„Bevor ich Bescheid wusste“

Diesen Satz habe ich aus dem US-Spielfilm „Valdez“ sehr in Erinnerung behalten, den ich mir einst mit Interesse angeschaut habe. So wie z.B. auch den Film „Das Wiegenlied vom Todschlag“, in dem ein friedliches Indianerdorf von der US-Armee überfallen und alle Bewohner wie in einem Blutrausch von der Kavallerie niedergemetzelt werden. Wer die Macht hat, auf dessen Seite ist eben auch oft das Recht des Stärkeren.

Kurz zum Inhalt des Films:
Burt Lancaster kämpft in diesem Western für die Ehre eines Toten. Versehentlich erschießt der mexikanische Hilfs-sheriff Valdez (Burt Lancaster) den Schwarzen Rincon. Der wurde jahrelang von Rancher Tanner terrorisiert. Fortan kümmert sich Valdez um die Familie des Toten. Als Tanner davon erfährt, lässt er Valdez verprügeln. Der schickt ihm nur eine Notiz: „Valdez kommt“…Trotz übertrieben religiöser Symbolik bleibt dieser Western spannend. Mehr hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Valdez_%28Film%29

Warum ich den Film aber hier erwähnenswert finde, hat folgenden Grund. Der Hauptdarsteller „Valdez“ ist jemand, der früher für die Regierung Indianer getötet hat. Irgendwann im Film wird er dann von jemandem gefragt, warum er denn Indianer getötet habe. Valdez antwortet dann ungefähr so etwas wie: Das wäre noch zu der Zeit gewesen, bevor er Bescheid gewusst hätte.

Was dem Staat recht ist, ist oft denen die für ihn arbeiten, nur billig. Erinnert mich jetzt irgendwie an manche Beamte und wie sie z.B. mit Hartz-IV-Empfängern umgehen oder auch Polizisten, die es mit der Staatsgewalt gegen das Volk ein wenig übertreiben. Obwohl diese Leute der ausführenden Gewalt ja auch nur Menschen sind, ist bei ihnen das im Dienst für den Staat vielleicht etwas in Vergessenheit geraten. So möchte man wenigstens annehmen. Diese Reihe kann man sicher noch sehr erweitern, was aber besser jene alleine tun sollen, die es wollen.

Ganz spezielle Freunde in dieser Hinsicht, sind von mir noch die im Widerspruch zu ihrem Gelöbnis handelnden Musterungsärzte/-ärztinnen, denen sich ein Herr Lars Petersson aus England in seinem Buch „Musterung – Staatlich legitimierte Perversion“ sehr ausführlich gewidmet hat und das demnächst veröffentlicht und dann auch im Buchhandel erhältlich sein wird. Ich persönlich halte es für sehr lesenswert. Vorabinformationen kann sich jeder auf der Homepage von http://www.musterung.us holen.

Keineswegs möchte ich hier jetzt die Personen Lars Petersson und Valdez umfassend miteinander vergleichen. Trotzdem gibt es bei Ihnen gewisse Ähnlichkeiten, was das „Bescheid wissen“ angeht. Beide haben einmal für die Regierung gearbeitet. Der Mexikaner Valdez als Indianer mordender Kopfgeldjäger zur Zeit der Erschließung des amerikanischen Kontinents für die „Zivilisation“ und Herr Petersson als in unserer Zeit lebender ehemaliger Regierungsbeauftragter, der in einer psychiatrischen Spezialeinheit unter dem dänischen Verteidigungsministerium in Kopenhagen gearbeitet hat, und zwar in einer Abteilung für Wehrpflichtige, die während der ‚Ausbildung’ psychisch zusammen gebrochen waren. Sehr interessant übrigens in seinem kommenden Buch zu lesen, wie Herr Petersson damals ein Licht aufging – nachdem er begriffen hatte was im Hintergrund bei der Armee so alles abläuft. An dieser Stelle möchte ich aber jetzt nicht mehr verraten, als mir erlaubt ist. Ich bitte Sie aber, sich dieses Buch schon einmal vorzumerken.

Wenn man nun als Regierung ein Kopfgeld für jeden einzelnen Indianerskalp bezahlt, um diese Leute auszurotten bzw. um sich deren Land anzueignen für die Besiedlung durch die eigene Bevölkerung oder ob man junge Menschen dazu zwingt etwas zu tun, was sie gar nicht wollen und ein Teil ihrer Seele und ihrer Individualität dann auf eine andere Art stirbt, dann kommt dabei für mich im Endeffekt trotzdem fast das Gleiche heraus. Dann wurde nämlich an der Menschlichkeit ein Verbrechen begangen.

Irgendwann im Verlauf eines ihm zur Bearbeitung zugewiesenen speziellen Falles bemerkte Herr Petersson (der früher natürlich auch durch die Mühle der militärischen Ausbildung gegangen war), dass er selbst innerlich auch einen seelischen Schaden durch die mit dem Militärdienst verbundenen Zwänge davongetragen hatte. Er hatte sich das selbst nur bis dahin nicht eingestehen wollen. Der junge Mann, der von Herrn Petersson betreut wurde, hatte einen anderen Wehrpflichtigen darum gebeten, ihm sein Bein zu brechen, weil er so dem Kriegsdienst entgehen wollte. Es gelang ihm auch, aber zur Strafe musste der junge Mann dafür ins Gefängnis. Und zwar deswegen, weil er „staatliches Eigentum“ (sein eigenes Bein) zerstört hatte. Über diese Ungerechtigkeit war Herr Petersson zeit seines Lebens und aus Mitgefühl sehr empört gewesen. Er begann also zu erkennen, dass etwas im System nicht stimmen kann. Ab da wusste er also Bescheid. Seitdem hat Herr Petersson zugunsten anderer und für sich den Kampf aufgenommen und versucht diverse Ungerechtigkeiten aus der Welt zu schaffen. Wenn Sie mehr über ihn erfahren möchten, schauen Sie bitte auf die oben genannte Homepage.

