Palästinensische Gewalteskalation und die „Gefährdung der Friedensgespräche“

Kooperative Veröffentlichung bei Soledad AmSeL-Gedanke Plus – Adalberts Meckerecke

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Obgleich mir bewusst ist, dass man sich gerade in Deutschland eigentlich nicht mit solchen Themen befassen sollte – schon gar nicht kritisch, habe ich mich doch durch einige Artikel gelesen und zu guter Letzt entschieden, dass ich meinen Senf dazu geben sollte.

In diesem Sinne ist zunächst einmal unmissverständlich festzustellen, dass Gewaltübergriffe gegen Zivilisten – ob es sich nun um Israelis oder Palästinenser handelt, soll und muss dabei gleichgültig sein – immer eine unannehmbare „Wahl der Mittel in einem Konflikt“ repräsentieren. – Aber als erste sachbezogene Einschränkung muss ich an dieser Stelle auch deutlich unterstreichen, dass keine Seite das Recht haben darf, zum Zwecke einer allzu klar erkennbaren Vorteilsnahme, solche Attacken der Gegenseite einseitig zu verurteilen und die eigenen als „Selbstverteidigung“ – im Zweifelsfalle auch präventiver Natur – schönzureden! Genau dies geschieht jedoch unübersehbar im Fall der palästinensischen Anschläge auf israelische Siedler …

Als erstes möchte ich, sowohl  als Beleg für meine obige Aussage als auch zur Eröffnung meiner individuellen Meinungsäußerung, einige Artikel aus israelischen (leider in Englisch) und deutschen Medien anführen.

Haaretz (02.09.10)IDF warnt vor Welle der Gewalt, während Hamas darauf hinwirkt, die Friedensgespräche zu versenken … Armee und Polizei ist in höchster Alarmbereitschaft nach den Schüssen in der West Bank innerhalb von zwei Tagen, welche die Eröffnung der Friedensgespräche zwischen Israel und PA in Washington überschatten … Anshel Pfeffer, Haaretz Service und Nachrichtenagenturen

Haaretz (02.09.10) –„Der [zweite] Angriff war eine Botschaft an jene, die versichert hatten, es würde keine weiteren Anschläge geben“, sagt die Islamische Gruppe [Hamas], nachdem im Vorfeld der Friedensgespräche in Washington erneut Gewalt ausbrach … Anshel Pfeffer, Reuters und Haaretz Service

HaaHaaretz (01.09.10)Obama: Das „sinnlose Abschlachten“ in der West Bank wird die Friedensgespräche nicht stoppen … Nach einer privaten Zusammenkunft im Weißen Haus und neben Netanyahu stehend verurteilte Obama die Tötung von vier Israelis und erklärte, die US-Unterstützung für Israels Sicherheit sei unerschütterlich … Haaretz Service

Jerusalem Post (02.09.10)Offizieller der Palästinensischen Autonomiebehörde verspricht (gelobt): „Wir werden die Hamas mit einer eisernen Fast schlagen … Der Fatah-Offizielle Dahlan sagt, die Verhandlungen seien zum Scheitern verdammt, da die USA zugunsten Israels voreingenommen seien; die PA-Polizei verspricht, drakonisch gegen die Hamas in der West Bank vorzugehen … J-Post-Mitarbeiter

Jerusalem Post (02.09.10)Analyse: Frieden erscheint wie eine undurchführbare Mission … Die letzten terroristischen Tötungen demonstrieren wieder einmal, dass kein Übereinkommen möglich ist, bevor der Iran neutralisiert wurde … Herb Keinon, Washington

Süddeutsche (02.09.10)Nahost-Gespräche: „Präsident Abbas, Sie sind mein Friedenspartner“ … Feierlich beschwören Israels Premier Netanjahu und Palästinenserpräsident Abbas zu Beginn der Friedensgespräche ihre Kompromissbereitschaft. Derweil kommt es im Nahen Osten zu neuer Gewalt

Süddeutsche (31.08.10)Westjordanland: Attentat auf Israelis überschatten Friedensgespräche … Ein Mordanschlag belastet die Verhandlungen zwischen Israel und Palästinensern: Im Westjordanland erschießt die Hamas vier Siedler – Israel kündigt Vergeltung an und der Siedlerrat neue Bauaktivitäten

