Nahost-Konflikt … wie realistisch ist die Hoffnung auf eine friedliche Lösung?

1. Teil – Vorbereitung auf die eingehendere Darlegung einer „gewagten These“

In den letzten Monaten habe ich nicht nur die Entwicklungen in Palästina mit wachsender Besorgnis verfolgt. Mindestens ebenso große Probleme bereiteten mir die Debatten, die im Kreis jener Menschen und Gruppen, die sich für einen gerechten Frieden in der Region einsetzen, über die Frage geführt wurden, welches denn nun der richtige Ansatz für eine Lösung des Konflikts wäre (Stichwort „Stuttgarter Erklärung“), der diesen Bestrebungen am ehesten entspräche. – Ich fürchte beinah, über all diese Diskussionen und bis zur offenen Feindseligkeit ausgetragenen Meinungsverschiedenheiten haben die Menschen restlos jeden Bezug zur Realität verloren … sofern er denn jemals existierte?

Nun möchte ich mich nicht zum „Experten“ erklären, auch wenn ich das Thema im Rahmen meiner „Privatstudien“ zur Weltgeschichte nunmehr seit fast zehn Jahren intensiv untersucht und herauszufinden versucht habe, was die wahren Wurzeln des Konflikts sind. Angesichts dessen, was im Moment vor sich geht, denke ich jedoch, dass irgendjemand versuchen sollte, nicht nur die Debatten über das Thema, sondern auch das Engagement für die Überwindung des Konflikts an sich auf ein mehr an den reellen Hintergründen angelehntes Niveau zu bringen. – Wahrscheinlich bin ich das letzte Individuum auf Erden, das etwas Derartiges mit Aussicht auf Erfolg in Angriff nehmen könnte … aber wenn niemand einen Anfang macht, wird – so fürchte ich ernsthaft – das Unheil seinen Lauf nehmen, das schon sehr viel länger als jene hundertzwanzig Jahre über unser aller Köpfe schwebt, die der Kampf um das „Heilige Land“ zwischen „Zionisten“ und Palästinensern jetzt bereits offiziell tobt.

Nun, da ich schon immer ein Mensch war, der keine Herausforderungen scheute, wenn es darum ging, Solidarität (Nächstenliebe aus reinstem zwischenmenschlichen Antrieb) zu leben und Brücken für eine auf diesem Fundament und dem damit verknüpften Ziel der Wahrheitsfindung begründete Zusammenarbeit von ernsthaft und entschlossen um Problemlösungen bemühten Menschen zu schlagen, möchte ich meinen diesbezüglichen Ansatz mit dem heutigen Artikel einleiten. Darüber hinaus werde ich aber auch versuchen, mit von mir geschätzten „Streiter/innen“ für einen gerechten und allen Beteiligten endlich Existenzsicherheit gewährleistenden Frieden in Nahost in Kontakt zu treten, um einen Dialog  in der oben angedeuteten Form zu initiieren. – In der kommenden Woche werde ich dies parallel zu einem weiteren Artikel, der konkreter auf eine von mir vertretene, „gewagte“ These eingehen wird, in Angriff nehmen.

Sollte diese Anregung zur realistischen Neubewertung der Fakten sowie mein Bemühen um Verständigung auf eine erfolgversprechende Vorgehensweise im Kampf für die Überwindung „des Konflikts“ nicht aufgegriffen werden, werde ich mich aufgrund schlussendlich erwiesener Sinnlosigkeit unwiderruflich endgültig vom „Anschreiben gegen Windmühlenflügel und eingeschränkte Realitätswahrnehmung“ verabschieden.

Sicher kein „Verlust“ für die Internet-Gemeinde, wie so manche/r sagen wird, wogegen ich dann auch keinerlei Widerspruch einlegen würde … doch diese Vorgehensweise ist eine unvermeidliche Zielsetzung für mich, an die ich mich aus persönlichen und sachlichen Gründen gebunden fühle.

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Nun denn … kommen wir zunächst einmal auf den momentan zu konstatierenden Ist-Zustand zu sprechen. Wie stehen die reellen Chancen hinsichtlich einer friedlichen und dauerhaften Beilegung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern / seinen arabischen Nachbarstaaten?

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Ägypten als leuchtender Hoffnungsschimmer für Palästina?

Als einen Beleg für meine Gesamtargumentation möchte ich nochmals „die Erfolge der ägyptischen Revolution“ aufgreifen. Diese kann man unzweifelhaft als eines der Hauptargumente jener Stimmen identifizieren, die jetzt Hoffnung aus (angeblich) vergleichbaren zivilen und gewaltfreien Protesten in Palästina schöpfen zu können glauben. Schon in meinem letzten, nicht explizit diesem Thema gewidmeten Artikel hatte ich empfohlen, sich erst einmal über die aktuell in Ägypten vorherrschende Realität kundig zu machen. Das wiederhole ich hier und jetzt aus gutem Grund noch einmal mit erhöhtem Nachdruck! – Lesen Sie und stellen Sie zusätzlich noch eigene Recherchen an … und dann wenden Sie sich bitte nochmals der Frage zu, was sich nach der ach so erfolgreichen Revolution der ägyptischen Zivilbevölkerung für diese (und darüber hinaus für die Region) tatsächlich zum Besseren gewendet hat!?

