Besondere Leseempfehlungen 16.08.10 … kommentiert

Heute ist eine recht umfangreiche Sammlung an Artikeln zusammengekommen, die ich aus unterschiedlichen, generell aber der Qualität derselben geschuldeten Gründen für höchst empfehlenswert halte. Man möge mir den Umfang und die Länge des Artikels deshalb nachsehen und sich die jeweils am interessantesten anmutende Empfehlung zu Herzen nehmen.

Heutige „Beitragende“: Roberto J. De Lapuente, Klaus Baum, Christoph R. Hörstel, Gert Flegelskamp, Magnus Göller, Wahrheiten.org, Steven Black, Noam Chomsky (Ü.: Andrea Noll) … und aus aktuellem Anlass erneut einige Leseempfehlungen inklusive der Bitte um solidarische Unterstützung zum „Fall Firas Maraghy“ (Hungerstreik vor der israelischen Botschaft in Berlin).

Noch eine letzte Anmerkung … wenn häufig dieselben Autoren empfohlen werden, dann liegt das schlicht und ergreifend darin begründet, dass diese meiner Ansicht nach Spitzenleistungen am Band produzieren. Deshalb können sie aber trotzdem weiterempfohlen werden, obgleich sie das wahrscheinlich nicht nötig haben😉

Nun denn, schauen Sie rein und greifen Sie nach Belieben zu!

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Roberto J. De Lapuente [ad sinistram] … Facie prima – Heute: Die Suggestion, der wirtschaftliche Aufschwung (16.08.10)

Zitat:

Hat die Presse zur Aufgabe, über wirtschaftlichen Niedergang, Abschwung und Krise zu berichten, so umrahmt sie ihre Artikel mit Fotographien, die die Verwitterung unterstreichen, untermauern sollen. Verödete Baustellen werden gezeigt, großräumige Arbeitsstätten, auf denen nur ein Angestellter zu sehen ist, womit die brachliegenden Arbeitsstellen evident werden, die hier wuchern könnten, wenn es wirtschaftlich besser ginge. Keine Bilder von anpackenden Handwerkern, keine laufenden Fließbänder – alles ist still, alles ruhig, emsiges Nichtstun. Es scheint, als habe die Republik der Stillstand ereilt – es soll ja auch so scheinen. Denn die Abbildung muß abbilden, was der dazugehörige Artikel vorbringt. Der kräftige Arbeiter kommt erst dann zum Einsatz, wenn man sich entschließt, die relativ traurige Realität auf dem Arbeitsmarkt, mit all seinen Fängen um Niedriglohn und Scheinbeschäftigung, zu einem Aufschwung zu verklären. Dann braucht es Bilder von stemmenden Kerlen, die dann auch vor der Landesflagge posieren dürfen, um eine nationale Stoßrichtung zu deklamieren […]

Zitat Ende.

Kommentar: Eine vergleichsweise kurze, aber dennoch das Wesentliche aufzeigende Abrechnung mit der „Komplizenschaft“ trockener Texte mit sinnstiftenden Fotografien … oder anders ausgedrückt: die Entlarvung des ewigen Spiels mit „Auf und Ab“, das im Endeffekt immer denselben Zwecken und Profiteuren dient. Man denke hierbei nur an den immer wieder haltlos und inhaltsleer von „Arbeitsplätze vernichtendem Mindestlohn“ oder ähnliche „arbeitgeber- (kapital-) feindliche Intentionen“ polternden BDA-Präsidenten Dieter Hundt und seine „Kampf- und Gesinnungsgenossen“ – auch deren Parolen finden sich bei genauerem Lesen in Robertos Beitrag berechtigter Weise aufgedeckt und kritisiert.

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Klaus Baum [Notizen aus der Unterwelt] … George Orwell und Jesaja oder wie Angela Merkel einmal das Sparpaket ausgewogen und gerecht nannte (15.08.10)

Zitat:

Orwell wird oft auf Blogs zitiert, die sich kritisch mit den herrschenden Kräften der Gegenwart und insonderheit mit deren Sprachverdrehungen auseinandersetzen. Zwei Zitate werden am häufigsten verwendet: 1. Die Lüge wird solange wiederholt, bis man sie für Wahrheit hält. und 2. Liebe ist Hass, Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Ignoranz ist Stärke. Dass Menschen Begriffe hinsichtlich ihrer Bedeutung oft in ihr Gegenteil verkehren, ist aber eine sehr, sehr alte Erfahrung, wie ich dieser Tage durch Zufall lesen konnte […]

Zitat Ende.

