Ergebnis der Europawahl – subjektive Einschätzung

Nun ist sie also vorbei, die Europawahl … und meiner Meinung nach ist die wohlverdiente Klatsche für die etablierten Republik- und Demokratiezerstörer bei uns im Vergleich zu anderen Ländern wieder einmal zu schwach ausgefallen. Wieder eine verpasste Gelegenheit – aber auch eine verstärkte Aufforderung, es spätestens bei der Bundestagswahl vollkommen anders und besser zu machen!

Da ich persönlich nur enttäuscht bin, dass erneut die Partei der Wahlverweigerer als stärkste hervorgegangen und zu allem Überfluss die CSU von der schwachen Wahlbeteiligung profitieren durfte sowie die „Freien Liberalen“ als der politische Wahlsieger auftrumpfen konnten … das werde ich in Tausend Jahren nicht verstehen … möchte ich keine eigene Analyse vornehmen, sondern lieber Leseempfehlungen für Artikel von Kollegen der schreibenden Internetzunft ausgeben, die das von ihrem jeweiligen individuellen Standpunkt aus schon sehr treffend und überzeugend getan haben.

Als ersten Beitrag möchte ich jenen von Roberto J. De Lapuente empfehlen, weil dieser sich einer Randerscheinung der Europawahl widmet, die mir auch immer wieder bitter aufstößt – hierzulande sogar ganzjährig und Wahlperiode für Wahlperiode scheinheilig ausgeschlachtet wird … unter dem „etwas schlüpfrig“ anmutenden, des Pudels Kern aber schonungslos freilegenden Arbeitstitel sekundäre Geschlechtsmerkmale [des politischen Rechtsextremismus] weist er absolut korrekter Weise darauf hin, dass die „Rechtsparteien“ doch vor allem der Reinwaschung und „mittigen Anordnung“ der etablierten „demokratischen“ Parteien dient. – Natürlich muss vor einem Rechtsruck gewarnt werden, insbesondere regional, wo dies mitunter dramatische Formen annimmt – aber mehr noch muss vor den „faschistoiden Untertönen“ bei den am lautesten „Haltet den Dieb“ rufenden Pseudodemokraten gewarnt werden!

Auch Jens Berger, diesmal im „Der Freitag“ stellt der deutschen Politik (vorrangig der SPD, aber die CDU musste ebenfalls deutlich Federn lassen!) und der „Europabegeisterung“ der Wähler berechtigterweise ein sehr schlechtes Zeugnis aus. Über die wahren Gründe für die „Wahlmüdigkeit“ möchte ich nicht spekulieren, aber dass die Europawahl eine schallende Ohrfeige für die Große Koalition und die Bilanz ihrer nationalen und europäischen Politik darstellt, sollte klar werden … fragt sich nur, ob sich das bei der Bundestagswahl im September auch entsprechend eindeutig im Ergebnis niederschlagen wird …

Ebenfalls dringend empfehlen möchte ich nicht nur, sondern muss ich geradezu die vorläufige Wahlanalyse von Jochen Hoff auf unserer Partnerseite Duckhome … unter dem mitten ins Mark der Probleme treffenden Titel Europawahl – da haben wir den Salat schreibt er mir in den meisten Bereichen buchstäblich aus der Seele und gibt auch einen vernünftigen Rat, wie man das Dilemma für die Bundestagswahl bei allen involvierten Beteiligten abstellen könnte (und muss, denn ein weiteres Desaster dieser Art werden wir und die Republik nicht mehr verkraften!).

Zwar allenfalls ein wenig, aber immerhin Trost schöpfen kann man da eventuell noch aus einer Meldung, die heute von Daniel Neun (Radio Utopie) veröffentlicht und mir durch die Partnerseite Womblog zugegangen ist. Dort steht im Titel zu lesen: Deutschland: Überwachungsparteien verlieren bei EU-Wahl, Bürgerrechtsbewegung zeigt Wirkung … gerne würde ich mich daran aufrichten, allein mir fehlt der Glaube, dass diese Interpretation in Bezug auf die Bundestagswahl reelle Hoffnungen nähren könnte. Sicherlich hat das auch mit dem desaströsen Ergebnis zu tun, das die „sogenannten großen Volksparteien“ letztlich beide erzielt haben (auch wenn die CDU wieder die stärkste deutsche Partei ist … den gleichgeschalteten Sprachrohren und Hofberichterstattern sei’s gedankt) –  und deshalb: es ist ein Ansatzpunkt und man sollte ihn gezielt ausbauen und den Menschen in unserem Land unermüdlich vermitteln!

Zum Schluss … passiert ist passiert … jetzt gilt es jedoch, es beim nächsten Mal besser zu machen … schauen wir mal, dann werden wir schon sehen.

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