Stern (02.09.10)Nahost-Friedensgespräche: Netanjahu beschwört historischen Kompromiss … Wird es den versprochenen „historischen Kompromiss“ geben? Israels Premier Netanjahu und Palästinenser-Präsident Abbas sollen dem Nahen Osten Frieden bescheren. Die Hoffnungen sind groß …

Stern (01.09.10)Friedensverhandlungen: Nahostgespräche sollen trotz Anschlag stattfinden … Trotz des Anschlags der Hamas im Westjordanland sollen die Nahost-Friedensgespräche in Washington wie geplant stattfinden. Die brutale Attacke, bei der vier Israelis getötet wurden, macht einmal mehr deutlich, wie wichtig eine Friedenslösung in der Region ist …

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Trotz der Länge ist das ein eher bescheidener Überblick in Sachen „westlicher Medienberichterstattung“, aber da man davon ausgehen kann und muss, dass die angeführten Artikel den Meinungstenor mehr als nur repräsentativ wiedergeben, sollte er ausreichen. Wen es interessiert, kann die Artikel vollständig lesen – ich widme mich dieser Aufgabe für den Moment ausschließlich über das Stellen einer Frage:

Was ist denn der „Tenor“?

Nun, um das zu beantworten, muss man sich die obenstehenden Artikel nicht in Gänze antun, da die ausgewählten „Anreißer“ das meiner Ansicht nach schon recht offenkundig machen. Natürlich wird hier nicht etwa versucht, ein authentisches Gesamtbild zu schaffen, was gerade angesichts der hinlänglich bekannten Übergriffe von Siedlern, Polizei und Armee gegen die Palästinenser in den besetzten Gebieten im höchsten Maße angeraten wäre. Der Schuldige ist ausgemacht und wird meistens auch noch verallgemeinernd als „die Hamas“ bezeichnet, obwohl bekannt sein sollte, dass zwischen dem politischen – und nebenbei in zweifelsfrei korrekten, da von Vertretern der unantastbaren westlichen Wertegemeinschaft überwachten, demokratischen Wahlen zur offiziellen Regierung der Palästinenser erklärten – Arm der Hamas und deren militanten Flügel – Essedin-el-Kassam-Brigaden – alles andere als Einigkeit zu konstatieren ist. Insofern ist es mehr als fragwürdig, wenn man der Hamas nun in freudestrahlender Übereinstimmung, manchmal direkt, manchmal auch durch die Blume unterstellt, nur weil sie die Friedensgespräche aufgrund ihres (meiner Ansicht nach) inakzeptablen und widerrechtlichen Ausschlusses durch die westliche Wertegemeinschaft ablehnt, würde sie auch Gewalttaten gutheißen.

Nicht ganz vergessen werden darf und soll, dass selbstverständlich auch nicht vergessen wird, in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit, die „Bedrohung durch den Iran“ hinzuweisen. Nix von wegen „Mission impossible“ – aus der Sicht der westlichen Kriegspropagandisten avanciert die skrupellose Ausschlachtung des Vorfalls eindeutig zu einer „Mission accomplished“.

Nun gut, da die meisten von uns lediglich Zaungäste des Konflikts sind und deshalb in der Regel sehr wenig über die Verhältnisse im Nahen Osten wissen, insbesondere über die Rolle, welche die von Machmud Abbas und seinen Spießgesellen zweckentfremdete „Palästinensische Autonomiebehörde“ spielt, möchte ich Ihnen einiges an Informationen dazu anbieten:

In diesem, am 31.08.10 beim Israelit veröffentlichten Artikel von Izzeddin Musa (=> Klick) wird ein sehr in die Tiefe gehender Einblick gewährt, der „leider“ durch diverse Artikel anderer Autoren, die sich mit Teilaspekten dieses Themas befassen, vollumfänglich bestätigt wird. Auch wenn der Beitrag ebenfalls einer aus der Kategorie „etwas länger“ ist, sollte man sich ihn einmal vollständig durchlesen – erst danach hat man, im Zusammenhang mit der „offiziellen Berichterstattung“ genug Informationen, um sich ein halbwegs genaues Bild von spezifischen Ist-Zustand der Situation der Palästinenser in Israel, Gaza und den besetzten Gebieten zu machen. Gerade und vor allem auch mit Blick auf die überaus fragwürdige Farce namens „Friedensgespräche“ …

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Gut, nachdem ich mir die zuerst genannten Artikel tatsächlich von Anfang bis Ende angetan habe und dabei zum oben kurz umrissenen Resultat gelangt bin, habe ich mir den zuletzt verlinkten Beitrag noch einmal durchgelesen. Eigentlich wäre das nicht notwendig gewesen, da genug davon hängengeblieben war, um bei bestimmten Passagen der Medienberichte ein fulminantes Aha-Erlebnis aufkommen zu lassen … als Beispiel möchte ich die Schlagzeile der Süddeutschen vom heutigen Tag herausgreifen.