Kommentar: Ein äußerst interessanter und den „Orwellschen Neusprech“ – sozusagen – als ein Plagiat biblischer Erkenntnisse und Überlieferungen entlarvender Beitrag. Da er jedoch zielgerichtet die Gegenwart und die besondere Art der selbst erklärten Weisheit von Propaganda dreschenden heutigen Politiker/innen und „Experten“ anvisiert, ist er in jedem Fall eine Leseempfehlung wert, die auf dem Faktor „sinnvoll investierte Zeit“ beruht.

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Christoph R. HörstelObamas Geburtsort – ein Juristenstreit um Dokumente (15.08.10)

Zitat:

Ab und zu wird im politischen „Sommerloch“ (Parlamentsferien) auch mal eine Sau durchs Dorf getrieben, die eher wenig Chancen auf längeres Überleben hat: Zur Zeit ist das der Streit um den Geburtsort des US-Präsidenten Barack H(ussein) Obama.

Worum geht‘s: Die US-Verfassung verlangt zwingend, dass ein US-Präsident in den USA geboren sein muss. Alle anderen Ämter können theoretisch auch von Einwanderern ausgeübt werden, also von Personen, die erst später im Leben die US-Staatsbürgerschaft erworben haben – wie zum Beispiel Henry Kissinger, Medienzar Rupert Murdoch oder Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger […]

Zitat Ende.

Kommentar: Ein höchst informativer Beitrag zu einem derzeit wild kursierendem Diskurs – der unter anderem mit einer plausiblen, sozusagen mitten aus der „machtpolitischen“ Realität gegriffenen Erläuterung dafür aufwartet. Auch den Hinweis, dass man beim Verbreiten von darauf bezogenen Informationen zwischen Gerüchten/Spekulationen und Fakten differenzieren sollte, halte ich für angebracht, da man andernfalls allzu leicht den falschen Herrschaften in deren gezinkte Karten spielt!

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Gert FlegelskampBertelsmann und Tochter arvato (15.08.10)

Zitat:

Ein Sportler hat bei Sportveranstaltungen nur ein Ziel im Auge, als Erster die Ziellinie zu überqueren. Dafür verausgabt er sich bis zum Letzten und verschwendet auch keinen Gedanken daran, wie er nach der Überquerung des Ziels noch den Weg zurück in die Kabine schafft.

Aber was ist mit dem normalen Menschen? Ich meine hier den Durchschnittsmenschen, gerne auch als Otto Normalverbraucher oder als Lieschen Müller bezeichnet. Nun, ich denke, er betrachtet sich weitgehend als die „Krone der Schöpfung“ (biblisch betrachtet), oder unter Marktgesichtspunkten als „Ende der Nahrungskette“. ~ Doch das ist lediglich das Ergebnis andauernder Public Relation und ständiger Werbung. Man gaukelt uns vor, wir ständen im Fokus des Interesses der Medien, der Unternehmen und der Politik. Aber das ist nur sehr einseitig richtig, denn im Fokus stehen wir nicht als Menschen, sondern lediglich als Konsumenten. Wer das erkennt, sollte sich einmal Gedanken über das Ziel hinaus machen, über Unternehmen, über Märkte, über Technik […]

[…]Es wird Zeit, dass die Menschen aufwachen, erkennen, dass wir heute schon einer permanenten Gehirnwäsche unterzogen werden, dass wir heute schon einer Kontrolle unterliegen, die die in Orwells Roman 1984 weit in den Schatten stellt und dass wir auf viele Arten davon abgehalten werden, uns mit den Dingen zu beschäftigen, die wirklich zählen. Besonders schlimm finde ich, dass wir das, was uns vom Wesentlichen abhält, nicht nur selbst finanzieren, sondern damit auch denen, die das wollen, ihre Vermögen zuschanzen […]

Zitat Ende.

