Besondere Leseempfehlungen zum Themenkomplex „Afghanistansituation“

Es gibt zurzeit sehr viele Gegebenheiten und noch mehr „Nachrichten“, die manchen Menschen ziemlich zu schaffen machen, weil sie umso mehr Fragen aufwerfen, je mehr die Medien und die Politik vorgeben, Erklärungen dafür zu liefern.

Nicht nur, aber auch und gerade wegen der sich häufenden „hinterhältigen Anschläge“ afghanischer Partisanen … pardon, korrekt ausgedrückt heißt das ja „Taliban“ …, bei denen Bundeswehrsoldaten zu Schaden kommen oder gar getötet werden, muss man die Afghanistansituation rund um den „umgangssprachlich so zu nennenden“ Krieg am Hindukusch durchaus auch innenpolitisch und gesellschaftlich als eines der relevanteren Themen bezeichnen, mit dem man sich beschäftigen und zu dem man sich eine eigene Meinung bilden muss.

Zum Wochenende bieten wir unseren Leser/innen deshalb eine kleine Auswahl von interessanten Meinungen und Informationen an, mit denen man sich dem Thema unserer Ansicht von verschiedenen Perspektiven ausgehend sehr gut nähern kann …

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Da Wochenende ist und wir niemanden gleich zu Beginn überstrapazieren möchten, beginnen wir mit diesem Video des – fast ist man geneigt, diese Superlative angemessen zu finden – unvergleichlichen Georg Schramm … unser Dank für die Info geht an den Muskelkater

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Arnold Neuber [IMI] … Propagandaoffensive bereitet Bundeswehr-Offensive den Boden

Fraglos auch passend zum Videobeitrag … aber mindestens ebenso interessant in Bezug auf die „wirtschaftlichen Interessen“, die ja auch laut dem blaublütigen Inhaber des Postens eines „Verteidigungsministers“ eine „nicht unerhebliche Rolle“ beim Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr spielen.

Zitat:

Drei deutsche Soldaten sind bei Kämpfen im Norden Afghanistans getötet worden. Der Entwicklungshilfeminister tönt aus dem NATO-Hauptquartier Nord in Mazar-i-Sharif von einem „schändlichen Angriff“ und verurteilt die Aktionen der „feigen Mörder.“ Das ist gut für die Moral der Truppe.


Sein Parteifreund und künftiger Wehrbeauftragter Hellmut Königshaus ruft nach mehr und tödlicheren Waffen. Das ist gut fürs Geschäft. Besonders der Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann und der Luftwaffenmonopolist EADS verdienen, wenn deutsche Soldaten in Kampfeinsätze geschickt werden. Auf der Homepage von KMW lesen sich die Pressemeldungen wie Nachrichten von der „Heimatfront“.


11. März 2010: KMW übergibt die ersten Serienfahrzeuge vom Typ „JFST Fennek“, die bereits im April in Afghanistan die Bundeswehr „zu einem wesentlich verbesserten Aufklären, Erkennen, Identifizieren und Vermessen von feindlichen Zielen“ befähigen sollen.


29. März 2010: Die Bundeswehr bestellt 41 gepanzerte Fahrzeuge Dingo 2 und die Panzerbauer sichern eine Lieferung bis Jahresende für den Afghanistan-Einsatz zu.


6. April 2010: Die Bundeswehr ordert 44 gepanzerte Fahrzeuge für ihre „Gefechtsfeld-Schaden-Instandsetzungs-Trupps“. Auch sie sollen noch in diesem Jahr in Afghanistan zum Einsatz kommen. (1)

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Jochen Hoff [Duckhome] … Vier tote Bundeswehrsoldaten und der Eagle IV

Ähnlich wie der vorangegangene Artikel, nur aus – oder in – einer anderen Blickrichtung geht auch Jochen auf die neuesten Opfern auf Seiten der Bundeswehr ein und seine Ausführungen sind ebenso interessant wie sein Fazit korrekt zu nennen ist. Dazu nimmt er auch noch einige andere Aspekte ins Visier, die man bei dieser Angelegenheit ebenfalls nie aus den Augen verlieren sollte.

