarbeiter der Heinrich Böll-Stiftung,

wir sind besorgte Staatsbürger und Einwohner Israels. Wir wollten unser Unbehagen über Ihre Zusammenarbeit mit israelischen Persönlichkeiten und Institutionen zum Ausdruck bringen, die  einerseits Nationalismus und Verletzungen der Menschenrechte befürworten und andrerseits jüdische und israelische Kritiker von Israels Apartheid- und Besatzungspolitik zum Schweigen bringen. Ein Beispiel stellte die Streichung des Vortrages von Dr. Norman Finkelstein in München und Berlin dar und die Veranstaltungen zu „Israel, Palästina und der Goldstone-Bericht über den Gazakrieg“ Anfang des Jahres.  (Dr. Finkelstein war eine treibende Kraft und Quelle der Inspiration im Kampf für Menschenrechte und die Anwendung  des Völkerrechts in Israel und Palästina.) […]

Zitat Ende.

Kommentar: Ein Brief, der in unmissverständlicher Klarheit angemessene Worte über das Verhalten „deutscher Stiftungen“ und Politiker findet, aber auch nicht mit ebenso deutlichen Worten an Israel knausert. Alle Vorwürfe müssen als berechtigt angesehen werden und deshalb sollte dieser Brief auch eine möglichst große Verbreitung finden!

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Laila el-Haddad [Gaza Mom / Occupation Magazine] … Gaza in Richtung Selbständigkeit? (05.09.10)

Zitat:

Was ist aus dem Land der Siedlungen geworden? Verpasste Gelegenheiten! Das Land ist zurückgegeben worden und „was für eine Verschwendung“, hören wir von Zeit zu Zeit von zionistischen Apologeten und ihresgleichen.Wenn die Gazaer nur endlich ihr Leben selbst in die Hand nehmen  und nicht andern  die Schuld aufladen würden!

Zitat Ende:

Kommentar: Interessanter Bericht darüber, wie man in Gaza versucht, auf den Gebieten der ehemaligen israelischen Siedlungen eine organische Landwirtschaft aufzuziehen … er offenbart aber auch die (hauptsächlich von Israel und dem Westen verursachten) Probleme, welche durch die Nichtanerkennung der Gaza-Regierung (Hamas) entstehen und diesen Prozess ebenso sehr behindern wie die fortgesetzte Zerstörung der wirtschaftlichen Infrastruktur durch „Vergeltungs- und Selbstverteidigungsangriffe“ der israelischen Armee.

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Max Ajl (erhalten über Adib S. Kawar) … Der große israelische Bücherraub (01.09.10)

Zitat:

Ich sah mich nach mehr Information über den Bücherraub um, der während der Nakba stattfand und fand schnell einen Aufsatz, der ursprünglich in Yitzhak Laors hebräischer antizionistischer Vierteljahreszeitschrift  Mitaam war: eine Zeitschrift für radikale Gedanken. Gish Amit schrieb darin, und Rebecca Gilis übersetzte es aus dem Hebräischen. Ideologie mag den Konflikt nicht lösen, und die Palästinenser können oder können nicht bereit sein, den historischen Kompromiss von 1987  zu vergelten. Aber ohne die Nakba in den Mittelpunkt der Analyse zu setzen, als Anfang für die Beurteilung so sind es die Israelis, die aussehen, als hätten sie Land für Frieden gegeben, wobei es 1987 tatsächlich die Palästinenser waren, die damit einverstanden waren, Land für Frieden zu geben […]

Zitat Ende.

Kommentar: In diesem Beitrag wird (u. a.) ein sehr anschauliches Exempel dafür statuiert, das besetzte Länder und Völker nicht zuletzt durch die Manipulation – die mitunter bis zur Auslöschung der eigenen Identität und Kultur getrieben wird – beherrscht und unterdrückt werden. Dass dazu auch Menschenverachtung und Ausbeutungsabsicht gehören, sollte sich von selbst verstehen – und so mancher in der angeblich ach so souveränen BRD sollte sich von diesem außerordentlich plausiblen Denkansatz zu einer realitätsbezogeneren Umgangsweise mit dem Nahost-Konflikt und nicht zuletzt auch mit der eigenen „Geschichte“ animieren lassen. Was mir auch noch sehr wichtig ist, zeigt das gewählte Zitat auf, denn diese Kunst, aus verdrehten Tatsachen eine unangreifbare „israelische Wahrheit“ zu erschaffen, kann man in allen Bereichen bis zum heutigen Tag bestaunen.

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Außer der Reihe aber hochaktuell:

Mailkorrespondenz Ellen Rohlfs mit Elias Davidsson über 9/11 – Mossad – NATO (09.11.10)

Zitat:

In Sichtweite der zusammenstürzenden WTC-Türme seien 5 Israelis (angeblich Kunststudenten) mit einem Auto gestanden und hätten den Einsturz  beobachtet und daraufhin sich sichtbar gefreut.

Sie sind beobachtet worden. Sie seien dann ein paar Tage später still, heimlich und leise nach Israel abgeflogen. ~~ Weißt du etwas davon? Wenn das stimmen würde, hätte sich auch der Mossad daran beteiligt […]

Zitat Ende.