Doch sieht man einmal davon ab, dass wir es in Ägypten und anderen Teilen der arabischen Welt mit „revolutionären Erhebungen des Volkes“ zu tun haben, die aufgrund der globalen Interessenverteilung, die sich definitiv nicht ohne gravierenden Grund seit mehreren (genauer: mindestens seit gut viereinhalb) Jahrzehnten verstärkt auf den Nahen und Mittleren Osten fokussiert, mit eher fragwürdigen Erscheinungen zu tun haben (bspw. hinsichtlich der wahren Hintergründe und Auslöser – oder glauben Sie tatsächlich, was in den westlichen Medien darüber fabuliert wird?), dann stellen sich gerade in Bezug auf den Nahost-Konflikt noch sehr viel spezifischere Fragen. Fragen, die dringend einer umfassenden Beantwortung bedürfen, wenn aller Einsatz für einen gerechten Frieden in der Region nicht an falschen Interpretationen und einem daraus resultierenden falschen Einsatz für die Sache scheitern soll.

Diese Herangehensweise halte ich gerade wegen „Obamas jüngster Offensive“ für angeraten. Zum Inhalt dieser „viel beachteten Rede“ möchte ich nicht Stellung beziehen – dafür ist Obamas Standpunkt einerseits viel zu wässrig und andererseits sollte sich so langsam die Erkenntnis durchsetzen, dass Präsidenten-Geschwafel (noch dazu im Wahlkampf!) gerade in Bezug auf Israel betreffende Fragen, noch nie ernst zu nehmen gewesen war. Auch wenn mancher kritische Kommentator meint, die Hintergründe und deren verdammenswerte Begleiterscheinungen in erster Linie dem „US-Imperium“ und dessen Weltmachtanspruch zuschreiben zu müssen. Hier sollte die Frage, was genau und wahrhaftig unter der Bezeichnung „USA“ verstanden werden muss, zunächst einmal grundlegend und realitätsbezogen geklärt werden. – Folgerichtig hat MP Netanjahu auch bereits „seine Unzufriedenheit“ mit Obamas Rede zum Ausdruck gebracht. Man darf getrost davon ausgehen, dass er und die Israel-Lobby in den USA in diesem Punkt umgehend für klare Verhältnisse sorgen werden … gestern Abend um 17:15 Uhr traf er zu Gesprächen mit Barack Obama in Washington ein und im Rahmen seines mehrtägigen USA-Aufenthalts wird er am kommenden Dienstag auch vor beiden Häusern des US-Kongresses reden. – Alles andere als dass die Geschichte danach wieder den altgewohnten Gang nehmen wird und „Israels Interessen“ über alles andere (einschließlich Frieden) gestellt werden, wäre schon mehr als eine faustdicke Sensation!

Sehr aufmerksam beobachten sollte man auch die reellen Auswirkungen der sogenannten „Versöhnung“ von Fatah und Hamas – nicht nur für das Streben nach einem gerechten Frieden und einem eigenen souveränen Staat, sondern weit mehr noch in Bezug auf die adäquate Vertretung der tatsächlichen Interessen des palästinensischen Volkes. Meinen Sie ernsthaft, dass jene berechtigte Kritik, welche sowohl gegen Mahmoud Abbas und seine PA als auch gegen die Hamas geäußert wurde, mit diesem „Zweckbündnis“ gegenstandslos geworden sei? Ich denke, die palästinensische Zivilbevölkerung sieht das doch etwas anders und deshalb muss alleine schon die palästinensische Verhandlungsstrategie im offiziellen „Friedensprozess“, sofern er jemals wieder in Gang kommen sollte, zunächst einmal auf diesen Willen abgestimmt und danach auch glaubhaft umgesetzt werden. Ob das im Moment als gegeben angesehen werden kann, stelle nicht nur ich ganz erheblich in Frage. Daran ändert auch eine höchst schwache und zu Recht als dümmlich bezeichnete Reaktion Netanjahus bezüglich der „Störung der israelischen Gedenktag-Jubelfeiern“ anlässlich der Staatsgründung durch palästinensische (Nakba) Proteste nicht wirklich etwas.

Davon, dass die israelische Führung dazu ihre ganz eigene Meinung vertritt und den künftigen Auswirkungen des aktuellen Geschehens mit sehr gemischten Gefühlen entgegensieht (was eine zusätzliche Verschärfung des Konflikts sicherstellen wird), möchte ich hier erst gar nicht anfangen.

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Ziviler Widerstand als Mittel zur Überwindung von Besatzung und Rassismus?

Zum Beispiel häufen sich die Kommentare, die in den Ereignissen des letzten Wochenendes eine reelle Chance auf Frieden erkennen wollen. Ein herausragendes Beispiel dafür, wie man das in Kreisen des gehobenen „politischen Niveaus“ behandelt und realisiert wissen möchte, habe ich in einer am 18.05. im Tagesspiegel veröffentlichten Meinung von Herrn Andreas Schockenhoff gefunden. Der Autor ist (bezeichnender Weise?) Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die Bereiche Außen, Verteidigung und Europa. Es empfiehlt sich wirklich, diese nicht allzu lang gefasste Meinung einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Aus dem einfachen Grunde, dass sich in ihr all das manifestiert, was wir bestenfalls von einem „Friedensprozess“ erwarten dürfen, der nach den Maßstäben der „westlichen Demokratien“ und der durch diese repräsentierten (definierten) „Wertegemeinschaft“ verläuft. Und, jetzt mal Hand aufs Herz … welche anderen als diese „Wertmaßstäbe“ werden wohl zur Anwendung gelangen, wenn es darum geht, zu befinden, wann ein „Friedensprozess“ als erfolgreich gestaltet anzuerkennen ist? – Mit dieser Denkweise, die von so ziemlich allen „westlichen“ politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und nicht zuletzt auch militärischen „Experten“ demonstriert wird, kann und wird es niemals einen Frieden geben, der die legitimen Rechte der palästinensischen Zivilbevölkerung wenigstens annähernd auf Augenhöhe mit jenen der vom Staat Israel repräsentierten Interessen berücksichtigt (und das sind definitiv nicht die des Weltjudentums!).

