Hans Fricke: Rezension des Buches „Zwanzig Jahre … Es reicht“

Ohne weitere, da überflüssige Kommentierung unsererseits, leiten wir nachfolgende, uns per Mail zugegangene Rezension von Herrn Fricke an unsere Leser/innen weiter.

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Zwanzig Jahre ausgeplündert, ausgegrenzt, ausgespäht … ES REICHT

(verlag am park, 223 Seiten, Preis 9,95 Euro, ISBN 978-3-89793-250-0)

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Eine Rezension von Hans Fricke

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Man könnte meinen, drei Verben im Buchtitel seien bei weitem nicht ausreichend, um zu dem Schluss zu gelangen: Es reicht. Und dennoch ist es so. Diese drei Worte kennzeichnen die vergangenen zwei Jahrzehnte seit dem Anschluss der DDR an die BRD so treffend, dass man über die gewaltsamen Veränderungen getrost als von einem Programm der Bundesregierung sowie der Banken und Konzerne der Alt-BRD zur Einverleibung der DDR sprechen kann, von  Plünderung des DDR-Volksvermögens und von massenhafter Enteignung der vormaligen DDR-Bürger.

Selbst der frühere Erste Bürgermeister Hamburgs, Henning Voscherau (SPD), erklärte 1996: „In Wahrheit waren die fünf Jahre Aufbau Ost das größte Bereicherungsprogramm für Westdeutschland, das es je gegeben hat.“ Das ZDF-Magazin „Frontal 21“ dokumentierte am 14. September 2010 unter dem Titel „Beutezug Ost. Die Treuhand und die Abwicklung der DDR“ beispielsweise, dass nach der Währungsunion selbst aus konkurrenzfähigen Staatsbetrieben der DDR mittels krimineller Machenschaften Kapital abgezogen wurde, bis sie bankrott waren und zu „symbolischen“ Preisen an Privatinvestoren verscherbelt werden konnten; 2,5 Millionen DDR-Bürger hätten deshalb ihre Arbeit verloren. Der Bundesrechnungshof habe in der Privatisierung der DDR-Banken zu Schleuderpreisen eine Ursache für den Niedergang der ostdeutschen Wirtschaft gesehen Der Grünen-Politiker und Ex-Bürgerrechtler Werner Schulz bringt die kriminellen Machenschaften der „Treuhand“-Anstalt auf den Punkt, indem er erklärt: „Das gesamte Industriekapital der DDR wurde mit einem Schlag vernichtet (…) Im Grunde genommen ist es eigentlich das größte Betrugskapitel in der Wirtschaftsgeschichte Deutschlands.

Das hält die Meinungsmacher und ihre Auftraggeber dennoch nicht von dem Versuch ab, die Bürgerinnen und Bürger im Zusammenhang mit dem 20. Jahrestag der Einheit ein weiteres Mal an der Nase herumzuführen.

Es war den beiden Herausgebern, Dr. Klaus Blessing und Professor Dr. Siegfried Mechler, sowie den 24 Autoren, sehr darum zu tun, mit ihrem Buch rechtzeitig vor dem diesjährigen „Tag der Einheit“ eine Dokumentation vorzulegen, die den regierungsamtlichen Entstellungen und Unterstellungen sowie dem unerträglichen Schönreden während der vergangenen 20 Jahre nun Objektives und Fakten entgegen setzt. Wahrheit, wie hier geboten, ist schwer verdaulich, sie raubt Illusionen, aber sie verschafft zugleich auch wohltuende Befreiung von falschen Denkmustern. Der vorliegende Band ist ein außerordentlich informatives und aussagekräftiges politisches Sachbuch. Die zu 24 Bereichen des gesellschaftlichen Lebens von Zeitzeugen geschriebenen Beiträge  zeugen von Sachlichkeit und profunder Sachkenntnis. Sie vermitteln ein umfassendes und vor allem klares Bild vom Anschluss der DDR an die BRD und  vom misslungenen Prozess der Herstellung der Einheit. Sie zeigen die bis heute andauernden Fehlleistungen der Bundesregierung auf, beschreiben die üblen und schändlichen Folgen der Machenschaften für die früheren Bürger der DDR und ihre Nachkommen. Sie schildern an konkreten Fallbeispielen, was Hochhuth in seinem Stück „Wessis in Weimar. Szenen aus einem besetzten Land“ als „Variante des Kolonialismus“ bezeichnet, der „nirgendwo gegen Menschen des Kontinents, geschweige denn des eigenen Volkes, je praktiziert wurde.

