Gastbeitrag Hans Fricke: Ein schwerwiegender Nebensatz (zu Guttenberg)

Beim heutigen Artikel unseres Gastautors handelt es sich um einen Kommentar zu Guttenbergs vielsagender verbaler „Entgleisung“ während der Trauerfeier für die jüngsten BW-Opfer des Afghanistaneinsatzes … den sachlichen Ausführungen ist unsererseits nichts hinzuzufügen.

In Bezug auf die Unverfrorenheit, die zu Guttenberg im „wohlwollenden Beisein“ der Kanzlerin und anderer Vertreter der hauptverantwortlichen Politelite im Kreis der trauernden Angehörigen an den Tag gelegt hat, hätten wir sehr wohl noch etwas hinzuzufügen – aber hierbei treten wir zurück und überlassen es lieber Roberto J. De Lapuente, diesen verlogenen Banausen gehörig den Marsch zu blasen!

Damit aber zum Kommentar von Herrn Fricke …

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Ein schwerwiegender Nebensatz

Kriegsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat in Anwesenheit der Bundeskanzlerin die Trauerfeier für vier in Afghanistan getötete Soldaten dazu genutzt, weitere Kriege und Opfer anzukündigen:

„Tod und Verwundung sind Begleiter unserer Einsätze geworden, und sie werden es auch in den nächsten Jahren sein  – nicht nur in Afghanistan.“

Dieser Nebensatz ist gewiss nicht nur so dahingesagt, sondern Programm des seit 1990 um Weltgeltung bemühten größer gewordenen Deutschlands und Ausdruck seiner Großmachtambitionen. Diese inhaltsschweren vier  Worte zu deuten, dürfte aufgrund gesammelter Erfahrungen nicht schwierig sein. Am 1.März 2010 verkündete Spiegel online:


Die USA gehen auch nach dem Regierungswechsel im Weißen Haus von einer Bedrohung durch den Iran aus. Das Land verfügt nach Ansicht des US-Militärs über genug atomares Material, um damit eine Bombe zu bauen. Das sagte Generalstabschef Admiral Mike Mullen am Sonnabend in einem Interview mit dem Sender CNN.“

Worte, die wir noch in unrühmlicher Erinnerung haben. Setzen wir anstelle von „Bedrohung durch den Iran“ die Worte „Bedrohung durch den Irak“, anstelle von: „nach Ansicht des US-Militärs“ die Worte: „nach zuverlässigen Erkenntnissen der CIA“, für „atomares Material“ die Worte „Massenvernichtungsmittel“, für „eine Bombe zu bauen“ die Worte „andere Länder zu bedrohenund schließlich für „sagte Generalstabschef Mike Mullen in einem Interview mit dem Sender CNN“ die Worte „erklärte US-Außenminister Colin Powell im April 2003 in seiner Rede vor der UNO über die Schrecken irakischer Massenvernichtungswaffen“.

Während US-Außenminister Collin Powell ein Jahr später über die irreführenden Behauptungen der CIA heftig schimpfte und sich vor einem Senatsausschuss für seine „Märchenstunde“ vor der UNO entschuldigte, steht die Entschuldigung von Admiral Mullen noch aus. Was wir in dessen Erklärung sieben Jahre nach Powell‘s „Märchenstunde“ wiedererkennen, ist das gleiche Kriegsvorbereitungsszenarium der US-Administration, diesmal allerdings unter Barack Obama, von denen das eine ebenso verlogen ist wie das andere.

Der Philosoph Georg Meggle hat am 18.Januar 2006 prognostiziert:

Bomben auf den Iran? Das ist keine offene Frage mehr. Offen ist nur noch:

–  wann?

–  Wer (Israel? Die USA? Beide? Weitere?)

–  Welche Ziele?

–  Welche Art von Bomben?

–  Warum / Wozu?

–  Und wie sieht die Welt nach den Bomben aus?

Unter diesen Gesichtspunkten und angesichts der Hörigkeit der Merkel-Regierung gegenüber der verbrecherischen Kriegspolitik der US-Administration scheint naheliegend, was zu Guttenberg mit „nicht nur in Afghanistan“ meint, nämlich Fortsetzung der Teilnahme deutscher Soldaten an völkerrechtswidrigen militärischen Aggressionen der USA gegen Staaten, die alle folgende Gemeinsamkeiten haben:

Sie stören oder hindern gar die USA an der Verwirklichung ihrer Weltherrschaftspläne, sind für USA und NATO von geostrategischer Bedeutung und verfügen zumeist über wichtige Rohstoffe, vor allem Öl und Gas.

