Der nächste Aufreger der Nation

Das regierungsfreundliche Sparpaket; das willkommene Geschenk zur Erhaltung unserer Gesundheit von Minister Rösler; schöne neue Überwachungsgesetze für unsere Freiheit; eine kleine Beteiligung am Krieg in Afghanistan, mit einer bisher belanglosen Anzahl von Toten auf unserer Seite; neuartige Stigmata für arbeitsunwillige Hartz-IVler Familien; Benzinpreis- und sonstige erfreuliche Energiekostenerhöhungen; ein paar Euro mehr für unsere lieben Abgeordneten und sonstigen schwerarbeitenden Politiker; verheißungsvolle völkerverbindende Aufnahme von Türken in den Polizeidienst, damit auch alles seine schöne Ordnung bei uns hat; speziell bei uns im Landkreis, das äußerst notwendige Verbot, Friedhöfe nicht mehr mit dem Fahrrad befahren zu dürfen. Ja, wo kommen wir sonst auch hin, wenn nicht alles bis ins kleinste Detail über Vorschriften und Gesetze geregelt wird.

Diese Liste kann man sicher noch beliebig erweitern und wer mag kann das auch tun. Jedenfalls wird sich in unserem Land ständig über etwas Neues aufgeregt, aber nur kurzzeitig. Dann freut sich das Volk schon auf den neuen Aufreger der Nation. Unsere Fußballjungs, haben die Weltmeisterschaft versägt. Das Land war kurzzeitig in Trauer, so als wenn jemand gestorben wäre. Ist es ja auch, denn was gestorben ist, ist die Vernunft. Das Volk benimmt sich so wie ein Heroinsüchtiger, der sich neuen Stoff besorgen muss, weil er mit einem normalen Leben nichts mehr anfangen kann. Der Stoff sind die Aufreger der Nation. Davon kann das Volk wie es scheint, einfach nicht genug bekommen. So geben ihm die Dealer eben das was es braucht.

Den lebensnotwendigen Stoff bekommt das Volk zum Teil sogar auf Wahlschein. Dazu müssen die Süchtigen noch nicht mal alle ihre Sinne beieinander haben. Ein paar Kreuzchen alle paar Jahre an der richtigen Stelle genügen da vollauf.

Ja, was für ein versieftes, schluderiges, zu eigenständiger Handlung nicht mehr fähiges Volk sind wir Deutschen eigentlich? Alles wonach wir uns noch zu sehnen scheinen, ist eine tägliche Dosis Aufreger. Wir machen schon freiwillig den Arm frei und dann warten wir auf die heilsbringende Spritze. Die Augen weit aufgerissen, die Ohren auf Empfang gestellt, warten wir täglich auf die neueste Schreckensmeldung, entweder im Radio, im Fernsehen oder im Internet. Althergebrachte Mundpropaganda reicht schon lange nicht mehr aus, um den hohen Bedarf zu decken.

Oh Schreck! Diesmal wurden wir herb enttäuscht, es hat sich nur ein junger Geisterfahrer auf der Autobahn totgefahren. Das passiert doch alle Nase lang und ist schon lange nichts mehr Besonderes. Mal wieder so ein schönes gewaltiges Bombenattentat, bei dem ein paar Wolkenkratzer zusammenfallen oder ein großes Unternehmen verbohrt sich mal wieder in der Tiefsee, wobei dann die Apokalypse ausgerufen werden kann oder ja, mal wieder eine unsichtbare Vulkanaschewolke über Deutschland, wo man dann wieder im Flughafenterminal sein Zelt aufschlagen darf wie auf dem Campingplatz. Das wollen die Leute, so etwas nennen wir heute Leben. Wenn nichts passiert ist ja alles soooooooo langweilig.