Kommentar: Ein Thema, das häufig behandelt wird, aber gar nicht oft genug angesprochen und in all seinen Facetten aufgezeigt werden kann. Der vorliegende Beitrag wird dieser Aufgabe herausragend gerecht und – wie man es von dem Autor gewohnt ist – verbindet dabei gleich mehrere lose Enden, die man tunlichst als Gesamtheit erkennen und verstehen sollte. – Die Ausführungen decken sich umfänglich mit den Ergebnissen meiner eigenen Recherchen zu Mohn/Bertelsmann und dem alles andere als „segensreichen“ Wirken dieses „stiftungstechnisch aufgewerteten“ Familienunternehmens … ganz besonders konform gehe ich mit dem letzten Teil des oben veröffentlichten Zitats!

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Magnus Göller [Neues aus Hammelburg] … BP’s & Obama’s Killers (12.08.10)

Zitat:

Das folgende Video stellt die Frage, ob der vielleicht prominenteste Ölkatastrophen-Kritiker der US-Regierung und BPs, Matt Simmons, wirklich plötzlich mit Herzanfall in der Badewanne ertrank [… Video …]

Allgemeiner interessant ist noch die im Film erörterte, in Deutschland bislang wenig bekannte Obama-Friedensinitiative, laut derer die CIA überall auf der Welt, auch in den USA und auch Amerikaner dort, wie ohnehin jeden anderen Erdenbürger, auf Verdacht ermorden dürfen, wofern derjenige “eine Gefahr für die Nationale Sicherheit darstellt” […]

Zitat Ende.

Kommentar: Auf der Grundlage des „plötzlichen Herztods“ von Matt Simmons stellt der Autor eigene Spekulationen an, die mich persönlich leider sehr überzeugen, da sie den ebenso unvermeidbaren wie zweifelsohne korrekten Querbezug zwischen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko und den mehr oder weniger allgemein bekannten Methoden des US-amerikanischen Machtapparats, seiner Meinung nach vitale „nationale Sicherheitsinteressen“ zu schützen, herstellt und zu guter Letzt nachvollziehbare Schlussfolgerungen zieht! Beides hat gerade unter Mr. Barack „Hope & Change“ Obama eine für unvorstellbar gehaltene neue Qualität angenommen …

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Wahrheiten.orgKlebstoff, Ignoranz oder Machtbesessenheit – die Politik ist nicht mehr zu retten (16.08.10)

Zitat:

Haben Politiker vieler Länder inzwischen den Ernst der Lage erkannt oder warum kommt das große Sparen überall in Mode? Ist auf diese Weise überhaupt noch etwas zu retten?

Angst hat die Führung in den meisten Regierungen übernommen. Die guten Jahre sind vorbei, das spüren die vielerorts zu Volksverrätern verkommenden Parlamentarierer, doch anstatt das Weite zu suchen, scheinen sie an ihren Sesseln zu kleben und versuchen mit allen Mitteln, das Gebilde vor dem finalen Einsturz zu bewahren […]

Zitat Ende.

Kommentar: Ein guter Artikel, der die herrschenden Probleme zwar auch aus Sicht des mutmaßlichen Denkens „politischer Nicht-Verantwortungsträger/innen“ behandelt, aber auch über diesen Tellerrand hinaus schaut und die gesellschaftliche Denkweise beleuchtet, welche sich von diesem Denken nicht wirklich unterscheidet. Auch wenn der Beitrag in einigen Punkten (Staatsverschuldung, Privatisierung) etwas zu kurz greift und maßgebliche Entwicklungen, die dies und noch mehr erzwungen haben, nicht anspricht – was in der anzustrebenden Kürze eines Artikels allerdings auch schwer realisierbar ist, stellt er die Gesamtsituation unzweifelhaft korrekt dar.

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Steven Black Jane Burgermeister vor Gericht (15.10.08)

Zitat:

Wie einigen inzwischen bewusst ist, wird Jane Burgermeister von der Österreichischen Justiz verfolgt! Aufgrund fadenscheiniger Vorwürfe und erfundener, bewusst eingesetzter “Beweisführung” wurde versucht Jane zu entmündigen. Am 12. August sollte sie sich am Wiener Gericht dazu “verantworten”. Mit einigen an “Slapstick” erinnernden Methoden, wie sie in der Stummfilm Ära gebraucht wurde, scheinen die Döblinger (Wien) Behörden durchs Leben zu stolpern!