Etwas anders war es bei diesem Valdez im Film, der plötzlich erkannt hatte, dass er für die Regierung und für Geld zum Mörder geworden war. Ansonsten aber als Mexikaner in den USA selbst unerwünscht war und dementsprechend diskriminiert wurde (ich beziehe mich jetzt nur auf den Film). Jedenfalls ist ihm dann irgendwann auch ein Licht aufgegangen und er begann „Bescheid zu wissen“. Auch sein Schlaf war also vorüber.

Sie beide, Lars Petersson und Valdez, müssen also ab einem bestimmten Zeitpunkt damit begonnen haben, intensiv über das was sie getan haben, über das was andere tun und was dadurch verursacht wird, nachzudenken. Auch wenn jemand für das was mit einem anderen passiert, nicht direkt zur Verantwortung gezogen werden kann, so wie im Fall des psychisch zusammengebrochenen Wehrpflichtigen, aber jeder der das ungerechte System unterstützt, trägt immer auch einen gewissen Anteil an der Schuld. Niemand kann sich einfach mit den Worten freisprechen, er hätte nichts davon gewusst oder er hätte nur nach Vorschrift gehandelt, also auf erlaubter Basis, weil man eben einfach etwas allgemein zum Gesetz erklärt hat. Um ein Wissender zu sein, braucht man nur die Augen aufzumachen.

Mir persönlich ging es sicher wie vielen anderen auch. Man wird in diese Gesellschaft hineingeboren, man passt sich den Regeln an, andere übernehmen für uns die Verantwortung und man kann sich unbesorgt nach seiner Arbeit in seine Wohnung zurückziehen. Wunderschöne heile Welt, alles ist prima in Ordnung. Bis man vielleicht eines Tages einen klitzekleinen Fehler begeht und selbst vom Staat bedrängt wird und dessen Gewalt auf unbarmherzige Weise zu spüren bekommt. Es kann ja auch sein, dass man nur seine Meinung einmal öffentlich kundtun wollte, und an einer Demonstration teilnahm und dann einem eifrigen Staatsdiener ein Dorn im Auge wurde, der sich in diesem Moment ein Opfer als Heilung für seine momentanen Zahnschmerzen aussuchte. Egal wie man nun in das Getriebe gerät, irgendwie tut es immer weh und danach weiß man auf jeden Fall Bescheid wie es wirklich läuft. Außer man ist ganz verblödet oder schirmt sich völlig davon ab, in solch eine missliche Lage zu kommen, indem man immer brav alles das macht, was andere sagen und alles Gegebene so wie es ist, mit einem Okay absegnet.

Valdez hatte davon genug, Lars Petersson hatte seine Einblicke erhalten in der Tretmühle des Militärs und ich hatte den nötigen Einblick bekommen, als ich ins wehrfähige Alter kam. Nichts und niemand hätte mich je dazu bringen können Soldat zu werden und zu meinem Glück wollte das Militär mich auch nicht haben. Trotzdem begann ich durch die Vorladung zur Zwangsuntersuchung (Musterung) Bescheid zu wissen. Also auch ohne dass ich je ein Gewehr in der Hand gehabt hätte, ich im weiteren während der folgenden Ausbildung schikaniert worden wäre oder jemand anderem etwas Böses hätte antun müssen. Für mich persönlich war unsere „freiheitliche Demokratie“ an jenen Tagen trotzdem gestorben. Viele Jahre später erhielt ich weitere tiefe Einblicke in das Gebilde, was man unseren Staat und unsere Gesellschaft nennt und ich wurde immer mehr erschüttert in meinem Glauben an die Freiheit in unserem Land. Denn die kann auch im Alltag ganz schnell flöten gehen.

Wir Aufgeklärte sind von der Sorte Menschen, die irgendwann einmal durch eine Situation, in die wir gerieten, durch eine Internetseite, ein Buch, ein Gespräch u.a. darauf aufmerksam wurden, dass etwas nicht stimmt. Wenn nun drei Viertel unseres Volkes in Bezug auf den Krieg in Afghanistan nicht mit dem einverstanden sind, was unsere Politiker mit uns und unserem Staat anstellen, dann kann doch nur ganz gewaltig etwas nicht stimmen. Dann haben meiner Ansicht nach drei Viertel der Bevölkerung angefangen, so ganz allmählich Bescheid zu wissen. Bevor man irgendwann die Eurogendfor Truppe auf uns hetzt, sollten wir das was wir wissen auch anderen mitteilen, um noch zu retten was noch zu retten ist. Die Augen weiter zu verschließen, so wie es immer noch sehr viele machen, ist bestimmt der falsche Weg. Denn der nackte Wahnsinn holt auch diejenigen ein, die lieber immer weiter schlafen würden.

Vielleicht sind solche Filme wie „Valdez“ und „Das Wiegenlied vom Todschlag“ nicht umsonst in die Kritik geraten. Denn sie zeigen zwar in brutaler Weise was mit dieser Welt und unserer Gesellschaft los ist, aber sie zeigen auch den Ausweg. Es ist ganz einfach, man muss nur anfangen die Augen aufzumachen und die Dinge zu begreifen. Danach kann man dann beginnen, etwas an sich und schließlich an allem anderen zu ändern.

