PM Survival International 20.09.10 – Andamanen-Inseln (Indien): Wilderer bedrohen Indigene

Die heutige PM von Survival International kann man auch als ein Stück aus dem Lehrbuch für Ausbeutung und (Kapital-)Kolonisation bezeichnen … geschichtlich betrachtet hält sie uns allen einen Spiegel vor!

Die Sentinelesen greifen Außenstehende an, die sich ihrer Insel nähern. © Indian Coastguard/Survival

Auch wenn im Bericht von burmesischen und indischen Wilderern die Rede ist, bleibt es dabei, dass sie für „Werte und Märkte“ stehen, welche von der „westlichen Expansionstradition“ geprägt sind.

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SURVIVAL INTERNATIONAL PRESSEMITTEILUNG

20. September 2010

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Wilderer bedrohen isoliertestes Volk der Welt

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Das isolierteste Volk der Welt wird von Wilderern bedroht, welche nach reichen Fischgründen auf den indischen Andamanen Inseln suchen. Mehr als 100 illegale Fischer aus Burma wurden in den letzten Wochen im Umkreis der Andamanen Inseln verhaftet.

14 Fischer wurden nahe der Insel North Sentinel aufgegriffen, die Heimat des Sentinelesen Volkes. Die Sentinelesen greifen jeden an, der sich ihrer  Insel nähert. 2006 wurden zwei Fischer von Mitgliedern des Volkes getötet.

Das Überleben des benachbarten Jarawa Volkes wird ebenfalls von Wilderern aus Indien und Burma bedroht. Die Jarawa stehen erst seit 1998 im Kontakt zur Außenwelt. 2008 starben ein Jarawa Mann und ein indischer Wilderer bei einer Auseinandersetzung in dem Reservat der Indigenen.

Indiens Küstenwache berichtet die Festnahme von über 100 Wilderern aus Burma seit Ende August. Der Großteil wurde in der Nähe des Jarawa Reservates aufgegriffen, während lokale Wilderer kaum verhaftet wurden. Lokalen Berichten zufolge ist das Problem weit größer, als es durch die Festnahmen erscheint. Die meisten Wilderer bleiben unentdeckt.

Wilderer fangen Schildkröten und wertvolle Seegurken für den chinesischen Markt, und jagen im Wald der Jarawa. Lokale indische Wilderer betreten das Reservat oft über eine illegale Straße welche durch das Reservat führt. Survival International hat die lokalen Behörden der Andamanen Inseln mehrmals dazu aufgerufen, die Straße zu schließen, sie bleibt aber weiterhin in Betrieb.

Die Jarawa und Sentinelesen leben als Jäger und Sammler. Die Ausbeutung ihrer Fischbestände und Wildtiere auf ihrem Gebiet bedroht ihre Nahrungsgrundlage. Die Sentinelesen sind außerdem besonders von eingeschleppten Krankheiten der Wilderer gefährdet. Wegen ihrer kompletten Isolation wird angenommen, dass sie gegen gewöhnliche Krankheiten wie die Grippe oder Masern keine Immunität besitzen.

Survival-Aktivistin Sophie Grig sagte heute:

„Die Razzien der indischen Küstenwache beweisen, dass das Problem der Wilderer ernst genommen wird. Es zeigt uns aber auch das Ausmaß dieser Bedrohung. Die Jarawa und Sentinelesen Völker bewohnen seit über 55.000 Jahren die Andamanen Inseln. Dies könnte bald ein Ende nehmen wenn diese Invasion weiter geht.“

Sehen Sie hier ein exklusives Interview mit einem Jarawa Mann zu dem Eindringen von Wilderern auf sein Land.

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Originalartikel

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Hinweis an die Redaktion:
1. Es wird angenommen, dass die Sentinelesen das isolierteste Volk der Welt sind und keinen Kontakt zur Außenwelt haben.
2. Im Januar starb das letzte Mitglied eines benachbarten Volkes auf den Andamanen Inseln; Boa Sr. war die letzte Überlebende des Bo Volkes.

2 Antworten

  1. Es sollte wirklich ALLES getan werden, dass so Leuten das Handwerk gelegt wird. Für schnelles Geld tun die alles!

  2. […] Weiterlesen bei Der AmSeL September 22nd, 2010 | Kategorie: Gastartikel […]

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