Externe Info – JVP zu Israel/Palästina, AIPAC und US-amerikanische Hilfsleistungen

Der im Anschluss veröffentlichte Artikel ist die Übersetzung einer Mail, die mir heute von Jewish Voice for Peace [Jüdische Stimme für den Frieden] zugegangen ist.

Wie wir persönlich zu dem Thema stehen, haben wir oft genug zum Ausdruck gebracht und dürfte somit als bekannt vorausgesetzt werden. Aus diesem Grund gehen wir auch mit keinem Kommentar auf die nachfolgend veröffentlichte Mail ein … aber die Möglichkeit, dass in absehbarer Zeit wieder einmal ein klar und unmissverständlich formulierter Artikel unsererseits erscheinen wird, muss leider mit jedem verstreichenden Tag als wahrscheinlicher erachtet werden!

Beachten Sie bitte auch das „Update“ am Ende des Artikels. Es entstammt einer Mail, die ich erst vor einer knappen halben Stunde erhalten habe.

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Hier die Mail von JVP

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Originaltext als PDF

Und hier meine sehr freie – sozusagen freihändige – Übersetzung:

Nächste Woche findet in Washington DC die jährliche Politikkonferenz des AIPAC* statt und Tausende von AIPAC-Mitgliedern werden dem Kongress erzählen, dass die Obama-Administration zu hart mit Israel umspringt. Warum? – Weil Obama, Biden und Clinton es gewagt haben darauf zu bestehen, dass Israel internationale Gesetze einhalten und den Siedlungsbau einfrieren solle.

[* American Israel Publik Affairs Committee ~ US-amerikanische (zionistische) Israel-Lobby -> zum Vergleich der Eintrag in der deutschen Wikipedia!]

Wir müssen Obama und den Kongress wissen lassen, dass AIPAC nicht für uns spricht [Link zur Unterschriftenaktion für US-amerikanische Bürger/innen] und das die Zeit für eine bedingungslose Hilfe zur Unterstützung von Siedlungsexpansion und Menschenrechtsverletzungen vorbei ist. Es ist der einzige Weg, wie wir jemals einen dauerhaften Frieden erreichen können.

Die verfahrene Situation bezüglich der Siedlungen nahm letzte Woche in Israel seinen Anfang. Nur Stunden nachdem US-Vizepräsident Biden, während eines Besuches mit dem Ziel, durch eine dritte Partei geleitete „Nachbarschafts-Friedensgespräche“ zu initiieren, wiederholt das [unangreifbare] unzerbrüchliche Band zwischen Israel und den USA betonte, verkündete das israelische Innenministerium die Genehmigung für den Bau von 1600 Wohneinheiten (ausschließlich für Juden) in Ost-Jerusalem.

Das betrifft Land, welches die USA und der Rest der internationalen Gemeinschaft als besetzt erachten, und einen essentiellen Teil eines jeden künftigen Palästinenserstaates. Netanyahu bezeichnete das „Timing“ als ein bürokratisches Missgeschick [eine bürokratische Panne], kündigt gleichzeitig aber an, dass die Expansion der Siedlungen in Jerusalem, „und an allen anderen Orten“, weitergehen wird, wie dies „in den letzten 42 Jahren“ der Fall gewesen war.

Dies war ein Schlag ins Gesicht der Obama-Administration, den man rund um die Welt hören konnte. Und es kam auf den Fersen einer wegweisenden Einsatzbesprechung des US-Militärs im Pentagon [Link zu einem Artikel von Foreign Policy, englisch – General Petraeus), welches klar hervorhob, dass Israels Uneinsichtigkeit [Unnachgiebigkeit] das Leben der US-Truppen im Mittleren Osten gefährde.

JVP betrachtet die spezielle Beziehung zwischen den USA und Israel schon lange kritisch. Wir glauben, dass bedingungslose finanzielle Unterstützung beide Seiten – Israelis und Palästinenser – geschadet hat, in dem das massive Wachstum von illegalen Siedlungen, ein Haupthindernis für Frieden in der Region, ermöglicht wurde. Bedingungslose US-Hilfen unterstützen de facto auch weitere Verstöße, wie die über mehrere Jahre anhaltende, verheerende Blockade von Gaza.

Deshalb sind wir erfreut zu sehen, dass die Obama-Administration endlich einige starke Forderungen erhebt, dass Israel sich an internationales Gesetzt halten solle – Hillary Rodham Clinton „beschimpfte“ Premierminister Netanyahu und forderte Israel auf, die Genehmigung für die neuen Wohneinheiten in Ost-Jerusalem zurückzuziehen und für eine Lockerung der Belagerung des Gaza-Streifens zu sorgen.

Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die USA irgendwelche Konsequenzen für den Fall auferlegen wird, dass Israel den Forderungen nicht entsprechen sollte.

Nächste Woche werden Tausende AIPAC-Mitglieder dem Kongress „nahelegen“, keine Forderungen mit dem weiteren Fluss von Milliarden Dollar zu verbinden. Lasst euch nicht täuschen – was sie wirklich tun werden, ist, illegale Siedlungen und Israels Recht, mit der Einnahme von palästinensischem Land fortzufahren, zu schützen.

Das ist der Grund, warum wir Euch bitten, Mails an den Kongress zu schreiben und diesen wissen zu lassen, dass Ihr die Reaktion der Obama-Administration unterstützt … dass Ihr ein Ende der Siedlungsprojekte wünscht … und, das Wichtigste … dass Ihr von den USA erwartet, zu tun was immer auch notwendig ist, um zu gewährleisten, dass Israel sich an internationales Recht halten wird – einschließlich Hilfsleistungen zurückzuhalten, bis es dies tut. Wir werden eine Kopie Eurer Nachricht ans Weiße Haus senden, um dort bekanntzumachen, dass sie den Rückhalt von Zehntausenden Amerikanern für eine robustere [„kernigere“] Antwort auf die israelische Missachtung des Rechts und von Präsident Obama besitzen.