Nahost-Gespräche: „Präsident Abbas, Sie sind mein Friedenspartner“

… wird da Benjamin Netanyahu zitiert und wenn man weiß, oder die Information wenigstens zur Kenntnis nimmt und in seine individuellen Überlegungen einbezieht, dass Machmud Abbas erwiesener Maßen ein selbstsüchtiger, sich mit allen Mitteln an einer Macht, die ihm von einer demokratisch relevanten Mehrheit der palästinensischen Bevölkerung 2006 faktisch entzogen wurde, festklammernder Vasall der USA und Israels ist, dann bekommt diese Aussage doch gleich eine ganz andere Bedeutung und Überzeugungskraft. Hinzufügen muss man dann aber auch noch, wie es der besagte Autor auch getan hat, dass die PLO („Palästinensische Befreiungsorganisation) dasselbe Macht- und Konkurrenzdenken an den Tag legt. Also „doch etwas anders“ für die Interessen der Palästinenser gegenüber einer als völkerrechtlich nicht legitimierten (von der UNO auch als solche verurteilten) Besatzung eintritt, wie das unter Arafats Führung bis zu dessen Ermordung 2004 der Fall gewesen war! – Dazu passen ja auch einige der aus israelischen Zeitungen ausgewählte Artikel ganz gut … oder auch dieser Beitrag von Palestine News Network vom 01.09.10 (=> Klick):

Palästinensische Autonomiebehörde verhaftet über 300 Hamas-Mitglieder

Während der Nacht von Dienstag auf Mittwoch haben Sicherheitskräfte der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) in unterschiedlichen Teilen des Westjordanlandes insgesamt mindestens 300 Mitglieder der palästinensischen Partei Hamas festgenommen […]

Dass es sich hierbei um eine durchaus als engagiert aber neutral einzustufende Informationsplattform handelt, belegt dieser Artikel (=> Klick) meiner Meinung nach recht anschaulich:

Vier Israelis von militanten [Hervorhebung A.N.] Hamas-Mitgliedern erschossen

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Wie man schon anhand dieses kurzen Informations-Intermezzos erkennen können sollte, gibt es durchaus gewisse Ansatzpunkte für einen differenzierenden Umgang mit dem Geschehen und den darüber verbreiteten Informationen. Nun möchte ich nicht so weit gehen, hier gleich wieder eine skrupellose und von im „Dienste des zionistischen Projekts“ auch vor Gewalttaten gegen die eigenen Leute nicht zurückschreckenden israelischen „Friedensgegnern“ ausgehende „Verschwörungstheorie à la False-Flag-Operation“ für möglich zu erklären. Aber geht man strikt nach dem gerne und treffend angewendeten Prinzip „cui bono“ (wem nutzt es?) und verbindet das erneut mit den Medienberichten, dann muss man schon erkennen, dass dieser Anschlag vor allem die israelische Position stärkt. Aus dem einfachen Grunde, wie eingangs schon angedeutet, dass einfach alle vorausgegangenen „fragwürdigen“ Aktionen der israelischen Seite ausgeblendet und nur noch diese „Terrorakte“ beachtet werden. Dies führt dann eben zu solch einseitigen Medienbehauptungen wie bspw. „Hamas torpedieren Friedensverhandlungen“ und ähnlichem mehr.