25 Antworten

  1. Hallo Jochen,

    bei mir war das anders. Ich bin absolut frei aufgewachsen, ohne Regeln und Vorschriften. Mein Elternhaus war nicht in Ordnung, aber das spielte für mich keine Rolle, weil ich in meiner eigenen Welt lebte. Eine Traumwelt, voller Abenteuer, voller Rätsel. Ich war Retter verirrter Schnecken und Regenwürmer, verteidigte Ameisenhügel und Spinnen, holte noch blühende Blumen vom Friedhof, die achtlos weggeworfen wurden. Meine Mutter war begeistert, schmieß sie sofort auf den Müll, als sie hörte woher sie stammen. Ich war Indianerin, Seiltänzerin und ein beliebtes Spiel war die Welterrettung. Ob ich da damals schon was geahnt hatte? Es war ein herrliches Leben, wie Alice im Wunderland. Und dann bin ich aufgewacht, mitten in der Pubertät und habe eine schreckliche Welt vor mir gesehen. Meine Antwort war Schweigen. Sehr langes Schweigen. Aber wenn man schweigt, dann hört man auch zu. Und ich habe sehr viel zugehört. Und ich habe intensiv beobachtet.

    Was ich hörte und sah, war eine Welt die keinerlei Respekt vor dem Leben hat. Wo Liebe nur ein Wort ist. Nächstenliebe eine Farce. Alles eine einzige Lüge.

    Doch meine Antwort war nicht Hass, sondern Schmerz. Schmerz der mich in die tiefsten Tiefen geführt hat und mein Eigenwille wieder zurück. Immer und immer wieder. Es war das Jahr 2007, das entscheidenste Jahr meines ganzen Lebens. Am Himmel stand ein unglaublich heller Stern, vielleicht wars auch die Venus, hab es nie wirklich herausgefunden. Der Stern war so hell, das man einen richtigen Kreis erkennen konnte und er kam mit jedem Tag näher. In diesem Jahr erkannte ich die volle Wahrheit, wie es um diese Welt stand. Mir wurde klar, das unsere Regierung bereit war, Millionen von Menschen ohne Gnade verhungern zu lassen. Ich sah ein Bild vor mir das der Hölle gleichkam und das war mein Knockout. Ich zog in den Krieg und war bereit gegen den Teufel zu kämpfen. Dieses Jahr war das schlimmste meines ganzen Lebens, ab da wusste ich was Hölle ist und was Ewigkeit bedeutet. Ich stand kurz davor in ein Pflegeheim zu kommen, doch ich kämpfte und jetzt steh ich wieder. Nichts hat mich stärker gemacht als das.

    Dies ist eine wahre Geschichte in Kurzfassung

    Gute Nacht

    Petra

  2. Hallo Petra,

    über dein Leben oder erlebtes war ich nach dem Lesen sprachlos, angetan und aufgelöst zugleich. Kommentieren braucht man es nicht. Der Weg zur Erkenntnis scheint sehr viel Kraft zu kosten. Vielleicht vergleichbar mit eim aufstieg zum Berg, Wenn man oben ist, wird man durch den Eindruck des Ausblickes belohnt!

    lg, Michael.

  3. Nehmen wir doch einmal an, wir würden nicht in einer Gemeinschaft leben wo jeder einzelne frei ist sondern, wir von einer Gesellschaft gehalten werden. Wem es hilft, darf sich auch ein Huhn vorstellen, dann einen Hühnerstall und einen der vorbei kommt um die Eier zu holen und ein paar Brotkrumen hinwerfend wieder vergnüglich abzieht.
    Nehmen wir also mal an wir würden nur gehalten in einer Welt wo es nur scheinbar die Wahl und die Freiheit gibt. Aber wie sollten die das anstellen wir würden es doch merken! Achso!? Klar.
    Nehmen wir nur mal an diese Freiheit würde man uns nur vormachen und uns über unsere Wahrnehmung täuschen! Da wir Menschen sind mit Gefühlen und Gedanken die stets für veränderung bereit und dafür nicht gefestigt, sind wir auch offen für andere und neue Sichtweissen. Da wir Menschen sind, mit stärken und mit Schwächen, mit Vertrauen und Hoffnung die ihren Ursrung in Bedürftnissen haben, sind wir auch zu beeinflussen. Die frühe Medizin hat es schon bald erkannt und diese Beeinflussung für die Heilung des Menschen genutzt. Hypnose.
    Man kommt auf diese Welt und möchte einfach nur unbeschwert sein Leben geniessen und erleben. Bald schon bemerkt man, dass es nicht mit den eigenen Wertvorstellungen gleichzusetzen ist, wessen die anderen ihren Weg gehen und erkennt auch bald die Lüge!
    Oft erkennt man auch Grenzen in dieser Gemeinschaft wo persönliches keinen Platz hat und muss sich der Mehrheit anpassen. Sich an der Mehrheit zu orientieren erscheint einem wesentlich einfacher wie in schranken gewiessen zu werden und erst viel später (vielleicht) fällt einem auf, man hatte, sich aufgegeben!
    So wie man unsere Beeinflussbereitschaft auch für positives anwenden kann, erkannte die Industrie(?) sehr schnell und in den Wohnstuben nahm sogleich der Fernseher einzug.
    Ein grosser Fortschritt oder Rückschritt für die Menscheit?
    Man überlege wieviele Menschen man damit erreichen konnte um ihnen nützliche(?) Information zu bringen.
    Mittlerweile wurde durch unsere Forschung herraus gefunden das dieses Medium Fernsehen nicht nur Informationen übermittelt, sondern auch noch mittels Hypnose, uns Botschaften in unser Gehirn pflanzen kann ohne das wir es merken. Wenn jedes achte Bild in der Taktung der Frequenz ein bestimmtes Bild zeigt, nimmt unsere Wahrnehmung davon kenntnis obwohl es uns nicht bewusst ist.
    Die Werbung erkannte dies Schnell und nutze es zu ihrem Vorteil und so konnte der Mann der die Eier abholt, wärend wir auf die Brotkrumen starren, viel öfter vorbei schauen. Mit der Zeit wurden es mehr Hühner und die Brotkrumen wurden Krümel!🙂

