Besondere Leseempfehlungen zum Themenkomplex Afghanistan-Opfer

Wir haben heute zwei Artikel ausgewählt, die sich dem oben genannten Thema – einseitig bezogen auf die 3 Bundeswehrsoldaten, die am Karfreitag getötet wurden – in der einzig richtigen Weise angenommen haben. Sie stammen von ad sinistram und Luftpost-KL.

Da die Autoren das Thema sehr umfassend beleuchten empfehlen wir ihre Artikel mit allem geforderten und berechtigten Nachdruck!

Als ebenso realitätsnahes Gegenbeispiel fügen wir noch zwei Artikel von Radio Utopie bei, die sich mit dem jüngsten Fall von willkürlicher Tötung afghanischer Zivilisten befassen.

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Roberto J. De Lapuente [ad sinistram] … Ich nicht!

Den richtigen Ton zu treffen, ist in vielen Fällen – besonders wenn das Schicksal anderer Individuen betroffen ist – sicher nicht einfach, aber Robertos Artikel über die Farce von einer Trauerfeier rund um die drei in Afghanistan getöteten deutschen Soldaten trifft unserer Ansicht nach exakt den richtigen Ton! – Es hat nichts mit mangelnder Pietät gegenüber den Toten und ihren Angehörigen zu tun, wenn man die Wahrheit ungeschminkt ausdrückt und auf die wahren Gründe und Verursacher dieser Tragödie verweist. – Wir könnten selbst noch einiges dazu schreiben, vor allem an die Adresse der Kanzlerin und des blaublütigen Kriegsministers, aber wir schließen uns lieber Roberto an, da er nicht nur den richtigen Ton, sondern auch die passenden Worte gefunden hat!

Zitat zum Einlesen:

Muß ich mich der kommenden Zeilen schämen? Ich neige dazu, mir diese Frage mit Ja zu beantworten. Ja, es könnte pietätlos, es könnte schändlich wirken. Aber wie dem auch sei, manchmal muß auch sowas gesagt werden; mitunter wird es notwendig, etwas zu verkünden, auf das man nicht unbedingt stolz sein muß. Verschiedentlich muß man sich zur Wehr setzen, auch wenn es eine Wehrhaftigkeit ist, bei der es an Manieren mangelt.

Mit Ihnen trauert ein ganzes Land!, hat er vorgestern die Hinterbliebenen getröstet. Natürlich wollte er aufrichten, Seelenbalsam in finsterer Stunde auftragen – aber auch sich und seine Klientel reinwaschen, ganz nebenbei erklärt haben, dass jene Soldaten im Auftrag eines ganzen Landes, nicht nur einer Minderheit, gefallen sind. Ein ganzes Land! Wie kommt dieser selbstdarstellerische Zirkel eigentlich dazu, für ein ganzes Land sprechen zu wollen? Ich weiß nicht, wie andere das wahrnehmen, aber ich, in diesem Lande lebend, trauere nicht; ich will damit nichts zu tun haben. Man spreche nicht an meiner statt! Das verbitte ich mir!

Man verstehe mich bitte nicht falsch: ich freue mich auch nicht, dass Blut geflossen ist. Aber dieses Blut, es hat nichts mit mir zu tun […]

Zitat Ende => gesamten Artikel lesen

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Wolfgang Jung [Luftpost-KL] …  Wie die Täter ihre Opfer verhöhnen: Infame Lügen und falsches Pathos zum Tod in Afghanistan!

Dieser Artikel ist ebenso korrekt wie jener von Roberto – er geht aber sachbezogen etwas mehr in die Tiefe und beleuchtet die abgefeimte Vorgehensweise der Kanzlerin und ihres Kriegsministers noch nachhaltiger. Es ist so, wie der Autor schreibt … eine perfide und deshalb perverse Posse, die dort auf Kosten der getöteten Soldaten aufgeführt wurde, und die Regierungsvertreter trieben es nicht nur mit ihrer falschen Betroffenheit wieder einmal auf die Spitze. Ansonsten halten wir es hiermit genau wie oben … lesen Sie den Artikel, denn er spiegelt unsere Meinung weitestgehend wider.  (Anmerkung: über den Artikel können sie auch direkt zu den offiziellen Redetexten der Hauptakteure gelangen!)

Zitat zum Einlesen:

Während andere NATO-Staaten den Abzug ihrer Truppen vorbereiten, hat eine große Mehrheit der Bundestagsabgeordneten auf Antrag der US-hörigen Bundesregierung gerade noch mehr deutsche Soldaten nach Afghanistan entsandt, obwohl die übergroße Mehrheit der Deutschen einen sofortigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan fordert.

Dass      die         CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr CSU-Kriegsminister Freiherr    Karl-Theodor zu Guttenberg es dann auch noch wagen, heuchlerische  Trauerreden  für Soldaten zu halten, die sie in einen vermeidbaren Tod  geschickt  haben, ist  an Perfidie kaum noch zu überbieten.

