Jochen Mitanna interviewt den seelischen Schmerz

Ich habe mich dieses Mal in die seelischen Abgründe vorgewagt, um an meinen Gesprächspartner heranzukommen. Es war wirklich nicht leicht ihn zu finden, denn die Stelle wo sich der seelische Schmerz wirklich aufhält, die ist mitunter sehr tief. Dazu ist er auch noch ein sehr scheues Wesen und ich musste schon einiges an journalistischem Können und Fingerspitzengefühl aufbringen, um das von ihm zu erfahren was ich wissen wollte. Schließlich war es dann zuletzt doch viel mehr an Information geworden, als ich erwartet hatte. Ob dies was ich von ihm erfuhr, jedoch schon alles an Geheimnissen ist die in ihm schlummern, das wage ich zumindest für meinen Teil sehr zu bezweifeln. Aber eventuell ebnet dieser Kontakt zwischen ihm und mir nun den Weg dafür, dass er sich uns irgendwann vielleicht doch einmal ganz offenbart. Es wäre ihm jedenfalls sehr zu wünschen, unserem seelischen Schmerz.

Hinweis: Bei diesem Interview habe ich außerdem auf die Abkürzung unserer Namen verzichtet, weil der seelische Schmerz uns sonst eine Zeit in Erinnerung rufen könnte, die auch heute noch für viele Menschen mit schlimmen Bildern und Gedanken an viel Leid verbunden ist.

J. MITANNA: Sie hier nun persönlich anzutreffen und mich einmal mit Ihnen ganz ungezwungen unterhalten zu können, das ist mir wirklich eine große Freude. Vielen Dank für den netten Empfang.

S. SCHMERZ: Loben Sie besser nie den Tag, bevor der Abend gekommen ist.

J. MITANNA: Aber sehen Sie denn nicht wie schön der Tag ist? Die Blumen blühen, die Vögel zwitschern und die Luft ist rein.

S. SCHMERZ: Aber Herr Mitanna, was reden Sie denn da nur? Hier in den tiefsten Abgründen der menschlichen Seele ist es wie immer stockfinster und oft eisig kalt. Ich zeige Ihnen gerne meine Stromrechnung. Wenn ich die bekomme, dann muss ich immer weinen.

J. MITANNA: Nein, das lassen wir dann besser und begeben wir uns lieber auf eine Reise in Ihre Vergangenheit, wo in Ihrem Leben bestimmt alles noch viel erfreulicher gewesen ist.

S. SCHMERZ: Was möchten Sie denn jetzt genau von mir hören? Was meine Erinnerung betrifft, so ist diese zumindest kristallklar.

J. MITANNA: Na sehen Sie, da haben wir also doch noch einen wundervollen Anfang für dieses Gespräch gefunden.

S. SCHMERZ: Für das Gespräch vielleicht, aber ansonsten herrscht Finsternis auf der Fläche des überfluteten Chaos.

J. MITANNA: Ich hoffe es ist Ihnen Recht, wenn wir nun ein wenig Licht in die Sache bringen. Dazu schlage ich vor, wir beginnen ganz am Anfang bei Ihrer Geburt.

S. SCHMERZ: Beim Geburtstrauma, beim Geburtsschmerz, bei dem ersten Moment, wo sich meine Lungen zum ersten Mal aufblähten und mir dies höllisch weh tat? Also wo denn jetzt bitte ganz genau Herr Mitanna?

J. MITANNA: Vielleicht sollten wir dieses Erlebnis besser von einer anderen Seite angehen. Ihre Mutter muss sich doch sehr gefreut haben, als sie dann endlich da waren. Was meinen Sie, wie Ihre Mutter Ihre Geburt empfunden hat?

S. SCHMERZ: Als ich zehn Jahre alt gewesen bin, da hat meine Mutter zu mir gesagt, sie wäre definitiv ein glücklicherer Mensch, wenn ich bei meiner Geburt gestorben wäre.

J. MITANNA: Nein, das kann und will ich nicht glauben, dass eine Mutter so herzlos sein kann.

S. SCHMERZ: Doch, genau das und nichts anderes hat diese alte Schlampe zu mir gesagt. Daran erinnere ich mich noch einhundertprozentig.