Falls Sie außerhalb der USA leben, klicken Sie bitte hier -> Link, um eine Mitteilung an Präsident Obama zu schicken.

Danke,

Cecilie, Sydney, Rebecca, Stefanie und der Rest des Teams von Jewish Voice for Peace

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P.S.: Obama und seine Mannschaft können auch in ihren Hinterhof schauen, um eine weitere Quelle für die Unterstützung des Siedlungsausbaus zu sehen, die gestoppt werden kann: das Netzwerk von in den USA ansässigen steuerbefreiten [gemeinnützigen] Wohlfahrtsorganisationen, welche Millionen von Dollars schicken, um illegale Siedlungen an Orten wie Hebron und Ost-Jerusalem zu finanzieren. (Siehe den unten verlinkten Englischen Artikel – vielleicht schaffen wir es noch, ihn bis morgen ebenfalls ins Deutsche zu übersetzen?!)

(C) JVP ... Webseite

Abschließend noch der Link zur Webseite von JVP

Und noch ein weiterer Artikel (wie auch die Seite leider nur in Englisch), den wir heute wegen akutem Zeitmangel nicht auch noch übersetzen konnten, der allerdings wichtig und aktualisiert widergibt, was wir dank unserem Partner Womblog schon vor einiger Zeit bekannt gemacht hatten.

Update:

Gerade als ich daran gehen wollte, diesen Artikel zu veröffentlichen, erreichte mich noch diese Mail von Cecile Surasky (JVP) -> PDF

Knapp und erneut frei übersetzt:

In einem Schritt, den die israelische Zeitung Ha’aretz „ernstlich anti-demokratisch“ bezeichnete, erklärte die israelische Armee die Dörfer Bil’in und Na’alin für die kommenden sechs Monate an Freitagen von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends zu militärischem Sperrgebiet. Seit fünf Jahren haben die Freitagsproteste diese Orte durch palästinensische, israelische und internationale Aktivisten zu Zentren des unbewaffneten Widerstands gegen die Besatzung werden lassen.

Nun wurde bekannt gemacht, dass israelische Aktivisten in der oben genannten Zeit verhaftet, Ausländer ausgewiesen [deportiert] und Palästinenser inhaftiert werden sollen.

Heute wird die neue repressive Politik Israels von palistinensischen, israelischen und internationalen friedlichen (gewaltfreien) Demonstranten „getestet“ werden.

JVP kooperiert mit Aktivisten vor Ort, die bereits damit begonnen haben, via Twitter aus den abgesperrten Gebieten zu berichten. Die Berichte verschiedener Aktivisten können sie hier verfolgen: http://twitter.com/search?q=%23israelidemocracy (man benötigt keinen Twitter-Account zum Mitlesen).

ODER besuchen Sie TheOnlyDemocracy.org, um die neuesten Berichte mit mehr als 140 Zeichen zu erhalten.

In der Hoffnung auf einen gerechten Frieden

6 Antworten

  1. Hallo Hans,

    kein Kommentar, nur eine Meldung von der gestrigen lokalen Abendpropagandashow.
    Israel übernimmt in Deutschland für ca 3,5 Milliarden € Ratiopharm um das Deutschlandgeschäft zu erweitern.
    Keine Worte

    gruss

    Jan

  2. Hallo Hans,

    hab den Artikel grad in meinen Verteiler gegeben, nachdem ich selbst gezeichnet habe. Allerdings bin ich verwundert über den Druck der Amerikaner, welchen Grund die wohl haben.

    @Jan, hallo
    hab ich auch gehört, Ratiopharm wird von mir boykottiert!

    Viele Grüße
    Wolfgang

  3. Hallo Jan,

    jo, davon haben wir auch schon gehört und uns ebenfalls lieber nur unseren Teil gedacht. Die Meldungen aus dieser und über diese Region, die sich ja zusehends mehr zur Achse des Weltgeschehens entwickelt, reißen nicht ab und keine davon ist dazu angetan, einen nicht besorgt (oder von dunklen Vorahnungen geplagt) in die nähere Zukunft zu schauen. Mehr schreibe ich jetzt lieber nicht, sonst geht wieder nur der „Verschwörungstheoretiker“ mit mir durch …

    Grüße, wie immer herzlicher Natur, und die besten Wünsche für ein Naturverbundenheit förderliches Wochenende in die Bunte Hauptstadt (nicht falsch verstehen … leitet sich von Bunte Regierung ab😉 )
    Hans

  4. Hallo Wolfgang,

    habe ich einerseits auch gemacht (gezeichnet), mich andererseits aber für diese Informations Alternative entschieden (man kann ja auch direkt nach dem Unterzeichnen Mails an seine Kontakte verschicken), weil ich so mehr Leute wirklich erreichen zu können hoffe. Ist aber schön und gut zu wissen, dass andere Leute eben tatsächlich „genau so ticken wie unsereins“ und dann auch gleich so mitziehen wie Du. – Und logisch … wir haben auch spontan entschlossen, auf diesem Boykottweg unser Missfallen am Eindringen dieser Herrschaften in „uneren“ eh schon unberechenbaren Pharmamarkt zu bekunden!

    In diesem Sinne … danke und Dir noch einen angenehmen Abend – wenn möglich mit Fortsetzung übers Wochenende.

    Viele Grüße retour
    Hans

  5. Hab gezeichnet!

  6. Besten Dank, Michael … hoffen wir mal, dass es noch ein paar mehr Menschen waren, die wir und andere Seiten damit erreichen und dazu bewegen konnten!

    LG Hans

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