Gastbeitrag Muskelkater: Es tanzt der Pi-Pa-Purzelmann …

Wir stecken zwar buchstäblich bis über beide Ohren in einer düsteren Realität, die sich in verschiedenen Variationen weltweit abzeichnet und gerade in „unserer Pseudo- oder Bananenrepublik“ in rasender Folge neue und nicht mehr hinnehmbare Stilblüten eines „verzweifelten“ elitären „Existenzkampfes“ produziert … aber dennoch sollte man diese Dinge durchaus auch immer mal wieder mit einem Blick durch die Brille eines Satirikers betrachten.

Unter anderem passend zu den eigenen aktuellen Beiträgen haben wir deshalb das Angebot und die Steilvorlage des geschätzten Kollegen Muskelkater dankbar angenommen und freuen uns, unseren Lesern seinen Blickwinkel nahezubringen … dazu noch eine kleine Randbemerkung: die am Ende augenzwinkernd angebrachte Selbstkritik hinsichtlich eines nicht ganz gelungenen Versuchs, das Thema in staririscher Form aufzuarbeiten, nehmen wir jetzt aber nicht wirklich ernst …😉

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Es geht heiß her in der Republik

Vom Muskelkater

Für einen Satiriker so wie mich ist dieser momentane Zustand in Deutschland einerseits etwas herrliches, wunderbares, ergiebiges, tolles Fresschen, auf der anderen Seite aber niederschmetternd, weil man nicht mehr weiß, wo zuerst anfangen. Die Ereignisse überschlagen sich so dermaßen, dass die dadurch entstandenen Purzelbäume inzwischen Olympiareif wären.

Selbst die Tagesschau, die als filmische Darstellung der BILD-Zeitung durchgeht, überschlägt sich fast mit Meldungen, die an das erinnern, was mal ein sehr bekannter und gefürchteter Außenminister im Zustand der geistigen Um- oder Übernachtung in verschwiegenen Hotelzimmern vom Stapel ließ: römische Dekadenz. Dabei wäre doch alles viel einfacher, wenn ein wackerer Zenturio dem Guido, der Angela, dem Horst, dem Josef, der Ursula, dem Rollerfritzchen und noch vielen anderen Gnomen der Elite von Regierung und Wirtschaftsbankenlobby mal in einer trauten Minute einflüstern würde, sodass noch nicht mal der Spion der letzten Reihe es hören kann, dass es nicht Dekadenz, sondern Politdemenz heißt.

Aber fangen wir mal ganz von vorne an:

Bei dem ganzen Polittheater in Berlin gehen Meldungen, die wirklich wichtig sind, total unter. Bleiben wir einfach mal bei der Tagesschau, auch wenn ich die nicht so besonders lieb habe. Da sind Meldungen seit Tagen über das Hochwasser in Polen, Brandenburg und Sachsen. Da ist der brutale Überfall der Israelis auf einen Hilfsgüter-Konvoi, der beweist, wie gewalttätig die Regierung von Israel ist. Da machen wir Deutschen uns Sorgen um unsere Vergangenheit und die Israelis legen in ihrer Apartheitspolitik noch einen drauf. Da ist das Ölleck im Golf von Mexiko, wo Unmengen Öl unkontrolliert ins Meer fließen und wahrscheinlich eine der größten Umweltkatastrophen wird, die es je gab. Aber wir kümmern uns nur um eine fingierte Klimakatastrophe, die von windigen Geschäftsleuten erdacht wurden, um uns zur Kasse zu bitten. Da ist der Zustand der jungen Menschen bei uns und jetzt schon in China, wo die Zukunftsperspektiven immer schlechter werden. Da sind in Mittelamerika 100 Tote bei einem Wirbelsturm zu beklagen, bei Henkel Millionenbetrug, in Rumänien Lohnkürzungen

Und bei uns Rücktritte. Rücktritte, dass einem fast schwindelig dabei wird. Oder auch Nicht-Rücktritte. Fassen wir mal zusammen:

Hessen: Landtagswahl, CDU schmiert ab. Chance, eine Links/Grüne Regierung unter Ypsilanti scheitert, weil eine Kommunistin innerhalb der Linken einer Tolerierung nicht zustimmt. Oder sollte man sagen: Tollerierung? Koch bleibt im Amt.

Saarland: Die Linke zieht ziemlich erstarkt in den Landtag. Statt die Gunst der Stunde zu wahren, wird durch Unterstützung eines Industriellen die Partei der Grünen davor bewahrt, mit SPD und Linke eine Regierung zu bilden. Sagte ich Unterstützung? Bolzenschmierung wäre hier angebrachter. Die Grünen und die CDU bilden die Regierung.

Nordrhein-Westfalen: Zitterpartie für die CDU, die total abschmiert, aber mit 0,1% Vorsprung stärkste Partei wird. Hannelore Kraft ist als SPD’lerin die Frau der Stunde, die mit fettem Lächeln im Gesicht verkündet, dass nur eine Frau das Sagen haben kann und dann die Linke, mit der sie das fette Sagen haben könnte, so dermaßen ins Aus bugsiert, dass es für die Feinde der Demokratie eine wahre Freude ist. Jetzt liebäugelt sie sogar noch mit der FDP und der CDU als Partner, sodass jeder, der noch einigermaßen politisch bei Verstand ist, der Frau wünscht, in Spanien in einer Stierkampfarena von einem Stier auf die Hörner genommen zu werden, damit sie endlich lernt, Ehrfurcht vor dem Wähler zu haben.