J. MITANNA: Was haben Sie denn Furchtbares angestellt, dass Ihre Mutter so etwas Hässliches zu Ihnen gesagt hat?

S. SCHMERZ: Gar nichts weiter, außer dass ich ein Junge gewesen bin und sie unbedingt nur ein Kind und zwar eine Tochter haben wollte. Na ja, manchmal habe ich ihr auch ein paar dicke, fette Spinnen unter die Bettdecke gelegt, hin und wieder Mal in einem Geschäft etwas mitgehen lassen, wobei mich dann ein paar Mal auch die Polizei erwischt hat und einmal hätte ich dem Nachbarsjungen fast den Schädel eingeschlagen. Wie Jungen eben so sind.

J. MITANNA: Hat sich das mit Ihrer Mutter denn irgendwann wieder eingerenkt?

S. SCHMERZ: Meine Mutter hat sich dann zwei Jahre später einen neuen Typen geangelt, dem musste ich dann ständig neue Zigaretten und auch Alkohol besorgen und zwar, ohne dass er mir dafür Geld hingelegt hätte. Wenn ich ohne seine Drogen nach Hause gekommen bin, hat er mich grün und blau geschlagen und meine liebe Mutter hat dabei zugesehen, dieses Miststück.

J. MITANNA: Ich hoffe, ich muss mich nicht selbst in eine Therapie begeben, wenn unser Gespräch zu Ende ist. Man bekommt ja alleine schon davon Beklemmungen, wenn man Ihnen nur zuhört.

S. SCHMERZ: Keine Sorge Herr Mitanna, was ich Ihnen jetzt erzähle, hat mich damals sehr glücklich gemacht. Jedenfalls für ein paar Tage.

J. MITANNA: So, was kam denn damals Schönes auf Sie zu? Hatten Sie Geburtstag und bekamen ein tolles Geschenk?

S. SCHMERZ: Nein, so war das nicht. Vielmehr kam Rudolf, so hieß der Freund meiner Mutter, eines Tages wieder einmal sturzbetrunken die Treppe bei uns im Plattenbau hochgetorkelt und genau auf mich zu. Er kam gerade noch dazu mir zu sagen, was meine Mutter sich nur dabei gedacht hätte, so einen genetischen Abfall wie mich in die Welt zu setzen. Da gab ich ihm einen kräftigen Stoß. Meine Mutter ist dann lange Zeit täglich an mehreren Stellen Treppen putzen gegangen, um die Beerdigung bezahlen zu können. Meine Freude ebbte aber schnell ab, weil sie von mir auch alles Taschengeld einbehielt und auch kaum noch mal etwas Anständiges zu Essen auf den Tisch kam.

J. MITANNA: Und ansonsten haben Sie nie etwas Schönes in Ihrer Jugend erlebt?

S. SCHMERZ: Nein!

J. MITANNA: Was ist mit Freundinnen? Sie haben doch sicher wenigstens einmal in Ihrer Jugend ein hübsches Mädchen kennen gelernt und wenn es nur deswegen war, um zu erfahren was es mit der körperlichen Liebe auf sich hat?

S. SCHMERZ: Nein, ich hasse die Weiber. Was es mit der körperlichen Liebe auf sich hat, das habe ich oft genug bei meiner Mutter und ihrem Freund beobachten können. Nachher durfte ich dann immer die Beine vom Küchentisch reparieren. Also wenn das Liebe ist, dann bin ich doch etwas froh, dabei nicht der Küchentisch gewesen zu sein.

J. MITANNA: Endlich haben wir also doch wieder etwas gefunden, was Sie ein wenig froh stimmt.

S. SCHMERZ: Na ja, zwei Sachen in fünfunddreißig Jahren. Muss ich jetzt in die Luft springen vor Freude?

J. MITANNA: Haben Sie nie erfahren, wer Ihr richtiger Vater ist?

S. SCHMERZ: Ich traf ihn sogar ein einziges Mal persönlich. Dass war als er auf einer Toilette in einem billigen Restaurant meine Mutter vergewaltigen wollte und bei ihr dann die Geburtswehen einsetzten. Ich hatte die Augen kaum offen, da war er schon fort. Meine Toilettengeburt stand damals sogar in unserer Stadtzeitung. Den Zeitungsausschnitt davon hatte meine Mutter dann lange, für mich qualvolle Jahre eingerahmt an der Wand hängen. Das war das einzige Bild, was sie je von mir als Kind gemacht hat bzw. dieses hatte ja auch irgend so ein Pressefotograf gemacht.