  4. NACHTRAG!

    Um Gender gerecht zu werden und um niemanden zu verärgern muss ich noch klarstellen, dass die Person die, die Eier abholt auch eine Frau sein könnte! Spässle!
    lg, Michael.

  5. Hallo Michael,

    inspiriert über mich zu schreiben, hat mich Jochen. Seine gelegentlichen Erzählungen von sich selbst, haben mich dazu gebracht über mich selbst nachzudenken. Und vielleicht sollten wir das alle mal tun.

    Deine Art an die Sache heranzugehen, ist die Gleiche, wie ich es vor Monaten versucht habe. Was kann ich tun? – war auch meine Frage. Zuerst habe ich mich eifrig an einem Forum beteiligt und Informationen dafür gesucht. Als ich dann endlich meinen Freund überzeugt hatte, gingen wir mehrere Male auf einen Aufklärungs-Stammtisch. Ich fühlte mich dabei vollkommen fehl am Platz und konnte mich nicht einbringen. Mein Weltbild war einfach schon ein ganz anderes, als es die anderen hatten. Ich war wieder der Spinner, der damit beschäftigt war die Aufklärer aufzuklären. Darauf hatte ich einfach keine Lust mehr, noch dazu das ich immer noch schwer mit meiner Gesundheit zu kämpfen hatte. Ich denke dieser Stammtisch kann sich entwickeln, aber nicht mit mir.

    Möglicherweise ist es auch so, daß wir es in Deutschland auch gar nicht mit Dummheit zu tun haben, sondern mit einem absolut zerstörten Volk. Was oft vergessen wird, das unsere ach so schuldigen Eltern, in einer sehr unglücklichen Zeit, eben noch Kinder waren. Eigentlich sollte niemand auf die Idee kommen, Kinder zu Schuldige abzustempeln. Doch genau das wurde getan. Viele Opfer des Krieges wurden schuldig gesprochen. Was wir hier in Deutschland erleben, ist ein Trauma, das mit Aufklärung nicht zu bewältigen ist! Heilung kann es aber eben nur bei jedem Einzelnen geben, der dann vielleicht eine Gemeinschaft findet, bei der er aufgenommen wird.

    Jeder Mensch hat eine eigene Begabung. Der eine kann gut schreiben, ein anderer organisieren, ein dritter setzt sich für Arme und Schwache ein und dann gibt es noch welche, die sind die perfekten Aufklärer. Das sind alles Wege die hilfreich sind. Und wenn man nicht weiß, was man kann, dann bleibt einem nichts anderes übrig als über sich nachzudenken und es herauszufinden. Das sind so meine Ideen, die ich so habe.

    Der Weg zur Erkenntnis ist ein schwerer Weg, und möglicherweise kommt man niemals oben an, aber einen anderen Weg will ich nicht gehen. Doch dies kann nur jeder für sich entscheiden, denn es gibt Menschen die einfach nicht stark genug sind diesen Weg zu gehen. Dazu gehört dann Toleranz und Demut. Denn Hochmut kommt wirklich vor dem Fall.

    Schöne Grüße

    Petra

  6. Hallo Michael,

    deine Ausführungen gefallen mir sehr gut. Mehr kann ich dazu noch nicht sagen, weil ich jetzt dann anderweitig beschäftigt bin. Aber vielleicht später mehr dazu.

    Laß es die gutgehen

    Petra

  7. @Michael

    „Nehmen wir doch einmal an, wir würden nicht in einer Gemeinschaft leben wo jeder einzelne frei ist…“

    Aber Michael, DAS tun wir doch!
    Ich zumindest fühle mich in unserer Gesellschaft nicht frei. Ich muss Geld bezahlen für Sachen, mit denen ich so nicht einverstanden bin: z.B. Krankenkassenzusatzbeitrag, Pflegeversicherung (weil ich keine Kinder habe, sogar den erhöhten Satz – ich fühle mich deswegen als Mann diskriminiert), Mehrwertsteuer – für was? Damit unsere Regierung mit dem Geld unsere Kinder verblödet oder anderen Unsinn damit anstellt, die Zeit mit dem Wehrdienst ist für mich vorbei, aber ich empfand das als sehr schweren Einbruch in meine individuelle Freiheit, womit ich bis heute nicht klarkomme, wenn ich außer Landes will per Flugzeug, muss ich mich und mein Gepäck kontrollieren lassen, wenn ich mein Auto schief auf einem Parkplatz abstelle, laufe ich Gefahr schon ein Knöllchen zu bekommen, geht man in ein Kaufhaus, ist man ständig unter Bewachung, auch sonst Kameras überall, ich kann keine eMail schreiben, ohne mir sicher sein zu können, dass die nicht von irgendwem abgefangen und mitgelesen wird, ich kann noch nicht einmal ein bestimmtes Buch mit unter meinem Namen veröffentlichen, weil mir sonst womöglich unsere Regierung an den Hals springt, ich muss, ich muss, ich muss – was ist das für eine Freiheit in unserem Land? Stimmt, ich kann entscheiden, ob ich morgen überhaupt aus dem Bett aufstehe oder ich kann mich verhungern lassen, aber auch dabei darf ich mich nicht erwischen lassen, denn Suizid ist auch verboten.
    Du sagst es vollkommen richtig Michael: Wir sind nichts anderes als Hühner im Hühnerstall. Und man kann uns alles klauen, was wir meinen zu besitzen. Besitzen tun wir nämlich auf dieser Welt überhaupt nichts, außer unserem nackten Leben.