Zitat Ende => gesamten Artikel lesen

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Als Gegengewicht zur bundesdeutschen „Staatstrauer“ soll hier einmal aufgezeigt werden, wie jene ISAF- (oder OEF-) Truppen unter US-Führung, denen auch die Kontingente der Bundeswehr angehören, mit dem Leben von Zivilisten umgehen … und es würde uns wirklich interessieren, mit welchem Unfug das letztendlich wieder relativiert werden soll – oder ob es am Ende nur genauso unpersönlich und nebensächlich behandelt werden wird wie die Toten von Kunduz?

Petrapez [Radio Utopie] … ISAF-Truppen erschossen auf Schnellstrasse vier Zivilisten wegen mangelndem Sicherheitsabstand in Afghanistan

petrapez [Radio Utopie] … Afghanische Demonstranten blockieren Autobahn bei Kandahar nach Mord auf Passagiere eines Busses durch NATO

4 Antworten

  1. Hallo Hans,

    den ersten Beitrag von Roberto unterschreibe ich ganz. So sehe ich das auch. Beim zweiten Beitrag habe ich mir es erspart, die kompletten Reden der beiden Kriegstreiber durchzulesen, die genannten Textzeilen reichen komplett aus, um die heuchlerischen Lügen zu durchschauen. Gäbe es keine Angriffskriege, bräuchte man auch keine Verteidigungsarmee. Sich dann auch noch beklagen, das die Angegriffenen sich verteidigen, ist schon blanker Hohn. Lächerlicher gehts eigentlich gar nicht mehr, allerdings schafft es die Merkel bei der Trauerfeier auch noch, eine dermaßen lächerliche Figur abzugeben, das man sich sogar noch dafür schämen müßte, wenn man sie denn gewählt hätte. Und die deutschen Soldaten sollen ruhig wissen, dass sie keine Unterstützung im deutschen Volk haben und auch keine Ehrung von diesen bekommen. Vielleicht hören sie damit dann auf, verweigern sich und helfen der armen deutschen Bevölkerung diese verachtenswerten Polit-Marionetten loszuwerden!?

    Das mit dem Kleinbus kann man dann gleich mit den getöteten Journalisten und anderen Zivilisten im Irak vergleichen, wobei man sich gleich überlegen kann, was für Irre dort im Nahen Osten unterwegs sind! Wer wird dann bei den Verlierern dabei sein? Sicher wieder die Deutschen, die dann wie gewohnt die Schuld auf sich nehmen dürfen, obwohl sie doch eigentlich dagegen sind. Die Politikfratzen machens möglich. Es reicht! Es reicht immer mehr!!!!

    Schönen Tag

    Petra

  2. „Vielleicht hören sie damit dann auf, verweigern sich und helfen der armen deutschen Bevölkerung diese verachtenswerten Polit-Marionetten loszuwerden!?“

    Liebe Petra,

    Du erwartest wie viele andere leider aber dort Hirn, wo keines ist. Wenn ein Soldat einen Befehl erhalten hat, dann steht dieser Befehl auf einem Zettel, der in seinem Gehirn auf dem Boden liegt. Der Rest des Schädels ist dann üblicher Weise nicht luftleer, sondern mit Angst vor dem jeweiligen Vorgesetzen gefüllt. Wie man es schafft, Menschen solche Angst vor der Obrigkeit einzujagen ist psychologisch gesehen kein Rätsel. Aber darüber habe ich schon an anderer Stelle, was bestimmte Möglichkeiten angeht, ausgiebig geschrieben.

    „Es reicht! Es reicht immer mehr!!!!“

    Darin bin ich ganz Deiner Meinung. Meine Wut, wenn ich über all das nachdenke, blockiert zur Zeit meine Schreiblust. Ich hoffe, ich finde sie bald wieder.

    Ich erfuhr, dass ein in Afghanistan stationierter Soldat, der dort nur wegen Geld mitmacht, sich also dort von anderen Befehle geben lässt, obwohl er das überhaupt nicht muss, seine Ehefrau um Zusendung von Schokolade gebeten hat. Nein, das ist jetzt kein Witz. Obwohl es sich sehr lustig anhört, ist das die Wahrheit. Ist schon ein komisches Gefühl, wenn man jemand direkt kennt, der jetzt woanders im Krieg mitmacht.
    Ist unsere Bundesregierung so arm, dass sie den Soldaten an der Front noch nicht einmal mit ein paar Leckereien aus der Heimat versorgen kann? Da müssen die Soldaten ihre Ehefrauen also sogar um Extrarationen bitten. Oh Guttenberg, oh Guttenberg. Hoffentlich ist bei den Soldaten an der Front niemand dabei, der sich gerne Pomade ins Haar reibt. Oder wie heißt das Fett, was der Guttenberg sich immer aufs Haupt schmiert? Darauf hält dann aber kein Helm gut.
    Beim Irakkrieg war das Fernsehen live dabei. Warum wird der Krieg in Afghanistan nicht auch live übetragen? Die Deutschen hier sollen sehen, was da drüben los ist. Sie haben ein Recht darauf, denn sie bezahlen schließlich dieses Morden.

