Ein paar Gedanken zum „Zwiebelschema“ des Lebens und unserer Probleme

In Anlehnung an die „Maigedanken“ unseres geschätzten politischen Poeten möchte ich noch einige Denkansätze vorstellen und um den einen oder anderen eigenen Gedanken ergänzen. Dazu bewogen, um nicht zu sagen gedrängt, werde ich durch meinen objektiv-kritischen Umgang mit der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wirklichkeit „in unserem Land“.

Dazu möchte ich mir nachfolgend ein paar … in die Tiefe gehende … Gedanken machen und hoffe, dass ich damit den einen oder anderen Menschen erreichen werde … und dass nicht alle vollständig von der „Traumhochzeit des Jahres“ in GB vereinnahmt werden. Dazu ein passender Sinnspruch, den mir ein guter Freund heute zugeschickt hat:

[HGt.03_196,05] Um ein Volk so dumm als möglich zu machen und unempfindlich gegen jeden Druck, ist kein Mittel tauglicher als tausenderlei Spektakel und Zeremonien. Dadurch wird die allerauswendigste Gafflust erweckt, durch welche der Mensch in den rein tierischen Zustand zurücksinkt und dann in der Welt dasteht wie eine dumme Kuh vor einem neuen Tore.

Zitat Ende (Quelle)

Doch ich persönlich muss mich dem Thema leider von einem anderen Standpunkt aus zuwenden, der solchen und ähnlichen Weisheiten zwar nicht kategorisch ablehnend begegnet, sich aber doch mehr an den banalen Niederungen dessen orientieren muss, was wir so leichthin „unser Dasein“ nennen. Etwas komplexer ist die Sache mit dem Leben … und den Problemen … aber schon. Wenn man ihr auf den Grund gehen möchte, muss man bis zu ihrem Kern vorstoßen.

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Allgemeine Standortbestimmung

Genau deshalb müssen wir uns aber zuallererst der Tatsache angemessen stellen, dass es in der BRD „schon lange“  keine (bei rigide kritischer Betrachtung seit ihrem Bestehen eigentlich noch nie) politischen Kräfte mehr gibt (gab), die bei der Ausübung ihres Jobs das Gemeinwohl des eigenen Volkes zur obersten Pflicht zu erheben bereit waren … auch das sogenannte „Wirtschaftswunder“, in dessen Windschatten sich ein „relativ allgemeiner“ Wohlstand eingestellt hatte, war in erster Linie den Interessen der Eliten des Volkes geschuldet (dafür sorgten schon die Interessenvertreter der ausländischen „Teilhaber“ daran!). Auch die „letzte echte Linkspartei“ kann – abseits von vollmundiger Wahlkampfpropaganda und oppositionellem Säbelrasseln – nicht glaubhaft machen, dass sie nicht nur an einer Wiederherstellung der „Verteilungsgerechtigkeit“ interessiert, sondern auch dazu bereit wäre, sie gegen alle „systemischen Sachzwänge“ durchzusetzen. – Dabei wäre es nicht nur theoretisch möglich, eine solche herzustellen, wenn jene „Eliten“, die auch hierzulande seit Jahrzehnten nur von der (international) praktizierten Politik profitierten, auf angemessene Weise zur Finanzierung der Gemeinschaftskosten herangezogen würden. Von den weiteren „Stellschrauben“, die man nutzen könnte, um das weitere Ausufern der volkswirtschaftsfernen Kapitalakkumulation zu unterbinden, möchte ich hier nicht anfangen, aber auch sie existieren sehr wohl.

Von den Gewerkschaften und sogenannten Sozialverbänden (wie bei den politischen Parteien sind hierunter vor allem die hochbezahlten Funktionäre in den Führungsetagen gemeint) brauchen wir bei der Erörterung von „Problemen und Lösungen“ gar nicht erst anzufangen … sie saßen und sitzen bei allen Maßnahmen gegen das Volk ausnahmslos mit im Boot und ihre gelegentlich aufkommende Kritik darf man nicht ernst nehmen, sondern muss sie an dem messen, was am Ende für die von ihnen „vertretenen“ Menschen herausspringt. Ein realistisches Urteil kann bei einer konsequent dieser Vorgabe folgenden Bewertung nur verheerend ausfallen.

