Weiß der Kuckuck…

wer uns diese Eier ins Nest gelegt hat (siehe Bild unten). Obwohl jeder solche Sprüche kennt, wie: „Aus Schaden wird man klug“ oder „Gelegenheit macht Diebe“, scheinen sie was unsere Erkenntnisse über unsere lieben Volksvertreter angeht, keine Bedeutung zu haben. Aber nach der Wahl, ist eben nicht vor der Wahl und nachher ist man eben immer schlauer. Leider reicht diese Portion Schlauheit aber immer nur wieder bis zur nächsten Wahl. So scheint es jedenfalls.
Ich hoffe, es ist nicht zu hart, wenn ich das jetzt so umschreibe, aber „Alzheimer“ ist eben eine sehr schleichende und tückische Krankheit und wie die Statistiken bezeugen, breitet sie sich in Deutschland immer mehr aus. Schon schlimm, wenn man heute nicht mehr weiß, was diverse Politiker gestern noch alles gemacht haben, ohne uns Bürger überhaupt um eine Meinung gefragt zu haben. Aber seien Sie mal ehrlich, würden Sie jemand um seine Meinung fragen, der nicht weiß, woran er sich noch festhalten kann, wenn es um Würde, Ehrlichkeit und das Wohl von allen geht? Viele scheinen auch nicht wissen zu wollen, ob es ihrem Nächsten nun gut oder schlecht geht. Was interessiert viele schon ihr Nächster, solange sie ihre Raten bezahlen können, ihr Kühlschrank voll ist und sie ein schickes neues Auto vor der Tür stehen haben? Und wenn man dann noch im siebten Liebeshimmel schwebt, dann sieht man die ganze Welt sowieso nur noch rosa.

Aber wir wissen auch alle, jedenfalls die meisten, dass Liebe auch blind machen kann und mit Geld kann man Menschen sogar zum Schweigen bringen. Das ist eine Methode, die bei fast allen Menschen wirkt. Nun stelle man sich einmal Menschen vor, die alles haben was sie sich wünschen: Geld, Macht und Liebe. Würden Sie sich das dann einfach so wegnehmen lassen? Nein, doch bestimmt nicht. Außer, sie wären auch ohne Geld und Macht glücklich und fähig, andere zu lieben, einfach so, nur um der Liebe zu ihrem Nächsten willen.

Aber lassen Sie mich dazu nun eine kleine Geschichte erzählen, die ich erfinden musste, um meinen Sohn, der zur Zeit mit einer sehr schlimmen Erkältung im Bett liegt, in den Schlaf zu wiegen.
Also, es war einmal in einem mitteleuropäischen Königreich. Da lebte ein Volk, dass blind und stumm geworden war. Wirklich, niemand in diesem Land konnte sehen oder sprechen. Trotzdem war es ein wirklich nettes Völkchen, denn jeder liebte den anderen. Es ging auch überhaupt nicht anders, weil es da viele Straßen und Wege gab, wo viele, viele Autos fuhren. Immer wenn dort also ein Bürger über eine Straße gehen wollte, machte er sich mit Hilfe seiner Trommel bemerkbar, die er sich um den Bauch gebunden hatte, bevor er von Zuhause wegging. Sodann kamen gleich ganz viele andere zu ihm hingelaufen und begannen zusammen mit dem Hilfesuchenden ihre Trommeln zu schlagen und dass machte natürlich einen gewaltigen Lärm. Das hörten dann die Autofahrer, die ja leider auch nichts sehen konnten. Diese hielten dann auch sofort an, um den einen Mitbürger über die Straße gehen zu lassen, so wie er es wollte. Für die Autofahrer und die Fußgänger gab es in diesem Moment nichts Schöneres, als dieses Gemeinschaftserlebnis. Der gewaltige Krach von den Trommeln ließ dann sogleich wieder nach und das machte wiederum die Autofahrer mächtig glücklich. So war das in diesem Land. Jeder wollte immer nur seinem Nächsten eine Freude bereiten und ihn glücklich sehen. Aber wie konnten denn die Leute dort in diesem Land überhaupt Auto fahren, da sie doch blind waren? Ganz einfach, ich stelle dazu eine Gegenfrage: Wie kann man nur immer Politiker (Parteien) wiederwählen, die nichts Besseres zu tun haben, als den Willen ihres Volkes zu übergehen?

