Leseempfehlungen zum Themenschwerpunkt Israel/Palästina

Zusätzlich zu den beiden Artikeln, die wir heute bereits komplett veröffentlicht haben, sind uns folgende Übersetzungen und Empfehlungen von Ellen Rohlfs zugegangen. Da man es gar nicht oft genug wiederholen kann auch an dieser Stelle nochmals unseren herzlichen Dank an die engagierte und lebenserfahrene Übersetzerin und Lopez vom Womblog, von dessen guten Verbindungen wir immer wieder profitieren dürfen.

Heute umfassen die Leseempfehlungen Artikel von Uri Avnery, Amira Hass, Electronic Intifada / IRIN sowie eine Pressemittelung der Organisation CPT Hebron (Christian Peacemaker Team – mit kurzem Beweisvideo) … außerdem greifen wir auch noch einen Hinweis auf einen weiteren Kommentar zum IHH-Verbot auf, der am 19. Juli im Forum von Muslim-Markt erschienen ist.

* * * * * * * * * * * * * * *

Uri AvneryRosemaries Baby (24.07.10)

Zitat:

Seit ich in meiner Kindheit den Aufstieg der Nazis in Deutschland miterlebte, juckt meine Nase jedes Mal, wenn ich etwas Faschistisches rieche, auch wenn der Geruch noch schwach  ist.

Als die Debatte über die „Ein-Staaten-Lösung“, begann, fing meine Nase zu jucken an.

Bist du verrückt geworden, sagte ich zu meiner Nase, dieses Mal  hast du absolut unrecht. Dies ist ein Plan der Linken. Er wird von Linken  mit  unzweifelhaften Referenzen vorgebracht, von den größten Idealisten in Israel und im Ausland, sogar von Marxisten.

Doch meine Nase blieb dabei. Sie juckte weiter.

Nun sieht es so aus, als ob die Nase letzten Endes Recht hätte […]

Zitat Ende.

Kommentar: Diesen Artikel kann man wirklich nur nachdrücklich empfehlen. Nicht nur, weil er die israelische Politik und ihr derzeit vorgegaukeltes „Einlenken“ in Richtung einer zügigen Lösung der Integrationsprobleme (kennen wir auch und hat recht wenig bis gar nichts mit staatsbürgerlichen oder gar Menschenrechten zu tun!) mit Hilfe des Zitieren von aktuellen Wortführern als die Falschheit entlarvt, die ihr innewohnt. Er zeigt auch auf, wie tatsächlich oder zumindest vorgeblich linken Interessen verbundene Menschen und ihre Ideen einer ultrarechten Politik in die Karten spielen. Und auch das ist definitiv ein globales Phänomen, das seit den 1990er Jahren vor allem in der „neuen BRD“ zu beobachten ist und wenigstens als gravierendes Element des Erfolges de facto faschistischer Umtriebe jener Globalisten anzusehen ist, die mit Hilfe von politischen Marionetten seit mindestens 120 Jahren eine Welt(ordnung) nach ihrer Vorstellung zu etablieren versuchen. Dass es noch wesentlich mehr auffällige Gleichheiten zwischen diesen Globalisten, Israel und dessen weltweit agierenden Lobby gibt, ist ebenso wenig abzustreiten wie einem Zufall geschuldet.

*****

Amira Hass [Haaretz] … Die Gehirntumor-Methode (19.07.10)

Zitat:

Die Frau sah den jungen Mann vor sich an, als ob er ein seltenes Museumstück wäre. Er kam alleine aus dem Gazastreifen in die Westbank und lebt seitdem dort. Er ist kein ranghoher VIP von der Fatah oder einer von den Sicherheitskräften, auch kein Verwandter oder Kollege einer hochgestellten Persönlichkeit.

Wie hast du das gemacht? Er lächelt und hebt die Augenbrauen. Die Frau. die auch aus dem Gazastreifen kommt, antwortet auf sein geheimnisvolles Schweigen: Ah, ich verstehe, du hast einen Gehirntumor.“ Einige andere in dem Raum schreien mit erstickter Stimme voller Panik. Wir mussten ihnen erklären, dass dies nur eine Metapher für den seltsamen und ungewöhnlichen Weg ist, den er gefunden hatte, um ein Transitvisum von Israel zu bekommen, um die Westbank betreten zu können […]

Zitat Ende.

