Alles völlig egal oder warum sind so viele glücklich?

Ein Kommentar hinsichtlich Sinn und Zweck der Bemühungen von Aufklärern oder warum alles einfach weiter seinen üblichen Gang zu gehen scheint.

Täglich werden wir alle mit den neuesten Nachrichten und Meldungen konfrontiert, die sich heutzutage mit Hilfe neuester Technik in Windeseile über den ganzen Globus verbreiten lassen. Wir erfahren, wo wieder die Erde gerüttelt hat, ob Obamas Ärzte ihm geraten haben, weniger Alkohol zu sich zu nehmen, wir hören, dass sich wieder ein riesiger Eisblock in der Antarktis gelöst und auf den Weg gemacht hat, wo das neueste Verkehrunglück geschehen ist, wo George W. Bush gewesen ist, als er davon hörte, wie die Flugzeuge in das World Trade Center flogen, usw. usw. usw.

Die Menschen hier bei uns in Deutschland, werden mit allen solchen mehr oder weniger wichtigen und aktuellen Nachrichten praktisch bombardiert. Was aber immer wieder und in immer schnelleren Abständen auf die Ohrmuschel, den Sehnerv und die Gehirnzellen trifft, das scheint mit der Zeit auch Wirkung zu zeigen. Es gibt immer wieder Menschen, die durch so etwas Angst bekommen und die sich dann noch besser kontrollieren lassen (wollen). Es gibt auch welche, die wollen unbedingt mehr über die Hintergründe wissen. Andere machen sich regelrecht Sorgen um ihre Zukunft und bei wieder anderen sieht es so aus, als härte es sie immer mehr ab, was ihnen entgegen schlägt. In der Hinsicht, dass ihnen das Schicksal und die Nöte anderer Menschen völlig egal zu sein scheinen. Na jedenfalls fast egal, denn für ein paar arme Menschen, die irgendwo durch eine Flutkatastrophe oder ein Erdbeben obdachlos geworden sind, ein paar Euro oder etwas an Kleidung zu spenden, beruhigt die eigenen Nerven ungemein. Danach kann man sich dann wieder vor die Glotze setzen oder dem lauschen, was so an weiteren schrecklichen Meldungen aus dem Radio kommt, weil das mitunter ja auch sehr spannend sein kann.

Dagegen oder gerade deswegen wird es schon fast für völlig normal angesehen, wenn ein deutscher Politiker wieder einmal öffentlich sein Maul aufreißt und sich dabei irrt, wer diejenigen sind, die in Deutschland dekadent leben. Aber irgend etwas muss schließlich auch ein Politiker für sein Geld tun, auch wenn es nur belanglose Reden sind, mit denen man sich über das Schicksal von Menschen lustig macht, nur um die eigene Partei aus dem Stimmungstief zu holen und um den Wahlberechtigten wieder das eigenen Label für die nächste Wahl schmackhaft zu machen.
Haben Sie auch schon alle schön brav ihren neuen Krankenkassenzusatzbeitrag bezahlt? Nein? Ich auch noch nicht.
Ist ja völlig egal, wenn man ihnen glauben machen will, dass immer alles teurer wird und das irgendwie bezahlt werden muss, weil sonst wegen den immensen Kosten im Gesundheitswesen ihre gute Gesundheit auf der Strecke bleibt. Also bezahlen die Menschen und dann sind sie glücklich oder sie werden zwangsläufig so wieder etwas glücklicher gemacht.

So ist es auch mit der Sicherheit von uns allen. Dafür wird von unserem Staat sehr gut gesorgt. Man braucht sich darum keinerlei Gedanken zu machen.
Damit keine bösen Buben an uns herankommen, lassen wir uns alle schön brav überwachen, ziehen auch mal alle Kleider aus, wenn ein Polizist das von uns möchte – zum Glück bekommen wir dafür aber bald röntgenologische Fotoapparate überall – so, dass unsere staatlichen Sicherheitskräfte uns auch besser kennen, wenn sie uns erst einmal eingescannt haben. Und zwar jeden einzelnen durch und durch.