Doch (all) das allein ist nicht der Grund, welcher mich intensiv bezweifeln lässt, dass ein friedlicher Protest à la „Arabischer Frühling“ den Palästinensern bei ihrem Streben nach einem souveränen Staat mit klar definierten Grenzen den erhofften Erfolg bringen könnte. Selbstverständlich wäre ein auf gewaltsamen Widerstand setzendes Vorgehen nicht weniger kontraproduktiv und würde die Spirale der Gewalt ganz im Sinne der „israelischen Interessen“ einem Brandbeschleuniger gleich noch weiter eskalieren lassen … und ist meiner Ansicht nach gerade das, worauf die „Langzeitstrategen“ auf „zionistischer Seite“ mit ihrer Politik der Spannung, des willkürlichen Unrechts, der Demütigung und Entmenschlichung hinwirken.

Doch wie ließe sich das Problem sonst im Sinne eines gerechten und beiden Parteien ein Höchstmaß an Souveränität und Sicherheit sichernden Friedens lösen? Friedlich und gewaltfrei gegen die erwiesenen und (bisher folgenlos) von der Weltgemeinschaft verurteilten illegalen Begleiterscheinungen der ohnehin völkerrechtswidrigen Besatzung vorzugehen, ist insofern zwar das Gebot der Stunde für die Palästinenser – aber damit sie dadurch auch mit Aussicht auf Erfolg alle ihnen unbestreitbar zustehenden Rechte einfordern können, muss die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft auf andere Grundlagen gestellt und umfassend anders gestaltet werden.

Damit soll nichts gegen BDS, Free Gaza Flottille und all die anderen israelischen, palästinensischen und internationalen Unterstützer der Friedensbemühungen gesagt sein – aber solange sie nicht von einer gefestigten Basis unterstützt werden, die durch die Schaffung von Fakten auf einer anderen Ebene, auch und gerade in Israel selbst, für einen erheblichen und glaubwürdigen Druck auf die Verantwortlichen zu sorgen vermag, wird alle investierte Arbeit und Energie genauso nutzlos verpuffen wie die vielen Debatten über einen oder zwei Staaten und ähnliches mehr.

Denn … eines muss uns aufgrund der mittlerweile geschaffenen Tatsachen und der kontinuierlich an den Tag gelegten Politik Israels klar sein …

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Ein- oder Zweistaaten-Lösung ist nicht die vordringlich zu klärende Frage!

Warum? Nun, ich denke, das sollte nun wirklich auf der Hand liegen. Obwohl ich mich gerne eines Besseren belehren lassen würde, da es mir einzig und allein um eine Lösung des „Nahost-Konflikts“ geht, die ein friedliches und gedeihliches Zusammenleben aller Menschen in der Region ermöglichen kann, habe ich dazu eine klare und meiner Ansicht nach die bestehenden Fakten auch korrekt interpretierende Meinung:

Ein-Staat-Lösung:  da diese ein einvernehmliches, nicht rassistisch oder diskriminierend eingeschränktes Zusammenleben zwischen Juden, Muslimen, Christen und anderen Minderheiten erforderlich machen würde, muss diese Lösung aufgrund der geschaffenen politischen Tatsachen als nicht umsetzbar bezeichnet werden. Zumal wenn man weiß und auch umfassend bedenkt, dass die israelische Politik unter dem beständigen Druck seitens der militanten Siedler und deren „geistigen Führern“ – und nicht zuletzt jenem von „ausländischen zionistischen Interessengruppen“ steht, was auch eine teilweise Zurücknahme der mittlerweile verwirklichten (hochgradig rassistischen) Gesetzgebung „nur für system- (Zionismus-) konforme Juden“ vollumfänglich ins Reich des irrealen Wunschdenkens verweist. – Extrem erschwerend kommt hinzu, dass die Araber- (Palästinenser-) feindliche Politik der Netanjahu-Liebermann-Regierung sich nach wie vor auf eine „legitimierende Mehrheit“ der israelischen (jüdischen) Bevölkerung stützen kann.

Zwei-Staaten-Lösung: dieses theoretische Modell ist ebenso unrealistisch, was jeder nachvollziehen können sollte, wenn er sich die geographische und politische Realität des heutigen Palästinas anschaut.

(Quelle)

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Wo bitte schön soll denn der Staat entstehen, welchen die Palästinenser im September dieses Jahres „einseitig proklamieren“ wollen … oder der ihnen irgendwann einmal von der Weltgemeinschaft zugesprochen werden soll? Und wie sieht es mit deren Forderung aus, dass Ost-Jerusalem die Hauptstadt dieses Staates sein soll … wie es ihnen ursprünglich ja zugestanden worden war (was aber nach 1967 das Papier nicht mehr wert ist, auf das es geschrieben wurde!)? – Wer die „Verhandlungsposition“ des israelischen PM in Sachen jüdische Siedlungen in den besetzten Gebieten (Westbanks und Ost-Jerusalem) kennt und wer weiß/berücksichtigt, dass er weder gewillt dazu, noch in einer politischen Position ist, in dieser Frage über die Köpfe von (vom Ausland finanzierten) Rabbis und Siedlern hinweg Zugeständnisse zu machen, muss sich selbst sagen, dass diese Lösung nur dann funktionieren könnte, wenn sich die Palästinenser zu inakzeptablen Zugeständnissen bereit erklären würden … was deren Verhandlungsführer allerdings dem eigenen Volk kaum erklären, geschweige denn „verkaufen“ könnten. Und dabei lasse ich den extremen Pferdefuß des „proklamierten Rechts auf Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge“ ganz bewusst außen vor, da der bisherige „Verhandlungsverlauf“ unmissverständlich offenlegt, dass es hier schwerlich zu einer Annäherung kommen kann, solange die Fronten in allen anderen Bereichen derart hoffnungslos verhärtet sind, wie es derzeit der Fall ist.