Kommentar: Was auf den ersten Blick eventuell ziemlich makaber wirken mag, ist in Wahrheit ein anschaulicher Bericht darüber, wie Israel die Bevölkerungskontrolle in den besetzten Gebieten seit mindestens20 Jahren handhabt und wie dieser Umgang mit dem Schicksal von widerrechtlich ihres Landes und ihrer Souveränität beraubten Menschen nun auch noch für die Politik der ethnischen Säuberung benutzt wird. So schafft man dann halt Fakten, die einer skrupellosen rassistischen Regierung die Handhabe bieten, Lebensraum für jüdische Israelis zu akquirieren … der Gehirntumor spielt dabei aber schon eine sehr reale Rolle, so dass man den Artikel mal gelesen haben sollte, um diese Zusammenhänge verstehen und mit den offiziellen Berichten der Medien vergleichen zu können. – Erst danach kann man beginnen, sich eine eigene Meinung zu bilden.

*****

Electronic Intifada / IRINWasserbeschränkungen in der besetzten Westbank (18.07.10)

Zitat:

Ramallah, besetzte Westbank: Der schlechteste Ort in der besetzten Westbank bez. Wasser und sanitäre Einrichtungen ist ein von Israel kontrollierter Streifen Land, der als Zone C bekannt ist, wo die palästinensische Behörde (PA) technisch für Wasserzuteilung verantwortlich ist,  aber nicht in der Lage ist, dies zu praktizieren […]

[…] Viele Gemeinden liegen 40km von der nächsten Wasserstelle entfernt, sagte Flowers. Dies macht den Wasserpreis vor allem während der Sommermonaten sehr teuer ((Natürlich haben die in der Nähe liegenden jüdischen Siedlungen Anschluss an die Wasserleitungen und keine Wasserprobleme ..ER))

Sie sagt: EWASH kämpft darum, humanitäre Notwasserprojekte in Zone C zu installieren – aber es fehlen die notwendigen Genehmigungen  der israelischen Behörden […]

Zitat Ende.

Kommentar: Dieser Bericht spiegelt – nicht nur, aber in besonders vitaler Weise – den ganz normalen Umgang der „israelischen Autoritäten“ mit den Rechten, Bedürfnissen und „angeblich durch Abkommen geregelten“ legitimen Ansprüchen der palästinensischen Zivilbevölkerung wider. Natürlich werden das die Offiziellen und ihre Hasbara-Verbündeten aufs schärfste zurückweisen und als eine antisemitische (immer wieder lustig, denn das ist genauso einseitig!) Lüge bezeichnen – aber dafür sind die Fakten mittlerweile doch etwas zu bekannt. – Da man einen Kommentar dazu nicht schreiben kann, ohne dass gleich ein ganzer Artikel dabei herauskommt, verweise ich der Einfachheit und Vollständigkeit halber lieber direkt auf einen Artikel meiner Freundin und Kollegin Josephine, die sich dieses Thema (in etwas umfänglicherer Form) schon vor einiger Zeit vorgenommen und dabei sehr interessante Informationen zur Verfügung gestellt hat!

Dass dies in den besetzten Gebieten Palästinas besonders schlimm ist, soll und darf nicht bestritten werden, aber in anderen Regionen der Welt geht es nicht weniger borniert und menschenverachtend zu, wie die veröffentlichten Pressemitteilungen von Survival International zum Fall der indigenen Buschleute der Kalahari in Botswana belegen!

*****

CPT Hebron (Christian Peacemaker Team) – Die israelische Grenzpolizei demoliert die Wasser-Infrastruktur im Al-Baqa’a Tal

Komplettzitat:

Pressemitteilung zur sofortigen Veröffentlichung

Zum 3. Mal in zwölf Tagen führte israelische Grenzpolizei Zerstörungen im al-Baqaa-Tal aus, einem fruchtbaren Tal, das für Landwirtschaft benützt wird. Es liegt nordöstlich von Hebron an der Straße 60 . Am 19.Juli hat die israelische Grenzpolizei mit Hilfe  angeheuerter Arbeiter, die schwere Maschinen benützten, ein Zisterne  zerstört und Bewässerungsschläuche   auf 6 Dunum Gemüsefeldern entfernt.