Eines Tages aber wurde das glückliche Volk von bösen Mächten heimgesucht, denen es gar nicht gefiel, dass es ein Land gab, wo alle immer nur glücklich sind. Diese Schwerenöter waren Seelentöter und das einzige was diesen dunklen Mächten Spaß machte war, andere zu ärgern. Sie konnten auch zaubern und auf einmal kamen sie auf eine Idee, wie man dieses schöne friedvolle Leben von den glücklichen Menschen zerstören konnte. Dafür suchten sie sich ein paar wenige Menschen aus der großen Menge aus und machten, dass sie sehen und sprechen konnten. Als die sehenden Menschen nun sahen, wie dumm es aussah, wenn eine Gruppe von Menschen an einer Straße stand und wie wild auf ihre Trommeln einschlugen, nur damit die Autos anhalten sollten, um einen einzelnen gefahrlos über die Straße gehen zu lassen, da begannen sie an zu lachen und konnten drei Tage und Nächte nicht mehr aufhören. Zwar hörten die blinden anderen Menschen das Gelächter auch, aber sie konnten sich natürlich keinen Reim darauf machen, was so lustig sein sollte. Leider konnten sie ja auch nicht miteinander sprechen, um zusammen der Sache auf den Grund zu gehen.

Als die Sehenden nun erst einmal genug gelacht hatten, dachten Sie sich, mit unseren neuen Fähigkeiten können wir doch sicher noch mehr anfangen, als uns nur über diese anderen Tölpel lustig zu machen. So beschlossen sie, eine Regierung zu gründen. Sie arbeiteten für sich und alle anderen eine Verfassung aus, wobei sie sich selbst natürlich bevorzugten. Denn sehen und sprechen könnende Menschen haben natürlich schon von Natur aus gewisse Vorrechte. Da die sehenden und oft überheblich über ihre Mitbürger sprechenden Menschen auch keine Lust hatten, sich den ganzen Tag mit trommelnden Idioten – so wurden sie ab jetzt von ihnen genannt – zu beschäftigen oder anderen Nebensächlichkeiten wie Autofahren, erließen sie kurzerhand Steuern, die jeder Trommler und jeder Autofahrer ab diesem Tag an sie zu entrichten hatte.

Die wenigen sehenden und sehr gesprächigen Menschen bekamen Kinder, so wie die übrige Masse der blinden und stummen Trommelnden auch. Die Menschen aus der Masse schenkten ihren Kindern bei der Geburt eine Trommel und wenn sie älter waren, bekamen sie auch ein Auto geschenkt. Nur für die Steuern die darauf lasteten, musste jeder selbst aufkommen. Dafür mussten die jungen Menschen an einem Fließband trommeln gehen. Immer weiter, von früh bis spät, mussten sie die Klöppel schwingen. Solange bis ihnen die Arme davon weh taten. Mit der Zeit wurde das Volk immer erschöpfter und wenn dann abends die Fließbänder still standen, gingen sie auf dem Nachhauseweg über die vielbefahrenen Straßen. Dabei kam es immer häufiger vor, dass sie das Trommeln vergaßen oder einfach keine Kraft mehr hatten, um sich gegenseitig beizustehen, um mit gemeinsamen Trommeln die Autos zum Anhalten zu bewegen. So kam was kommen musste. Erst wurden nur wenige überfahren, dann wurden es immer mehr. Mit jedem Todesfall aber, den es dabei gab, konnten sich die dunklen Mächte im Hintergrund, die immer noch über alles wachten und die das einst schöne und sorglose Leben der einst glücklichen Menschen so durcheinander gebracht hatten, eine Seele auf ihr Konto gutschreiben. Diese Seelen benötigten diese dunklen Mächte unbedingt, um selbst am Leben zu bleiben.

Die kleine Gruppe der Sehenden herrschte, durch die dunklen Mächte im Hintergrund natürlich ebenfalls nur missbraucht, lange Zeit über das ganze Land. Im Grunde waren sie also genau so arm, wie die armen Trommler auch. Nur begriffen sie das leider nicht. Dabei plapperten sie viel Unsinn. In die Autos der Trommler hatten die dunklen Mächte in der Zwischenzeit auch kleine sprechende Kästen gezaubert, die den größten Unsinn der sehr gesprächigen Sehenden direkt in die Autos übertrug. Die Autofahrer wurden durch das Gerede so verrückt gemacht, dass sie deswegen immer schneller fuhren. So wurden immer mehr blinde Menschen in immer kürzeren Zeitabständen totgefahren und alles nur deshalb, weil die Autofahrer das Trommeln von denen die am Fahrbahnrand standen, mit der Zeit völlig überhörten. Seele um Seele konnte so von den finsteren Mächten eingesammelt werden, ohne dass sie überhaupt einen Finger dafür krumm zu machen brauchten. Aber das viele Fressen der armen Seelen blieb auch bei den dunklen Mächten nicht ohne Folgen. Sie verlernten dadurch ganz langsam aber sicher das Zaubern. Dies alles sah also jetzt nach einem nie ein Ende nehmenden Kreislauf aus, wenn nicht eines Tages aus der Masse der Blinden und Stummen ein Kind geboren worden wäre, dass vermutlich aufgrund eines genetischen Defektes sehen und sprechen konnte, so wie die kleine Gruppe, welche die Masse beherrschte. Aber im Gegensatz zu ihnen war es sehr gutmütig.