Zwischenfazit: Das angestrebte Ziel eines gerechten Friedens und der Schaffung eines eigenen, in jeder Hinsicht souveränen Palästinenserstaates, dessen vollständige Autonomie auch das beste, da einzige Mittel für eine uneingeschränkte Sicherstellung des „Existenzrechts Israels“ wäre, ist durch keines dieser beiden Lösungsmodelle zu erreichen … es muss also ein neuer Weg gefunden und zur Disposition gestellt werden.

Doch damit stößt der „ungebundene Geist“ an Grenzen, die ihm von einem fundamental-dogmatischen und keineswegs erst 120 Jahre „jungen“, sondern bedeutend älteren Denken unerbittlich gesetzt werden … es sei denn, man rafft sich dazu auf, dieses fundamentalistische Dogma zu überwinden, wozu jedoch, im buchstäblichsten Sinne des Wortes, eine ausschließlich auf eine im Sinne von Frieden, Gerechtigkeit, Versöhnung und Völkerverständigung agierende Kooperation aller Gegner der „zionistischen Ideologie“ – einer pseudoreligiösen Machtideologie auf der Basis von hochgradig rassistischer und chauvinistischer Menschenverachtung … unabdingbar wäre.

Noch bedeutend schwerwiegender ist jedoch, dass ein zielführendes Umdenken hinsichtlich der Schaffung von reellen Friedensaussichten nicht auf den Nahost-Konflikt beschränkt bleiben kann und darf.

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Denkanstoß und Diskussionsvorschlag: eine „gewagte These“

Teil 1: Vorstellung elementarer Denkansätze (wird gegen Ende der kommenden Woche mit Teil 2 fortgesetzt und detailliert dargestellt)

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Beginnen möchte ich mit einer Empfehlung für zwei Artikel, die ich vor Kurzem mit großem Interesse und weitreichender Zustimmung gelesen habe – sofern Sie das noch nicht getan haben, jedoch ernsthaft am Thema interessiert sind, sollten Sie es jetzt ebenfalls tun, bevor Sie meinen Artikel weiterlesen. In beiden geht es vor allem um ein zentrales Element „israelischer Geheimpolitik“ (Verschweigen von „unliebsamen historischen Fakten“) rund um die Staatsgründung und die zum Tabuthema erklärte „Nakba“ … wobei der zweite Artikel sich schwerpunktmäßig auf die gleichnamige Ausstellung und deren Behandlung in der BRD konzentriert. Dieser zweite Artikel ist deshalb im Rahmen der Entwicklung und Darstellung meiner „gewagten These“ unzweifelhaft bedeutsamer. Unter anderem auch, da er enorm viele Punkte anspricht respektive indirekt zur Sprache bringt, die man als wichtige und einer eingehenden Diskussion würdige Grundlagen des Dilemmas bezeichnen kann (muss), in dem sich die Argumentation der Kritiker des israelischen Staates und seiner „zionistischen Staatsideologie“ sowie das Engagement für eine gerechte Lösung des Konflikts seit vielen Jahren (wahrscheinlich sogar von Anfang an) befindet.

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Beispiel 1: Dr. Ludwig Watzal Fatah- und Hamas-Versöhnung: kein Ende der Nakba (14.05.11)

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Beispiel 2: Abraham Melzer – Ist die Nakba-Ausstellung ein „antisemitisches Machwerk“? (11.05.11)

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Diese Artikel repräsentieren zwar nur zwei Exempel von einer großen Zahl sehr guter, kritisch mit der „Politik“ Israels und dessen auf „zionistischer Indoktrinierung“ basierenden Propaganda umgehender Artikel. Dennoch wurden sie keinesfalls wahllos aufgegriffen. Zahlreiche weitere Artikel dieser Art finden sie hier auf dem Blog vor allem in der Reihe von Leseempfehlungen zum Themenschwerpunkt Israel/Palästina.

Wenn man diese Kritik an den oben angedeuteten Begleiterscheinungen des „Judenstaates namens Israel“ in Serie liest, fällt einem immer wieder auf, dass viele Autoren ihre Kritik selten formulieren können, ohne mehr oder weniger häufig Querverweise hinsichtlich des Nationalsozialismus‘ des Hitler-Regimes und des Holocausts einzuflechten … gerade so, als müsse man sich dafür entschuldigen, berechtigte Kritik an einer menschenverachtenden, vor Rassismus und (biblischem) Chauvinismus nur so strotzenden Politik zu äußern? Oder ist es vielleicht eher eine Art von eingebautem Selbstschutz, weil man ohne diese Erinnerung an das und die Anerkennung des „ebenso originären wie singulären Menschheitsverbrechen“ Gefahr laufen könnte, von den Verteidigern Israels und der zionistischen Doktrin noch mehr und sicherer „wie ein toller Hund gejagt“ zu werden, als das von diesen ohnehin schon zelebriert wird? – Wie weit diese in ihrem geblendeten oder aber auf die eine oder andere Weise dem eigenen Vorteil gewidmeten Treiben zu gehen bereit sind, haben schon sehr viele Menschen erlebt … nicht selten bis zum vollständigen Verlust ihrer beruflichen und gesellschaftlichen Existenz!

