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Gastbeitrag Rainer Weigt: Atomparteien – Nein Danke

Wenn auch etwas spät – das muss man einem vielbeschäftigten und engagierten Menschen nachsehen können – veröffentlichen wir heute einen kurzen Erlebnis- und Erfolgsbericht von der Anti-Atom-Demo, die am 18. September in Berlin stattgefunden hat.

Besonders anschaulich wird darin aufgezeigt, worauf es wirklich ankommt, um des Volkes Willen friedlich und dennoch unüberhörbar Gehör zu verschaffen. Dazu gehört fraglos in erster Linie, den politischen Selbstdarstellern aller Couleur keine Plattform zu bieten, um ihre Wahlpropaganda im Rahmen solcher Veranstaltungen unters Volk zu streuen.

Auch wenn es Teilbereiche der Diskussion gibt, in denen ich aus gewachsener Überzeugung andere Positionen vertrete, ist es mir ein ehrliches Bedürfnis, das Engagement unseres Gastautors nach besten Kräften zu unterstützen, da er jene Art von Basis-Protest und -Engagement lebt, die auch wir für unbedingt erforderlich halten, um unsere legitimen Interesse aus dem Mehrfrontenkrieg zwischen den diversen „Interessenvertretern“ herauszuziehen und selbst für Ihre Durchsetzung einzutreten!

Genug der Vorrede … ich übergebe das Wort nun an Rainer Weigt …

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Atomparteien – Nein Danke

 

Die Anti-Atom-Bewegung hat zur Großdemo am 18.09.2010 in Berlin gerufen und 100.000 sind gekommen.

Es war eine sehr fröhliche Demo, trotz der sehr ernst genommenen Themen. Ich denke an verstrahlte Kinder im Wendland, Ausstieg aus dem Atomkonsens von Rot-Grün, ungelöste Endlagerung, Geheimvertrag mit der Atom Lobby, Propaganda mit längst widerlegten Scheinargumenten durch Schwarz-Gelb usw.

Es haben sich sehr viele, deutlich sichtbar durch Bekleidung, Transparente, Fahnen, Atom-Müll-Fässer und mehr auf den Weg gemacht. Sie haben mit Ideenreichtum gezeigt, warum sie aus allen Ecken Deutschlands angereist sind.

Schon kurz nach 12 Uhr wurden wir direkt vor dem Berliner Hauptbahnhof von einer schwungvollen und ausdauernden Trommlergruppe begrüßt. Drei hinzugekommene Samba- Trommlerinnen brachten sich gleich mit ein. Dazu die vielen kunterbunten Demonstranten, da konnte nur Freude aufkommen.

Am Rande des Platzes gab es reichliche Verkaufsstände mit Essen, Getränken, Fahnen, Demo-Utensilien aller Art zu volkstümlichen Preisen. Auch alternative Stromanbieter gaben Infos und boten Verträge zum Wechseln an. So haben sich viele, mit ihren Möglichkeiten, eingebracht.

Auf der Tribüne spielte die Polit-Rock-Gruppe „Bots“ aus den Niederlanden und animierte zum Mitsingen. Die beiden Moderatoren von „Ausgestrahlt“ und „Campact“ erklärten wie die Umzingelung des Regierungsviertels stattfinden soll, mahnten Vernunft und Geduld an und baten um 15 Uhr zur  Abschlusskundgebung wiederzukommen.

In Gruppierungen ging es zur Umzingelung. Vorneweg die Traktoren aus dem Wendland und dann die verschiedenen Verbände und Parteien. Nur so kamen Reporter an bekannte Politiker um deren Ansichten  in den Medien zu präsentieren. Auf der Tribüne war jedenfalls nur Platz für Bürger und Musikanten. Eine Brücke vom Bahnhof zum Regierungsviertel nutzten die Veranstalter zum Zählen. Das Ergebnis waren 100.000 Demonstranten.

Da der Abmarsch etwa 2 Stunden dauerte, konnte die Abschlusskundgebung erst gegen 16 Uhr beginnen.

Zu uns sprachen Menschen aus dem Volk. Eine Ärztin, schon seit 1976 dabei, erinnerte an die Erfolge der Demos gegen Kalka. Ein Windkraftunternehmer versprach der Regierung folgendes: So wie wir seit den 70er Jahren da waren, werden wir weiterhin kommen und noch mehr werden. Ein Gewerkschafter und eine Jugendvertreterin geißelten die Atompolitik und sprachen auch die kriegerischen Verwicklungen und die daraus resultierenden sozialen Verwerfungen bis zu Hartz IV an. Alle betonten, wenn die Regierung nicht mal auf das Volk hören will, wenn es sich auf der Straße zeigt, wird sich das Volk eine neue Regierung besorgen.

Bei den Ansprachen wurden die Demonstranten immer wieder mit einbezogen. So wurde die Kundgebung zum Dialog. Zwischendurch weitere Musikeinlagen zum Auflockern.

Wir waren unüberhörbar.

Gegen 18 Uhr war Schluss der Kundgebung und ich ging, von Musik begleitet, zum Zug. Es war ein anstrengender Tag, der aber auch vielen neue Kraft und Mut gegeben hat.

Das wurde schon 3 Wochen später, am Sonnabend dem 09.10. in München, deutlich.

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Rainer Weigt  12.10.10

Tel: 0170/1515677

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