Zitat:

Den Angehörigen und Kameraden kann man nur das Beileid aussprechen, für die Toten, die in einem Krieg geopfert wurden, der nur den imperialen Interessen der USA dient, völlig unbegründet und natürlich völkerrechtswidrig ist. Deutschland wurde von Leuten wie Schröder, Fischer und Struck in diesen Krieg hineingetrieben, den Merkel/Steinmeier und auch Merkel/Westerwelle gerne weitertrieben. Die deutsche Politik und alle die für diesen Krieg gestimmt haben, gehören auf die Anklagebank, aber dazu wird es angesichts der deutschen Justiz nie kommen […]

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Daniel Neun [Radio Utopie] … SPD und CDU wollen Kunduz-Affäre vertuschen: Vernehmung Guttenbergs soll verschoben werden

Immer wieder interessant sind die „Chroniken“ der Seite und deren kontinuierliche Fortführung. In diesem Artikel kommt auch wieder einmal das Thema „Wahlkampf“ in den Fokus, aber man kann sicherlich davon ausgehen, dass sich noch weitere Querverbindungen finden lassen … wenn nicht direkt in diesem Artikel, dann fraglos in einem der folgenden Updates!

Zitat:

Kriegsministerium und Generäle geben, einen Tag nach ihrer Meldung über vier tote deutschen Soldaten bei Baghlan in der deutschen Besatzungszone Nord-Afghanistans, eine völlig andere Tatversion ab. Die Informationsindustrie – gespenstisch biegsam, unterwürfig und extrem flexibel – sie dreht sich wie ein Wetterhahn auf dem Wahrheitsministeriums in George Orwells “”1984″ und übernimmt die neue Version. Und jetzt versuchen SPD, CDU und CSU – wie von Radio Utopie vorhergesagt – die Kunduz-Affäre im Zuge einer erneuten “Eskalationsstrategie” vor wichtigen Wahlen in Deutschland irgendwie zu vertuschen. Denn Kanzlerin Angela Merkel und ex-Außenminister Frank-Walter Steinmeier müssen sich und ihre Haus- und Hofparteien nach der NRW-Wahl in die nächste große Koalition retten, um irgendwie den Hals aus der Schlinge zu bekommen

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Roberto J. De Lapuente [ad sinistram] … Mehrheit ist kein Maßstab

Eigentlich müsste man damit beginnen, Robertos Artikel in dieser Runde als „außer Konkurrenz“ zu bezeichnen, da sich seine Äußerung auf eine Überzeugung stützt, die rein nach philosophischen, ethischen und moralischen Grundsätzen ausgerichtet ist. Aber insgesamt beschreibt der Artikel nicht nur den Afghanistankrieg völlig korrekt, sondern fügt auch noch eine exzellente Analyse der Kernproblematik unserer „repräsentativen Demokratie“ bei, die den Titel seines Artikels voll und ganz rechtfertigt und zugleich seinen Finger in eine besonders klaffende Wunde unserer Gesellschaft legt. Deshalb möchten wir diese Empfehlung auch mit dem Prädikat „besonders lesenswert“ versehen!

Zitat:

Nur weil die Mehrheit es wünscht? Mehrheiten sind das Blut der Demokratie – fürwahr. Aber zur Grundlage eines militärischen Rückzugs taugt sie nicht. Darf sie nicht taugen! Die Mehrheit darf nicht allseligmachende Essenz der Demokratie sein, selbst dann nicht, wenn sich die romantische und schwärmerische Verzückung beim Lobpreisen des Majoritätsprinzips, landauf landab als unantastbare oppositionelle Haltung herauskristallisiert hat. Opposition zu sein bedeutet nicht, wie es heute viel zu oft der Fall ist, der Regierung mit dem Willen der Mehrheit in die Parade zu fahren – das ist unzulänglich, reicht nicht aus. Die vox popoli heranzuziehen ist populistisch im buchstäblichen Sinne.

Freilich sind basisdemokratische Strukturen erwünscht und auch auf Mehrheiten zu bauen ist per se nicht zu verurteilen. Doch in Tagen, da Mehrheiten vorallem deswegen Mehrheiten heißen, weil sie sich mehrheitlich manipulieren lassen, kann das Majoritätsprinzip nur mit Skepsis beäugt werden. Die Intelligenz der Masse, die von Francis Galton experimentell bewiesen schien, ist natürlich nicht ausgestorben – sie schlägt hin und wieder durch. Aber in großen Fragen der Wirtschaft oder Politik, wo objektive Berichterstattung heute nicht mehr eingeplant wird, ist die Mehrheit nurmehr eine manipulierte Grundlage demokratischen Handelns […]

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