Frankfurt: Joseph Ackermann, nee: das war ja der von der NSDAP. Ich meinte den Schweizer von der Deutschen Bank, Josef Meinrad Ackermann. Dieser tritt überraschend von seinem Posten als Manager der Deutschen Bank zurück. Alle atmen auf. Aber jeder hält die Luft an, was der nun schon wieder Neues ausheckt, weil man diesen Ganoven der Mainstreet ja inzwischen kennt… [Anmerkung HDZ: noch spricht man hier nur von „Gerüchten“ … also der Vorstufe von Tatsachen! ]

Wiesbaden: Der Star-Koch der hessischen Nation tritt zurück. Alle jubeln. Genauso wie bei Ackermann. Und alle fragen sich, was jetzt der wieder ausknobelt und dabei wieder Schindluder treibt…

Berlin: Bundespräsident Köhler tritt zurück. Mit dem Grund, er würde missverstanden werden und sieht sein Amt als Bundespräsidenten deshalb als gefährdet an. Nun ja, das kann man sehen, wie man will. Er hat ja sehr viel Gutes für das Volk unterschrieben. Zum Beispiel die Hartz4-Gesetze oder den Kriegseinsatz der Bundeswehr oder neuerdings die Hilfe der Wirtschaft, die militärische Unterstützung für ihre Handelswege brauchen und, und, und. Alles nur gute Sachen für das Volk. Vielleicht war der wahre Grund, dass er die Überwachung durch den Staat etwas hinausgezögert hat, was die Datensicherungen betrifft?

Rücktritte, freiwillig oder gewollt oder geschmiert? Das ist hier die Frage. Vielleicht spielt sich vor unserer aller Augen ja ein wahrhaftiges Drama ab, was wir nie erfahren, wenn wir weiterhin BILD-Zeitung lesen und Tagesschau sehen. Ein Drama, was ungeahnte Schreckensmeldungen hervorrufen kann.

Nehmen wir mal an, der Stoiber würde reaktiviert.

Nicht stöhnen, sondern staunen. Denn dann gäbe es gaaaanz tolle Möglichkeiten einer Regierungsbildung. Denn da die Merkel/Westerwelle-Fraktion einige Gesetze ohne den Bundesrat durchziehen will, geht sie sowieso an Volkes Wille vorbei. Die Möglichkeiten einer Diktatur in allen erdenklichen Nuancen tun sich hier auf:

  • Ackermann wird Bundespräsident.
  • Köhler wird Manager der Deutschen Bank.
  • Beide teilen sich die anfallenden Bonus-Zahlungen, bis
  • Stoiber und Koch das Bundeskanzleramt übernehmen.
  • Die beiden beordern dann die Bundeswehr aus Afghanistan zurück, damit diese das Volk beschützen kann … äh … oder umgekehrt?
  • Merkel wird als ehemalige FdJ-Funktionärin Beauftragte für Jugend, Familie und Pharmazie.
  • Schäuble wird Verteidigungsminister des Inneren.
  • Von der Leyen wird Zuteilungsministerin für die Essensausgabe.
  • Weitere Besetzungen je nach Rücktritte bzw. Belieben.
  • Im Gegenzug dazu reaktivieren wir dann den alten Fritz und Kaiser Barbarossa, die der neuen Regierung dann mit Volkes Stimme verkünden: „Wir sind die Diener unseres Volkes!“
  • Aber letzteres wird wohl ein Traum bleiben.

..

Jetzt wollte ich ja eigentlich eine Satire schreiben. Aber daraus ist nun leider nix geworden. Der Purzelmann ist mir dazwischen gekommen. Vielleicht klappt’s ja beim nächsten Mal.

2 Antworten

  1. Hallo nochmal Hans,

    heute hab ich es ja direkt mal geschafft so einigermassen hinterher zu kommen. Wenn man wie ich überall auch die Kommentare liest, dann wir die Zeit ziemlich knapp. Na, ja, besser gesagt es strengt ganz schön an und irgendwann ermüde nicht nur ich vom vielen lesen sondern auch meine Luken.
    Ach so, ja richtig – danke wieder für die Übernahme des oben geschriebenen.
    Und an Muskelkater meinen Glückwunsch für den gelungenen Tatsachenbericht.

    Die selben Grüsse wie vorher

    Jan

  2. Auch noch mal Hallo, Jan

    dachte ich mir doch, dass die zum Tatsachenbericht „verkommene“ Satire des Muskelkaters Deine Zustimmung findet … wir ticken eben doch sehr ähnlich, nicht wahr. Die Glückwünsche an den Autor werde ich gerne weiterleiten, sofern er sie nicht schon selbst entdeckt hat.

    Das Problem mit dem höchst anstrengenden und ermüdenden Viellesen kenne ich selbst zur Genüge, weshalb ich für Deine Erläuterung selbstredend vollstes Verständnis aufbringe. Das Gute ist ja (noch), dass Du Dir in Bezug auf unsere Veröffentlichungen ruhig Zeit lassen kannst … der Blog verliert nichts und nach längerem Suchen findet man alles auch noch einige Tage später.😉 Hauptsache Du bleibst insgesamt mit dem Ohr „am Puls der Zeit“ und uns weiterhin gewogen.

    Herzliche Grüße, Hans.

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