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Hartz IV … oder auch „quod erat demonstrandum

Wenn es für die obige Aussage tatsächlich noch eines Beweises bedürfen sollte, kann man die sogenannten „Hartz-Gesetze“ zweifellos als perfekt dafür geeignet bezeichnen. Alle genannten – mit Ausnahme der „Linkspartei“, da sie erst zweieinhalb Jahre nach Einführung von Hartz IV gegründet wurde und bundesweit ins Politgeschäft eingreifen konnte  – haben an dieser „Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe“ mitgewirkt und seither uneingeschränkt zu der Behauptung gestanden, diese „Reform“ sei alternativlos gewesen.

Die Geschichte kennt jeder, sodass ich sie nicht weiterführend erzählen muss. Ausnahme ist, dass im letzten Februar (09.02.10) ein BVerfG-Urteil erging, das den Gesetzgeber zu einer transparenten Neuberechnung des Regelsatzes verpflichtete (zur Erinnerung: es ging dabei nicht nur um die Regelsätze für Kinder!). Herausgekommen ist einerseits eine Erhöhung des Regelsatzes (für Erwachsene) um astronomische 5 Euro und eine Berechnungsgrundlage, die sich von der beanstandeten nicht wirklich unterscheidet und somit den eigentlichen, vom BVerfG „schweren Herzens“ ausgegebenen Forderungen nicht gerecht werden kann.

Schon im letzten Jahr hatten wir eine empirische Analyse zur Höhe einer sozialen Mindestsicherung von Lutz Haustein veröffentlich, der sich dieser Aufgabe in diesem Jahr erneut angenommen und gerade sein aktualisiertes Ergebnis vorgelegt hat … Was der Mensch braucht – 2011 (Quelle).

Das Ergebnis ergab – im Sinne einer Berechnung, die den vom BVerfG definierten Anforderungen (= physische Existenzsicherung plus  eine angemessene Teilhabe am gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Leben) entspricht, einen Regelsatzbetrag in Höhe von 697,45 (zzgl. Kosten der Unterkunft). – Doch selbst wenn man es mit der „Teilhabe“ nicht so ernst nehmen und sich rein auf die „physische Existenzsicherung“ beschränken würde, ergäbe sich nach Hausteins Berechnung immer noch eine Unterdeckung von knapp 45 Euro (errechnete 409,11 € gegenüber aktuell bewilligten 364 €).

Es ist wirklich zu empfehlen – und zwar keineswegs nur bereits betroffenen Menschen -, sich die Studie und insbesondere die Bewertung und Schlussfolgerungen des Autors durchzulesen. Vielleicht begreifen Sie dann, dass von diesem politischen Schindluder nicht nur Hartz-IV-, Sozialgeldempfänger und Aufstocker betroffen sind, sondern jeder lohnabhängig beschäftigte Mensch hierzulande. Zeit wär’s wahrlich …

… all jenen, die sich auch danach immer noch lieber von den Spaltkeilen des Kapitals gegen den „jeweils unter ihnen stehenden“ Mitmenschen aufhetzen lassen wollen, möchte ich die Empfehlung meiner Freundin und Kollegin Paulinchen ans Herz legen, die sie heute auf ihrem Blog veröffentlicht hat. An die Nachgeborenen

Doch das ist letztendlich nur die Spitze des Eisbergs „unserer Probleme“ …

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Gehen wir dem Problem etwas weiter auf den Grund … Arbeit

Davon abgesehen, dass eine bloße „Modifizierung“ des existierenden Systems keine Lösung der ebenfalls systemisch bedingten Probleme versprechen kann, sollte man bei der Betrachtung und Beurteilung des gesamten Themas zunächst einmal zum Kern des Problems „Arbeit“ zurückgehen (oder besser vordringen) und dieses ernsthaft auf den Prüfstand stellen.

