Irreführende Diskussion um „Fristablauf in Sachen Deutsches Reich / Deutsches Volk“

Vorgestern wurde in Adalberts Meckerecke ein Beitrag „Zum 26.06.11 und anderen sich häufenden apokalyptischen Vorzeichen“ veröffentlicht, der sich unter anderem – mit berechtigter Skepsis, aber nichts einfach so ausschließend – auch mit einem Gerücht befasste, das hinsichtlich angeblich auslaufender Fristen in Verbindung mit den oben genannten Punkten in Umlauf gebracht wurde. Heute nun erhielt ich eine Mail von „Clustervision“, in der dazu kritisch Stellung bezogen wurde.

Die Sache ist eventuell wirklich nur ein „dummer Scherz“, mit dem sich irgendjemand wichtigmachen will – oder vielleicht auch ganz andere Zwecke verfolgt, die dem ausgegebenen Grund für die Verbreitung der Meldung komplett zuwiderlaufen? Wer kann das schon mit Gewissheit sagen oder ausschließen?

Nun ist regelmäßigen Besuchern dieser Webseite sicher bekannt, dass ich die Arbeit von Clustervision sehr schätze und auch sehr häufig weiterverbreite. Darum schätze ich diese Quelle auch als zuverlässig und glaubwürdig ein. Hinzu kommt, dass mit der Meldung – wenn es zutrifft, was ich als Auslöser für die per Mail eingegangene Replik vermute – zumindest eine Gruppe angesprochen wird, der ich schon seit beinahe drei Jahren mit höchst zurückhaltender Skepsis begegne.

Trotzdem sehe ich mich dazu angehalten, der sich entwickelnden Diskussion insofern entgegenzuwirken, dass ich einige Denkanstöße liefere, die alle Involvierten oder Interessierten durchspielen sollten, bevor sie sich voreilig für oder gegen die eine oder andere Seite positionieren. Man darf nicht alles glauben, was im Internet verbreitet wird, sollte aber wenigstens solchen Gerüchten so weit als möglich auf den Grund zu gehen versuchen, die – sollten sie sich am Ende doch als wahr herausstellen – erhebliche Auswirkungen auf die eigene Existenz haben würden!

Das versuche ich im Nachfolgenden und halte es für so wichtig, dass ich die Fertigstellung/Veröffentlichung des „angekündigten und bereits überfälligen“ zweiten Teils meiner „gewagten These“ dafür noch ein oder zwei Tage länger aufschieben werde.

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Mail von Clustervision

 

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Deutsches Reich: Ablauf einer Frist ist Unfug

Clustervision, 30.5.2011

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Bezug nehmend auf Gerüchte über den Ablauf irgendwelcher Fristen zum 26.06.2011 betr. des Schicksals des Deutschen Volkes wird auf folgendes hingewiesen:

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Selbstbestimmungsrecht der Völker

Das Selbstbestimmungsrecht der Völker im Internationalen Recht hat kein Verfallsdatum; es hat keinerlei zeitliche Begrenzung; es gilt für alle Völker.

Das Deutsche Reich hat das Internationale Recht in Staatsverträgen akzeptiert.

Die Leser mögen dies nachprüfen und feststellen, dass dies wahr ist.

Auch das Deutsche Volk hat dieses Recht. Daran ändert auch die Kapitulation der Wehrmacht nichts. 

Deshalb ist es Unfug, von einem Verfall der Rechte des Deutschen Reiches oder des Deutschen Volkes zu irgendeinem bestimmten Datum zu sprechen oder zu schreiben.

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Interessanterweise wurde dies ohne Quellenangabe getan. Es handelt sich dabei juristisch betrachtet um Hörensagen, also ein Gerücht, – und Gerüchte und bloße Behauptungen ohne Beweis sind zur Entscheidungsfindung irrelevant.

Gerüchte allein entscheiden nicht über das Schicksal von Völkern.

Sollte es fürderhin ein Deutsches Volk geben, dass sein Heimatland, den Staat Deutsches Reich mit der Verfassung von 1871, für sich reklamiert, indem es Staatsorgane wählt und die Bühne internationaler Politik betritt, so wird ihm völkerrechtlich-juristisch die Anerkennung nicht zu versagen sein.