Bei der Beurteilung dieser Staaten spielen Failed States = Gescheiterte Staaten eine Schlüsselrolle. Ausgehend von der westlich geprägten Sichtweise von Staatlichkeit sind Gescheiterte Staaten gekennzeichnet von Defiziten in den Bereichen Herrschaft, Sicherheit und Wohlfahrt. Jährlich seit 2005 veröffentlicht der private Think Tank Fund for Peace einen sogenannten Failed-States-Index , in dem die Staaten auf ihr Risiko von Staatszerfall hin untersucht werden. Dieser gemeinsam mit der CIA vorgelegte Index enthielt 2005 eine Rangliste für solche Staaten, und zwar:

Afghanistan, Bangladesch, Burundi, Demokratische Republik Kongo, Dominikanische Republik,  Elfenbeinküste, Guinea, Haiti, Irak, Jemen, Kolumbien, Liberia, Nord-Korea, Ruanda, Sierra Leone, Simbabwe, Sudan, Tschad und Zentralafrikanische Republik.

Diese Staaten verfügen z.T. über erhebliche und wertvolle Rohstoffvorkommen, der Kongo zum Beispiel über Uran.

In der Debatte über Gescheiterte Staaten sind nur westliche Demokratien (Mehrparteiensystem, freie Marktwirtschaft) dauerhafte und legitime Staaten. Andere Staatsformen sind demnach entweder nicht erstrebenswert oder unmöglich. Nach den Terroranschlägen am 11.9.2001 werden gemäß Nationaler Sicherheitsstrategie der USA (National Security Strategy of the United States of Amerika) Gescheiterte Staaten als Bedrohung der Sicherheit und Interessen angesehen.

Entsprechend den politischen Strategien der USA sollen Schwache Staaten nach dem Vorbild der westlichen Staaten reformiert werden. Bei Kooperationsverweigerung sei ein „regime change“ nötig. In  Gescheiterten Staaten hingegen sollen die Gewaltkonflikte durch Intervention der „Internationalen Gemeinschaft“ (=Verschleierung der interessengeleiteten Außenpolitik von westlichen Staaten) beendet werden. Nicht-staatliche Gewaltakteure sollen verdrängt und das staatliche Gewaltmonopol wiederhergestellt werden. In der von Präsident George W. Bush am 20.September publizierten Einleitung zur Nationalen Sicherheitsstrategie (NSS) der USA heißt es bezeichnenderweise unter anderem:

Schließlich werden die Vereinigten Staaten die Gunst der Stunde nutzen, um die Vorzüge der Freiheit in der ganzen Welt zu verbreiten. Wir werden uns aktiv dafür einsetzen, die Hoffnung auf Demokratie, Entwicklung freier Märkte und freien Handel in jeden Winkel der Erde zu tragen. Die Ereignisse am 11.September 2001 haben uns gelehrt, dass schwache Staaten wie Afghanistan eine ebenso große Gefahr für unsere nationalen Interessen darstellen können wie starke Staaten.“

Das NSS ist das bisher aggressivste Konzept für eine imperiale US-Politik nach dem Kalten Krieg.

„Im schlimmsten Fall“, so John Ikenberry, Professor für Geopolitik an der Georgtown University, geht es hier um „eine neoimperiale Vision, in der die Vereinigten Staaten für sich eine globale Rolle reklamieren, Standards festlegen, Gefahren definieren, Gewalt anwenden und Gerichtsbarkeit ausüben.“

Somit ist die NSS nicht mehr und nicht weniger als die Anleitung für eine praktische Umsetzung der US-Hegemonie und der hierfür rigorosen Wahrung von US-Interessen. Aufgrund von angeblich drohenden Gefahren nimmt die US-Regierung das Recht für sich in Anspruch, Angriffe ohne eine eindeutig nachweisbare und unmittelbar bevorstehende Aggression, das heißt „Kriege auf Verdacht“, zu führen, was einen krassen Bruch des Völkerrechts, deutlicher noch: staatliches Banditentum darstellt.

