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Leseempfehlungen zum Themenschwerpunkt Israel/Palästina

In Ergänzung zum vorab veröffentlichten Beitrag von Uri Avnery hier noch eine kleine Sammlung von interessanten Informationen … leider sind sie alle von der gewohnten Art, weshalb man beim Lesen kaum Vergnügen wird empfinden können. Gerade deshalb sollte man sich aber informieren und sein eigenes Wissen über die Abläufe und Hintergründe des „Nahostkonflikts“ kontinuierlich erweitern. Nur damit später nicht wieder behauptet werden kann, man habe von all dem ja nichts gewusst.

Heute Artikel von Adam Keller, Jonah Mandel (JP), Saed Bannoura und Dallas DArling.

Unser Dank geht wie immer an die Übersetzerin Ellen Rohlfs und den Vermittler, unseren Freund und Kollegen Lopez vom Womblog.

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Adam Keller [Occupation Magazine] … Eine Stimme aus der Vergangenheit (19.10.10)

Zitat:

Die „Gesetzesvorlage für den Treueschwur“ ist der letzte Schuss der Hasskampagne gegen die arabischen Bürger Israels. Diejenigen am Ruder neigen dazu, sie zu entrechten, letztlich zielen sie sogar dahin, ihnen die Staatsbürgerschaft zu nehmen, und am liebsten würden sie sie auf der andern Seite der Mauer haben […]

Zitat Ende.

Kommentar: Der außergewöhnlich kurze Artikel schafft es, trotzdem eine dem Titel entsprechende Verbindung mit einem anderen „Ereignis“ herzustellen, dass in Israel in Kürze wieder auf die Tagesordnung gesetzt werden wird … die Gedenkfeierlichkeiten anlässlich der Ermordung von Yitzhak Rabin in Tel Aviv (4. November 1995). Den Satz, den der Autor meint und gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse wie eine Mahnung aus der Vergangenheit klingen sollte, wird dann von den „offiziellen Reden“ sicher nicht beachtet werden!

*****

Jonah Mandel [Jerusalem Post] … Yosef: die Einheimischen existieren nur, um den Juden zu dienen (18.10.10)

Zitat:

Gemäß dem Rabbiner wird das Leben von Nicht-Juden von der Göttlichkeit bewahrt, um Verlust unter den Juden zu vermeiden.

Der einzige Zweck für Nicht-Juden sei es, den Juden zu dienen, gemäß Rabbi Ovadia Yosef, dem Chef des Rats der Torah-Weisen von Shas und einem ranghohen sephardischen Schiedsrichter […]

Zitat Ende.

Kommentar: Die diesem Beitrag zugrundeliegende Übersetzung von Frau Rohlfs weist eine gewisse und nicht erklärbare Unterscheidung zwischen „Nichtjuden“ und „Einheimischen“ auf, deshalb verlinke ich hier zusätzlich noch eine zweite Übersetzung (mit zusätzlichen Informationen, die von einem unbekannten Verfasser stammen, uns aber über eine vertrauenswürdige Mittelsperson zugegangen sind), die auch in einem Artikel in Adalberts Meckerecke vom vergangenen Donnerstag verarbeitet worden war. – Ansonsten kommentiere ich das nicht weiter, da ich meine diesbezügliche Meinung bereits häufig und klar genug formuliert hatte.

*****

Saed Bannoura [IMMENC & Agencies] … Siedler greifen Olivenhaine an. 2500 Bäume in einer Woche verbrannt (21.10.10)

Zitat:

Am Donnerstagnachmittag griff eine Gruppe extremistischer jüdischer Siedler von Bracha, einer illegalen Siedlung nahe Nablus, palästinensische Dörfler an, sägte Bäume ab, verbrannte Olivenbäume und verletzte einen Bauer […]

Zitat Ende.