J. MITANNA: Hat Ihnen Ihr Vater denn etwas dagelassen von sich, bevor er verschwand?

S. SCHMERZ: Meine Mutter erzählte mir später in einem ihrer melancholischen Momente, dass die Idee für meinen Namen eigentlich von meinem Vater gewesen wäre. Frauen hätten ihm nur immer seelische Schmerzen bereitet und da wollte er unbedingt, dass seine Tochter so heißt. In ihrer Not hat meine Mutter bei meiner Taufe einen Schreikrampf bekommen und genau in dem Augenblick als der Pfarrer fragte, wie ich denn nun heißen soll, erinnerte sich meine Mutter wohl in ihrer Phantasielosigkeit an das Gesagte von meinem nichtsnutzigen Vater und schrie dann: Oh Du großer seelischer Schmerz, der auch Du mir inne wohntest. Man weiß ja wie die Katholiken sind, die nehmen gerne sofort jede Seele für bare Münze entgegen. Es ist schon ein Kreuz mit denen. Aber so kam ich schließlich wirklich zu meinem Namen.

J. MITANNA: Wie heißen Sie denn nun wirklich?

S. SCHMERZ: Erlauben Sie mal Herr Mitanna, sehe ich etwa so aus als mache ich Scherze? Mein Nachname ist Schmerz, mein Vorname ist Seelischer. Andere heißen ja auch z.B. Ballack und spielen Fußball oder heißen Maurer und ziehen Mauern hoch. Was also ist ungewöhnlich an Seelischer, wo die Welt um uns herum so grausam sein kann?

J. MITANNA: Nichts Herr Schmerz, verzeihen Sie mir bitte meine dumme Bemerkung.

S. SCHMERZ: Schon gut, im Vergleich zu allem anderen ist eine dumme Bemerkung zu meinem Namen wirklich eine Bagatelle.

J. MITANNA: Hatten Sie in Ihrer Jugend vielleicht eine Vorstellung davon, wie mal Ihre Zukunft aussehen soll?

S. SCHMERZ: Nein, aber ich träumte in meiner Kindheit und jetzt sogar hin und wieder immer noch von einem Phantom, dass zu mir ins Zimmer schleicht und dann über meinem Bett schwebt. Dieses Wesen verströmt einen süßlichen, widerlichen Geruch, der mich sehr an billiges Frauenparfüm erinnert. Dann berührt mich diese dunkle Gestalt überall und dabei beschleicht mich immer so ein seltsames Gefühl und ich bin am Ende jedes Mal einem Brechreiz sehr nahe. Aber was dieser Traum bedeuten könnte, da fragen Sie mich jetzt wirklich zu viel.

J. MITANNA: Dann möchte ich in dieser seelischen Wunde jetzt auch nicht weiter herumbohren. Aber wie sah es denn in Ihrer Jugend mit Berufswünschen aus?

S. SCHMERZ: Ja klar, jetzt erinnere ich mich wieder. So etwas malt sich schließlich jeder normale Junge einmal aus. Ich wollte unbedingt Polizist werden.

J. MITANNA: Das hört sich jetzt aber wirklich sehr positiv an.

S. SCHMERZ: Ja, Leute verprügeln und sie erniedrigen dürfen, ohne dass mir dann jemand etwas anhängen kann, eventuell auch mal jemand erschießen müssen, das war damals in dem Alter für mich einfach das Größte.

J. MITANNA: Aber was hat Sie denn später daran gehindert auch wirklich Polizist zu werden?

S. SCHMERZ: Die Erlebnisse später mit Rudolf. Denn er war früher mal Streifenpolizist gewesen, bevor er dann erst so richtig mit dem Saufen begonnen hat.