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Clustervision,  30. Mai 2011

 

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 Kommentar HDZ:

Es ist mir nun nicht bekannt, ob sich der geschätzte Kollege von Clustervision auf dieses Video und die damit verbreitete Botschaft eines sich selbst „Volks-Reichstag“ titulierenden „Gremiums“ abhebt, das für den 4. Juni zu einer Versammlung aufruft. Dennoch führe ich es mit an, da zumindest einige, dafür aber außerordentlich relevante Aspekte des Vortrags leider vollumfänglich zutreffend sind …

http://www.youtube.com/watch?v=PjqlqcYH2DE

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Bevor ich mich jetzt lange und aufwändig an einer richtigstellenden Kommentierung abarbeite, möchte ich lieber die Empfehlung aussprechen – und zwar mit angeratenem Nachdruck, sich etwas Zeit zu nehmen und den Beitrag über „Deutschland nach 1945“ auf der Seite Ungebundenes deutsches Denken zu lesen. In ihm wird, auch unter Zuhilfenahme von externen Beiträgen, eine „ziemlich“ umfassende Erklärung dafür geliefert, warum der Einwand des Kollegen „Clustervision“ einerseits zwar korrekt ist, andererseits aber bei seiner Argumentation einige „BRD-spezifische“ Eigenheiten außer Acht lässt, die unbedingt zu beachten sind, wenn man sich mit dieser Thematik grundlegend und im Sinne der Sache zielführend beschäftigen möchte.

Ergänzend möchte ich die wesentlichsten Argumente des Videobeitrags noch einmal kurz ansprechen und Ihrer Eigenrecherche überantworten. Abgesehen von den – wie ich finde – hinlänglich bekannten Problemen hinsichtlich bewusst geschaffener und nach 1990 beibehaltener Staatsaufbaumängel der „BRD“ sind dies zuvorderst die Begriffe Usurpation und Römisches Recht. Das müsste man jetzt noch weiter ausführen und mehr in die Tiefe gehend analysieren, aber das wird durch den oben verlinkten Beitrag und die darin verfügbaren Zusatzinformationen meiner Ansicht nach ausreichend geboten.

Hinzufügen, auch an die Adresse meines Kollegen gerichtet, auf dessen Reaktion dieser Artikel zurückgeht, möchte ich schlussendlich noch folgendes:

Allgemein zu bedenken geben möchte ich, dass es wenig überzeugend – man könnte es auch naiv nennen, was ich bei Clustervision aber für verfehlt halten würde – erscheinen muss, wenn man sich hinsichtlich des Zustands „unseres“ Staats- und Gemeinwesens auf Argumente wie Völkerrecht, Haager Landkriegsordnung oder das Selbstbestimmungsrecht der Völker beruft. Oder präziser: hinter diesen „internationalen Rechtsnormen“ (zu denen ja auch die immer wieder gerne zitierten und genauso häufig mit Füßen getretenen „universellen Menschenrechte“ gehören) Schutz suchend vor etwaigen Absichten wie jenen, die in der angegriffenen Meldung verbreitet werden, gefeit zu sein.

Darüber hinaus ist es ebenso falsch wie irreführend, ein Land wie Polen als Beleg für die „Völkerrechtsansprüche ohne Verfallsdatum“ anzuführen und sie dann mit der unbestreitbar als einmalig in der Weltgeschichte anzusehende Situation „Deutschlands nach WK II“ zu vergleichen. Wer das tut, blendet die eigens für „Deutschland“ (gegen das Deutsche Reich) geschaffenen Rechtsnormen aus, die nach dem Zweiten Weltkrieg nur noch für „erklärte Schurken- oder Terrorstaaten“ gelten sollten, während alle Freunde des Herrschaftsprinzips von „Law and Order“ im Verbund mit den USA und Israel munter weiter Kriege führen und ihre „legitimen bis gottgegebenen Interessen“, gerne auch mit klar illegalen Mitteln, gegen Alles und Jeden verteidigen durften und dürfen, der sich nicht an ihre Spielregeln zu halten bereit ist. – Nun ja, die Spielregeln machen ja nicht die USA oder Israel … aber die sind auch nicht die wahren Kriegsgewinner. (Andere Geschichte – wird im Laufe dieser Woche noch zu Ende erzählt werden.) – Fragen Sie sich doch einfach mal, wer die Gesetzestexte verfasst, verabschiedet und den Auftrag, ihre Einhaltung zu überwachen, erhalten hat … und von wem?

Kurz auf den Punkt gebracht: die Kritik von Clustervision ist berechtigt, greift aber hinsichtlich der tatsächlich zu konstatierenden Rechtssituation für und in der BRD (und diese ist das Deutschland, mit dem wir uns – noch vor den Siegermächten und anderen „Interessenten“ – auseinandersetzen müssen) aus den oben angedeuteten Gründen erheblich zu kurz.