Im März 2006 hatte die Bush-Administration eine neue Nationale Sicherheitsstrategie publiziert, die eine Fortschreibung des Papiers aus dem Jahr 2002 ist, im Wesentlichen die bisherigen außenpolitischen Positionen bekräftigt und die Möglichkeit von Präventivschlägen beibehält.

Diese der Bundesregierung und den politisch Verantwortlichen in unserem Land bekannten, aber seit Jahren wohlweißlich verschwiegenen Sachverhalte sollte die deutsche Bevölkerung kennen, um zu verstehen, warum und in wessen Interesse seit 2002 43 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet, viele verwundet wurden, mindestens 3.000 ehemalige Bundeswehrangehörige infolge ihre Afghanistaneinsatzes an Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) erkrankten und für wessen Interessen nach zu Guttenbergs Worten „Tod und Verwundung Begleiter unserer Einsätze geworden“ seien und es auch in den nächsten Jahren sein werden  – „nicht nur in Afghanistan“.

Dennoch stimmte in Kenntnis dessen, dass dieses Jahr das bisher opferreichste Einsatzjahr der Bundeswehr in Afghanistan werden kann, am 3.Dezember 2009 eine überwältigende Mehrheit von 446 Bundestagsabgeordneten für eine Fortsetzung der Teilnahme der Bundeswehr am Krieg in Afghanistan. Von den 105 Nein-Stimmen entfielen allein 70 auf die Fraktion DIE LINKE, die sich geschlossen und entschlossen für eine sofortige Beendigung des Tötens und Zerstörens im Interesse der US-Hegemonie und der in der Nationalen Sicherheitsstrategie der US-Administration unmissverständlich formulierten US-Interessen einsetzt.

Es ist dringend erforderlich, dass Deutschland dieser extrem aggressiven Variante US-amerikanischer Hegemonialpolitik eine klare und eindeutige Absage erteilt. Mit einer Übernahme bzw. aktiver Unterstützung der US-Doktrin würde die Bundesrepublik ebenfalls das Völkerrecht brechen und mit der weiteren Unterstützung von Angriffskriegen im bereits praktizierten eindeutigen Verfassungsbruch fortfahren. Auch eine Übernahme der US-Nuklearstrategie im NATO-Rahmen muß entschieden abgelehnt und die nukleare Teilhabe, die auch Deutschland zu Mittätern präemptiver [siehe Wikipedia] Atomschläge machen würde, muß aufgekündigt werden. Als erstes kommt es darauf an, das noch immer auf dem Territorium der BRD lagernde atomare Teufelszeug der US-Armee gegen den Willen der CDU verschwinden zu lassen. Es ist viel zu tun  –  packen wir es endlich gemeinsam an!

Robert S. Lynd sagte einmal:

„Es ist leichter, eine Lüge zu glauben, die man hundert Mal gehört hat, als eine Wahrheit, die man nie gehört hat.“

Hans Fricke, Rostock

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Hans Fricke ist Autor des zur diesjährigen Leipziger Buchmesse im GNN-Verlag Schkeuditz erschienenen Buches „Eine feine Gesellschaft“ – Jubiläumsjahre und ihre Tücken, 250 Seiten, Preis 15.00 Euro.

ISBN 978-3-89819-341-2

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2 Antworten

  1. Das Guttenberg-Dossier (Verkürzt)

    http://www.zeitgeist-online.de/special27.html

    von Friederike Beck

    Laut SPIEGEL (11/2009) wird das Familienvermögen des Freiherrn auf ca. 600 Millionen Euro geschätzt. Die Familie von und zu Guttenberg, die auf ihrem Schloss im Fränkischen bei Kulmbach residiert, gehört damit zu den 300 reichsten Familien bzw. Personen Deutschlands. Guttenberg ist promovierter Jurist und arbeitete ein Jahr lang in einer New Yorker Kanzlei. Welcher ist unbekannt.

    Die Ernennung des 37-Jährigen in ein Ministeramt hatte sich schon früh abgezeichnet.

    2002 kam Guttenbergs Berufung in den Auswärtigen Ausschuss des Bundestages zeitgleich mit seiner Wahl in den deutschen Bundestag für die CSU im Alter von 31 Jahren.

    Vorher hatte Guttenberg allerdings schon bei der CSU im Fachausschuss Außenpolitik gesessen und einige Jahre als CSU-Politiker hinter sich – wie viele erfährt man nicht.