J. MITANNA: Was war denn noch ein besonderes Erlebnis in Ihrem Leben?

S. SCHMERZ: Das hatte ich, als ich achtzehn Jahre alt wurde und ich begriff, dass anstatt meines Vaters bei meiner Geburt, sich besser der Vater Staat verduftet hätte. Vater Staat rief, ich musste vor ihm die Hosen hinunter lassen, durfte an seiner Statt eine Militärärztin anhusten, die mich dabei blöde anlächelte und ihre Hände nicht bei sich halten konnte, und nach erneutem Ausziehen wurde ich dann eingezogen. Meine Vorgesetzen konnten mich nicht leiden, weil ich sie immer angrinsen musste, da sie in ihrer Uniform so dämlich aussahen und deshalb verbrachte ich die meiste Zeit beim Bund entweder im Matsch, beim Kloputzen oder im Bau. Von so komischen Ritualen bei denen, rohes Fleisch essen und Vollsaufen müssen bis zur Halskrause, brauche ich sicher weiter nichts zu erzählen. Das ging ja vor nicht allzu langer Zeit durch die Presse.

J. MITANNA: Na, dann haben Sie bei der Bundeswehr aber auch einiges mit- und durchmachen müssen.

S. SCHMERZ: Außer ein paar kleinen körperlichen Narben ist mir nichts passiert. Kein Trauma oder so, was Sie mir jetzt vielleicht andichten wollen.

J. MITANNA: Ach, wo denken Sie hin? Keinesfalls habe ich je daran gedacht, dass sie in Ihrem Leben, so wie sie es mir nun erzählt haben, psychischen Schaden genommen haben könnten.

S. SCHMERZ: Richtig Herr Mitanna, psychisch bin ich wirklich immer noch wie neu.

J. MITANNA: Ja, so wie ein noch junger und frischer seelischer Schmerz kommen Sie mir auch vor.

S. SCHMERZ: Weil es mir bei der Bundeswehr so gut gefallen hat, wurde ich von denen gefragt, ob ich nicht Lust hätte am Afghanistan Einsatz teilzunehmen. Es würde auch angemessen honoriert.

J. MITANNA: Und, was haben Sie denen daraufhin geantwortet? So etwas wie: Ihr könnt mich mal Kreuzweise?

S. SCHMERZ: Wo denken Sie denn wieder hin Herr Mitanna?

J. MITANNA: Ich habe nur versucht mich in Ihre Lage zu versetzen. Aber wie ging es denn nun weiter?

S. SCHMERZ: Ich habe mich dazu natürlich einverstanden erklärt. War doch die Chance für mich, mal meine ganze Wut an anderen Menschen auslassen zu dürfen, ohne damit rechnen zu müssen, dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden. Wäre ich an Stelle dieses Oberst Kleinlich gewesen, dann wäre Afghanistan schon längst in der Hand von uns Deutschen. Ich hätte das ganze Land mit Brandbomben überzogen. So hatte ich leider nur ein Gewehr und ein paar Handgranaten zur Verfügung um andere zum Krüppel zu machen oder was weit weniger Spaß macht, sie gleich ganz umzubringen.

J. MITANNA: Ist Ihnen überhaupt bewusst Herr Schmerz, dass Sie als Soldat im Kampfeinsatz bei anderen Menschen, also auch vom Krieg betroffenen Zivilisten, seelische Wunden verursachen können, die genau so schlimm oder sogar schlimmer sind als körperliche Blessuren?

S. SCHMERZ: Herr Mitanna, Sie sind ja ein richtiger Scherzkeks.

J. MITANNA: Ja, finden Sie. Seltsam ist, das andere das auch oft von mir meinen.

S. SCHMERZ: Als bei einem der Einsätze in Afghanistan ein Freund von mir vor meinen Augen von einer Sprengbombe zerfetzt worden ist, da meinte danach bei einer Untersuchung von mir ein Stabsarzt zu einem anderen, es wäre sicher besser, wenn Sie mich nun nach Hause ins vor Sicherheit strotzende Deutschland schicken würden.