    Herzliche Grüße, Jochen

  8. @Petra

    Liebe Petra,
    alles was Du schreibst hat Hand und Fuß und es gefällt mir, wie und was Du schreibst. Zeitlich bedingt kann ich leider nicht auf alles genau eingehen, bin leider auch kein Schnelltipper und muss immer zwischendurch noch die Tasten suchen und Tippfehler korrigieren. Aber alles was Du schreibst, kommt bei mir an und wird gelesen und irgendwo in meinem Kopf gespeichert. Das gleiche gilt aber jetzt auch für die anderen, die hier schreiben und denen ich an dieser Stelle auch dafür danken möchte, sich diese Mühe überhaupt zu machen.

    Es ist schön, mich unter aufgeklärten Menschen zu wissen.
    Liebe Grüße,

    Jochen

  9. Betreff Artikel oben:
    Habe ihn nochmal überarbeitet und leichte inhaltliche Verbesserungen vorgenommen. Ich war wohl gestern zu müde oder zu unruhig, als ich ihn schrieb. Ich versuche alles demnächst wieder mit mehr Ruhe anzugehen und auch mit mehr von meinem Humor. Zuviel Ernsthaftigkeit bringt es am Ende auch nicht. Ist jedenfalls meine Ansicht.

  10. Hallo Petra,

    da ich von Natur eher ein Kämpfer bin und nicht so schnell aufgeben kann, mache ich mir fast rund um die Uhr schon Gedanken. Selbst als Ritual vor dem Einschlafen musste ich dieses Denken als dieses Akzeptieren. Meine Wahrnehmung sagt mir wir haben da ein Problem was bald noch ganz andere Blüten tragen könnte wie uns lieb ist. Man beginnt dann mit Analyse und kommt zu dem Punkt wo man andere Informieren möchte. Die andere haben aber eine Informationsquelle die wir nicht nutzen können. Unsere Quelle ist ihnen nicht bekannt und so werden sie auch nicht zu uns kommen sondern wir müssen sie holen. Wie heisstes so schön in einer Werbung:“Irgendwann kriegen wir sie“. Macht es denn die Industire anders? Sie holt sich doch ihre Kundschaft. Wir haben leider nicht die Hypnosemaschine zu unserer Verfügung und müssen dann mit anderen Mitteln arbeiten wie zum Beispiel der Neugier! Mit der Neugier das Interesse wecken indem man ihr höchstes Gut in Gefahr sieht und Verbindlichkeit herstellen. So wie es Al Gore macht, bloß nicht so verlogen! Es geht darum sie zu holen!
    lg, Michael.

  11. Hallo Jochen,

    das Thema heisst „Bevor ich Bescheid wusste“!🙂

    Nur mal so!
    lg, Michael.

  12. Hallo Jochen,

    weisst, ich glaube langsam der Mann der die Eier holt, möchte gern öfter zum Abholen kommen. Wir sehen es aber nicht, weil wir uns um die Krümel streiten.

    grüssle, Michael.

  13. Hallo Michael!

    „das Thema heisst “Bevor ich Bescheid wusste”!“

    Ich sehe, Du kennst meine Art von Freiheit noch nicht. Ich liebe es einfach gegen den Strom zu schwimmen. Man möge mir folgen oder den Weg nehmen, den alle gehen. Meiner war für mich aber immer der interessantere….
    Am Anfang traf ich hier im Blog mal auf einen „Interpunktionisten“. Er ließ leider nichts mehr von sich hören, von Schreiben ganz zu schweigen. Sein Weg war der meinige nicht ganz, aber es gefiel mir trotzdem. Denn auch er hatte seinen eigenen Stil.
    Noch etwas: Bevor ich Bescheid wusste, war ich nachher klüger.

    Hoffentlich bleibt es hier im Blog so lebhaft. Ich hoffe, ich kann mir hier mit meiner belanglos dominanten Art noch einen Gastschreiber heranerziehen. Kommissar Sven Mehralsklug lässt übrigens auch schön grüßen. Manchmal ist man niemals mehr wieder so dumm wie heute. Alte Mitannasche Weisheit.

    Liebe Grüße, Jochen

  14. Hallo Michael,

    wie ich schrieb gefällt mir deine Ausführung, über den Stand unseres Lebens gut und wie Jochen schon sagte, sieht es genauso aus. Unsere Freiheit ist schon nichts mehr wert, wenn wir mit sechs oder sieben Jahren in die Institution Schule geschickt werden. Bei dementsprechenden Eltern, ist es für manches Kind schon vorher vorbei.

    Angepasst war ich noch nie, was aber bedeutet, das ich dabei viel Blut und Wasser geschwitzt habe. Gewinnen tut man außerhalb auch nichts dabei, aber innerlich macht es einen sehr reich. Und es macht stark. Dabei meine ich nicht den Körper, der kann dabei nämlich schwer zu Schaden kommen. Ich habe schon immer gekämpft, sehe aber auch genau hin, wie und was ich tue. Ständige Misserfolge können ziemlich abbauend sein, weißt du.