    FOCUS, Heft 13/2009.: „Er wurde bereits in jungen Jahren auf eine spätere Führungsaufgabe vorbereitet …“

    Der Auswärtige Ausschuss ist ein von der Verfassung privilegierter Ausschuss, er gehört zu den vier Ausschüssen, die das Grundgesetz fest vorschreibt.

    Grundsätzlich arbeitet er hinter verschlossenen Türen.

    So beraten seine Mitglieder federführend, ob die Bundesregierung deutsche Soldaten zu Auslandseinsätzen entsenden darf.

    In der Praxis ist der Auswärtige Ausschuss federführend. Bisher ist das Plenum in keinem einzigen Fall von einer Empfehlung des Auswärtigen Ausschusses abgewichen.
    Entscheidend für die umstandslose Inkorporierung Guttenbergs in den Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages muss seine Mitgliedschaft in der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) zu Berlin gewesen sein.

    Die DGAP firmiert auch unter German Council on Foreign Relations, was ihre abhängige Verwandtschaft zum entsprechenden US-amerikanischen Einflussgremium „CFR“ verdeutlicht. Die DGAP ist ein direkter Ableger des CFR.

    Die finanziell hochpotenten Kreise, die den CFR unterhalten, haben eine klare Vorstellung davon, wie die Welt nach ihrem Wunsch und Willen modelliert werden soll. Die Aufnahme in dieses Einflussgremium steht nicht jedem politisch Interessierten offen, sondern erfolgt nach eigenen Regeln.

    Der CFR unterhält ein von David Rockefeller bezahltes Denkfabrikprogramm, dass sich in drei Zentren unterteilt: Das Center für Präventivaktionen, das Greenberg Center für geoökonomische Studien und das Zentrum für universale Erziehung.

    An diesen Zentren geschieht bei geeigneten Kandidaten Hirnmassage auf höchstem Niveau, und der Blickwinkel der Stipendiaten und dort Forschenden wird kunstvoll so geformt, bis sie zu perfekten Transformatoren der Ideen von Rockefeller, Kissinger und Associates werden und ihnen deren Gedanken und Strategien als ihre eigenen erscheinen.

    Die hier geformten Ideen werden dann in einer unübersehbaren Zahl von Publikationen (Büchern, Zeitschriften, Gastkommentaren) und andern Kommunikationsmedien in den Mainstream als die jeweils eigenen Denkprodukte verkauft z.B.:

    „Kampf gegen den Internationalen Terrorismus“, „Globalisierung“ oder die „Liberalisierung der Weltmärkte“.

    Henry Kissinger etwa, zeitweiliger Präsident und Dauergast des CFR, lässt keine Gelegenheit aus, öffentlich vor den Gefahren des internationalen Terrorismus zu warnen.

    Wenn Schäuble, der in solchen Machtmanagementgremien ein häufig anzutreffender Gast ist, wieder einmal warnt, was eigentlich mittlerweile täglich der Fall ist, sollte man sich umgehend fragen: Was ist da im Denktank nur wieder ausgeschwitzt worden?

    George Bushs ehemaliger Vizepräsident Dick Cheney war einige Jahre Präsident des CFR.

    Aus dem Pool sorgfältig ausgebildeter Nachwuchsdarsteller für die Bühne der (Außen-)Politik entsendet der CFR seine Favoriten immer wieder direkt in die amerikanische Politik.

    Es kann getrost davon ausgegangen werden, dass der CFR als Ideen- und Konzeptgeber übergeordnet ist und sich nicht nur auf das Denken beschränkt, sondern auch handelt.

    Der CFR kennt zwei Sorten von Mitgliedschaft: die auf Lebenszeit und die auf Zeit.

    Die Mitgliedschaft auf Zeit ist auf fünf Jahre begrenzt, die lebenslängliche kann man nicht per Antragsformular erwerben – Vollmitglieder werden sorgfältigst auserlesen:

    Ein solcher Kandidat muss von einem CFR-Vollmitglied schriftlich empfohlen werden und weitere drei Empfehlungsschreiben wichtiger Personen, die vorzugsweise auch dem CFR angehören, vorweisen können.