J. MITANNA: Ich wusste gar nicht, dass die bei der Bundeswehr so humane Ärzte haben.

S. SCHMERZ: Doch, doch! Zuerst dachte ich wie Sie, aber dann entdeckte ich, dass die von der Bundeswehr zum Teil wenigstens auch richtige Menschen sein können. Denn nur richtige Menschen können so gemein sein um zu versuchen, mir meine größte Freude wegzunehmen. Schon seit Rudolf macht mir nämlich das Töten von Menschen großen Spaß. Dass die jetzt die allgemeine Wehrpflicht abschaffen wollen und Männern aus dem einfachen Volk wie mir, damit die letzte Chance rauben mal so richtig die Sau rauslassen zu können, dass kommt mal auf den Vater Staat zurück, das prophezeie ich Ihnen hiermit. Das endet mal alles in einer Katastrophe.

J. MITANNA: Wie kamen Sie denn nun letztendlich hier in diese tiefen seelischen Abgründe?

S. SCHMERZ: Ob das mit mir jetzt so endgültig ist, dass ich hier als Folterknecht für den amerikanischen Geheimdienst harmlose afghanische Zivilisten malträtieren darf, kann ich noch nicht mit Sicherheit sagen. Aber alles ist besser, als mir von einem Möchtegerntherapeuten in Deutschland ein Afghanistantrauma anhängen zu lassen, nur weil ich mich unter friedlichen Menschen innerhalb einer Menschenschlange an einer Kasse im Supermarkt nicht mehr wohl fühle und dem Nächstbesten vor mir den Hals umdrehen könnte, weil er es ja auf mich abgesehen haben könnte, alles bei uns Zuhause so lange dauert und weil überhaupt alles so lahm im Zivilleben ist. Von unseren deutschen Behörden ganz zu schweigen.

J. MITANNA: Wie sehen Sie denn nun überhaupt Ihre weitere Zukunft?

S. SCHMERZ: Ich habe vor eines Tages, wenn ich zu alt werde um selbst anderen Gewalt anzutun, eine Tischbeinreparaturwerkstatt aufzumachen, gerne mitten in Kabul. Ich liebe dieses herrliche Land Afghanistan. Hier war eigentlich noch nie richtig Frieden. Sollte sich das eines Tages doch einmal ändern, dann werde ich versuchen die israelische Staatbürgerschaft anzunehmen oder ich lasse mich in den Gazastreifen einbürgern bzw. sperren. Denn so jemand wie ich, dazu noch mit Namen seelischer Schmerz, der findet überall eine Arbeit.

J. MITANNA: Na, dann kann ich für Sie und die Welt nur hoffen, dass Ihre seelischen Schmerzen nie nachlassen und die Menschen auf dieser Welt weiterhin schön auf den Seelen ihrer Nächsten herumtrampeln.

S. SCHMERZ: Das ist aber wirklich jetzt ein sehr frommer Wunsch von Ihnen Herr Mitanna. Sie dürfen gerne mal wieder vorbeikommen um mich zu besuchen. Vergessen Sie beim Fortgehen bitte nicht, mir noch einmal tüchtig auf die Füße zu treten. Eine richtig fies gemeinte und mich innerlich hart treffende Beleidigung tut es aber auch schon.

J. MITANNA: Wo finde ich Sie denn, wenn mir wieder einmal danach ist zusammen mit Ihnen seelische Schmerzen zu empfinden und in tollen Erinnerungen zu schwelgen?

S. SCHMERZ: Wenn nicht hier oder in Gaza, dann praktisch hinter jeder Tür. Einfach nur rufen oder anklopfen und ich werde bestimmt da sein.

J. MITANNA: Herzlichen Dank für diese seelischen Offenbarungen Herr Schmerz.

Interview ENDE

Das war also mein Blick in die Abgründe des seelischen Schmerzes. Ich verabschiedete mich von diesem Herrn Schmerz wie er es sich gewünscht hat, denn was tut Mitanna nicht alles, damit er es auch wirklich jedem Recht macht.

Ich hoffe, Sie sind auch bei meinem nächsten Interview wieder voll mit dabei. Es wird dann auch ganz bestimmt nicht mehr weh tun meine Worte zu lesen, als dieses Mal.