Was definitiv nicht zu verleugnen und – sofern alle diesbezüglichen Verlautbarungen in ihrer Gänze zutreffend sind – somit auch dem militanten Palästinensern anzulasten ist, ist die neue Gewaltspirale, die damit ausgelöst werden und erneut vorrangig unschuldige zivile Opfer fordern wird. Dabei möchte ich auch keinen Hehl aus meiner ebenso uneingeschränkten Überzeugung machen, dass die Motive der militanten palästinensischen Kräfte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mit jenen im Einklang stehen, welche die Handlungsweise der Hamas-Partei bestimmen. Dass diese keinerlei Interesse an einem Pseudo-Frieden nach einseitigem israelischem Diktat haben, sollte eigentlich einleuchten und nicht zu ihrem Nachteil gereichen. Israel hat seit mehr als 40 Jahren permanent unter Beweis gestellt, dass es nicht an Frieden, sondern ausschließlich an der Schaffung vollendeter Tatsachen durch Besiedelung und Zerstückelung der besetzten Gebiete interessiert ist … und das wird nun fraglos auch den „historischen Kompromiss“ ausmachen, den die „ehrenwerten Verhandlungspartner“ Netanyahu und Abbas angeblich so uneingeschränkt anstreben.

Nun gut … eigentlich müsste man dieses Thema noch sehr viel ausführlicher abhandeln und noch eine ganze Reihe von unwiderlegbaren Belegen für die tatsächliche Interessengewichtung der israelischen Führung und ihrer mächtigsten Unterstützer in den USA und der EU auffahren – diese gibt es in Hülle und Fülle! – Für heute möchte ich meine Gegenmeinung aber nur noch mit einigen externen Berichten abrunden, die für einen nicht voreingenommen und an Faktenklärung interessierten Menschen doch zu einer entscheidenden „Blickfelderweiterung“ beitragen sollten. Leider sind wieder einige englische Artikel darunter, die ich in der Kürze der Zeit nicht übersetzen konnte.

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Beginnen möchte ich mit diesem Kurzbericht der Tagesschau (Schweiz) vom 31.08.10 (=> Klick) …

Geheime Nahost-Friedensgespräche

Im Vorfeld der direkten Friedensverhandlungen zwischen Israel und Palästina haben bereits geheime Gespräche stattgefunden. Wie erst jetzt bekannt wurde, sind am Sonntag Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak zu einer Standortbestimmung zusammen getroffen. Thema war unter anderem die israelische Siedlungspolitik im Westjordanland […]

Tut mir leid, aber das hört sich für mich – nicht nur wegen der Betonung, dass es sich um Geheimgespräche gehandelt habe – schon arg nach Mauscheleien zwischen „Partnern“ an, die sich im Grunde schon einig sind und nur noch festlegen wollen, wie sie ihr „Ergebnis als Erfolg verkaufen“ können. Außerdem geht aus diesem wirklich sehr kurzen Artikel dank einer ein- und nachgeschobenen Meldung über den Anschlag vom Dienst auch sehr anschaulich hervor, warum dieser ausschließlich den Zielen dieser Blender und Selbstdarsteller diente!

Auch als höchst interessant möchte ich den Artikel von Hans-Christian Rößler bezeichnen, der am heutigen Tag bei FAZ.net veröffentlicht wurde (=> Klick) …

Nahost-Gespräche: Viele schwierige „Endstatus-Fragen“

Palästinenser und Israelis lassen sich von den Störmanövern nicht beirren, mit denen die Friedensgespräche in Washington von der Hamas oder den Siedlern torpediert werden. Die Fronten sind auch so schon in vielen Streitfragen verhärtet.

Auch wenn der Artikel nicht ohne gewisse „unvermeidliche Schwächen“ ist – bspw. wird auch hier die eher fragwürdig zu nennende Bezeichnung „radikale islamistische Palästinenserorganisation“ für die demokratisch gewählte politische Vertretung verwendet – gibt er doch einen durchaus als kritisch zu bezeichnenden Überblick darüber, von welchen gegensätzlichen Verhandlungsstandpunkten die auf ein Jahr angesetzten „direkten Friedensgespräche“ beeinträchtigt werden. Vor allem zeigt er die Seite der israelischen Siedler und den immensen politischen Einfluss, den diese und auch die ultraorthodoxen „geistigen Führer“ auf die israelische Politik haben.

Das angeblich von beiden Seiten anvisierte Ziel eines „die Autonomie des palästinensischen Staates unter Beachtung israelischer Sicherheitsansprüche“ kann einem allerdings nur wie eine reine Propagandaformel erscheinen, wenn man sich diese Karte anschaut …

Quelle

Noch etwas verständlicher sollten meine Bedenken durch einen Blick auf dieses Bild werden, weil es die Unverschämtheit der israelischen Landnahme wider geltendes internationales Recht bedeutend eindeutiger und auch durch israelische Propaganda nicht zu widerlegend widerspiegelt …

© Occupation Magazine Quelle

Das ist es, was ich als die widerrechtliche Schaffung von irreversiblen Tatsachen bezeichne und wofür der Staat Israel ohne Wenn und Aber zur Rechenschaft gezogen werden sollte. Und all seine offiziellen Unterstützer sowie mitunter weniger offiziellen Finanziers gleich mit ihm!