    Vieles negative was ich erlebt habe, eigentlich das meiste, habe ich im nachhinein als wichtige Erfahrung erkannt. Mir scheint, das alles einen Sinn hat und das es da auch eine Führung gibt. Die Probleme dieser Welt gab es schon immer, nur das es jetzt sehr extreme Formen annimmt. Aber selbst das ist nichts Neues. Diese Welt war in der bekannten Geschichte, noch nie anders. Einzig die Technik ist eine Neue.

    Als Abschluß kann ich nur sagen, das man manchmal sehr tief fallen muß, um die wahren Werte zu erkennen und zu leben. Nur ein leerer Becher, kann wieder neu aufgefüllt werden.

    Schönen Abend und denk nicht zuviel, das kann einen verrückt machen.

    Petra

  15. Hallo Jochen,

    es ist auch gar nicht nötig auf alles einzugehen. Vielleich inspiriert dich ja manches was ich schreibe.

    Außerdem finde ich das gegen den Strom zu schwimmen zwar die anstrengendere Art ist, aber auch die Bessere. Würde es solche Menschen nicht geben, dann hätten wir überhaupt keine Aufklärung. Es ist immer gut auf sein innerstes zu hören, das führt einen auf jeden Fall weiter.

    Desweiteren glaube ich, dass auch diese Kommentare von so manchem gelesen werden. Sich nett und konstruktiv auszutauschen, ist vielleicht sogar die sanfteste Art der Aufklärung. Dazu noch deine humorvollen und auch ernsten Texte, und wir bekommen hier noch eine Seite, wo man sich vielleicht auch wohl fühlen kann. Fängt denn Veränderung unbeding nur bei Aufklärung an? Wieviele Kommentare woanders sind voll mit Angriffen und verrückt erklären? Da haben wirs hier doch schon mal viel besser.

    Aufklären, Hoffnung verbreiten, Mut machen, Aufbauend wirken, Helfen. Jeder wie er will und kann, ob hier oder außerhalb. Und auch wenn sich am Schreiben, nicht sehr viele beteiligen, gelesen wird das hier sicherlich. Vielleicht reicht es für manchen aus, um nachzudenken.

    Wünsche dir eine Gute Nacht

    Petra

  16. Jetzt habe ich mich mal getraut und habe diese Petition mitgezeichnet🙂
    https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=9847

  17. Hallo Jochen und Hans,

    könntet ihr mal wieder das Thema Chemtrails ansprechen. Würde nicht schaden wenn es wieder mehr ins Bewusstsein kommt. Hier noch ein ganz brauchbarer Text für eine Vorgabe bzw. Einleitung. Danke.
    http://www.chemtrail.de/

  18. @Michael

    Ich wünschte so wie Du würden Millionen von Bundesbürgern denken, nicht nur was Petitionen angeht. Ich habe die übrigens auch schon unterzeichnet.

    @Petra

    Ich versuche mich von Dir inspirieren zu lassen.
    Eben musste ich eine Mail beantworten, deren Inhalt mich aufgeregt hat. Wie soll man da in Ruhe an einem neuen Artikel schreiben können? Ich bitte noch um etwas Geduld.

  19. Hallo Michael,

    ich schau mal, was sich da machen lässt. Ich habe noch ein paar andere, leider nicht behutsam und sanft an die Probleme herangehende, aber dennoch wichtige Dinge, die ich heute noch in einen Artikel packen möchte, da wird sich das sicherlich einbinden lassen.

    LG, Hans

    P.S.: Wie ich gerade feststellen durfte, hat Jochen Deinen Hinweis bereits aufgegriffen … ich werde den Artikel jetzt „gleich mal hochholen“ …

  20. Hallo Jochen,

    zuerst muss ich einmal mit Dir meckern. So,so. Du denkst also wirklich,daSs ich als Dein Freund, Dich vehungern lasse. Ist ja ne Frechheit sondersgleichen. Ich war in der Küche auf Nahrungssuche und wurde fündig. Hab also ne Mahlzeit zubereitet. Anschliessend hab ich Dir einen elektrischen Kurzbrief geschrieben und mit einem Topf voller Gebratener Nudeln und feinen Zutaten, als Anhang sofort expressmässig zugeschickt. Wo das alles geblieben ist, kann ich ja nicht wissen. Der Empfänger warst ja Du und nicht ich. Und das Zeug war sooooo lecker. Du kannst Dir garnicht vorstellen, wie schwierig es ist, so einen Topf in den Rechner zu schieben, damit der elektrische Postbote das auch bekommt. Also bitte, ja!