Kommentar: Ein weiterer, sehr kurzer Artikel, der wieder einmal die Scheinheiligkeit der offiziellen israelischen Darstellung – bspw. hinsichtlich der palästinensischen „Behinderung“ der „direkten Friedensgespräche et al – hervorhebt. Während „arme und von allen Seiten bedrohte“ Siedler marodierend und die Existenzgrundlagen ihrer „palästinensischen Nachbarn“ vernichtend durch die Westbank ziehen, behindern Soldaten die anrückenden palästinensischen Feuerwehrleute, weil man erst noch auf die „offizielle Sicherheitskoordinierung“ warten müsse … wann endlich wacht die Weltöffentlichkeit auf und begreift, was für ein menschenverachtendes und abscheuliches Spiel da getrieben wird? – Aber investieren Sie die Zeit, diese vier Absätze selbst zu lesen …

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Dallas Darling [Palastine Chronicle] … (Fiktiver) Brief aus einem israelischen Gefängnis (Birmingham) (14.10.10)

Zitat:

Ich frage mich, wenn Martin Luther King ein Palästinenser gewesen wäre, wie israelische Behörden ihn behandelt haben würden. Daran muss ich immer wieder denken, seit berichtet wurde, dass ein israelisches Militärgericht den palästinensischen gewaltlosen Aktivisten Abdullah Abu Rahmeh zu einem Jahr Gefängnis verurteilt hat. Offensichtlich fand das Militärtribunal ihn der Hetze  und der Organisation illegaler Proteste für schuldig. Es hat ihn auch zu $1,400 Strafe verurteilt, eine harte Strafe für jemanden, der mehr als die Hälfte seines landwirtschaftlich genutzten Landes verloren hat, das vom israelischen Siedlungsprogramm übernommen wurde.

Wie Martin Luther King hat Abdullah Rahmeh jahrelange rassistische Unterdrückung und religiöse Intoleranz erfahren. Wie Martin Luther King, der die Südliche Christliche Führungskonferenz gründete, um den Schwarzen Gleichheit zu geben, ist Abdullah Abu Rahmeh der Koordinator des Bil‘in Volkswiderstandskomitees gegen die Mauer und die Siedlungen. Seit 2005 forderte die Bewegung gewaltfrei Israels Trennungspolitik und exklusive Gesetze heraus. Sie hat auch friedlich Israels Zerstörung mit Bulldozern von palästinensischen Häusern und die Annexion von palästinensischen Dörfern und Land widerstanden.

Da israelische Sicherheits- und Militärkräfte Tränengaskanister in die demonstrierende Menge warfen, sind einige der Demos gewalttätig geworden. Israelische Gummigeschosse (Mit Gummi ummantelte Stahlkugeln) haben mehrere Demonstranten getötet, und palästinensische Jugendliche haben während der Demo Steine auf die Soldaten geworfen. Das israelische Militär behauptete, mehrere palästinensische Jugendliche hätten eingestanden, Abdullah Abu Rahmeh hätte ihnen gesagt, Steine zu werfen. Sie verklagten ihn, er habe sie zu Gewalt und Aufstand aufgehetzt. Doch Abdullah Abu Rahmeh leugnete solche Beschuldigungen. Stattdessen – so behauptet er – habe er gewaltfreie Strategien verfolgt und die Jugendlichen  ermutigt, mit dem Steine werfen aufzuhören […]

Zitat Ende.

Kommentar: Ein überaus interessanter Blick auf die Situation in den besetzten Gebieten und die damit verbundene „israelische Rechtsprechung“, die gerade erst wieder im Fall des gewaltfrei agierenden Aktivisten Abdullah Abu Rahmeh zugeschlagen hat … der Text ist mit knapp drei Seiten zwar etwas länger, aber er ist gut geschrieben und stellt den Sachverhalt meiner Ansicht nach auch absolut korrekt dar. Deshalb … sehr lesenswert (zumal von einem amerikanischen Verfasser stammend!).

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