    Manche Bewerber werden trotz alle Empfehlungen nie erwählt. Auf diese Weise stellt der CFR seine höchsteigene dynastische Kontinuität sicher. Ganz ähnliche Auswahlverfahren finden sich in allen bedeutenden Einflussgremien ähnlicher Provenienz.

    David Rockefeller war mit dem ererbten Reichtum seiner Familie (Erdöl, Banken) ab 1975 Präsident und Spiritus Rektor des CFR. Er bezahlte ein beeindruckendes Netz von Einfluss- und Entscheidungsgremien, wie u. a. die Trilaterale Kommission, in deren Vorstand er saß, oder den Council on the Americas. Auch bei den exklusiven Bilderberger-Treffen wurde er gesichtet.

    Es besteht der begründete Verdacht, dass sich zu Guttenberg für den wichtigen Auswärtigen Ausschuss im Bundestag über seine Mitgliedschaft bei der DGAP, die – wie oben erwähnt – ein Ableger des CRF ist, qualifizierte.

    Im Führungsgremium des CFR finden sich immer wieder Namen, die man aus der Politik kennt (z. B. Ex-Außenministerin Madeleine Albright, Ex-Verteidigungsminister Colin Powell), aber auch viele Namen aus Industrie und Bankensektor, die nicht so im Rampenlicht stehen.

    Henry Kissinger etwa zelebriert eine Vielzahl weihevoller Konferenzen vor den Augen von Würdenträgern aus Wirtschaft, Militär und Politik, wo er wegweisende Dinoeier legt (für ca. 25.000 Dollar pro Nachmittag!), die dann von wissbegierigen jungen Aktentaschenträgern ausgebrütet werden dürfen.

    Selbstverständlich wurde auch zu Guttenberg an der Seite der Henry Kissinger gesichtet: Am 11.11.2007 z. B. fand in der New Yorker Carnegie Hall die Konferenz „Political Berlin“, ausgerichtet von der American Academy, statt.

    Der „Hohepriester“ der Außenpolitik und sein „Messdiener“: Henry Kissinger (oben), Bundeswirtschaftsminister KT Guttenberg (unten links)

    Aus der Ankündigung:

    Political Berlin: Germany and the United States, Panel Discussion, Sun, Nov 11 at 7 PM, Weill Recital Hall

    Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg
    Josef Joffe
    Henry A. Kissinger
    John C. Kornblum
    Richard C. Holbrooke, Moderator

    Unter „Meet the artist“ heißt es u. a.:

    KARL-THEODOR FREIHERR ZU GUTTENBERG
    Baron zu Guttenberg is a member of the German Parliament (CSU). In Berlin he serves as Department Spokesman for the CDU/CSU Parliamentary Group on the Foreign Affairs Committee.

    Neben Henry Kissinger durften Freiherr zu Guttenberg, ZEIT/SZ-Herausgeber Joffe, der frühere US-Botschafter John C. Kornblum und Vorstand der Investmentbank Lazard Germany sowie Richard Holbrooke als Vorsitzender der American Academy in Berlin miteinander reden.

    Richard Holbrooke und Kissinger gaben militärische Unterstützung für die grausame Invasion des Inselstaats Osttimor durch Indonesien. In ihrem Gefolge starben ca. 200.000 Menschen.

    Die American Academy und der German Council on Foreign Relations sind jedoch nicht die einzigen transatlantischen Einflussgremien, bei deren Festivitäten und Ausbildungsprogrammen Guttenberg gesichtet wurde.

    Der American Council on Germany (ACG) vermittelt Deutschen, die ein Lernprogramm absolvieren, Kontakte zu höchsten Kreisen der Hochfinanz, Wirtschaft, Militär, Medien.

    Ziel ist die Umsetzung US-amerikanischer Ziele in den Bereichen Globalisierung und Finanzen. Dies wird durch diverse Trainingsprogramme immer wieder eingeübt.

    Auf der Homepage des ACG liest man nicht umsonst „programming“, denn hier werden „Young Leaders alumni“ regelmäßig von älteren „Leaders“ programmiert.

    Die Fotos zeigen Merkel, Guttenberg und der Ex-Staatssekretär im Verteidigungsministerium Friedbert Pflüger, erstere noch vor ihrer Amtsergreifung, vermutlich also noch im Modus „Young Leader alumna“ bei einer Programmierung 2002.