Zusätzlich empfehlen möchte ich auch noch den Offenen Brief des palästinensischen Journalisten Mohammad Dargmeh an den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu, den ich bei Deutsche Welle World gefunden habe (=> Klick) …

„Israel muss sich entscheiden, Benjamin Netanjahu!“

Israel kann nicht ewig Besatzungsstaat bleiben – schreibt der in Ramallah lebende palästinensische Journalist Mohammad Daragmeh in einem persönlichen Brief an den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu

Den Brief sollte man unbedingt einmal lesen – für mich klingt das, was der Journalist Herrn Netanyahu ins Poesiealbum schreibt und korrekterweise als den einzigen Weg zu einem auch der israelischen Bevölkerung Sicherheit gewährleistenden gerechten Frieden bezeichnet, nicht nur aufgrund meiner vorausgegangenen Feststellungen überaus fair und plausibel. Ein dieses Minimalziel unterschreitendes „Verhandlungsergebnis“ würde keiner Seite etwas bringen – sofern man gutmeinend genug ist, allen Beteiligten Friedenswillen zu unterstellen.

Bisher sieht die Realität jedenfalls doch eher so aus:

©David Dees Quelle

Damit wäre ich am Ende meiner persönlichen Meinungsäußerung angelangt. Wie ich bereits eingestanden habe, ist sie nicht annähernd umfassend, aber das, was mir in der aktuellen Situation am wichtigsten erschien, habe ich zur Sprache gebracht – und das allein hat den Artikel ja auch schon lang genug werden lassen.

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Zum Abschluss möchte ich noch – für alle, die es interessiert und die der englischen Sprache mächtig sind, denn zu einer vollständigen Übersetzung fehlt mir heute wahrlich die Zeit – ein paar Stimmen vor Ort zu diesem Thema zu Wort kommen lassen. Dazu vor allem aber auch eine, welche ein eng damit verknüpftes Thema, das man aufgrund diverser „religiös motivierter“ Vorkommnisse der letzten Zeit besonders ernst nehmen und in die Gesamtbeurteilung des Konflikts einbeziehen sollte, eingehender beleuchtet. – Noch eine letzte Anmerkung: wer die Artikel lesen kann und möchte, sollte auch die Kommentare einbeziehen!

Mondoweiss … Schauen Sie sich diese Liste mit in den letzten paar Wochen von Siedlern ausgehenden Verbrechern gegen die Palästinenser an (=> Klick)

Ich war in der West Bank, ich habe mit meinen eigenen Augen gesehen, wie Siedler mit Maschinengewehren herumlaufen, die eingeborene palästinensische Bevölkerung terrorisierend. Sie sind lediglich in der West Bank, um die fortgesetzte militärische Präsenz Israels zu legitimieren; und sie sind bis an die Zähne bewaffnet.

[Anmerkung A.N.: Dem Beitrag ist eine Liste von die beschriebenen Sachverhalte behandelnden Artikeln beigefügt.]

AhmedAhmed Moor [Mondoweiss] … Dia Hamas-Attacke war falsch (=> Klick)

Die Hamas-Attacke auf Siedler in der West Bank war falsch. Der Angriff war ein strategischer Fehler, aber vorrangig war er moralisch falsch.

[Anmerkung A.N.: im Grunde könnte man der Ausgangsmeinung durchaus beipflichten, aber die „besondere moralische Verwerflichkeit“ dieses speziellen Aspekts der Gewaltspirale im Nahost-Konflikt erschließt sich mir nicht … und auch vielen der Kommentatoren scheint es ähnlich zu gehen!]