Woran liegt es also, dass hier – sozusagen – nur mit angezogener Handbremse oder angelegtem Sicherheitsgurt Kritik geäußert wird? Und ist wirklich noch keinem von den – vor allem jüdischen, aber auch nichtjüdischen – Israelkritikern in den Sinn gekommen, dass dieses Verhalten, einschließlich der fortlaufenden Kanonisierung eines (bis zum empirischen Beweis des Gegenteils werde ich es so nennen müssen!) konstruierten Dogmas – das den Erkenntnissen, zu denen man bei einer objektiv-kritischen Geschichtsforschung gelangen muss, in gravierender Weise Hohn spricht – die einzig reelle Erklärung für die „vermeintliche Übermacht“ und die unbestreitbare arrogante Unantastbarkeitsvermutung der „zionistischen“ Ideologie liefert?

Ein anderes Phänomen, das mir immer wieder begegnet und mich mehr als nur stutzig macht, besteht darin, dass in derartigen Artikeln immer mal wieder Unverständnis, manchmal sogar geradeheraus Verärgerung bezüglich der Darstellung aller den „Konflikt“ betreffenden Fakten seitens der bundesdeutschen Medien und Politik anklingt. Als wäre es nicht lange und hinlänglich bekannt, dass gerade „exponierte“ Berufsgruppen und Bevölkerungsschichten unter ständiger Beobachtung (bspw. durch den Zentralrat der Juden oder die deutsche Sektion der ADL in Berlin – um nur die beiden wichtigsten Kontrollorgane zu nennen, aber auch von zahllosen „Gewehr oder besser Kanone bei Fuß“ bereitstehenden Hasbara-Bloggern, -Seiten, jüdischen Gemeinden, deutsch-israelischen oder christlich-jüdischen Interessengesellschaften u. ä. m.) stehen und buchstäblich jedes einzelne Wort auf die Goldwaage legen müssen, bevor sie es aussprechen. – Natürlich ist es feige und mit jenen „demokratischen Grundwerten“ nicht vereinbar, die in den westlichen Nationen immer wieder postuliert werden … aber warum will einfach niemand zur Kenntnis nehmen, dass dies alles auf denselben grundsätzlichen (hauptsächlich 1945 – 1949 geschaffenen) Gesetzmäßigkeiten beruht, die auch dem israelkritischen Menschen jüdischen Glaubens bei der Wahrnehmung seines unveräußerlichen Grund- und Menschenrechts der freien Meinungsäußerung so sehr zu schaffen machen?

Doch die Wahrheit ist noch viel bitterer und bedauerlicher … denn von den Systemlingen, den indoktrinierten Mietmäulern aller Schattierungen und insbesondere von den Mitgliedern der pseudoelitären Parteienoligarchie erwartet ein objektiv-kritisch mit diesem Sachverhalt umgehender Mensch seit vielen Jahren schon nichts anderes mehr … man passt sich eben an, ordnet sich unter und (vor allem!) beschmutzt mit wachsender Begeisterung „das eigene Nest“, weil es der individuellen Karriere und Existenzsicherung dienlich ist.

Nun mag man darauf erwidern, dass es ja nur menschlich und absolut nachvollziehbar sei, wenn man sich nicht sehenden Auges selbst alle existentiell unabdingbarer Grundlagen entzieht … aber können Menschen, die antreten, um Wahrheit, Gerechtigkeit, Frieden, (echter) Souveränität und Freiheit,  Menschlichkeit, Nächstenliebe und – zu guter Letzt – Völkerverständigung im Sinne und zum Schutz des Andenkens der vielen Opfer, die der Irrsinn unserer „Zivilisation“ bereits unter allen Völkern (einschließlich den Deutschen) gefordert hat, zum Durchbruch zu verhelfen, ihrem eigenen Anspruch jemals gerecht werden, wenn sie sich in letzter Konsequenz derselben „Gesetzmäßigkeit der Macht“ unterwerfen?

Eine berechtigte Frage, oder? Ich persönlich könnte mich mit diesem Gedanken niemals anfreunden, da ich mit einer derartigen Kompromissbereitschaft den Respekt vor mir selbst verlieren würde … deshalb befleißige ich mich angesichts der „Aufmerksamkeit“ und der mitunter schon hart an die Grenzen von Straftatbeständen heranreichenden Anfeindungen, die mir mein Eintreten für all diese Werte, die ich für die wahren menschlichen Werte erachte, von Seiten diverser „Demokratieverteidiger – Moralisten – Nazijägern – oder Antideutschen“ zugedacht werden,  schon seit einigen Jahren der Weisheit der „deutschen Eiche“. – Und wenn sich mehr Menschen zu einer solchen Haltung durchringen und ihre Ablehnung jeder Art von Unrecht, Unterdrückung, Willkür und Ausbeutung in wahrhaftiger solidarisch-konstruktiver Verbundenheit kundtun würden, dann könnten auch die wahren Hintergründe des „Nahost-Konflikts“ sehr schnell aufgedeckt und damit den Verantwortlichen dafür die Macht streitig gemacht werden, mit deren Hilfe sie die ganze Welt seit „ewigen Zeiten“ nach ihrem Gutdünken manipulieren.

