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PM Survival International 20.10.2010 – Video über Folterungen an Indigenen Papuas

Die aktuelle Pressemitteilung der Menschenrechtsorganisation Survival International rückt „staatlichen Machtmissbrauch“ (mutmaßlich begangen von indonesischem Militär) in einer Region in den Mittelpunkt der Wahrnehmung, die schon sehr lange als negatives Beispiel für diese Form der systematischen Unrechtwillkür gilt, es aber eher selten in die westlichen Medien schafft. – Allerdings „immer noch einfacher“ als eine andere Form dieser Spielart der Macht, mit der sich meine Freundin und Kollegin Josephine gestern aus gegebenem Anlass wieder einmal beschäftigen musste. Es sollte nicht als „zu weit hergeholt“ angesehen werden können, wenn man mutmaßt, dass all diese Variationen der rigorosen Machtausübung der gleichen Menschenverachtung und demselben geistigen Niveau entspringt, welche untrennbar mit elitärer Selbsterhöhung verbunden sind.

Hier und jetzt geht es jedoch ausschließlich um die nachfolgenden Informationen, die wir Ihnen zur Kenntnisnahme und auch zum Nachdenken darüber weiterleiten.

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SURVIVAL INTERNATIONAL PRESSEMITTEILUNG
20. Oktober 2010

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Schockierendes Foltervideo: Untersuchung gefordert

Das Videomaterial hat Empörung und Entsetzen ausgelöst. © Survival

Verstörendes und explizites Videomaterial von der Folter zweier Indigener Papuas ist an die Öffentlichkeit geraten. Es wird angenommen, dass es sich bei den Tätern um indonesische Soldaten handelt. Eines der Opfer ist ein älterer Mann. Survival International und Organisationen in Papua haben eine unabhängige Untersuchung gefordert.

Es wird angenommen dass der Vorfall mit einem Mobiltelefon eines Soldaten als „Trophäe“ gefilmt wurde. Untersuchungen des Materials deuten darauf hin, dass das Video im Mai dieses Jahres in der Bergregion von Westpapua aufgenommen wurde. Eine Militäroperation findet in dem Gebiet statt.

Das schockierende Material zeigt einen nackt ausgezogenen älteren Mann, dem eine Plastiktüte über den Kopf gezwungen wird. Der Mann schreit aus Schmerzen, während ein brennender Stecken an seine Genitalien gehalten wird. Genaue Details der Opfer bleiben unbestätigt, da das Militär die Region kontrolliert und Journalisten und Menschenrechtsorganisationen das Gebiet nicht betreten dürfen. Berichten zufolge bleibt der ältere Mann vermisst. Dem anderen Opfer, ein jüngerer Mann, wird ein Messer an Gesicht und Kehle gehalten, er wurde mittlerweile wieder freigelassen.

Die indigenen Völker Papuas leiden seit 1963 unermesslich unter der Kontrolle des indonesischen Militärs. Die indonesische Armee weist eine lange Geschichte von Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Einwohnern von Papua auf, inklusive Tötungen, Folter und Vergewaltigungen von Frauen und Kindern, manche erst drei Jahre alt. Seit Jahren nehmen die Soldaten Trophäenphotos, und jetzt auch Videos, von den Tötungen und Vergewaltigungen auf, welche sie benutzen um die Papua einzuschüchtern.

 

„Trophäenfoto“ eines indonesischen Soldaten, nachdem sie Ninuor Kwalik und seinen 12-jährigen Neffen getötet hatten. 1998, West Papua. © Survival

Stephen Corry, Direktor von Survival, sagte:

„Dieses Video von der Folter eines älteren Mannes, angeblich durch indonesische Soldaten, ist erschreckend. Soldaten töten, vergewaltigen und foltern Papua ungestraft seit fast 50 Jahren. Die internationale Gemeinschaft kann sich nicht zurücklehnen und erlauben, dass dies weiter geschieht. “

 

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Originalartikel

Hinweise an die Redaktion:
1. Dieser Clip ist ein Ausschnitt eines längeren Videos, welches für allgemeine Betrachtung ungeeignet ist. Redakteure können bei Survival mehr Material anfordern.
2. Survival Forscherin Sophie Grig hat West Papua besucht und steht für Interviews (auf Englisch) zur Verfügung.

Eine Antwort

  1. Was mag in den Köpfen von Menschen vorgehen, denen es Freude macht andere zu misshandeln?
    Gäbe es diese ausführenden Idioten nicht, dann würden die Hintermänner auch alle ihre Macht verlieren.
    Ob es nun einzelne Verbrecher sind oder ob es ein Staat ist, der sich anmaßt ein Gewaltmonopol haben zu dürfen und dessen Schergen meinen von Gesetz wegen die Erlaubnis zu haben auf Bürger nach Lust und Laune einschlagen zu dürfen, so wie es jetzt in Frankreich passiert, im Grunde ist es doch alles dasselbe.
    Man kann eben Menschen nicht in ein vorgefertigtes Korsett zwingen. Wenn man es trotzdem macht, entsteht zumindest tief innen in einem Mensch so etwas wie Hass.
    Irgendwann beginnt einer dann damit seine Wut heraus zu lassen und so beginnt eine Spirale der Gewalt die endlos ist.
    Wie sagte mal eine Freundin von mir? „Macht zieht immer auch moralisch minderwertige Subjekte an.“
    Macht gibt es im Dschungel, genau wie in der Großstadt.
    Diese Welt und wie der Mensch sie zu dem gemacht hat was sie ist, ist einfach nur noch krank.
    Aber wer interessiert sich wirklich für die Opfer von Gewalt, egal welcher Art diese Gewalt ist oder war?
    Viele haben nur ein müdes Lächeln dafür übrig. Solange es sie nicht selbst betrifft, ist den meisten Menschen doch alles schnurz.
    Diese Welt ist unrettbar!
    Wegen mir kann sie sich morgen in Dampf auflösen.
    Wäre doch das Beste, oder?
    Wenn ich von Folter u.ä. höre, dann dreht sich mir immer der Magen um.
    Wenn ich Idioten sehe, mit der Waffe im Anschlag oder auch nur mit Knüppeln in den Händen, dann frage ich mich immer, ob der Mensch nicht doch vom Tier abstammt. Womit ich Tier aber jetzt nicht mit den gleichnamigen ebenfalls geschundenen Geschöpfen gleichsetze, sondern mit dem Tier welches man Satan nennt.
    Der Satan ist in uns allen, doch leider gelingt es nur sehr wenigen ihn wirklich erfolgreich zu bekämpfen. Das ist aber der einzige Kampf, der sich wirklich lohnt.

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