Vor allem ignoriert diese Kritik, dass der „hoffnungsvolle Schlussabsatz“ der Mail sich in eben diesem „pseudowiedervereinigten Deutschland“ der Jahre nach 1989/90 noch weniger heimisch anfühlt als in den Jahren davor. Nie waren „die Deutschen“ vom anzustrebenden Ideal eines ver- und geeinten Volkes weiter entfernt als heute.

Aber damit beende ich meinen um einen sachlich-konstruktiven Umgang mit dieser Angelegenheit werbenden Denkanstoß, denn zu diesem Themenkomplex habe ich selbst schon eine Menge und haben andere Seiten noch bedeutend mehr geschrieben.

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Davon abgesehen gehe ich jedoch mit „Clustervision“ und „Adalberts Meckerecke“ insoweit d’accord, als diese Art der Verbreitung von durch Nichts verifizierten Gerüchten in jedem Fall fragwürdig ist. Was im Übrigen aber auch für die anmaßende Behauptung der eingangs genannten Gruppierung gilt, die zwar korrekterweise behauptet, dass die Handlungsfähigkeit des 1945 nicht untergegangenen Deutschen Reiches zuerst wiederhergestellt werden muss, bevor es alle etwaigen Angriffe auf dessen Staatsgebiet und Volk (durch die im In- und Ausland sitzenden „Usurpatoren“) zurückschlagen kann … dies aber gleichzeitig „im Namen des Deutschen Volkes“ tun zu wollen/zu können vorgibt, ohne den rechtsverbindlichen Nachweis dafür erbringen zu können, dafür von diesem jemals in geeigneter (heißt „Staats- und Völkerrechts-konformer“) Weise beauftragt worden zu sein.

Ich schätze, man kann davon ausgehen, dass die begleitende Bemerkung im Beitrag von Adalberts Meckerecke …

Diese Frage stelle ich jetzt mal – ganz wertfrei, wie es sich gehört – einfach so in den Raum. Das Problem mit solchen Meldungen aus „reichsbewegten Kreisen“ ist, dass es nahezu unmöglich ist, die Spreu der „fehlgeleiteten Ambitionen und Inspirationen“ von den durchaus ernsthaft interessanten und ins Bild der zensierten Weltgeschichte passenden Informationen zu trennen. Trotzdem kann und sollte man die Denkanregung, die ich auf Hinweis eines befreundeten Wahrheitssuchers als Kommentar unter einem Artikel von „MMnews“ gefunden habe, wenigstens mal lesen … und ganz für sich darüber nachdenken, ob sie a) wirklich so weithergeholt und deshalb „Schwachsinn und VT hoch zehn“ ist … und/oder b) ob man so was den „vermutlich“ hinter allem organisierten Wahnsinn steckenden Kreisen nicht durchaus zutrauen könnte?

… auch auf diese Anmerkung meinerseits zutreffen dürfte.

Nun gut, das soll es gewesen sein, was ich auf die Schnelle und zwischendurch dazu anmerken wollte und nun ist es wieder einmal Ihnen überlassen, sich eine Meinung zu bilden und zu entscheiden, ob sie dieses Thema ernstnehmen wollen/müssen oder nicht. Doch wie immer sollte man sich vor einer derart schwerwiegenden Entscheidung auch ausreichend mit dem Thema befassen und darum bemüht sein, sich nicht von irgendwelchen „Meinungsströmungen“ erfassen und davon abhalten zu lassen, endlich zu einem engagierten und verantwortungsbewussten Teil des Volkes zu werden, auf das sich der hoffnungsvolle letzte Absatz der Mail des Kollegen von Clustervision zum guten Schluss doch mit Fug und Recht beziehen könnte …

3 Antworten

  1. Ich habe mir die Seiten angeschaut und keinen „namentlichen“ Veranwortlichen auf den Seiten gefunden. Dann habe ich mich über ein „Anmeldeformular“ für das avisierte Treffen gemeldet aber weder eine Bestätigungsformular noch eine Antwort erhalten. Insofern bin ich zwar noch offen für weiteres, aber auch skeptisch was dahinter steckt.

  2. Ja, das gehörte auch zu den Dingen, die mich an dieser Seite (und vielen ähnlichen – unter anderem) besonders störte. Doch sollte uns das vom eigentlichen Thema nicht ablenken, auch wenn wir letztendlich nur „abwarten und Tee trinken“ können, bis irgendetwas Konkretes nachfolgt (oder eben auch nicht)! Augen und Ohren offenzuhalten kann jedenfalls nichts schaden.

  3. […] noch zum Thema 26.06.11 – allerdings in einem anderen Kontext, den man von beiden Seiten gründlich betrachten muss, […]

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