Israelische Propaganda wie eh und je … Opfer werden kriminalisiert und diffamiert

Die israelische Propagandamaschinerie läuft auf Hochtouren und erhält die ebenso uneingeschränkte wie „qualifizierte Unterstützung“ der westlichen Mainstream-Medien und den einschlägigen Webseiten, von denen man nicht so genau zu sagen vermag, ob ihr Einsatz pseudoreligiösem Übereifer, verblendeter „Israeltreue“ oder angemessenen Zuwendungen des „Hasbara-Fonds“ entspringt.

(Wir hatten ein Exemplar dieser unerschrockenen Israel-Verteidiger vor einigen Tagen zu Gast und der werte Herr lieferte eine wirklich bezeichnende Kostprobe der argumentativen Spitzenleistungen ab, die man von solchen Leuten erwarten darf … besonders enttäuschend ist, dass er sich danach nicht einmal zur Wehr zu setzen versuchte, nachdem wir ihm unsere Meinung auf den Kopf zu gesagt hatten …)

Obwohl nicht nur die Fakten rund um die gewaltsame Kaperung der „Gaza Freedom Flottille“, sondern auch das gesamte politische und militärische Gebaren Israels, das immer aggressiver und kriegsversessener wird, diese Propaganda klar widerlegen, scheinen die vereinten Bemühungen wieder einmal höchst erfolgreich zu verlaufen. Dass dabei massiv auf Informationsunterdrückung, Zensur und fadenscheinige bis unverschämte Argumente gesetzt wird, scheint dem westlichen Durchschnitts-Medienkonsumenten weitestgehend egal zu sein?

Nun, uns ist all das ganz sicher nicht einerlei und wir haben uns einige externe Artikel herausgesucht, um unsere Meinung zum Thema darum herum darzustellen.

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Beginnen möchten wir aber mit einer der vielen jüdischen Stimmen, die sich der Propaganda der israelischen Verantwortung nicht unterzuordnen bereit sind. Übermittelt wird die Stimme von Shulamit Aloni, einer politikerfahrenen israelischen Friedensaktivistin durch ein Interview, das Raoul Rigault von junge Welt mit ihr führte. Die als Titel gewählte Kernaussage der Frau spricht fraglos für sich … „Ein Schandfleck in der Geschichte meines Landes“.

Neben den bestens bekannten und zwischen abstrus und schlichtweg verlogen angesiedelten Verlautbarungen der offiziellen Verantwortlichen, werden vor allem die „IDF-Videos“ als Beweise für die israelische Darstellung der Ereignisse ins Feld geführt. – Die Frage, warum alle Bilder und Filme der Passagiere beschlagnahmt wurden und seitens des israelischen Militärs eine totale Nachrichtensperre rund um den Überfall verhängt wurde, taucht in den einschlägigen Medienberichten und Blogartikeln selbstverständlich nie auf. Ebenso wenig die mindestens ebenso relevante Frage, warum die israelische Marine in einer Nacht-und-Nebel-Aktion gegen die Flottille vorging und dabei auch noch den durch keine noch so abgefeimte Behauptung zu entkräftenden Verstoß gegen internationales Recht in Kauf nahm, ihren „Zugriff“ in internationale Gewässer zu verlegen?

Alleine diese wenigen Fakten sollten jeden halbwegs selbständig denkende Menschen an der offiziell von israelischer Seite verbreiteten Version zweifeln lassen – egal, ob man sich mit der Historie des „israelischen Staat“ (etwa seit Anfang des letzten Jahrhunderts) eingehender beschäftigt und dabei zwangsläufig festgestellt hat, dass dessen Geschichte größtenteils auf einer Menge Lügen und Mythen errichtet wurde, oder nicht.

Lügen und Manipulationen ist deshalb zu Recht ein Artikel der heutigen Ausgabe der jungen Welt übertitelt. Der nicht allzu lange, dafür aber sehr informative Beitrag von Karin Leukefeld fasst einige „interessante Fakten“ zusammen und wählt passender Weise als Ausgangspunkt eine typisch israelische Verteidigungsargumentation des „friedliebenden und menschenfreundlichen“ israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu:

Zitat aus dem Artikel:

Es habe sich bei der »Mavi Marmara« um ein »Boot des Hasses« gehandelt, dessen Passagiere »keine Pazifisten, keine Friedensaktivisten waren, sondern gewalttätige Unterstützer des Terrorismus«. Die Soldaten hätten in »Selbstverteidigung« gehandelt, das sei »kristallklar« und »jeder, der die Sache fair betrachtet und sich diese Videos ansieht, erkennt diese einfache Wahrheit«. Im Übrigen sei Gaza ein »von den Iranern finanzierter Terrorstaat«, der auch die Länder bedrohe, »die uns heute kritisieren«.