Natürlich kann man nicht dafür garantieren, aber es sollte wenigstens als „wahrscheinlich“ angesehen werden können, dass nur auf einem solchen Weg Strukturen und ein einheitliches Engagement für die gemeinsame Sache zu schaffen sind, die dabei helfen könnten (oder eigentlich sogar sollten!), den einzig reellen Vorteil auszugleichen, den die erklärten Feinde eines gerechten Friedens in Nahost und davon ausgehend in der Welt (ohne vorherige Installierung einer „Eine-Welt-Regierung der Plutokratie“) bislang immer zu ihren Gunsten zu nutzen verstanden. Auch und in besonderem Maße, weil wir uns lieber spalten und gegeneinander aufhetzen lassen, als ernsthaft zu versuchen, was in der Geschichte der Menschheit wenigstens „schon lange nicht mehr“ versucht wurde … um es dann zu einem besseren Ende zu führen.  – Dass dies auch beinhalten würde, dass es der „zionistischen Seite“ trotz ihrer Geldmacht und ihrer vielen willigen Helfer immer schwerer fallen würde, bestimmte Gegner (vorzugsweise solche, deren Meinung Gewicht hat und eine überdurchschnittliche Reichweite besitzt) zu isolieren und mit den altvertrauten und bewährten Mitteln unter Druck zu setzen, sollte nicht extra hervorgehoben werden müssen!

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Das würde ich jetzt einmal als ausreichende Vorbereitung für ein tiefer gehendes Einsteigen in meine „gewagte These“ bezeichnen, die ich voraussichtlich Ende kommender Woche in einem zweiten Teil noch konkreter und unmissverständlicher ausformulieren möchte. – Wie bereits angekündigt, werde ich gleichzeitig mit der Veröffentlichung dieser zweiten und letzten Folge auch einige Menschen kontaktieren, die ich gerne zu einem kritischen und deshalb konstruktiven Dialog einladen möchte, in dessen Verlauf nicht nur die vorgebrachte These, sondern auch und vor allem eine strategische und organisatorische Neuausrichtung eines erfolgversprechenden Engagements für Israel und Palästina erörtert werden soll.

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Schlussbemerkung Teil 1 – Erläuterung und Studienempfehlung

Aufgrund meiner nach und nach gewachsenen Überzeugung, dass einer wie auch immer gearteten Lösung des „Nahost-Konflikts“ zunächst eine „Klärung innerjüdischer Differenzen“ (zumindest Torah-treue Juden werden verstehen, was ich damit meine?) vorausgehen muss, werde ich mich mit diesem Versuch, durch gemeinsame Anstrengung, sowie problem-, lösungs- und realitätsbezogene Denkansätze eine solche Neuausrichtung zu ermöglichen, vorrangig an Mitmenschen und Mitstreiter jüdischen Glaubens wenden müssen.

Dadurch soll jedoch niemand ausgeschlossen werden … diese Vorbereitung dient lediglich einer aus meiner Sicht unerlässlichen Annäherung auf einem erst noch zu bestimmenden gemeinsamem Meinungs- und Wissensniveau. Etwas, das für meine Begriffe derzeit noch viel zu wenig (wenn denn überhaupt in angemessener Form) Beachtung findet. Letztendlich gilt auch in diesem Zusammenhang, dass nicht nur ein breites Bündnis von engagierten Menschen aller Nationen und jeglicher religiösen Provenienz für ein erfolgreiches Agieren unerlässlich ist, sondern dass dieses Bündnis auch konstruktiv-solidarisch handeln muss.

Wie dem auch sei … Zur „Entschädigung“ und vorläufigen Überbrückung möchte ich allen übrigen Mitmenschen und Mitstreitern nochmals das Studium einiger in Adalberts Meckerecke („Babylonische Verwirrung“) und auf dem Zweitblog desselben Autors Ungebundenes deutsches Denken (Was ist los mit diesem Land? Deutschland nach 1945) erschienener Artikel/Dokumente ans Herz legen. Sie erheben keinesfalls den Anspruch perfekt oder der Weisheit und Wahrheit letzter Schluss zu sein … aber sie weisen uns meiner Ansicht nach sehr wohl die Richtung, in die wir zu denken lernen und zu gehen entschlossen sein müssen …

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Und für wirklich alle Leserinnen und Leser noch eine letzte Frage, Anmerkung und Empfehlung:

Frage: Halten Sie es wirklich für gerechtfertigt sowie mit „demokratischen“ Wertvorstellungen vereinbar, wenn Menschen das Grund- und Menschenrecht der freien Meinungsäußerung abgesprochen wird, nur weil sie bei sorgfältigen Studien und Forschungen zu einer Meinung gelangt sind, die sich als mit einer zur „unantastbaren Wahrheit“ erklärten „Mehrheitsmeinung“ unvereinbar erweist? – Wenn Meinungsfreiheit, Gleichheit vor Recht und Gesetz und all solche wohltönenden, im Endeffekt aber leeren Phrasen eine Existenzberechtigung besitzen, dann doch wohl nur, wenn auch wirklich jeder Mensch und seine Meinung Anspruch auf Gehör erheben kann, oder?