Leider ist das wenig komisch, nicht wenn man unter derartig wahnwitziger Anklage steht […]

Zitat Ende.

Kommentar: Der Beitrag ist nicht nur eine wichtige Information bezüglich des Verlaufs jenes Gerichtstermins, auf den wir in diesem Artikel ebenfalls hingewiesen hatten. Natürlich ist es von besonderer Relevanz, dass dieser „Schauprozess“ offenkundig nicht so verlaufen ist, wie es sich die Hintermänner selbstgerecht agierender Richterinnen und Richter erhofft hatten, aber dennoch möchte ich Ihre besondere Aufmerksamkeit auf den Schluss des Artikels lenken (den sie natürlich vollständig lesen sollten!), da der Autor dort ein paar wahre und gewichtige Worte an „uns alle“ richtet, die wir nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten!

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Noam Chomsky [ZSpace /ZNet – Übersetzung Andrea Noll] … Warum WikiLeaks den Krieg nicht stoppen wird (13.08.10)

Zitat:

Die ‚Kriegstagebücher‘, die von der Organisation WikiLeaks im Internet veröffentlicht wurden – ein Archiv mit Geheimdokumenten des US-Militärs über sechs Jahre Krieg in Afghanistan -, zeigen, aus amerikanischer Perspektive, wie ein grimmiger Kampf immer grimmiger wird. Für die Afghanen bedeutet dies weiteren Schrecken […]

[…]Dieses Memorandum der CIA sollte uns daran erinnern, dass Staaten einen internen Feind haben: ihre eigene Bevölkerung. Wenn die Bevölkerung gegen die staatliche Politik ist, muss die Bevölkerung unter Kontrolle gebracht werden […]

Zitat Ende.

Kommentar: Eine kurze und dennoch fundierte Analyse bezüglich der voraussehbar ausbleibenden Wirkung der „WikiLeaks-Veröffentlichung“ auf das Kriegsgeschehen in Afghanistan. Der Autor führt für seine – meiner Ansicht nach zutreffenden – Argumente auch geschichtliche Fakten aus anderen US-Kriegen an. – Am Ende zeigt er jedoch vor allem auf, warum wir die Propaganda, mit der Kriege „gesellschaftsfähig“ gemacht oder mit denen das wahre Geschehen im Kriegsgebiet verschleiert werden soll, nicht so oberflächlich betrachten sollten, als ginge uns das alles nichts an. – Das totale und absolute Gegenteil ist angesagt!

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Zum Fall Firas Maraghy – Hungerstreik vor der israelischen Botschaft in Berlin

In diesem Fall möchte ich nicht nur zur Solidarität mit dem israelischen Staatsbürger palästinensischer Herkunft und seiner Familie (deutsche Ehefrau und gemeinsame Tochter) aufrufen, sondern auch dringend empfehlen, die nachfolgenden Dokumente / Artikel zu lesen, die einen tieferen Einblick in der Fall und die – gelinde gesagt – unrühmliche Rolle, die der israelische Staat und seine Bürokratie spielen, vermitteln:

(Quelle: Jüdische-Stimme.de)

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Prof. Dr. Rolf Verleger [EJJP-D] … Brief an den israelischen Botschafter zu Berlin (03.08.10)

Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V. (s. o.) … Presseerklärung (11.08.10)

Palästina-Portal … Aktualisierte Sonderseite

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Kommentar: Die oben stehenden Verlinkungen stellen nur eine Auswahl von Informationsplattformen dar, die von uns regelmäßig frequentiert werden. Es ist meiner Ansicht nach nicht nur angemessen und legitim, Herrn Maraghy in seinem menschlich und rechtlich (man kann also auch sagen menschenrechtlich)  nachvollziehbaren Bemühen solidarisch zu unterstützen – es ist sogar unabdingbar, wenn man es ehrlich meint mit Parolen wie „Kampf gegen Rechts / Rassismus“ oder ähnlichen, welche gerade die israelischen Verantwortlichen und ihre engagierten Fürsprecher immer wieder gerne für sich selbst instrumentalisieren! Wahrheit und Gerechtigkeit sind meiner Meinung nach keine Werte, die auf willkürlicher Einseitigkeit basieren dürfen und gedeihen können!

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