Gut, dass unsere Regierungen, Wissenschaftler und Konzerne ganz genau wissen was wir benötigen und was wir haben wollen. Die Presse ist ihr Megaphon und damit erreichen sie per passendem Verstärker einen jeden von uns im letzten Winkel unseres Landes. Die Zahl der Internetanschlüsse ist auch wieder gestiegen. So will man das auch. So kann jeder Mensch mit der Droge Aufreger beliefert werden. Und die Menschen zahlen gut dafür. Ja, sie zahlen überhaupt gut für alles was sie haben möchten und sogar immer mehr für das, was sie nicht haben möchten und was völlig unwichtig für unser Leben ist. Ein Volk ganz seriös unter Drogen gesetzt. So erschafft man sich liebe und willige Slaven.

Kommen dann Tage, an denen man sich überhaupt nicht über etwas aufregen kann, denn davon gibt es leider im Jahr immer noch viel zu viele, dann verfällt das Volk in so eine Art Starre. Dann füllen die Leute alte Rechungen aus, bestellen auf Teufel komm raus Waren online, lassen ihr altes Auto verschrotten, nur damit sie sich für ein neues in große Schulden stürzen können, buchen eine Urlaubsreise mit der man dann bei Verwandten und Freunden schön angeben kann oder setzen sich aus Langeweile einfach mal in das Wartezimmer bei irgendeinem Onkel Doktor. Von diesem erwarten sie dann im Bestfall eine Schreckensmeldung über den Zustand ihrer Gesundheit, damit sie sich wenigstens über etwas aufregen können. Solange bis die Politiker des Doktors Part wieder übernehmen und mit einer besseren Droge aufwarten.

Wann kommt endlich der große versprochene Krieg im Nahen Osten? Oder der versprochene Zusammenbruch des Euro oder gar der ganzen Weltwirtschaft?

Nur nicht so schnell mit den jungen Pferden, rufen dann die Drogenlieferanten. Das wäre ja dann gleichbedeutend mit dem goldenen Schuss und danach wäre womöglich Schluss. Wir aber wollen doch auch unseren Spaß dabei haben und dazu auch mit Euch Süchtigen. Somit werden Aufreger weiter in geringen Dosen verabreicht. Denn man muss sich das nach Aufregung süchtige Volk schließlich bei der Stange halten. Auf dieser Stange sitzen nämlich jene, die die meiste Aufregung verursachen und die wären natürlich dumm, sich diese selbst abzusägen.

Ob man Menschen nun Drogen verabreicht, ihnen die Peitsche gibt oder ihren freien Willen mit Gesetzen und Vorschriften zügelt, am Ende ist es doch eigentlich alles dasselbe, oder etwa nicht?

Gestern hörte ich auf einem Reiterhof Leute über Pferde sprechen. Einer davon sagte: „Wie gut, dass die Pferde nicht wissen, wie stark sie sind.“

7 Antworten

  1. Lieber Jochen,

    Anastasia sitzt in der Ecke und schläft. Somit hab ich etwas Zeit für’s Netz. Nein nicht Haarnetz. Ganz langsam lasse ich die Finger auf die Tasten fallen, um nicht zu nass zu werden. Leider gibt es bei Deinem Artikel nichts zu meckern. Und somit muss ich Dir wohl beipflichten. Aber eins hab ich doch gefunden.

    -„Ja, was für ein versieftes, schluderiges, zu eigenständiger Handlung nicht mehr fähiges Volk sind wir Deutschen eigentlich? Alles wonach wir uns noch zu sehnen scheinen, ist eine tägliche Dosis Aufreger.“-

    Du sprichst von WIR! Falsch. Nicht WIR, sondern der Grossteil unseres Volkes, sollte es heissen.

    Denn unsere Gemeinde zähle ich nicht dazu.

    Die heissesten Grüsse aus der Heimat der Geisteskranken (Tagtäglich muss ich mir das reinziehen)

    Jan

  2. Lieber Jochen,

    traurig aber wahr … doch zumindest fantastisch formuliert! Wahrheit tut zwar meistens weh, aber immerhin – wie man an Deinem Beitrag wieder einmal erkennen darf – kann man sie trotzdem anspruchsvoll und lesenswert verbreiten.

    Dafür ein aufrichtiger Dank und ein ebensolches Chapeau von uns an Dich!