    Nun zum Text. Nicht übel. Den Film hab ich auch gesehen. Und andere ähnliche. Ja,irgenwann später weiss man dann Bescheid. Das war immer schon so. Nur in der heutigen Zeit ist das nicht mehr Glaubwürdig. Bei den Informationsmöglichkeiten, die wir heute haben, kann das keiner mehr behaupten. Ich kenne Leute, die zwar keinen PC haben aber welche kennen, die einen haben. Und da gehen sie dann hin und reisen durch das Netz. Ich hab nicht schlecht gestaunt, als ich efuhr, welche Seiten die besuchen. Es soll ja wohl so etliche geben die das so machen. Ich selbst kenne nur wenige und davon sind es auch nur wenige. Tschuldigung für diese blöde Satzstellung.
    Ja das Militär. Da hab ich ja schon einigen Senf abgelassen. War eigentlich auch bei allen Armeen der „Welt“ so. Die sollte man abschaffen bis auf eine kleine zur Verteidigung. Aber in der heutigen Zeit wird angegriffen, was das Zeug hält. Wir brauchen uns ja nur die Waffenexporte ansehen. Und die Söldner der „BRD OK“ sind an Angriffskiegen und Überfällen beteiligt.
    Was wäre denn, wenn kein Aas mehr zu den Söldnern ginge? Wollen die alle in den Knast bringen? Oder durch die EuGendforce einfach erschiessen lassen? Was wäre denn, wenn alle die „Arbeit“ verweigen und dieser kriminellen Bande keine illegalen Steuern mehr zahlen würden? Massenmord durch EU Truppen oder was? Mir kommt schon wieder alles hoch. Heute morgen habe ich die angeblich deutsche Proktologin von verschiedenen ihrer Vorgesetzten im Tv gesehen. Danach musste ich ein zweites Frühstück einnehmen, da mir das erste abhanden kam. Dafür war der Gysi eine ausgesprochene Wohltat. Danach hab ich die Kiste schnell ausgemacht. Ich wollte den Videotext durchgehen.

    @Hans

    leider etwas spät, aber was soll’s. Hm,hm. Wie war das nochmal.
    Da ist es mir doch so rausgerutscht, ich lasse es aber einfach so stehen.
    So ungefähr war es doch? Nun, mich hat das an etwas erinnert, was schon lange her sein muss. Das kommt mir so bekannt vor und ich komme nicht auf den Zusammenhang. Rausrutschen und stehen lassen. Verdammt, ich komm nicht darauf. Vielleicht fällt es mir irgenwann mal wieder ein. langes Grinsen und ich weiss nicht warum.
    Heute war ich mal wieder zu Hause. Morgen geht’s dann wieder raus. Andere Mitinsassen beäugen. Aber nur auf dem Weg.

    In der Hoffnung, nichts vergessen zu haben herzliche und liebe Grüsse aus der Zentrale der Irrenhäuser

    Jan

  21. Hallo Jan,

    ja, das mit dem … da war doch was … ich weiß nur nicht genau wo, wann und was … kenne ich auch sehr gut😀 Falls die Suche nach vergessen gegangenen Bezugspunkten zu „Rausrutschen und stehen lassen“ erfolgreich verlaufen sollte, wäre ich entsprechend für eine Mitteilung des Ergebnisses außerordentlich verbunden.

    Für den für morgen geplanten Ausflug wünsche ich gutes Wetter, keine tief fliegenden Irren und auch sonst nur das Beste

    Herzliche Grüße retour
    Hans

  22. Hallo Jan,

    zuverlässiger Weise gab es bei mir Zuhause gestern auch Suppe. Zum Glück kann die Anna ja supe(r) kochen. Das kriegt sie ohne Probleme hin, solange ich ihr nicht dabei helfe.

    Dein Nudeltopf muss aber doch bei mir angekommen sein. Jedenfals fast. Auf dem Gehweg lagen noch die Reste von dem, was der elektronische Postbote davon übrig gelassen hat, nachdem er wohl zu hastig gegessen hatte. Nein, das war jetzt kein Witz, auf dem Gehweg vor unserem Haus hat jemand gebrochen. Deshalb danke ich Dir jetzt für die Erklärung, wie das Zeug dahin gekommen sein mag. Die weite Reise aus Berlin bis hierhin hat dem Nudeltopf anscheinend nicht so gut getan. Aber warum läuft der Postbote auch immer den gazen Weg zu Fuß?
    Wenn da in Berlin alle so sind im Regierungsviertel, dann kann ich den ganzen Irrsinn um uns herum gut verstehen.

    Zum Militär möchte ich heute nichts mehr sagen, die sind mir einfach zu blöd.

    Schön aber, dass Du den gleichen Filmgeschmack zu haben scheinst wie ich. Wir sollten mal alte Videokassetten austauschen.
    Wegen mir kannst Du auch meine geschenkt haben, dann brauche ich sie wenigstens nicht auf den Müll zu werfen. Man muss ja auch an die Umwelt denken.