    So wundert man sich gerade bei SPIEGEL ONLINE, was für eine gute Figur Guttenberg in New York gemacht, und wie selbstverständlich er mit dem großen alten Finanzspekulatius George Soros diniert habe.

    Natürlich kennt Guttenberg diese Kreise seit Jahren, denn er ist bei diesen alten Führern als Young-Leader-Schüler in die Lehre gegangen.

    Präsident des ACG ist – Henry Kissinger! Die Liste der „Lecturers“ (Dozenten) gibt einen recht realistischen Überblick über die Machtverhältnisse in den USA und in der Bundesrepublik. Die Veranstaltung vom 12./13.1.2006 z. B. zeigt ein typisches Teilnehmermix: Greenspan, JP Morgan. Goldman Sachs, Madeleine Albright, Merkel usw.

    Merkel stellte klar, dass sie an einer engen Kooperation mit George W. Bush interessiert sei. Jedwedem Thema werde sie mit einer pragmatischen Haltung begegnen, versprach sie. Motto der Veranstaltung war das gemeinsame Bauen an einer globalen Agenda und ein wesentlich höherer Beitrag Deutschlands daran und an militärischen Anstrengungen …

    Deutsche Politiker wurden und werden in USA oder in US-Machtmanagementgremien in Deutschland, die jeder demokratischen Kontrolle entzogen sind, für zukünftige entsprechende Politik programmiert!!!!!!

    Das Young Leaders Programm des American Council on Germany beschreibt seine Aufgabe wie folgt:

    „Das ACG greift nach der nächsten Generation von Entscheidungs-Machern und Meinungs-Führern, indem er Konferenzen organisiert, um sie mit transatlantischen Schlüsselthemen bekannt zu machen und sie in die Lage zu versetzen, ein Netzwerk von Kontakten über den Atlantik hinüber zu errichten. Die Amerikanisch-Deutschen-Junge-Führer-Konferenzen bringen ungefähr 50 Deutsche und Amerikaner zusammen und finden jährlich statt. Die erste Junge-Führer-Lern-Gruppe über die Zukunft Europas versammelte 37 junge Führer aus Westeuropa, Polen, Russland und den Vereinigten Staaten über 2 Jahre hinweg viermal.“

    Netzwerken, Weben und Spinnen: Das ist es, worauf bei den Trainingsprogrammen wert gelegt wird. Es gibt eine schier unübersehbare Anzahl von elitebrütenden Einflussnetzwerken.

    Die Academies, Councils, Foundation und Panels tun alle recht unabhängig und independent, jedoch ist es mit dieser Unabhängigkeit voneinander gerade soweit her, wie bei King und Kong.

    Das ungenierte, sorgfältige Heranzüchten von deutschen „Führern“ und „Meinungsmachern“ im Sinne US-amerikanischer neoliberaler und neokonservativer Interessen wäre an sich völlig unproblematisch, wenn es denn von den Medien transparent gemacht und in der Öffentlichkeit diskutiert würde. Dieser Vorgang wird jedoch entscheidend erschwert dadurch, dass zukünftige Medien-„Führer“ und Journalisten ja ebenfalls die Trainingsprogramme durchlaufen, und finanzkräftige Kooperationspartner wie die Bucerius-Stiftung (ZEIT-Herausgeber) sorgen dafür, dass das in Deutschland auch so bleibt.

    Der American Council on Germany gibt sich nicht einmal die Mühe, im Sinne einer demokratischen Fassade wenigsten verbal an sich zu halten.

    Guttenberg entspringt also einem sorgfältigen jahrelangen US-amerikanischen politischen Zöglingsprogramm für deutsche Eliten („Young Leaders“) und ist mittlerweile erfolgreich in einer „Leading Position“ implemetiert worden.

    „Amerikanisch“ ist er nur ein Deckname für bestimmte Gruppeninteressen, die natürlich mit dem amerikanischen Volk und dessen Interessen überhaupt nichts gemein haben.

    Kurz nach seiner Wahl in den Deutschen Bundestag und seine Berufung in den Auswärtigen Ausschuss ereilten Guttenberg noch zwei weitere Rufe: Er wird Mitglied in den Spitzenzirkeln des Aspen Instituts und der Atlantik-Brücke zu Berlin.