Dabei wäre es meiner Ansicht nach doch in erster Linie angebracht, sich wenigstens ein Grundlagenwissen darüber zu verschaffen, über was wir eigentlich reden, wenn wir über all die vielen Dinge debattieren, die rund um das Thema „Arbeit“ zu Problemen erhoben und einer „gerechteren Lösung“ anempfohlen werden.

Auch wenn ich ideologische und philosophische Ansätze nicht unbedingt für den idealen Umgang mit bewusst inszenierten und etablierten Problemen halte … Dinge also, die ihrerseits selbst aus diesem „akademischen und emanzipatorischen“ Denken, das stets von herrschaftsabhängigen Vordenkern hervorgebracht wurde, erwachsen sind, befürworte ich bekanntlich einen offenen Umgang mit jeder Form des alternativen Denkens und Handelns.

Hier nur ein kurzer Auszug aus dem Vorwort des oben verlinkten Buches aus dem Jahr 1999:

Den wenigsten ist heute noch bewusst, dass die abstrakte „Arbeit“ in den Zuchthäusern und sogenannten Irrenanstalten des 17. und 18. Jahrhunderts erfunden wurde, als die Menschen von den frühmodernen Despotien zur „Beschäftigung“ für ihnen fremde Zwecke gezwungen wurden. Das ständige Gerede von „Beschäftigungsmöglichkeiten“ entstammt eigentlich einem Anstaltsjargon. Was einstmals als äußerer Zwang begann, hat sich heute zu einem verselbständigten System der allgemeinen Entmündigung entwickelt, in dem Menschen wie Geisteskranke, Sträflinge oder Fünfjährige im Kindergarten „beschäftigt“ werden sollen, statt gemeinsam Sinn und Zweck ihres Tuns zu bestimmen. Dieses irrationale System stößt jedoch zunehmend an Grenzen. Denn wie uns die Spezialisten der „Bundesanstalt für Arbeit“ sagen, wird es leider nie mehr „Vollbeschäftigung“ geben.

Zitat Ende.

Nun ist dieses Buch einige Jahre vor Hartz I bis IV geschrieben worden und die Autoren konnten noch nicht wissen, dass die mittlerweile zur „Arbeitsagentur“ aufgewertete Arbeitslosenverwaltung mit „visionären“ Politiker-Darstellern beiderlei Geschlechts gemeinsame Sache machen würde, um den alten Vorbildern entsprechend und auch mit in grauer bis brauner Vorzeit erprobten Methoden eben doch wieder zu einer „Pseudo-Vollbeschäftigung“ zu gelangen.

Dennoch geht der Ansatz der von ihnen vertretenen und geforderten Reformierung der Kapitalismuskritik entscheidend direkter auf die zentral zu identifizierenden Probleme und deren mögliche Lösung zu, als es die „klassische Kapitalismuskritik“ in ihren diversen Ausprägungen vermag.

Ich persönlich würde das Thema aber lieber noch anders angepackt wissen – doch dazu werde ich irgendwann später vielleicht noch einmal ausführlicher Stellung beziehen. Getan hatte ich das ja schon einmal, aber vor allem „linke Intellektuelle“, die zwar jede Menge Kritik äußern, das Kernsystem, welches die Welt beherrscht, aber nicht ändern, sondern nur nach ihren Wünschen ummodeln wollen, konnten oder wollten damit ja nichts anfangen.