Kommentar: In seinen Antworten fasst Elias Davidsson die bekannten Fakten zusammen, klärt eines der Gerüchte (angeblich vorgewarnte jüdische Angestellte im WTC) auf und hebt insbesondere die fragwürdige Verhaltensweise hervor, die gerade auch die bundesdeutsche Regierung und der Bundestag – im Kausalzusammenhang 9/11 – „Bündnisfall“ – Afghanistankrieg – an den Tag gelegt hat. – Die von ihm aufgeführten und nach seinen eigenen Worten beweisbaren Fakten stellen meiner Ansicht nach, neben einigen ebenso unwiderlegbaren technischen Details, die zentralen Fragen nach, deren uneingeschränkte Beantwortung ohne Wenn und Aber eingefordert werden muss!

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Pax Christi Mut zu Minaretten (10.09.10)

Zitat:

Die katholische, ökumenisch tätige Friedens- und Menschenrechtsbewegung Pax Christi Österreich ruft im Zusammenhang mit der derzeitigen heftigen Ablehnung des Baus von Minaretten in Österreich und im Hinblick auf die gefährliche internationale Entwicklung durch die drohende Koranverbrennungsaktion extremistischer Christen in den USA und den Streit um den Bau eines islamischen Gemeindezentrums nahe Ground Zero in New York den Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in Erinnerung:[…]

Zitat Ende.

Kommentar: Wie auch wir („Bloggerverbund Josephine, Adalbert und AmSeL) deutlich zu machen versuchten, muss dem Treiben mit der Aufhetzung von Glaubens- und/oder Bevölkerungsgruppen gegeneinander (nicht nur vor dem Hintergrund der aktuellen Vorkommnisse in der BRD und den USA) schnellstmöglich ein Ende gesetzt und auf einen vernünftigen Umgang mit- und untereinander gebaut werden. Diesem Anspruch wird auch der Aufruf und die Erinnerung von Pax Christi meiner Ansicht nach gerecht. – Wobei in Bezug auf den zitierten Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte schon auch einerseits darauf hingewiesen werden muss, dass diese wahrscheinlich auch das Papier nicht wert sind, auf das sie geschrieben wurden und andererseits, dass die Religionsfreiheit von den „Verfassern“ garantiert nicht als allgemeines Gut und Recht gedacht gewesen war! (Glaube, solange er ernst und aufrichtig gelebt wird,  ist sicher nicht verkehrt, aber Geschichts- und Realitätsbewusstsein ist noch wichtiger!)

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Noch einige Empfehlungen externer Artikel

Steinberg RechercheKolonialwarenhändler – Justizminister entdeckt neue Rasse im Elsaß (12.09.10)

Zitat:

Am 13. September 2010 wird vor dem Strafgericht Mulhouse, Département Haut-Rhin, gegen fünf elsässische Aktionistinnen verhandelt. Sie hatten zum Boykott als israelisch deklarierter, falsch deklarierter oder undeklarierter  Waren aus den israelischen Kolonien auf palästinensischem Boden aufgerufen […]

Zitat Ende.

Kommentar: Eigentlich keiner, aber ich würde gerne noch anmerken, dass Europa in der Tag fest in israelischer (zionistischer) Hand zu sein scheint, aber Frankreich in dieser Hinsicht ja auch eine besondere Tradition vorzuweisen hat. Umso wichtiger ist es, dass den Technokraten hier, dort und überall auf der Welt weiterhin Kontra gegeben wird! BDS!

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Der Israelit Rabbi Ahron Cohen’s Botschaft zum Al Quds-Tag 2010 (12.09.10)

Zitat:

Ich und meine Kollegen sind orthodoxe Juden. Wir sind unter dem Namen „ Neturei Karta“ bekannt. Unsere Gruppe ist stets bestrebt, durch Erklärungen und Veröffentlichungen gegen den Zionismus Widerstand zu leisten. Ich bin mir sicher, dass Sie jene Philosophie und Bewegung kennen, die zum so genannten „israelischen Staat“ geführt hat […]

[…] Jenseits von Beschuldigungen und Anklagen möchten wir keineswegs die Gewalt verzeihen und deren Anwendung stillschweigend dulden. Man muss die Ursache herauszufinden. Die Mehrheit der internationalen Beobachter, einschließlich die der Regierung dieses Landes, nehmen nicht wahr, dass nämlich der Zionismus und dessen Staat die Hauptursache des Problems ist.

Zweifellos ist die Existenz des rechtswidrigen zionistischen Staates „Israel“ die Ursache des Nahostkonfliktes. So wird es keinen Frieden geben. Es sei denn, die Ursache verschwindet. Dieser illegitime Staat kann nicht auf die Dauer fortbestehen. Die Unwahrheit muss ein Ende finden […]

Zitat Ende.

Kein Kommentar … in diesem Beitrag wird alles Wesentliche gewohnt schonungslos und (realistisch betrachtet) unwiderlegbar dargelegt!

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