Leseempfehlung Mein Politik-Blog: Was derzeit wirklich geschieht

Obwohl diese Leseempfehlung zwei Teile umfasst und jeder davon mit sehr viel Text aufwartet … und obgleich er nicht mehr ganz neu ist, sondern schon vor gut einem Jahr einmal bei Gert Flegelskamp erschienen und auch von uns auf der mittlerweile „abgestürzten“ Vereinsseite verlinkte worden war, muss man jedem Menschen ans Herz legen, sich die Zeit zu nehmen und die Gedanken eines politisch engagierten Allgemeinmediziners aus Bayern zu Gemüte zu führen … das erscheint mir persönlich heute definitiv wichtiger und angesagter denn je!

Den ersten Teil seiner Abhandlung widmet Jan Eric Döllein der „Gesundheitsreform“, wobei er keineswegs nur die Seite der niedergelassenen Ärzte vertritt. Wer immer noch Probleme damit hat, die „privatwirtschaftlichen Umtriebe“ zu erkennen, die hinter „Ullas“ Jahrhundertprojekt verborgen sind, tut sich selbst einen riesigen Gefallen, wenn er sich den Text in aller Ruhe und bis zum letzten Buchstaben durchliest … es wird unzweifelhaft zu einem erleuchtenden Aha-Erlebnis führen!

Zur Einstimmung nur ein winziger Auszug …

Zitat:

Ich bin von tiefstem Herzen Demokrat und, wie mir in den letzten Tagen bewusst geworden ist, ein hoffnungsloser Idealist. Ich habe nicht mehr gemacht, als mir selbst die Frage zu beantworten, warum wir niedergelassenen Ärzte, Hausärzte und Fachärzte aussterben sollen, obwohl sich an der Charakteristik unseres Berufes und der Faszination für die nachfolgende Generation nichts geändert hat; der Wunsch dazu kam mit Sicherheit nicht aus der Bevölkerung, nicht von unseren Patienten.

Dass wir zu teuer sind, kann man wirklich nicht behaupten und wertlos sind wir erst recht nicht, denn mit jedem Krankenhaustag, den wir durch unsere Arbeit vermeiden können, helfen wir den Krankenkassen sparen.

Am 30.1.2008 haben sich 7000 von 8000 Hausärzten zu einer Protestveranstaltung in Nürnberg getroffen und diese war die größte und eindrucksvollste ihrer Art seit Bestehen der GKV. Keine der großen Boulevardzeitungen brachte meines Wissens einen adäquaten Artikel, keiner der privaten und öffentlich-rechtlichen Sender ging tiefer und nachhaltiger auf diese Veranstaltung ein.

Zitat Ende.

Im zweiten Teil wendet sich der Kommunalpolitiker und Mediziner dann aber der gesamten globalisierten Weltlage zu – und legt dabei eine erfrischende selbstkritische Offenheit an den Tag, die für den Großteil unserer ahnungslosen oder ggf. auch wissentlich wegschauenden Mitmenschen gerade im Hinblick auf die kommende Bundestagswahl ein unbedingt nachahmenswertes Beispiel abgeben sollte …

Da die Thematik ungleich komplexer ist und für den ernsthaft um Verständnis und Durchblick bemühten Menschen allein die Herausforderung immens zu nennen ist, sich ihr überhaupt zu nähern und anzunehmen, möchte ich ein etwas längeres Zitat anführen. Es zeigt die Probleme des Autors auf, sich der tatsächlichen Tragweite der Wahrheit nicht nur anzunehmen, sondern sie in eigenen Worten auch festzuhalten und anderen Menschen weiterzuvermitteln …

Zitat, Auszug:

Wenn es Anfang Februar 2008 noch so war, dass ich mir eine Türe aufgeschlossen habe und panikartig eine erste Meldung an alle Betroffenen ausrufen wollte, so sitze ich nun seit Wochen starr vor dem gesamten Blick in einen Raum, den ich nicht vollständig beschreiben kann. Seit Wochen weiß ich, dass ich diesen Text verfassen muss, aber während ich im Bezug auf unser Gesundheitswesen noch relativ klar die paar Fakten ordnen konnte, fällt es mir umso schwerer, Struktur in die Ausmaße der Entdemokratisierung in Deutschland zu bekommen.

Ein gewogener Journalist hatte den Umfang meines ersten Textes kritisiert: Die Menschen könnten einfach keine längeren Schriftstücke mehr lesen, sondern würden plakative kurze Schlagworte benötigen, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Nun, ich glaube, es wird uns allen in Zukunft nicht erspart bleiben, wieder mehr zu lesen, wenn wir verstehen wollen, was in Deutschland, in Europa und in der Welt derzeit passiert und auch dieser Aufsatz ist wieder lang. Für die Querleser trotzdem eine kurze Zusammenfassung:

  1. Die Grundstruktur unseres Landes wurde und wird komplett verändert. An die Stelle einer sozialen Marktwirtschaft tritt die Politik des Sozialdarwinismus, der die Schwachen noch schwächer und die Starken noch stärker machen soll.
  2. Die im Grundgesetz verankerte parlamentarische Demokratie bleibt wie eine Fassade davor stehen und dient allein dazu, den Strukturwandel unseres Landes zu überwachen und Verstöße zu verfolgen. Dem einzelnen Bürger dient sie immer weniger.
  3. Die selbsternannten Eliten unseres Landes bestimmen diese Veränderung über mächtigen Lobbyismus, der in allen Bundesministerien zuhause ist, der die wenigen politischen Entscheidungsträger konsequent führt oder bei Zuwiderhandlung zerstört. Viele Lobbyisten arbeiten direkt als „Leihbeamte“ in allen Ministerien und stellen die Weichen für ihre Arbeitgeber.
  4. Das Ziel ist die komplette Vermarktung des Bürgers sowie dessen Kontrolle in allen Lebensphasen und die Umwandlung zu einem gefügigen Angestellten der Firma Deutschland.
  5. Soziale Wärme, Solidarität und Gerechtigkeit werden als Hemmnis dieser Entwicklung verstanden und sollen zerstört werden.
  6. Diese Politik betrifft nicht nur Deutschland, auch wenn wir es wieder am perfektesten veranstalten, sondern die ganze Welt und sie drückt aus, was wirklich unter dem Begriff der „Globalisierung“ zu verstehen ist.

Sicher wäre die Liste der aufgeführten Fakten und Indizien mühelos noch um einige weitere Detailaspekte erweiterbar, aber als Einstieg in die schwere Aufgabe, das System als das zu entlarven was es ist – auf Deutschland bezogen bspw. alles andere als ein sozialer Rechtsstaat auf der Basis einer freiheitlich demokratischen Grundordnung! – muss man die zusammengefassten Punkte schon neidlos als optimal ausgewählt bezeichnen!

Nun gut, wie eingangs bereits betont, ist jedem von uns wärmstens ans Herz zu legen, sich diese Abhandlungen vollständig durchzulesen. Und da der Autor garantiert weder als „linker Revoluzzer“ noch als „ewiggestriger Rechter“ verunglimpft werden kann, sollte man sich seine Meinung tatsächlich zu eigen machen und sie bei der kommenden (schicksalhaften) Bundestagswahl in angemessener Art und Weise umsetzen … nun, bis dahin werden fraglos noch mehr aufklärende und „Wahlalternativen“ aufzeigende Artikel erscheinen – und dann wäre es über die Maßen vorteilhaft, wenn man sich durch die Lektüre dieses Zweiteilers ein ausgewogenes Grundlagenwissen verschafft haben würde!

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