Anmerkung: Dass dies insbesondere für die „Revisionisten“ nicht gilt, ist allgemein bekannt – hebelt den oben erhobenen Gleichheitsanspruch aber keineswegs aus. Wenn der Staat dies jedoch mit Hilfe von Gesetz und Strafrecht erzwingt – und wenn man das dann mit Fug und Recht als ein in der Menschheitsgeschichte „relativ einsam“ dastehendes Paradeexemplar von totalitärer Zensur bezeichnet, dann muss mit der von den Revisionisten angegriffenen „Lehrmeinung“ und „gerichtsnotorischen Tatsache“ doch irgendetwas faul sein … da meine Wenigkeit kein geeigneter Fürsprecher für diese These sein kann, möchte ich Ihnen zum Schluss jemanden vorstellen, der für diese Rolle zweifelsohne besser geeignet ist.

Die Rede ist von Prof. Roger G. Dommergue Polacco de Menasce … über den es zunächst einmal zu berichten gilt, dass ich auf den ersten 11 Seiten der entsprechenden Internetsuche keinen Wikipedia-Eintrag (in deutscher oder englischer Sprache) finden konnte (dafür aber Hinweise auf etliche Beiträge, die „aus Rechtsgründen entfernt wurden“!). Das ist mir schon mehrfach passiert – und zwar immer dann, wenn eine Person zwar in den einschlägigen Kreisen als „Revisionist“ bezeichnet (abqualifiziert) wird, aber aus irgendeinem Grunde nicht „zum Abschuss freigegeben“ werden kann. Mir persönlich war und ist das schon immer relativ einerlei gewesen. Man sollte eben „nicht nur über Revisionisten reden“, sondern sich auch mit ihren Argumenten beschäftigen, bevor man sie ablehnt oder niederzumachen versucht … nur besteht darin unzweifelhaft das herausragende Problem der „Holocaustologen“ im Speziellen und den „Zionisten“ im Allgemeinen … die Sache mit der Entkräftung der revisionistischen Argumente und Beweise! Warum sonst scheut man mit solcher Hartnäckigkeit jegliche öffentliche Diskussion … jemand, der unwiderlegbare Beweise besitzt, sollte doch geradezu erpicht darauf sein, seinen Meinungswidersacher damit mit höchstmöglicher Publizität zu widerlegen und alle offenen und verborgenen Diskussionen ein für alle Mal zum Schweigen zu bringen?

Nun gut, das meint auch Prof. Dommergue, aber er hat nicht nur seinen „Rassegenossen“, sondern auch uns Nichtjuden noch allerhand Passendes mehr zu sagen … lesen sie selbst:

Auschwitz: Schweigen Heideggers … oder: Kleine Einzelheiten 

Hierbei handelt es sich um die Übersetzung der vollständigen Fassung einer Stellungnahme von 1989 zu den Fernsehsendungen „Océaniques“ in FR 3 vom 7. und 14. Dezember 1987 der Herren André Glücksman, Georges Steiner, Michel Cazenave, Jean Faye, Francois Fédier

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***** Fortsetzung folgt *****

5 Antworten

  1. „….werde ich mich….vorrangig an Mitmenschen und Mitstreiter jüdischen Glaubens wenden müssen.“

    TEMPELSTANDORT !!! Wer trägt die Beweisslast? Müssen sie ihr neuer Tempel anderswo bauen, weil:

    29. März 1864:

    [HiG.03_64.03.29,01] …….viele Orte sind von den vielen späteren Heiden, die in diese Ländereien drangen, derart zertreten worden, daß nun niemand mehr nur von fernehin sagen kann, siehe dies ist der Ort, an dem der Herr dies und jenes im Beisein Seiner Apostel gelehrt und getan hat.

    [HiG.03_64.03.29,03] Was die Lage Jerusalems betrifft, so ist nicht mehr als ein Achtel von der Stelle, wo einst das große Jerusalem stand, als wahr anzunehmen…………..

    [HiG.03_64.03.29,04] Wie sehr sich die Ortslage Jerusalems verändert hat, beweist das, daß nun der Ölberg – der jetzt auch schon eine ganz andere Gestalt hat, als er sie damals gehabt hatte – sich jetzt beinahe ganz im Osten von dem neuen türkischen Jerusalem befindet, während sich das alte Jerusalem zum größten Teile mehr östlich als westlich vom Ölberge befand.

    [HiG.03_64.03.29,05] Es hat in einer ziemlich geraumen Zeit nach Mir ein morgenländisch römischer Kaiser namens Justinianus den Juden die Erlaubnis und sogar den Befehl erteilt, das Jerusalem samt dem Tempel, von dem sie die Grundsteine sicher noch finden würden, ebenso wieder aufzubauen, wie es zu Meiner Zeit erbaut war. Da begab sich aus allen Gegenden eine große Anzahl sehr wohlhabender Juden mit vielen Bauleuten und Arbeitern an die Stelle des vormaligen Jerusalem und wollten da alles wieder aufzubauen anfangen, wo sie die sicheren Spuren vom Stande des einstigen Jerusalem auffanden. Sie wurden aber von einem in dieser Gegend lebenden frommen Manne, der nach der Lehre des Apostels Philippus lebte und das Evangelium predigte, nach der Weissagung eines Propheten gewarnt, ihr Vorhaben stehenzulassen, da sie, so sie seinen Worten keine Folge leisteten, sicher sehr übel bedient werden würden.