Zitat Ende (den Rest bitte direkt bei junge Welt lesen)

Ebenfalls in der heutigen Ausgabe der jungen Welt ist ein Artikel von Arnold Schölzel erschienen, der die Darstellung im vorangegangenen Artikel anhand einiger Aussagen des ehemaligen israelischen Botschafters in der BRD, Shimon Stein unterstreicht. Der nicht minder passende und berechtigte Titel und Untertitel lautet Monströse Assoziationen … Rechtfertigungen der Attacke Israels.

In beiden Artikeln wird auf die mittlerweile bekannte Tatsache hingewiesen, dass die Aktion der Friedensaktivisten offensichtlich bereits vor dem Auslaufen der Schiffe vom israelischen Geheimdienst in einer „grauen Aktion“ unterwandert und bespitzelt wurde. Dazu sollte nur noch angemerkt werden, dass die Israelis schon Tage vor der Attacke bereits deutlich gemacht hatten, dass sie die Flottille auf jeden Fall vor der Küste Gazas abfangen wollten … aus diesen Fakten mag sich jede/r Leser/in einfach selbst ein Bild von der Glaubwürdigkeit der israelischen Behauptungen machen.

Als „bemerkenswert“ bezeichnet Arno Schölzel vor allem ein spezielles Argument, mit dem der Ex-Botschafter die Berechtigung für israelischen Angriff anscheinend besonders plausibel belegen zu können glaubte …

Zitat aus dem Artikel:

Aufhorchen läßt das Argument, mit dem er die völkerrechtliche Legitimation der Attacke belegt. Er berief sich auf die US-Seeblockade gegen Kuba im Oktober 1962. Das übertrifft allerdings noch die monströse Argumentation Netanjahus […]

Zitat Ende (der Autor erläutert seine Empörung über diesen Vergleich noch sehr nachvollziehbarer, weshalb es sich ebenfalls lohnen dürfte, diesen Artikel vollständig zu lesen.)

Da man ihm „wohl eher keine“ terroristischen Absichten und auch keine Verbindungen zu terroristischen Vereinigungen nachsagen kann, empfehlen wir darüber hinaus die in einer Überarbeitung von Sebastian Range auf Hintergrund veröffentlichte Zeugenaussage des schwedischen Krimi-Autors Henning Mankell. Der gewählte Titel Die israelischen Soldaten hatten die Absicht zu morden umschreibt die tatsächlichen Abläufe während der Kaperung unserer Ansicht nach sehr viel zutreffender als die israelische Version. Zu dieser Einschätzung zwingt uns der Gesamteindruck, den wir beim Lesen unzähliger Artikel aus ebenso vielen und unterschiedlichen Quellen gewinnen mussten.

Eine weitere bezeichnende und von vielen professionellen und „ehrenamtlichen“ Israelverteidigern transportierte Information betrifft die Tatsache, dass die Führung der Hamas die mittlerweile von Ashdod in Richtung Gaza transportierte Teilladung der Hilfsgüter am Grenzübergang blockiert. Es wird eine Menge Gift verspritzt, wobei einige so weit gehen, der Hamas vorzuwerfen, dass sie aus rein provokativen Gründen sogar die Kinder in Gaza „leiden oder sterben lassen würden“ (was dann aber auch voraussetzen würde, dass die israelische Behauptung, dass es „keine humanitäre Notlage in Gaza gäbe“ Lügen strafen würde – haben die Hetzer aber offensichtlich nicht bedacht!) … und neben all ihren verlogenen Hasstiraden oder wenigstens Desinformationen mal eben zu erwähnen vergessen, dass die Blockade der Hamas in erster Linie der Freilassung (siehe Ende des Artikels) der letzten, angeblich wegen „verfahrenstechnischer Probleme“ von Israel festgehaltenen Aktivisten vom gekaperten Führungsschiff der Flottille dienen soll … denn die ebenfalls weit verbreitete Meldung, dass alle Inhaftierten bereits freigelassen worden seien, ist auch eine Lüge der pro-israelischen Medienpropaganda.

Um selbst nicht ausführlicher auf die fadenscheinige, aber gewohnt „selbstbewusst“ verbreitete israelische Darstellung (auch zum obigen Thema) eingehen zu müssen, verweisen wir an dieser Stelle auf einen Artikel, der am 2. Juni von Reinhard Lütkemeyer auf seinem Blog Scusi! veröffentlicht wurde und noch einige wissenswerte Details zum Gesamtbild beiträgt.

Gerade hat uns der Newsletter der jungen Welt noch einen weiteren Artikel (morgige Ausgabe) „beschert“, den wir gerne an unsere Leser/innen weiterleiten möchten … die Autorin ist erneut Karin Leukefeld und was sie zusammengefasst hat, ist unserer Ansicht nach nicht nur außerordentlich bedeutsam, sondern auch ein weiterer Schlag gegen die israelische Propaganda und ihre zahllosen Sprachrohre und Mietschreiber.