Dieses Kind wuchs schnell heran und es erkannte schnell, wodurch das Glück der Massen zerstört wurde. Dieses Kind, es war ein Junge, wurde als der Aufklärer im ganzen Land bekannt. Nicht zuletzt deswegen, weil es aufgrund seiner technischen Begabung die sprechenden kleinen Kästen in den Autos anzapfen und auf seine Stimme hin umprogrammieren konnte, erreichte es jeden einzelnen Trommler. So wurden die blinden Menschen im Land über alles aufgeklärt was im Hintergrund mit ihnen geschah. Die beruhigende Stimme des Aufklärers bewirkte auch, dass die Autofahrer viel langsamer fuhren und wieder das Trommeln derjenigen hören konnten, die über die Straßen gehen wollten. Sie fuhren jetzt sogar so langsam, dass sie schon selbst auf freundliche Zurufe der Fußgänger zu reagieren begannen. Damit wurden die Trommeln praktisch überflüssig. Darüber waren alle Menschen sehr, sehr glücklich, denn es gab überhaupt keinen Krach mehr unter ihnen. Ferner bewirkte es, dass die Leute, wenn sie sterben mussten, wieder ganz friedlich und glücklich Zuhause einschliefen und nicht mehr wie sonst auf der Straße unter die Räder kamen. Darüber waren natürlich die dunklen Mächte im Hintergrund sehr zornig. Aber da sie außer, dass sie nicht mehr zaubern konnten, auch enttäuscht feststellen mussten, dass ihnen damit jegliche Macht über das Land abhanden gekommen war, wurden sie noch böser als sie es ohnehin schon waren. Sie begannen außerdem großen Hunger zu leiden, weil die Seelen der nun wieder friedlich gestorbenen Menschen für sie ungenießbar geworden waren. So kam es, dass sie sich aus diesem Land mit den nun wieder überglücklich gewordenen Menschen zurückzogen. Sie wurden zum Glück nie wieder gesehen.

Die Menschen aus der Gruppe, die durch die dunklen Mächte bevorzugt worden waren, stachen sich selbst die Augen aus und schnitten sich auch selbst die Zungen heraus. Denn sie wollten nun unbedingt ebenfalls so glücklich sein, wie alle anderen Menschen im Land. Alle lebten von da an wieder glücklich und zufrieden zusammen, so wie es einst gewesen war. Ende.

Ich stelle soeben fest, dass mein Sohn eingeschlafen ist. Hoffentlich hat er seine Erkältung bald überstanden. Dann kann ich mich inhaltlich auch wieder seriösen Artikeln widmen, mit denen ich versuche andere aufzuklären. In der Hoffnung, dass mein Sohn und wir alle in einer glücklicheren Zukunft wieder aufwachen, gute Nacht allerseits.

P.S. Bitte kommen Sie jetzt nicht auf die blöde Idee, sich die Augen auszustechen und sich die Zunge herauszuschneiden. Nutzen Sie diese menschlichen Zugaben lieber noch etwas besser.

4 Antworten

  1. Gute Besserung auch von mir!!!

    Michael.

  2. geniale Geschichte, Gänsehaut beim lesen.
    Von mir auch gute Besserung für Sohnemann
    Gruss Wolfgang

  3. Hallo Jochen,

    sehr schöne Geschichte, erinnert mich irgendwie an „Momo“. Weiß auch nicht warum, weil sie eigentlich ganz anders ist.
    Regt auf jeden Fall zum nachdenken an und paßt auch gut zu unserer heutigen Situation.

    Schöne Grüße
    Petra

  4. @Petra @Wolfgang @Michael

    Danke für Eure lieben Genesungswünsche und Eure positive Kritik.
    Meinem Söhnchen geht es wieder besser. Das ist gut. Ich weiß ja jetzt womit wir ihn gesund machen können. Aber leider weiß ich auch, was uns ansonsten alle krank macht. Denn die wahre Geschichte wird jetzt geschrieben. Jetzt im Augenblick. Und die MUSS zu unser aller Gunsten umgeschrieben werden. Noch ist etwas Zeit dafür da. Packen wir’s an!

    Liebe Grüße, Jochen

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