    [HiG.03_64.03.29,06] Sie aber verlachten diesen Propheten und fingen an allen Orten, wo sie Spuren des alten Jerusalem antrafen, zu graben und den Schutt wegzuräumen an. Und siehe, kaum einen halben Tag dauerte diese Arbeit, da entstand ein übermäßig starkes Erdbeben, und bald darauf brach aus dem Innern der Erde über die ganze Stelle des alten Jerusalem ein vulkanartig heftiges Feuer aus und zerstörte eben den wichtigsten Teil des alten Jerusalem derart, daß wahrlich nicht ein Stein und irgend ein Fels unzerstört blieb. Steine und Felsen wurden zu einer Art Schotter zermalmt und von der Stelle stundenweit hintangeworfen, welche Stätte noch heutigentags wie eine Wüste aussieht und daher niemand vermuten kann, daß an dieser Stelle einst das alte Jerusalem gestanden hat. Bei Gelegenheit des Ausbruchs dieses vulkanartigen Feuers sind viele Tausende von arbeitenden Menschen zugrunde gegangen.

    [HiG.03_64.03.29,07] Dieses Wunder wurde durch diejenigen, die sich durch jähe Flucht retteten, in Rom dem Kaiser bekanntgegeben und beschworen, daß es richtig so geschehen sei. Er glaubte dieses Wunder, aber nach zwei Jahren wollte er dennoch an dieser Stelle ein großartiges Denkmal errichten, um durch dasselbe den Nachkommen anzuzeigen, an welcher Stelle sich einst das große Jerusalem befunden habe.

    [HiG.03_64.03.29,08] Es kamen wieder Bauleute und Bildhauer an die Stelle von Jerusalem und fingen an, sich einen Platz auszusuchen, der für solch ein Monument der tauglichste wäre. Sie fanden einen solchen Platz und fingen an, den Grund zu graben. Allein es erging ihnen nicht viel besser als den früheren; es schlug alsbald wieder Feuer aus dem Innern der Erde hervor und beschädigte mehrere; die aber noch zur rechten Zeit die Flucht ergriffen, kamen ohne Schaden davon, und es ward fürder nichts mehr unternommen, um das alte Jerusalem aufzubauen.

    [HiG.03_64.03.29,09] Erst nach mehr als sechshundert Jahren kamen die Sarazenen aus der Gegend von Bagdad in diese Gegend, und was sie auf ihrem Wege von den alten Städten und Flecken vorfanden, zerstörten sie alles; selbst die alten Städte, die hie und da noch von den Römern verschont worden waren, mußten zu Ruinen werden. Und die Stätte Jerusalems besaß damals nichts weiteres mehr, als auf einem Berge, dem man später – aber ganz fälschlich – den Namen Zion gab, einen alten römischen Festungsturm und eine Kapelle aus Holz gebaut, die man schon zu selbiger Zeit ebenfalls ganz fälschlich für die Stelle Meines einstigen Grabes angab und verehrte und bis auf den heutigen Tag noch verehrt und dadurch viele Hunderttausende von Pilgern in den tiefsten Aberglauben hineintreibt.

    [HiG.03_64.03.29,10] Die Sarazenen haben später westlich vom Ölberge eine ganz neue Stadt unter dem Namen Jerusalem erbaut, in welcher Zeit auch die vorbenannte Kapelle ein geräumigeres und besseres Aussehen erhielt………

    [HiG.03_64.03.29,18] Und somit kannst du mit Meiner Benennung der Orte von ganz Palästina vollkommen beruhigt sein; denn Ich habe sie eben der schon vorausgesehenen Abgötterei wegen aus dem Dasein derart völlig hinweggewischt, daß in dieser Zeit keine nur annähernde Spur mehr von ihnen vorhanden ist.

    http://www.j-lorber.de/

    Ein Tempelstandort – Bestimmung könnte sehr, sehr lange (wenn nicht ewig) dauern, und Harmageddon muss leider warten.

    Viele Grüsse, Tommy

  2. Hallo Tommy,

    vielen Dank für den Kommentar und die zusätzliche Perspektive, aus der man den Sachverhalt durchaus auch einmal betrachten kann und sollte. Der „Tempelstandort“ ist ein außerordentlich wichtiger, aber eben auch nur EIN Faktor, der im Sinne der von mir angeregten Denk- und Sichtweise Berücksichtigung finden muss.

    Der Beweggrund, der mich zunächst vorrangig den Kontakt mit Mitmenschen und Mitstreiter/innen jüdischen Glaubens ins Auge fassen lässt, ist jedoch ein anderer, der auf elementarere Art und Weise mit den angedeuteten Hintergründen des Nahost-Konflikts und darüber hinaus auch mit einem fundamentalen „Denkfehler“ vieler, gerade jüdischer Menschen verbunden ist. Ein „Missverständnis“, das sich bei einem objektiv-kritischen Blick auf und in die Weltgeschichte meiner Ansicht nach relativ leicht erkennen und dann auch im Sinne der angestrebten „konstruktiven Solidarität“ korrigieren lassen würde.

    Aber das „nur so nebenbei“ … nochmals herzlichen Dank für die ergänzende Information und viele Grüße retour

    Hans

  3. […] und ihren Zeichen, sowie über einen hochaktuellen Fall veröffentlicht wurde, den man als „Nahost-Konflikt“ kennt, aber durchaus auch aus „messianischer Sicht“ betrachten sollte, veröffentlicht […]

  4. […] und muss als klassisches Exempel für jenes Dilemma betrachtet werden, das ich in meinem Artikel vom 21. Mai darzustellen versuchte. (Die Ausarbeitung der damit verbundenen und angekündigten „gewagten […]

  5. […] es sich einerseits auch um die Vorstellung einer „gewagten These“, die ich in einem Beitrag vom 21. Mai 201164) an anderer Stelle angekündigt hatte, in der Folgezeit aber aus gesundheitlichen Gründen und […]

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