    Teil 2: – die Atlantik Brücke und ihr Young-Leaders-Programm

    Beide in Berlin ansässige Institute ( die Atlantik-Brücke und das Aspen-Institut ) haben sich seit Jahrzehnten insbesondere der Pflege der transatlantischen Beziehungen verschrieben. Eingebettet seien diese Gremien mit bewusst begrenzter Mitgliederzahl in der beiden Institute.

    In der Atlantik-Brücke sind die außenpolitischen Führungskräfte aus Deutschland und den Vereinigten Staaten ebenso vertreten wie etwa die Spitzen der großen deutschen Parteien, Bundespräsidenten, ehemalige Bundeskanzler, Spitzenmanager und Topjournalisten.

    Zu Guttenberg zeigte sich besonders erfreut über seine Berufung in die Gruppe der sogenannten ‚Young Leaders‘ in beiden Instituten.

    Guttenberg führte aus, dass es sich hierbei um einen ausgewählten Kreis von jungen Führungskräften bis ca. 40 Jahren aus Deutschland und den USA handele, die sich aus allen gesellschaftlichen Bereichen, vor allem aus Wirtschaft, Politik und Journalismus rekrutiere.

    Wer zu diesen Elitezirkeln gehört, kann sich zum neuen transatlantischen „Adel“ zählen.

    Wenn man sich die lange Brückeliste ( Atlantik-Brücke ) von Bundeskanzlern (Schmidt, Kohl) und Bundesministern (Lambsdorff, Riesenhuber etc.) im Rückblick anschaut, kann gesagt werden, dass die Brückearbeit eindeutig von Erfolg gekrönt war.

    Die heutigen Ziele der Brücke fasst ihr ehemaliger Vorsitzender, ein Multimilliardär aus einer bekannten Backpulverdynastie, sehr realistisch zusammen:

    „Die USA wird von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben“, sagt der Vorstands-Chef der Atlantik-Brücke, Arend Oetker. (Berliner Zeitung, 17.4.2002)

    Unter den Mitglieder der Atlantik-Brücke findet sich auch der frühere Treuhandchef Detlev Karsten Rohwedder.

    Dieser wurde für seine Treuhand-Politik der etwas behutsameren und langsameren Privatisierung nach der Wende in Kombination mit einer Sanierung von überlebensfähigen Betrieben der ehemaligen DDR von Brücke-Mitglied Kurt Biedenkopf hart angegangen. Die Transatlantiker forderten eine unverzügliche Marktöffnung für das internationale Kapital und die schnelle Privatisierung von früherem Volkseigentum, was Rohwedder auch bei einem Amerika-Besuch klipp und klar gesagt wurde. Nach seiner Ermordung im April 1991 wurde er dann von Brücke-Mitglied Birgit Breuel beerbt, die diese Vorgaben wesentlich zügiger umsetzte.

    Bei den bereits hier vorgestellten Einflussgremien (die Atlantik-Brücke und das Aspen-Institut) erhält man Zugang nur auf Einladung bzw. Empfehlung. Von 200 Bewerben bis zum Alter von 40 Jahren wird 25 Auserwählten pro Jahr Einlass gewährt. Einmal in das „Young Leaders“-Programm aufgenommen, erhalten die deutschen bzw. europäischen Teilnehmer nach den Treffen eine intensive Betreuung.

    Laut Manager-Magazin kann eine solche Empfehlung auch von einem Mitgliedsunternehmen kommen – die Deutsche Bank, Goldman Sachs oder DaimlerChrysler entsenden viel versprechende Nachwuchsmanager – oder von ehemaligen Teilnehmern.

    General Walters im Gespräch mit Schäuble.

    Getreu der geheimdienstlich-militärischen Tradition lädt die Atlantik-Brücke seit 1990 jährlich zu vertraulichen Expertengesprächen mit dem U.S. European Command und in Zusammenarbeit mit dem NATO-Oberbefehlshaber über aktuelle sicherheitspolitische Fragen nach Berlin ein.

    Teilnehmer sind die Befehlshaber aller in Europa stationierten amerikanischen Teilstreitkräfte – Armee, Luftwaffe, Flotte und Marineinfanterie – sowie der Generalinspekteur der Bundeswehr mit seinen Generälen und Admirälen und deutsche Experten der Sicherheitspolitik. Bei diesen Brückegesprächen können deutsche Politiker sich jeweils aus erster Hand über die neusten geostrategischen Ziele und Forderungen der reich besternten Militärs „briefen“ lassen.