    Liebe Grüße nach Berlin, Jochen

  23. Nachdem die Brotkrümel nicht leicht verdient waren, so dachte ich nch: (…)

    Heinrich Böll
    Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral

    In einem Hafen an einer westlichen Küste Europas liegt ein ärmlich gekleideter Mann in seinem Fischerboot und döst. Ein schick angezogener Tourist legt eben einen neuen Farbfilm in seinen Fotoapparat um das idyllische Bild zu fotografieren: blauer Himmel, grüne See mit friedlichen, schneeweißen Wellenkämmen, schwarzes Boot, rote Fischermütze. Klick. Noch einmal: klick, und da aller guten Dinge drei sind, und sicher sicher ist, ein drittes Mal: klick. Das spröde, fast feindselige Geräusch weckt den dösenden Fischer, der sich schläfrig aufrichtet, schläfrig nach seiner Zigarettenschachtel angelt, aber bevor er das Gesuchte gefunden, hat ihm der eifrige Tourist schon eine Schachtel vor die Nase gehalten, ihm die Zigarette nicht gerade in den Mund gesteckt, aber in die Hand gelegt, und ein viertes Klick, das des Feuerzeuges, schließt die eilfertige Höflichkeit ab. Durch jenes kaum meßbare, nie nachweisbare Zuviel an flinker Höflichkeit ist eine gereizte Verlegenheit entstanden, die der Tourist -der Landesprache mächtig- durch ein Gespräch zu überbrückenversucht.
    „Sie werden heute einen guten Fang machen.“
    Kopfschütteln des Fischers. „Aber man hat mir gesagt, daß das Wetter günstig ist.“ Kopfnicken des Fischers.
    „Sie werden also nicht ausfahren?“
    Kopfschütteln des Fischers, steigende Nervosität des Touristen. Gewiß liegt ihm das Wohl des ärmlich gekleideten Menschen am Herzen, nagt an ihm die Trauer über die verpaßte Gelegenheit.
    „Oh! Sie fühlen sich nicht wohl?“
    Endlich geht der Fischer von der Zeichensprache zum gesprochenen Wort über.
    „Ich fühle mich großartig“, sagt er. „Ich habe mich nie besser gefühlt.“
    Er steht auf, reckt sich, als wolle demonstrieren, wie athletisch er gebaut ist. „Ich fühle mich phantastisch.“
    Der Gesichtsausdruck des Touristen wird immer unglücklicher, er kann die Frage nicht mehr unterdrücken, die ihm sozusagen das Herz zu sprengen droht:
    „Aber warum fahren Sie denn nicht aus?“
    Die Antwort kommt prompt und knapp.
    „Weil ich heute morgen schon ausgefahren bin.“
    „War der Fang gut?“
    „Er war so gut, daß ich nicht nochmal auszufahren brauche, ich habe vier Hummer in meinen Körben gehabt, fast zwei Dutzend Makrelen gefangen…“
    Der Fischer, endlich erwacht, taut jetzt auf und klopft dem Touristen beruhigend auf die Schultern. Dessen besorgter Gesichtsausdruck erscheint ihm als ein Ausdruck zwar unangebrachter, doch rührender Kümmernis.
    „Ich habe sogar für morgen und übermorgen genug“, sagt er, um des Fremden Seele zu erleichtern. „Rauchen Sie einen von meinen?“ –
    „Ja, danke.“
    Zigaretten werden in Münder gesteckt, ein fünftes Klick, der Fremde setzt sich kopfschüttelnd auf den Bootsrand, legt die Kamera aus der Hand, denn er braucht jetzt beide Hände, um seiner Rede Nachdruck zu verleihen.
    „Ich will mich ja nicht in Ihre persönlichen Angelegenheiten mischen“, sagt er, „aber stellen Sie sich mal vor, Sie führen heute ein zweites, ein drittes, vielleicht sogar ein viertes Mal aus, und Sie würden drei, vier, fünf, vielleicht sogar zehn Dutzend Makrelen fangen… stellen Sie sich das mal vor.“
    Der Fischer nickt.
    „Sie würden“, fährt der Tourist fort, „nicht nur heute, sondern morgen, übermorgen, an jedem Tag zwei-, drei-, vielleicht viermal ausfahren – wissen Sie, was geschehen würde?“
    Der Fischer schüttelt den Kopf.
    „Sie würden sich in spätestens einem Jahr einen Motor kaufen können, in zwei Jahren ein zweites Boot, in drei oder vier Jahren könnten Sie vielleicht einen kleinen Kutter haben, mit zwei Booten und dem Kutter würden Sie natürlich viel mehr fangen – eines Tages würden Sie zwei Kutter haben, Sie würden…“, die Begeisterung verschlägt ihm für ein paar Augenblicke die Sprache, „Sie würden ein kleines Kühlhaus bauen, vielleicht eine Räucherei, später eine Marinadenfabrik, mit einem Hubschrauber rundfliegen, die Fischschwärme ausmachen und ihren Kuttern per Funk Anweisungen geben. Sie könnten die Lachsrechte erwerben, ein Fischrestaurant eröffnen, den Hummer ohne Zwischenhändler direkt nach Paris exportieren – und dann…“, wieder verschlägt die Begeisterung dem Fremden die Sprache. Kopfschüttelnd, im tiefsten Herzen betrübt, seiner Urlaubsfreude schon fast verlustig, blickt er auf die friedlich hereinrollende Flut, in der die ungefangenen Fische munter springen. „Und dann“, sagt er, aber wieder verschlägt ihm die Erregung die Sprache.
    Der Fischer klopft ihm auf den Rücken, wie einem Kind, das sich verschluckt hat. „Was dann?“ fragt er leise.
    „Dann“, sagt der Fremde mit stiller Begeisterung, „dann könnten Sie beruhigt hier im Hafen sitzen, in der Sonne dösen – und auf das herrliche Meer blicken.“
    „Aber das tu ich ja schon jetzt“, sagt der Fischer, „ich sitze beruhigt am Hafen und döse, nur Ihr Klicken hat mich dabei gestört.“
    Tatsächlich zog der solcherlei belehrte Tourist nachdenklich von dannen, denn früher hatte er auch einmal geglaubt, er arbeite, um eines Tages einmal nicht mehr arbeiten zu müssen, und es blieb keine Spur von Mitleid mit dem ärmlich gekleideten Fischer in ihm zurück, nur ein wenig Neid.

    …und mir war genau so.

  24. Für alle gestrigen:

    Ach wie gut das niemand weiss, dass ich Rumpelheinzchen stieß! Äh!?
    Ich sollte besser wieder nachdenken

    lg,Michael

    Guads Nächtle.

  25. Wenn das eine Panne war, dann fress ich einen Besen!

    Statt Bugs Bunny ein Häschen von Playboy im Kinderprogramm

    http://www.donaukurier.de/nachrichten/topnews/USA-Medien-Fernsehen-Pornografie-Kinder-Bunt-Statt-Bugs-Bunny-ein-Haeschen-von-Playboy-im-Kinderprogramm;art154776,2257960

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