    Elke
    (auch im Namen des wieder einmal auf unbekannten Abwegen wandelnden, oder wegen der Hitze auch fließenden Hans😉 )

  3. Lieber Jan,

    ich frage mich wirklich , womit Du Anastasia ruhig stellen konntest. Das Mittel hätte ich dann auch gerne für meinen privaten Hausgebrauch.

    Dein Kritikpunkt hat Beachtung gefunden! Aber Du weißt ja, wir sind alle nur Menschen und machen Fehler.

    Könntet Ihr da in Berlin vielleicht etwas weniger atmen? Ich meine jetzt wegen dem CO2 Gehalt der Luft. Es heißt ja, die Berliner Luft verseucht das ganze Land. Oder hat das etwa doch andere Gründe? Es tut mir so leid, dass Du Dir das Geschehen dort ständig reinziehen musst. Zum Glück hast Du Deine Enten, und einen schönen Platz am Flussufer, wo Du Dich von Zeit zu Zeit entspannen kannst. Nimm doch Anastasia mal mit dorthin.

    Kühlende liebe Grüße nach Berlin, Jochen

  4. Liebe Josephine mit eigenem Blog!

    Danke, dass Du meinen Artikel für lesenswert befindest. Ich schreibe einfach auf was ich denke, zumindest wovon ich denke, dass ich mit dem Gedachten keine strafbare Handlung begehe, sonst würde der Artikel bestimmt ganz anders ausgefallen sein, aber niemand soll ja von mir denken, dass ich nicht weiß, wo unserer öffentliches Denken seine Grenzen haben darf. Die Gedanken sind zwar frei, aber wenn man sie wirklich ganz frei aussprechen würde, dann bräche man uns entzwei. Meinungsfreiheit schön und gut, mehr davon kostet womöglich Blut.

    Dass dem Hans die Hitze nicht besonders gut tut, habe ich mir schon gedacht. Da hilft eine Schüssel mit kaltem Wasser und die Füße hinein stellen. Feuchtes Handtuch auf die nackten Unterarme oder die Beine ist auch zu empfehlen. Mache ich schon mal. Es ist so heiß, da macht mir sogar Radfahren zur Zeit keinen Spaß.

    Euch auch ein paar herzliche Grüße aus dem Inneren eines Kühlschrankes, wo ich mich jetzt gelegentlich gerne aufhalten würde,

    Jochen

  5. Lieber Jochen,

    die Ruhigstellung meiner Furie verdanke ich ganz allein Dir. Ich weiss zwar nicht genau, was Du mit ihr angestellt hast. Sie hat mir aber erzählt, das sie einige Zeit mit Dir in Deiner Folterkammer verbracht hat. Das hat mich aufhorchen lassen. Ich hab sie aber nicht von der Decke geholt. Sie ist nachts da runter geplumpst und ich hätte vor Schreck beinahe ne Attacke bekommen. Da haben sich die Haken gelöst und peng war sie unten. Das wollte sie eigentlich gar nicht. Danach hat sie mich angefleht, ich solle sie doch an die Heizung ketten. WIE hast DU es geschafft, die so so zu versauen? Sie fährt voll drauf ab. Ein Beispiel: Anständige Frauen hauen ihren Männern die Handtasche um die Ohren. Und was macht Anastasia? Die haut mir nen Mülleimer um die Ohren, aber einen vollen.
    Der Mief von hier kommt nicht von den paar einheimischen. Der kommt aus den Firmengebäuden der Vorstandsetagen der BRiD GmbH. Die grosse Vorsitzende lässt beim atmen immer die Fenster offen. Damit leistet sie die Vorarbeit ihrer vorgesetzten Dienststelle in USrael. Der Bobamia will ja erstmal 10millionen US-Bürger zur Probe am Golf kalt machen. Aber das weisst Du ja sicherlich.
    Im Moment sind es draussen im Schatten „angenehme“ 36° und drinnen hab ich schöne 29°. Morgen sollen es 39° werden. Also, da ist nix mit Enten und Schwäne am Wasser. Da hab ich mir selbst Arrest verordnet. Übrigens sehe ich sehr lustig aus. Ich bin wohl der einzige Affe mit Kopftuch. Alle paar Minuten wird es nass gemacht.
    Na, denn. Kochende herzliche und liebe Grüsse an die Familie und Gemeinde von hier nach da

    Jan

  6. Lieber Jan,

    stimmt, Deine Anastasia konnte von meinen Spielen einfach nicht genug bekommen. Bei 32° im Schatten an die vollaufgedrehte Heizung angekettet zu werden, findet sie einfach super. Probier dann dazu auch mal, ihre Finger zu toasten. Das macht sie ganz verrückt und ihr Verlangen nach Liebe ist dann einfach unersättlich.