4 Antworten

  1. Hallo Jochen,

    wieder einmal – aber das ist man mittlerweile ja schon gewöhnt von Dir – eine journalistische Bravourleistung, die jeder nachvollziehen und schätzen können sollte, der sich der naturbedingten Verschlossenheit Deines Interviewpartners bewusst ist.

    Leider – sorry, aber anders lässt sich das korrekt nicht ausdrücken – ist besonders die letzte Aussage des Seelischen Schmerzes etwas, was sich absolut nicht widerlegen lässt … und so sehr ich Deinen kreativen Journalismus auch schätze, finde ich es doch bedrückend und insbesondere für unsere Spezies fatal, dass man ihn an so vielen Orten antreffen kann.

    Das soll es erst mal gewesen sein … zum Abschluss noch das übliche (obligatorische) aber aufrichtig gemeinte CHAPEAU! für den Artikel … ich hoffe, dass sich noch der/die eine oder andere Leser/in angesprochen und zu einer Meinungsäußerung inspiriert fühlen wird.

    Bis denne, liebe Grüße
    Hans

  2. Wie schon im vorhergehenden Kommentar bestätigt, eine journalistische Bravourleistung.
    Die Botschaft, die für mich rüberkommt (ich hoffe nicht soll) ist, es macht Spaß, sich in seinem eigenen Unglück zu sonnen solange man jemanden hat, den man für seinen seelischen Zustand verantwortlich machen kann.
    Das Problem ist nur – wo kommt diese verdammte Sehnsucht nach Liebe, Glück und Zufriedenheit her, die unsere innersten Gefühle in ständige Aufruhr versetzt?
    Die Anhäufung ziel- und zwecklos orientierter Materie und der nackte Überlebenskampf in einer von der Auswahl der Stärke (uns suggerierten)pervertierten Natur sieht solche Gefühlsduselei nicht vor.
    Oder könnte da nicht vielleicht doch ein liebevoller Schöpfergott dahinter stecken, der uns über ein Gewissen mitteilen möchte, was sein Wille ist?
    Wenn das so wäre, sollte er dann nicht auch in der Lage sein, uns mitzuteilen, wie und durch was wir diesen Teufelskreis seelischen Schmerzes durchbrechen können?
    Die Orientierung an mitleidenden oder totschlagenden Zeitgenossen dürfte da wohl nicht der richtige Weg sein. Natürlich auch nicht das Ignorieren des Leidens und das Versagen von Mitgefühl und Hilfe für den Mitmenschen.
    Aber der von den meisten Menschen beanspruchte freie Wille für eine freie Entscheidung muss irgendwann dazu führen, bei der Suche nach den wahren Ursachen von Leid und Elend auf diesem Planeten auch persönliche Verantwortung zu übernehmen.
    Eine meiner Meinung nach gute Orientierungshilfe findet Ihr hier:

    http://haroldgraf.blog.de/tags/

    Michael Klimmer

  3. Hallo Michael Klimmer!

    Zunächst einmal herzlichen Dank für Deinen Kommentar, der auch andere zum Weiterdenken ermuntern könnte – und vielleicht sogar soll?

    ZU DEINER FRAGE:
    „Oder könnte da nicht vielleicht doch ein liebevoller Schöpfergott dahinter stecken, der uns über ein Gewissen mitteilen möchte, was sein Wille ist?“

    Da LEIDER viele Menschen anscheinend über ein beschwabbeltes Gewissen verfügen, könnte es da nicht sein, dass unser uns Menschen liebender Schöpfergott Sprachrohre in die Welt hinaus sendet, damit sein Wille verkündet wird? So wie es vielen Menschen geht, kann es doch durchaus auch sein, dass es auch unserem Schöpfergott erhebliche Schmerzen verursacht, wenn er sieht wie Menschen mit anderen Menschen umgehen oder mit allem anderen was er geschaffen hat. Wenn ich Gott wäre, dann könnte ich bei dem ganzen Übel was auf dieser Welt passiert, nicht tatenlos zusehen.
    So quasi als Rettungsring gab er uns deshalb das Gewissen mit, was bei einigen zumindest noch voll in Takt zu sein scheint. Dieses reine Gewissen muss weiter gegeben werden und das tun ja auch immer schon einige unter den Menschen, damals die Apostel ganz besonders. Jesus hatte das reinste Gewissen von allen, denn er sagte selbst: Der Fürst dieser Welt hat nichts in mir.
    Ich finde, der Mensch sollte sich zumindest dem reinen Gewissen von Jesus zu nähern versuchen und damit aufhören anderen und damit sich selbst Leid anzutun. Das ist die beabsichtigte Botschaft des Artikels. So sollte er verstanden werden. Und damit hoffe ich auch Deine zweite aufgeworfende Frage oben zufriedenstellend beantwortet zu haben.