Als Zitat möchten wir zunächst die Einleitung wiedergeben:

Piratenakt Tel Avivs gegen »Free Gaza«-Schiffe »schockierende Mißachtung des Völkerrechts«. Medizinischer Befund: Alle Todesopfer des Massakers wurden erschossen

Zitat Ende.

In dem Artikel ist eine weitere Spezifizierung des Grundes dafür enthalten, warum die Hamas die derzeit an der Grenze wartenden Hilfsgüter blockiert (und auch das klingt „ziemlich anders“ als die pro-israelischen Variationen der Geschichte!) … des weiteren wird der Sonderberichterstatter des UN-Menschenrechtsrat Prof. Richard Falk mit einem längeren und überaus lesenswerten Statement zitiert … und es wird auch von den medizinischen Untersuchung der Opfer berichtet, die ausnahmslos erschossen wurden, wobei wenigstens eine Leiche die heftige Anschuldigung untermauert, die Reinhard Lütkemeyer im Titel seines oben verlinkten Artikels ausgesprochen hat.

Leider bestätigt der Artikel aber auch einen Faktor, den wir schon lange kritisieren und der unserer Meinung nach unmissverständlich belegt, dass viele Israelis bereits Opfer der Propaganda ihrer militärischen und politischen Führer geworden sind, die von den „regierungstreuen Medien“ zusätzlich zur ganz normalen Indoktrinierung der Bevölkerung ebenso bereitwillig wie verantwortungslos transportiert wird.

Deshalb noch ein zweites Zitat (Hervorhebung vom Autor), das vor allem den Israelis selbst zu denken geben sollte:

Eine Umfrage der Tageszeitung Maariv (2.6.) ergab bei den jüdischen Israelis eine Zustimmung von 94,4 Prozent zu dem gewaltsamen Vorgehen gegen den humanitären Schiffskonvoi.

Zitat Ende.

Auch wenn man jetzt einwenden mag „BILDzeitung lässt schön grüßen“, entspricht das doch der öffentlichen Realität in Israel, wie diverse Artikel von dort lebenden Autoren schon mehrfach hervorgehoben haben.

Alles in allem ist die israelische Propaganda aber bei weitem nicht so genial und überzeugend, wie die Verantwortlichen und ihre eifrigen Helferleins das gerne glauben machen wollen … allerdings kommt es bei einer umfassenden Widerlegung der infamen Propaganda zuvorderst auf die Fähigkeit gerade der internationalen Medienkonsumenten (hierzu gehören selbstverständlich auch die Leser alternativer Informationsplattformen) an, die offensichtlichen Lügen auch zu durchschauen und objektiv-kritisch gegen die Informationen abzuwägen, die sich grundsätzlich mehr an die Wahrheit halten …

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Zum Abschluss ein weiteres Beispiel für die „Auslandsarbeit“ der Pro-Israel-Lobby, die wieder einmal in Deutschland, diesmal allerdings „direkt vor unserer Haustür“ zugeschlagen hat. Die informelle Vorlage entnehmen wir nochmals der heutigen Ausgabe der jungen Welt.

Unter dem Titel „Hat der DGB Rhein-Main etwa die Hosen voll?“ wird in einem Interview, das Gitta Düperthal mit Abraham Melzer führte, über die Absage einer geplanten Veranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbund über die Vertreibung der Palästinenser (Nakba) berichtet. – Wir äußern uns dazu nicht weiter, stellen allerdings fest, dass offensichtlich in der Tat alles und jeder in Deutschland kuscht, wenn sich die üblichen Verdächtigen mit ihren Drohungen und Diffamierungen zu Wort melden? Wir hatten in den Fällen von Ilan Pappe und Prof. Norman Finkelstein schon ausführlich Stellung bezogen.

Eine Bemerkung des kooptierten Vorstandsmitglied des »Vereins Jüdische Stimme für einen gerechten ­Frieden in Nahost«, die ins Ziel trifft, wie die berüchtigte Faust aufs Auge, möchten wir aber doch gerne zitieren:

Gute Frage – wir sind auf Vermutungen angewiesen, weil wir keine Informationen erhalten. Ich vermute, die Absage ist unter Druck der Jüdischen Gemeinde oder der obskuren Organisation »Honestly Concerned« zustande gekommen […] Haben die Funktionäre [des DGB Rhein-Main] etwa die Hosen voll? Sie haben keine Zivilcourage, und wollen nicht mehr für Recht und Gerechtigkeit eintreten […]

Zitat Ende … und dem ist von unserer Seite wirklich nichts mehr hinzuzufügen.

Eine Antwort

  1. […] This post was mentioned on Twitter by Neue Wege, Holzmichl. Holzmichl said: Israelische Propaganda wie eh und je … Opfer werden kriminalisiert und diffamiert http://bit.ly/cuGLFx […]

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