    Gruß, Jochen

  3. Eigentlich müsste ein „Bravo Roberto!“ reichen, da er alles was gesagt werden musste, gesagt hat.
    Diese Regierung – die nicht meine ist – maßt sich an, für ganz Deutschland zu sprechen? Seit wann wollen diese Polit-Marionetten wissen, was in den Köpfen der „Bundes“bürger vorgeht? Ich trauere um die wahren Opfer, die diese „Regierung“ im Auftrag der USA in ihrem Land unter dem Deckmantel „Aufbauhilfe“, überfallen hat!

    Wenn sich „unsere“ Regierung aus den Differenzen fremder Staaten heraus halten würde, bräuchten wir uns um unsere Sicherheit keine Sorgen machen. Durch das Verhalten der Regierenden, wird der Hass und die Wut gegen Deutschland angefacht – vor „einigen“ Jahren waren die, die gegen Deutschland hetzten, „Feindstaaten“ – heute sitzen sie im Reichs- Bundestag und/oder bezeichnen sich als „Demokraten“…

    Dass die BW in absehbarer Zeit aus Afghanistan abgezogen wird, glaube ich nicht, da ja unsere Marionetten im „eigenen“ Land nichts zu sagen haben und sich dem amerikanischen Willen zu beugen haben. Solange es den Amerikanern (nicht nur …) gefällt, dass sich die Deutschen dort als „Kanonenfutter“ hergeben müssen, solange werden der Kriegsminister und die Kanzleuse der BRD, auch weiterhin gehorsam „deutsche Jungs“ nach Afghanistan oder sonstwohin beordern. Schließlich wird ja – wenn wieder alles schief geht – ein Sündenbock gebraucht. Wer das sein wird, darüber muss nicht lange gerätselt werden … oder?

    @Jochen
    Du fragst, weshalb das Fernsehen nicht live dabei ist … die Antwort hast Du selbst schon gegeben. Damit wir nicht sehen, was „da drüben“ los ist. Solange es der deutsche Michel nicht mit eigenen Augen sieht, solange kann er die Lügen der Polit-Marionetten glauben – und braucht sein – von „Titty-TV“- geschädigtes Gehirn nicht mit der beschämenden Wahrheit beschweren, dass Deutschland – wieder einmal – für einen Krieg missbraucht wird, den die Mehrheit der befragten Bürger/innen abgelehnt hat.

    Wünsche trotzdem allen einen angenehmen Abend …
    Elke J.

  4. Hallo Petra,

    wie ich wieder einmal feststellen darf, bewegen sich unsere Gedanken und Empfindungen (wenigstens) auf sehr ähnlichen Bahnen. Das hat zwar den Nachteil (wenn man es denn so sehen will), dass ich jetzt nicht allzu viel auf Deinen Kommentar erwidern kann, doch diese Art von „Nebenwirkungen“ sind ja etwas erfreuliches, so dass man sich sehr leicht damit anfreunden kann.

    Das gilt in ganz besonderem Maße für den zweiten Absatz, während ich (wie Du selbst wahrscheinlich auch) in Bezug auf den Schluss des ersten Abschnitts leider @Jochen und @Elke J. beipflichten muss. Man sollte meinen, dass die Fakten klar und unmissverständlich genug auf dem Tisch liegen und die Menschen (nicht nur, aber ganz besonders) bei uns auch erkennen sollten, dass es so nicht weitergehen kann, aber die notwendigen weiterführenden Gedanken und Entscheidungen ziehen sie dennoch nicht in Erwägung. Über das „Warum“ haben wir uns in den letzten Wochen sehr ausgiebig ausgetauscht und somit ist allen bereits genannten Erklärungen auch nichts mehr hinzuzufügen. Wie anders soll man es erklären, dass entsprechende Umfragen zwar eine überwältigende Ablehnung der bundesdeutschen Kriegspolitik offenbaren, aber im Großen und Ganzen nichts weiter passiert? Und wir wissen ja nur zu gut, dass dies in allen anderen Bereichen, bei denen man ebenso inbrünstig „Es reicht!!!“ sagen müsste, nicht im Mindesten anders ist.

    Aber wie schon an anderer Stelle und in einem anderen Zusammenhang betont … wir müssen die wenigen positiven Ansätze, die wir finden, deshalb um so bewusster und gezielter zu bündeln und zusammenzuführen versuchen. Nur deshalb gibt es für mich trotz aller stockfinsteren Ausblicke in die unmittelbar vor uns liegende Zukunft immer noch berechtigte Hoffnung auf Veränderung im kleineren Rahmen, die aber auf lange Sicht von immenser Bedeutung sein können. Darauf sollten wir uns selbst und unser Engagement fokussieren.

    Da ich etwas spät dran bin, wünsche ich Dir zwar noch eine angenehme Nachtruhe, vorsichtshalber aber auch gleich einen schönen und mehr Hoffnung als Frust bereithaltenden Mittwoch.

    LG, Hans

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