    Orientierunghilfen sind immer gut, Danke für den Link Michael.

    Trotzdem wird es allmählich wirklich Zeit, dass der Mensch damit beginnt, seinen Verstand NUR für Gutes einzusetzen. Krieg und so ein Mist sollten endlich der Vergangenheit angehören. Es muss TOTAL SCHLUSS damit gemacht werden anderen weh zu tun. Wobei die Bereiche aber noch viel differenzierter sind, wenn es um Besinnung zum Guten hin geht.
    Waffen sind nur für zwei Dinge gut. 1. Um die Taschen der Reichen mit Geld aufzufüllen. 2. Zum Töten.
    So eine Welt die das unterstützt, egal in welch hohem Maße, die ist zum Untergang verdammt. Nur reine Gewissen zu haben, bringt uns Menschen das Paradies zurück. Jesus sagt: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.“
    Wann endlich will der Mensch damit beginnen, nach Gottes Gesetzen zu leben und zu handeln? WANN???

    Herzliche Grüße, Jochen

  4. Wenn ich Gott wäre, dann könnte ich bei dem ganzen Übel was auf dieser Welt passiert, nicht tatenlos zusehen.
    Genau das ist es was Satan im Paradies zu Eva sagte:“ ihr werdet sein wie Gott“.
    Was ist der Mensch, dass er dem Schöpfer vorschreiben will, was gut und böse ist. Was kann der Ton dem Töpfer vorschreiben, welches Gefäß aus ihm entstehen soll! Gottes Gedanken sind so viel höher als unsere.
    Satans Niedertracht muss erst in vollem Mass vor dem ganzen Universum aufgezeigt werden, deshalb greift Gott nicht ein und bestätigt ihn immer noch als Herrscher dieser Welt. Aber er ist durch das Opfer Jesus Christus schon gerichtet.
    Wir befinden uns seit Jesus Tod bis zu seiner Wiederkunft in der Gnadenzeit. Gott sei Dank für seine Geduld mit den immer satanischer beeinflussten Menschen, dass er nicht schon längst eingegriffen und mit dem ganzen Spuk ein Ende gemacht hat, denn dann wären viele von uns verloren, die aber doch noch, Gottes Gnade sei Dank, gerettet werden können.
    Wie wird man aber gerettet?
    Indem man das eigene Ego sterben lässt, damit Jesus an uns arbeiten kann. Nur dann werden wir befähigt, den Sünden dieser Welt zu widerstehen.
    Die Masse der Menschen wird das leider nicht begreifen und die alte Erde wird untergehen. Erst auf der neuen Erde, die durch die in Jesus Christus geretteten Menschen bevölkert werden, wird es keinen Tod und kein Leid mehr geben.
    Zu dieser, meiner ehrlichen Überzeugung, kann nur der kommen, der erkennt, dass es nur eine Wahrheit geben kann, eine die außerhalb jeder menschlicher Ordnung existiert. Diese Wahrheit hat sich in Jesus offenbart indem er den Anspruch erhob:
    Johannes 14:6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich!
    Ich möchte damit meine Beiträge auf diesem Forum beenden, denn ich weiß aus eigener Erfahrung wie durch Missverständnisse und ellenlange Diskussionen Zeit totgeschlagen wird, die sinnvoller genutzt werden kann.
    Sinnvoll ist es zum Beispiel, im persönlichen Dialog ehrliche Fragen zu beantworten und das möglichst so, dass der Fragende befähigt wird, selbst zur Erkenntnis zu kommen.
    Dann ist vielleicht auch eine wirkliche Loslösung von seelischen Schmerzen möglich.
    Liebe Grüße
    Michael Klimmer

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