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Bliebe noch das System selbst

Zu diesem Thema habe ich – natürlich in der „blauäugigen Leichtigkeit des Seins“, wie sie nur ein kopflastiger Bauchmensch und „Nicht-Experte“ zu erreichen vermag – schon das eine oder andere geschrieben. Noch mehr habe ich darüber gelesen und muss zu meiner unendlichen Beschämung zugeben, dass mich von all den vielen Lehren, die zum Wirtschafts- und Geldsystem herumschwirren, nur eine einzige anzusprechen und halbwegs zu überzeugen vermochte. Und das war natürlich eine, die alleine wegen der Zeit, in der sie entstand und publik gemacht wurde, „aber so was von überhaupt nicht sein darf“. Noch tödlicher war für sie – aus der Sicht des Durchschnitts-BRD-Bürgen (kein Schreibfehler!) mit minimaler Ahnung vom Thema – dass gewisse Aspekte dieser Lehre auch von Adolf Hitler und Teilen der NSDAP aufgegriffen wurden. (Kennen wir ja auch heute noch in Gestalt von „verbrannten Begriffen“, die man nicht verwenden darf, da sie als „rechtsradikal (= nationalsozialistisch) gefärbt“ bezeichnet werden!) – Letztendlich wurde sie aber von „nationalsozialistischen Wirtschaftstheoretikern“ verworfen und zur „volksschädlichen Irrlehre“ erklärt.

Natürlich weiß man spätestens jetzt, dass ich nur von der Freiwirtschafts-Lehre des Silvio Gesell schreiben kann … doch was ich Ihnen im Nachfolgenden zum Lesen empfehlen möchte, ist eine … nun sagen wir mal, ziemlich ungewöhnliche Annäherung an diese Geld- und Wirtschaftstheorie.

Ob es wirklich Der Weisheit letzter Schluss ist – oder es überhaupt sein kann, versuche ich nicht einmal zu ergründen. Dennoch empfehle ich Ihnen, sich die Webseite einmal Seite für Seite durchzulesen und ggf. auch die angebotenen PDF-Dokumente mit einzubeziehen. Es könnte durchaus sein, dass zumindest einiges von dem, was Sie dort zu lesen bekommen, auf die eine oder andere Weise bleibenden Eindruck hinterlassen wird. – Nur eine Warnung vorab … fundamentalistische Christen sollten diese Seite nicht besuchen, denn hier wird „Tacheles geschrieben“!

Zum Einlesen ein kurzer Auszug von der Seite „Willkommen / Cancel Program GENESIS“:

Der Weisheit letzter Schluss ist das, was letzten Endes unwiderlegbar ist, um zu überleben, und muss nicht die Wahrheit sein, wenn es sich nicht lohnt zu überleben. Insofern waren die Dinosaurier nicht der Weisheit letzter Schluss.

Ob der gegenwärtige Kulturmensch der Weisheit letzter Schluss ist, entscheidet sich ab dem Jahr 2010. Die Arbeitsteilung unter allen Menschen muss so organisiert werden, dass sie nicht mehr zusammenbrechen kann wie die (noch) bestehende Form der Arbeitsteilung. Sollte das nicht gelingen, bleiben allein die Menschen übrig, die der Planet Erde ohne Arbeitsteilung ernähren kann!

Was den meisten unbewussten Menschen bisher nur als „Finanzkrise“ bekannt ist, bezeichnete der Ökonom John Maynard Keynes als (beginnende) Liquiditätsfalle; schnappt sie zu, kann nur noch der Krieg (umfassende Sachkapitalzerstörung) einen nächsten Zyklus der Arbeitsteilung einleiten. Doch der Krieg konnte nur solange der Vater aller Dinge sein, wie es noch keine Atomwaffen gab!

Zitat Ende.

Was die Arbeit des Autors in jedem Fall absolut zutreffend darstellt, ist, dass man das Unbewusste überwinden und in einen Zustand des Bewusst-Seins gelangen muss, wenn man alle Arten von gezielten Fehlprogrammierungen korrigieren und zum Ursprung vor ihrer Implementierung ins „System Menschheit“ zurückkehren will. Das halte ich für unabdingbar, um jeglichen Müll loszuwerden und einen reellen „System-Neustart“ hinzubekommen, der auch eine umfassende Vermeidung der erkannten und (im Optimalfall) abgestellten Fehler gewährleisten kann.

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Gut, das war’s, was ich vor dem Wochenende unbedingt noch loswerden wollte … nutzen Sie die Zeit und führen Sie sich die angebotenen Informationen wenigstens mal zu Gemüte!

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