    An ultramodern eingerichteten Privatunis sorgen sich die Transatlantiker um die zukünftige supranationale englischsprachige Elite:

    Die GISMA ( „The German International Graduate School of Management and Administration“ ) in Hannover arbeitet mit der amerikanischen Pudue Universität zusammen und ist eine Kaderschmiede für „Executive MBAs“, d. h. also, sie bildet Führungseliten für zukünftige Führungsaufgaben in der Wirtschaft aus.

    Ein Beispiel für solch eine Privatuni ist auch die private European Business School (EBS) auf Schloss Reichartshausen mit ihrem Direktor (CEO) und Young Global Leader Prof. Dr. Christopher Jahn.

    Auf der Homepage der EBS wird am 23.3.2009 über die Entscheidung des Weltwirtschaftsforums in Davos berichtet, auch einige deutsche junge Führer als visionäre „High Potentials“ in den globalen Jungeführerclub aufzunehmen:

    „Unter den Neuberufungen ist Deutschland mit neun Mitgliedern vertreten, darunter auch Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und Coca-Cola Deutschlandchef Damian Gammell. … “

    Es geht um ein Netzwerk. Die internationalen Konzerne können dadurch auf einen Pool von englischsprachigen Führungskräften zurückgreifen, die sich keinem speziellen Wirtschaftsstandort mehr verbunden fühlen und gleichermaßen einem abgehobenen Elitedenken anhängen.

    Dieser Eliten versichert man sich schon allein dadurch, dass sie ihre Privilegien nur innerhalb und durch dieses System besitzen.

    Um Finanzierung braucht man sich bei der EBS und ihren Projekten wenige zu sorgen, da die Gelder direkt von Wirtschaft und Banken kommen.

    Das weltweite Netzwerk der EBS wurde auf aktuell 150 Partneruniversitäten und Business Schools ausgebaut ( auch in China, Indien und Russland ).

    Bucerius-Law-School
    Ein weiteres transatlantisches Brücke-Unternehmen ist die Bucerius-Law-School der ZEIT-Stiftung.

    Zu Guttenberg als „Amerika-Spezialist“ an der Bucerius-Law.School: Gruppenfoto mit Dame anlässlich dessen Gastvorlesung über Obamas bevorstehende Wahl (Aus: „In-house News for Alumni and Friends of Bucerius Law School“, December 2008, Seite 2)

    Auch an dieser privaten „Law-School“ bei Hamburg werden transatlantische Eliten ohne den Stress überfüllter Hörsäle gefördert. Die Sponsoren aus der Wirtschaft können den Nachwuchs „sichten“ und sich frühzeitig das „Passende“ heraussuchen:

    Die Bucerius Law School ist rein privat finanziert.

    Die Atlantik-Brücke hat neben den Schwerpunkten Wirtschaft/Banken und Militär/Geheimdienste noch ein drittes Herzensanliegen: Die Pflege der Beziehungen mit jüdischen Organisationen in den USA.

    Auch ermöglicht sie US-Hochschullehrern und Lehrern, die das Fach „Holocaust Studies“ unterrichten, Deutschlandaufenthalte und unterhält ein Schüleraustauschprogamm.
    Wird die Öffentlichkeit bewusst in einer Schweinwelt gehalten?

    http://www.zeitgeist-online.de/special27.html

    Wer die Wahrheit nicht kennt, der ist nur ein Dummkopf.
    Wer die Wahrheit kennt und sie Lüge nennt, ist ein Verbrecher!
    Galileo Galilei

  2. Hallo Tommy,

    vielen Dank für den aussagekräftigen Fleißbeitrag … dieses Dossier wurde von uns an anderer, ebenfalls mit Herrn zu Guttenberg verbundener Stelle schon einmal nachdrücklich empfohlen, aber hier passt es ohne Frage auch sehr gut hin und es ist sehr wichtig, die Hintergründe dieser „Young Leaders“ immer mal wieder klar hervorzuheben. Unseren Leser/innen empfehlen wir allerdings, dem dankenswerter Weise ebenfalls angegebenen Link zu folgen, da sich das Dossier auf der Ursprungsseite einfach komfortabler liest.

    Nochmals danke und viele Grüße
    Hans.

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