    Jetzt mal kurz zu Liebesspielsachen. Die User von Beate sind ja scheinbar schon an so manches gewöhnt. Aber die abartigen Bohrmaschinenaufsetzer fürs weibliche Geschlecht, waren selbst mir neu. Anastasia wünscht sich so etwas übrigens als Geburtstagsgeschenk von Dir. Du hast schon eine Wahnsinnsfrau, die ich Dir da angelacht habe. Lass sie bloss nicht mehr gehen. Nur noch bekleidet würde ich empfehlen. Sonst sieht sie jemand anders mit gierigen Augen und dann ist sie nachher noch weg. Was ich sehr schade fände. Denn Einsamkeit Jan, die kann tödlich sein.

    Mit der Zeit wird es Deine Anastasia sicher auch schaffen, dass Du mal einen richtigen Herzinfarkt bekommst und nicht nur beinahe. Da bin ich mir ganz sicher.

    Von den Euthanasie-Bestrebungen der Bobamia-BP Vereinigung habe ich erfahren. Eine regelrechte Zwangsevakuierung soll gerade begonnen haben, mit kurzfristiger Einpferchung der Menschen in diese FEMA Camps. Anschließend sollen sich alle freiwillig mit einem Computerchip versorgen lassen müssen. Ob das so stimmt? Für etwas müssen die FEMA Camps schließlich mal getestet werden. Ist ja jetzt eine gute Gelgenheit, die Sache mit der Öl-Katastrophe.

    Wenn der Kern erstmal freigelegt ist – man sagt dazu kurz nur COREXIT – ist es bestimmt bis zur Apokalypse nicht mehr weit. Deine Anastasia ist da schon ganz heiß drauf.

    Ich hoffe, sie meldet sich hier im Blog auch noch mal zu Wort. Aber wenn Du sie immer so weiter knebelst und festkettest, dann wird das vermutlich nichts damit.

    Liebe Grüße unter stetigem Schweißfluss, Jochen

  7. Hi,
    ich dachte statt Stadtrummelbummel, mal dem Blog hier einen Besuch abzustatten wäre ganz statthaft und besser anstatt Haft Zuhause bei Jan.
    Mein Männlein ist ins Elekrogeschäft und will dort ein Geschäft machen. Ich sagte ihm, das hätte er aber auch hier gekonnt. Da hat er mir wieder einen Knebel in den Mund gesteckt und mich an die Heizung angebunden. Da wußte er noch nicht, dass ich jeden Knoten aufbekomme. Jan schwafelte auch etwas von einem größeren Kühlschrank, dem er es besorgen wollte. Das Handtuch, dass er sich ständig nass um den Kopf wickelt, muss wohl so einiges an Nebenwirkungen fabrizieren.
    Aber ansonsten komme ich mit ihm jetzt gut klar. Als ich ihn fragte, warum er die Bohrmaschine mitnimmt, da hat er aber nur komisch geguckt und was von einer Beate geschwafelt. Er schwafelt eben gerne mein Jan. Um zu Schaufeln, fehlt uns schließlich der Garten. Aber den legen wir uns schon noch an. Möglicherweise im Wohnzimmer unter der Decke. Da ist noch etwas Platz.
    Huch, da kommt mein Jan gerade nach Hause. Ich tue so, als wäre er gar nicht weg gewesen. Hoffentlich erreicht Jan bei mir heute Abend noch, was ich will. Mit dem Knebel im Mund ist es immer so schwer, im alles begreiflich zu machen.

    Bis later dann,

    Anastasia

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