Die israelische Grenzpolizei und  Leiharbeiter zerstörten zunächst die Regenwasserzisterne. Grenzpolizei und die Arbeiter gingen dann zu den Gemüsefeldern und entfernten alle Berieselungsschläuche. Die israelische Grenzpolizei benützte Knallgranaten, um die palästinensischen Besitzer und Bewohner zu vertreiben, die sich am Ort der Zerstörungen eingefunden haben. Sanitäter kamen und untersuchten die beiden Frauen, die von den Knallgranaten beeinträchtig wurden. Eine Frau musste von der Ambulanz mitgenommen werden.

((Indem man  Menschen das Wasser wegnimmt, wird die ethnische Säuberung vorbereitet ER))

* * * * * * * * * * * * * * *

Anhang zum IHH e.V. – Verbot

Zusätzlich zu ihren Übersetzungen hat Ellen Rohlfs ihrer Mail dankenswerter Weise auch noch auf diesen Kommentar zur Glanzleistung des Herrn BIM de Maizière hingewiesen, welchen ich den Leser/innen unseres Blogs nicht vorenthalten möchte …

Malcolm Sylvers (Muslim-Markt-Forum) … Der Bundesminister, Hamas und die Waisen von Gaza (19.07.10)

Zitat:

Wie sollte das Verbot der Internationalen Humanitären Hilfsorganisation interpretiert werden, das von Bundesinnenminister de Maizière verhängt wurde? Die Begründung lautete, die Organisation sei durch ihr Engagement für Waisenkinder in Gaza zu sehr in die Nähe von Hamas gerückt.  Wie wichtig ist das Ganze für das allgemeine Publikum in Deutschland?  Ist es nur ein Versuch eines überehrgeizigen CDU-Politikers, sich mit islamophober Politik zu profilieren?  Bis jetzt hat dieses Verbot, mag die Hitze, mag die Erschöpfung durch Fußball-Fieber daran Schuld sein, außer bei den direkt Interessierten sehr wenig Aufmerksamkeit erregt.  Das Verbot könnte aber etwas Wichtiges über Deutschland als Rechtsstaat und die Möglichkeit einer Nahost-Außenpolitik jenseits von bloßer Subalternität gegen die israelische Politik aussagen.  Darum ist es legitim, mindestens folgende Fragen zu stellen: […]

Zitat Ende.

Kommentar: Der Beitrag stellt eine Reihe von zweifelsohne hochgradig berechtigten Fragen, welche man sich auch als vermeintlich unbeteiligte/r bundesdeutsche/r „Bürger/in“ ganz ernsthaft selbst stellen und dann auch, ohne der Realität auszuweichen, beantworten sollte. Wichtiger ist jedoch, sich jene Fragen ernsthaft durch den Kopf gehen zu lassen, die der Autor in Bezug auf die politischen Hintergründe des Verbots und auf die Auswirkungen, welche dieses für die betroffenen minderjährigen und erwachsenen Bedürftigen haben werden, ebenfalls vollkommen zu Recht in den Raum stellt. Wichtiger und richtiger ist diese Herangehensweise, da die besagten Einschränkungen bei der Versorgung von notleidenden Menschen (nicht nur, aber auch) in Gaza akut sind, während die Beantwortung der erstgenannten Fragen auf die „Zukunft“ abzielt … die uns allerdings sehr viel näher ist, als es die meisten schlafenden Schafe unter uns wahrhaben wollen! – Das, was wirklich hinter dem IHH-Verbot durch den bundesdeutschen Innenminister steckt, ist eine globale Bedrohung, die nach außen hin zwar Unterschiede nach religiöser, kultureller und ethischer Herkunft zu machen scheint, in Wahrheit aber über die menschliche Spezies hinaus alles Leben auf der Erde zum Ziel hat. Die „Herrschaften“, deren psychopathischen Gehirnen dieser große Plan entsprungen ist, dessen Verwirklichung vor unser aller Augen in seine Endphase getreten ist, werden nicht eher Halt machen, bis er zur Gänze nach ihren Vorstellungen umgesetzt wurde. – Und spätestens dann werden wir zu begreifen und zu spüren bekommen, wie es jenen Menschen geht, denen die IHH e.V. zumindest vorübergehend keine Unterstützung mehr zukommen lassen kann.

Wacht endlich auf und fangt an selbständig zu denken!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: