Kommentierte Leseempfehlungen Israel/Palästina – Iran

Aus mehr als nur gegebenem Anlass möchte ich heute noch eine zweite Serie von Leseempfehlungen anbieten, die sich mit dem oben genannten Themenkomplex beschäftigen …

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Israel / Palästina

Zum Einstieg mal wieder ein Paradebeispiel für Begriffsdefinition à la proisraelischer Propaganda …

Märkische AllgemeineNAHOST: Das Recht Israel zu hassen – Ein Korrespondent über die Deutschen (29.06.10)

Zitat:

JERUSALEM – Einen Tag nach der „inszenierten“ Kontroverse zwischen Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) und dem Staat Israel, wegen einer abgelehnten Einreise in den Gazastreifen, wurde Christian Wulff (CDU), Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, dazu in einem Fernsehinterview gefragt: „Darf ein deutscher Politiker Kritik an Israel äußern?“ Eldad Beck, Berlin-Korrespondent von „Jedijot Achronot“, der größten Zeitung Israels, nimmt dies zum Anlass, unter dem Titel „Das Recht, Israel zu hassen“ über Deutschland als „Geisel einer Kollektiv-Fantasie“ zu schreiben, die zu einer „nationalen Geisteskrankheit“ entartet sei […]

[Und dann, um auch noch ein Beispiel dafür beizusteuern, wie proisraelische Schreiberlinge, egal ob Profis oder (angebliche) Amateure, dazu neigen, bestehende Tatsachen nach eigenem Gutdünken zu verdrehen – es lohnt sich aber gerade deswegen unbedingt, den kompletten Artikel zu lesen! – Hervorhebungen durch den Autor]

„Jene, die behaupten, dass Deutsche ein Recht auf Kritik an Israel hätten, meinen in Wirklichkeit, dass Deutsche auch Israels Existenzrecht abstreiten dürfen.“ Bedauerlicherweise kooperiere die deutsche Führungsspitze mit diesem „Spuk“. Schon vor langer Zeit hätte Kanzlerin Angela Merkel, dazu Stellung nehmen müssen. Ihre freundschaftliche Haltung zu Israel wird von niemandem in Frage gestellt, meint Beck. Deshalb hätte Merkel klar machen sollen, dass es keinerlei Verbot gebe, Israel zu kritisieren. Doch Merkel tue sich schwer, das auszusprechen, solange gleichzeitig Israelis der „Neuen Linken“ durch Deutschland reisen, um Deutsche zur Kritik an Israel zu ermuntern. (Von Ulrich W. Sahm)

Zitat Ende.

Kommentar: Da festgestellt wird, dass es sich um die Aussage des Deutschlandkorrespondenten einer großen israelischen Zeitung handelt, sollte die Frage erlaubt sein, ob er tatsächlich hier oder vielleicht doch eher in einem Phantasieland lebt, wenn er behauptet, dass es hierzulande keinerlei Verbote hinsichtlich Kritik an Israel gäbe? Irgendwie ist entweder er mit seinem Kommentar oder wir mit unserer Wahrnehmung „im falschen Film“ gelandet … Nun gut, wer diesen geistigen Ausfluss liest und ihm gleichzeitig die politische und gesellschaftliche Realität in unserem Land objektiv gegenüberstellt, sollte doch zu einem leicht davon abweichenden Ergebnis gelangen! – P.S.: auch die (bei unserem letzten Besuch) zwei Leserkommentare sind sehr interessant – einer davon stammt von einem freundlichen Schweizer namens Walter Nänny, der so manchem Betreiber von israelkritischen Webseiten bekannt sein dürfte und dessen Kommentar in mehrfacher Hinsicht vielsagend zu nennen ist.

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Dieser – unserer Ansicht nach – ebenso plumpen wie unverschämten Tatsachenverdrehung möchten wir zwei Artikel entgegensetzen, die wir dem Internetportal International Solidarity Movement (ISM) Germany entliehen haben:

Ines TechtSiedler drohen Palästinenser mit Gewalt aus Ost-Jerusalem zu vertreiben (26.06.10)

Zitat:

Israelische Siedler kündigten an, private Sicherheitsfirmen in Ostjerusalem zu beauftragen, um die Häuser von vier palästinensischen Familien zu räumen, wenn diese ihre Heimat nicht freiwillig bis zum 4. Juli 2010 verlassen […]

Der Plan sieht den Bau von Läden, Restaurants, Kunstgalerien und ein großes Gemeindezentrum auf dem Gelände vor, wo einige sagen, hier hätte der biblische König David seine Psalmen geschrieben.

Die 22 vertriebenen Familien wäre es angeblich erlaubt, Immobilien anderswo in der Nachbarschaft zu bauen, obwohl es nicht klar ist, wer für sie zahlen würde.

Zitat Ende.

Kommentar: Zum Thema „Ost-Jerusalem“, welches Israel ebenso widerrechtlich besetzt wie große Teile der Westbank (durch illegale Siedlungen) hatten wir schon mehrere Artikel verlinkt und auch das eine oder andere selbst geschrieben. – Dass die UNO ihre „Resolutionen gegen Israel“, die sämtliche mit dieser gewaltsamen Landnahme verknüpften Probleme auf einen Schlag beenden würden, aufgrund der „US-Veto-Garantie“ nicht umsetzen „kann“, ist die eine Seite der Medaille, die andere ist, dass dies nicht das erste Mal und die erste Nachricht ist, wegen der man schon fragen könnte, wer denn nun in Israel das Sagen hat? Auf der anderen Seite erübrigt sich diese Frage aber, da hinlänglich bekannt ist, dass die Siedler nicht nur mit voller Rückendeckung der israelischen Regierung, sondern auch unter dem Schutz der israelischen Armee handeln!

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Interview der IHH Der Kapitän der Mavi Marmara meldet sich zu Wort

Zitat:

Der Kapitän des Schiffes Mavi Marmara, Mahmut Tural, der den israelischen Angriffen ausgestzt war, meldet sich nun in einem Interview mit der türkischen humanitären Organisation IHH zu Wort.

Tural sagte, dass Israel sie nicht gewarnt hätte, bevor sie angegriffen wurden. Er berichtete, während der ganzen Fahrt nicht in den Hoheitsgewässern Israels gewesen zu sein. „Nur Israel zwang uns, in ihre Hoheitsgewässer zu fahren, um uns als schuldig vorzuführen. Ich habe das nicht zugelassen, indem ich die Route änderte.

Weiter bemerkte er, dass es viele Wege gegeben hätte, die Schiffe inn den Hafen von Ashdod zu bringen. Doch Israel hätte die letzte Lösung gewählt und als Ergebnis seien viele Menschen gestorben […]

Zitat Ende.

Kommentar: Das Interview spricht für sich selbst und kann letztlich nur als weiterer Beleg dafür angesehen werden, dass von israelischer Seite „so gut wie“ keine authentischen Informationen über die Aktion und ihren Verlauf verbreitet wurden. Das sollte zwischenzeitlich als erwiesen gelten können!

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Da wir die Einseitigkeit nicht hinnehmen und ertragen können, mit der in der Öffentlichkeit mit dem Thema Israel insbesondere, aber auch mit dem Nahostkonflikt im Allgemeinen umgegangen wird, haben wir uns entschlossen ein Positionspapier mit zu unterzeichnen, das heute auf der Webseite von Steinberg Recherche veröffentlicht wurde. Wir bitten jene Leser/innen, die unsere Meinung in dieser Angelegenheit teilen, sich ebenfalls daran zu beteiligen und dem Bestreben der Initiatoren den nötigen Nachdruck zu verleihen!

Das Positionspapier steht unter dem Motto:

Menschen- und Völkerrecht sind unteilbar

Für eine neue Bewertung des Nahostkonflikts, der deutschen Verantwortung und eine gerechte Friedenspolitik

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Zum Abschluss dieser Sammlung von Leseempfehlungen und zur Überleitung zum Thema Iran möchten wir Ihnen auch noch diesen Artikel empfehlen …

Fokus OnlineIsrael: Gaza-Schiff aus dem Iran droht Verhaftung

Zitat:

Israel hat iranischen Aktivisten einer möglichen neuen Flottille mit Lieferungen für den Gazastreifen mit Verhaftung gedroht. „Sie werden nicht durchkommen, wir lassen kein Schiff durchkommen – es sei denn, sie sind bereit, in Aschdod anzulegen“, sagte der israelische Handelsminister Benjamin Ben-Eliezer der „Financial Times Deutschland“ (Montagausgabe). „Das ist ein Ticket ohne Rückfahrschein. Sie kommen rein, aber sie kommen nicht mehr hinaus.“ […]

Ben-Eliezer [Handelsminister Israels] kündigte an, dass Israel im Zuge der Lockerung der Blockade künftig auch Baumaterialien in den Gazastreifen lassen werde. „Wenn es um Zement für Bauzwecke geht, gibt es kein Problem“, sagte Ben-Eliezer. Auch weiteres Material für die Sanierung werde man passieren lassen. Man wolle der Welt zeigen, dass das Problem mit dem Gazastreifen „keine humanitäre Frage“ sei. Israel will dem Handelsminister zufolge auch palästinensische Exporte aus dem Gazastreifen ermöglichen […]

Zitat Ende.

Kommentar: Es ist schon außerordentlich interessant, dass Israel keine Gelegenheit auslässt, sich als „Herr über den Gaza-Streifen“ aufzuspielen, obgleich es diesen nach eigenen Angaben doch gar nicht mehr besetzt hält, sondern „nur“ – natürlich dem reinen Selbstschutz gegenüber terroristischen Anschlägen geschuldet – absperrt (was aufgrund der Kollektivbestrafung der Zivilbevölkerung aber ebenso zweifelsfrei gegen das Völkerrecht verstößt, wie die Sperrung des Hafens oder des Flughafens etc. p. p.). – Die Ausdrucksweise des Herrn Handelsministers ist deshalb auch nur als „typisch israelischer Logik entspringend“ zu interpretieren. – Aber schön, lassen wir das mal dahinstehen … immerhin hätte man jetzt doch (wenn man darauf Wert legen und bereit sein würde, es auf weltpolitischer Ebene auch zugunsten der palästinensischen Seite auszulegen!) eine klare Ansage der israelischen Führung, auf die man sie ggf. festnageln könnte … denn auch wenn Israel sehr daran gelegen sein mag, das tatsächliche Ausmaß der Folgen zu vertuschen, welches die Blockade mittlerweile erreicht hat, glaube ich das mit dem „Zement und weiteren Material für die Sanierung“ glaube ich erst, wenn diese Güter auch im Gaza-Streifen angekommen sind.

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Iran

Auch hier möchten wir zunächst einmal die offizielle Meldung eines „anerkannten bundesdeutschen Qualitätsmediums“ anbieten … vorab schon mal die Feststellung: von der gleichgeschalteten Medienfront kommt immer derselbe Bockmist!

Tagesschau.deCIA-Chef warnt vor iranischem Programm: „Ausreichend Uran für zwei Atombomben“

Zitat (Hervorhebungen vom Autor):

Der Iran verfügt nach Einschätzung von CIA-Chef Leon Panetta über genügend niedrig angereichertes Uran für zwei Atombomben. Um Atombomben zu bauen, müsse der Iran das Uran zunächst aber hoch anreichern, sagte Panetta dem US-Fernsehsender ABC. Sollte es die Regierung in Teheran darauf anlegen, könnten diese Nuklearwaffen 2012 einsatzbereit sein […]

Russland will CIA-Informationen prüfen […]

IAEO-Bericht belastet den Iran […]

Uran-Anreicherung auf 20 Prozent bestätigt […]

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad zeigte sich indes zu neuen Atomgesprächen bereit. Sein Land wolle jedoch frühestens Ende August an den Verhandlungstisch zurückkehren, sagte Ahmadinedschad in Teheran. Dies sei die Strafe für die vom UN-Sicherheitsrat verhängten Sanktionen gegen sein Land […]

Zitat Ende.

Kommentar: Der CIA ist natürlich unbedingt glaubwürdiger als die Staatsführung der islamischen Republik Iran (Sarkasmus aus und siehe unten!) … Davon mal abgesehen ist es aber immer noch absurd, welche Hektik die westliche Wertegemeinschaft wegen der angenommenen Möglichkeit verbreitet, dass der Iran in zwei Jahren eventuell über Atomwaffen verfügen könnten … Israel hat seit Jahrzehnten ein nicht nur die Region des Nahen und Mittleren Ostens bedrohendes Atomarsenal! – Russland ist gut beraten, diese Angaben tatsächlich eingehend zu prüfen und sich nicht länger auf machtstrategisches Taktieren einzulassen, denn wer „seinen Brzezinski gelesen hat“, was doch recht genau, dass die USA ihre Kriegspläne gegen Russland (ggf. auch China) auch noch lange nicht zu den Akten gelegt haben; da könnte der Iran nur ein „Vorspiel zum Dehnen der Muskeln“ darstellen!).

Interessant ist auch die Rolle, die mittlerweile die IAEO unter ihrem neuen Chef Yukiya Amano spielt (siehe den Vierteljahresbericht vom 31. Mai), der im letzten Dezember die Nachfolge von Mohammed el-Baradei antrat.

Zum Rest schreibe ich jetzt mal nichts mehr, schließe mich vorab aber schon mal der Meinung an, die in den nachfolgend empfohlenen Artikeln zum Ausdruck gebracht wird.

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Dem setzen wir kurz und knapp zwei alternative Gegenmeinungen entgegen:

Infokrieger.NewsIran: Atomares Bedrohungsszenario der CIA

Zitat:

Abermals hat sich die Gedankenfabrik des CIA mit der Bedrohung der Welt durch den Iran beschäftigt. Nachdem nun offensichtlich ausreichend Militär und Bunkerbuster in der Region sind, fehlt eigentlich nur noch die Legitimation für einen Angriff. Auch wenn ich mich hier wiederhole, die Berichte der CIA kennt mittlerweile jeder von uns, dort steht drinn, was die USA benötigen um ein Land anzugreifen […]

Zitat Ende.

Kommentar: Auch wenn Cheffe sich als Vorlage für seine Gegenmeinungen einen Artikel der „WELT“ herauspickte (kommt doch eh überall derselbe Mist), ist seiner recht knapp gehaltenen, aber treffenden Stellungnahme dazu nichts mehr hinzuzufügen – was freilich auch daran liegt, dass wir da offenkundig derselben Meinung sind!

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Josephine [Soledad] … Mit den selben Lügen in den IRAN-Krieg

Zitat:

In Fortsetzung zu meinem Artikel Deutschland – Irak – Iran möchte ich einmal versuchen, die Entwicklung in dieser Angelegenheit“ zu analysieren. – Leicht fällt mir das wirklich nicht.

Obwohl eigentlich den wirklich kriegstreibenden Nationen klar sein müsste, dass ihre Lügengeschichten nicht mehr so einfach geglaubt werden, haben sie keinerlei Skrupel, werden sie nicht müde,  den Völkern dieser Erde die gleichen Lügen wie 2002 zu erzählen, die damals im IRAK-Krieg ihren traurigen, Menschenleben vernichtenden, Höhepunkt erreichten.

Obwohl die CIA genau wusste, dass Saddam Hussein keinerlei „Massenvernichtungswaffen“ besessen hat, wurde diese Lüge zum Anlass genommen, einen ehemaligen Verbündeten auf brutalste Art und Weise zu überfallen […]

Zitat Ende.

Kommentar: Etwas weiter ausholend, deshalb aber nicht weniger zutreffend stellt die Autorin (deren Meinung und klare Sprache ich sehr schätze – und vorrangig deshalb an dieser Stelle empfehle!) die Angelegenheit aus ihrer Sicht dar. Meine besondere Zustimmung findet ein emotionaler und direkt an die Soldaten (vor allem, aber nicht nur der Bundeswehr) gerichteter Appell am Ende des Artikels!

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