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Max Blumenthal – Wie man Goyim (Nichtjuden) tötet und Menschen beeinflusst: Führende israelische Rabbis verteidigen die Anleitung (das Handbuch) zu „Töten von Nichtjuden“ (=> Klick)

Als ich zum jüdischen Kaufhaus (Zentrum) für religiöse Bücher – Pomeranz – im Zentrum Jerusalems ging, um hinsichtlich der Verfügbarkeit eines Buches namens „Torat Ha’Melech“ oder die Torah des Königs nachzufragen, kam umgehend Unruhe auf. „Sind Sie sicher, dass sie das wollen?“ fragte mich der Besitzer, M. Pomeranz, halb scherzhaft. „Der Shabak (Israels Dienst für innere Sicherheit) dürfte das eine oder andere Wörtchen mit Ihnen zu reden haben, falls dem so wäre.“ Während Kunden mit dem Schmökern aufhörten und in meine Richtung zu starren begannen, deute Pomeranz zu einer Sicherheitskamere, die an einer Wand angebracht war. „Sehen Sie das?“ erklärte er mir. „Es ist direkt mit dem Shabak verbunden!“

[Anmerkung A.N.: es geht um das berühmt-berüchtigte Buch des Rabbiners Yitzhak Shapira, über das im Rahmen unserer Kooperation an anderer Stelle schon kurz berichtet wurde. Darauf möchte ich aber nicht näher eingehen, das überlasse ich lieber Mister Blumenthal, der davon unzweifelhaft mehr Ahnung als ich hat. Wichtig erscheint mir jedoch der Hinweis, dass dieselbe Art der „selektiven Interpretation“ von Heiligen Büchern – egal, welche Weltreligion man da nimmt – auch für allerlei sonstige Ungereimtheiten und Sonderlichkeiten verantwortlich zeichnet, von denen insbesondere fanatisch „gläubige“ Menschen häufig total verblendet und auf eine Weise in die Irre geführt werden, die nicht alleine „Glaubensgegnern“, sondern letzten Endes auch ihnen selbst nur Schaden zufügen kann. Das aber wirklich nur als allerletzten Denkansatz von mir an Sie.]

Zur besseren Darstellung verlinke ich hier auch noch das Video von Mister Blumenthals Seite:

http://www.youtube.com/watch?v=7t_LxpCY2G8&feature=player_embedded

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P.S.: Weil es gar so perfekt zu meinem „letzten Denkansatz“ passt, möchte ich Ihnen diesen Artikel, der heute bei der Steinberg Recherche erschien (=> Klick) auf keinen Fall vorenthalten. Er beinhaltet den „offenen Brief“ eines Professors für Neues Testament an der Augustana-Hochschule der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern namens Wolfgang Stegemann, der damit auf die bei Schattenblick veröffentlichte Rundmail (=> Klick) von Dr. Gabriele Weber aus dem Gaza-Streifen antwortet.

Dem ebenfalls mit veröffentlichten Leserkommentar möchte ich mich mit großem Nachdruck anschließen, ihm aber noch hinzufügen, dass die Ausdrucksweise des „Herrn Theologieprofessors“ für mich vor allem auch aufzeigt, wie weit es mit unserer ach so zivilisierten, von höchster Ethik und Moral bestimmten, „christlichen-abendländischen“ Kultur gekommen ist – und auch, wie eng sich solche Herrschaften doch mit dem zionistischen Gedanken und Menschheitsbegriff zu identifizieren scheinen. Dass dem Schreiber dieser weit mehr als nur diffamierenden Zeilen auch die Totschlagkeule des „Umwandelns antizionistischer Kritik“ in gegen alle Juden gerichtetes Unrecht vorzubringen angesagt zu sein schien, rundet das ohnehin schon grausige Gesamtbild in letztmöglicher Perfektion ab!

Hören wir endlich auf damit, solchen selbstgerechten und verblendeten Hetzern zuzuhören … regen wir uns auf, sprechen wir Missstände offen an und schauen wir nicht länger weg … denn was in meinen Augen momentan die sich am nachhaltigsten aufdrängende Definition für „westliche Werte“ ist, lässt sich bildhaft in etwa so darstellen:

©David Dees Quelle

Auch deshalb hier noch einmal ein Aufruf, den Josephine bereits komplett veröffentlicht und treffend kommentiert hat!

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Aufruf zur Antikriegsdemonstration zum Qudstag

am Samstag, den 4. September 2010

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Treffpunkt: 14.30 Uhr am Adenauerplatz

Wegstrecke ab 15.00 Uhr:

über Kudamm, Joachimstaler Strasse, Kantstrasse bis Savigny-Platz (Abschlusskundgebung)

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Der Weltkrieg ist voll im Gange, was nun?

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