Die faktenreiche Offenlegung der Hintergründe der dem Profitstreben des Kapitals verpflichteten, gegen die Menschen gerichteten Politik der Bundesregierung und ihrer Bundestagsmehrheit, ihrer unzähligen Lügen und Täuschungsmanöver ist ein wirksames Instrument gegen die tagtägliche aggressive Volksverdummung der Regierenden und Mainstreammedien. Dieses Buch ist geeignet, die Widerstand leistenden Bundesbürger in ihrem legitimen Kampf zu bestärken. Geeignet, die noch Zögernden zu motivieren, sich dem aktiven Widerstand  anzuschließen, um ein Abgleiten unseres Gemeinwesens in die Barbarei zu verhindern.

Geschrieben von Autoren, die allen Bürgerinnen und Bürgern ein menschenwürdiges Leben ohne Gewalt und Krieg wünschen möchten.

Hoffen wir deshalb, dass die Dokumentation viele Leserinnen und Leser erreicht, unter ihnen möglichst viele junge Menschen.

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Hans Fricke

2 Antworten

  1. Hallo Hans,

    ja wollen wir mal hoffen, das immer mehr und schneller unserer Landsleute aufwachen. Da ist nicht die Angst vor der Wahrheit, sondern auch die Angst vor der Angst und der nachfolgende Schmerz. Nur der Schmerz kommt so oder so. Nur wer jetzt noch aufwacht, bei dem wird der Schmerz nicht so heftig sein als bei den anderen.
    Zum Glück wusste ich eigentlich immer wofür ich meine Sinnesorgane habe. Somit habe ich sie dementsprechend genutzt.

    Auch Dir und Elke und dem Rest der Gemeinde (Entwickelt sich ja langsam zu einer Bruderschafft – grins) einen schönen Restsonntag und nen ruhigen Wochenanfang.

    Herzlichste Affengrüsse aus dem Irrenurwald wo sich die Irren der Nation treffen

    Jan

  2. Hallo Jan,

    mache es mir ausnahmsweise auch mal einfach, da es sich gerade so prächtig anbietet, und stimme Dir insgesamt voll und ganz zu. Jeder wird am Ende selbst dafür geradestehen müssen, was er/sie getan oder eben auch nicht für notwendig befunden hat. Leute wie wir, welche die Ihnen verliehenen Möglichkeiten frei und ungebunden anzuwenden verstanden haben, werden dann in jedem Fall weitestgehend „schmerzfrei“ davonkommen.

    Das mit der „Bruderschaft“ nehme ich mal so hin, da es überwiegend ja zutrifft (Elke, die sich manchmal auch Josephine nennt, macht sich aus bekannten und umfänglich nachvollziehbaren Gründen ja etwas rar😉 ), aber wir sollten doch dazu sagen, dass es sich bei uns zwar um eine „verschworene“, aber mitnichten „geheime“ Gesellschaft handelt! *ganzbreitgrins*

    Deshalb wünschen wir Dir auch einen ruhigen Anfang und Verlauf der nächsten Woche – und mal sehen, dass wir Dich dann auch etwas weniger stressen …😉
    Herzliche Grüße, auch an „dat Bärsche“ und – wenn Du sie mal wieder sehen und auch mit ihr reden solltest – auch an die Wilde.

    Hans

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