Im medizinischen Bereich werden immer schöne Impfungen vorbereitet für uns alle, vor allem für unsere Kleinen. Die bekommen das Zeug, ob sie wollen oder nicht und auch egal wenn sie weinen. Aber dafür sind die Eltern dann auch ihre Sorgen um zukünftige Krankheiten ihrer Kinder los.
Es gibt bei uns heute kaum etwas in Deutschland, was so sicher ist, wie die medizinische Vorsorge und unser aller kriminelle Zukunft. Es wird sehr gut darauf aufgepasst, dass uns allen nur ja nichts passiert und dass wir keine falschen Wege gehen. Kurzum, wir werden alle rundum glücklich gemacht. Sollte mal jemand einen Autounfall haben, egal wenn er auch dabei das Zeitliche segnet, auch dafür sind wir schließlich versichert. So, dass uns aber auch gar nichts zu kratzen braucht. Oder noch besser gesagt, uns kann alles völlig egal sein.

Schaut man aber hinter diese Fassade des Glücks beim einzelnen, dann bemerkt man schnell, dass die wirklich glücklichen Momente im Leben eines Menschen doch unwahrscheinlich kurz sind. Aber um das feststellen zu können, müsste man seinen Nächsten erste einmal etwas besser kennen. Aber wer interessiert sich schon für seinen Nächsten, der ein Haus weiter wohnt, wenn man doch aus den Nachrichten erfahren kann, warum ein erwachsener Grieche auf offener Straße weint. Aber zum Glück wohnt der Mann weit entfernt, so dass man ihm noch nicht einmal ein Taschentuch zu reichen braucht, weil ihm seines die dortigen korrupten reichen Politiker genommen haben. Das kann uns also völlig egal sein, wir wohnen ja hier im total sicheren Deutschland mit den besten Politikern der westlichen Welt und sind mit denen auch noch praktisch auf Du und Du. Was die in ihre eigenen Taschen stecken, davon bekommen wir so glücklich wie wir sind, ja zum Glück nichts mit.

Dann gibt es auch noch eine Gruppe von Menschen hier bei uns, die den anderen trüben Tassen ihr Glück nicht gönnen. Die wollen doch tatsächlich die anderen über Dinge aufklären, die sie gar nicht wissen wollen. Man kann nämlich richtig unglücklich davon werden, wenn man alles weiß. Jedenfalls wenn es sich um Sachen handelt, die bei uns üblicher Weise und aus ganz bestimmten Gründe eben nicht im Radio oder Fernsehen kommen. So etwas verbreiten diese komischen Verschwörungsfanatiker, die den ganzen Tag nichts anderes machen, als den anderen Schlafenden ihr Glück nicht zu gönnen. Aber irgendwie interessant ist es schon, was die erzählen und berichten. Die reden auch immer so ein komisches Zeugs daher, wo man echt ans Denken kommen kann. Die ganz Schlauen kennen da aber einen guten Trick, um sich auch von denen nicht einwickeln zu lassen. Einfach so tun, als wäre alles was die sagen auch nicht so wichtig, vielmehr völlig egal, denn nur so bleibt man als Mensch völlig glücklich.

Viele haben aber doch bemerkt, dass man ihnen auch von anderer Seite das Glück des Schlafenden nicht gönnt und es wird so ein bisschen was von einer Krise geredet. Aber das gibt sich schon wieder. Man muss nur lange genug warten und auf die vertrauen, die es viel besser mit uns meinen, als wir das selbst je könnten.
Die geben uns die Werte vor, nach denen wir gerne leben wollen. So wie jene, welche die Kirchen besitzen.
Diese Menschen haben besonders gute Erfahrungen darin, wie man kleine Jungen aufzieht. Denn an denen ist so ein kleiner schöner Schlüssel dran, der auch Jesuiten und anderen Priestern das Tor zum weltlichen Leben öffnet.
Dann gibt es bei uns in „Altenrat“ den Kreis der sieben Wirtschaftsgreise, die Konzerne und die armen Banken und am Schluss stehen die Bilderberger, die und deren Absichten wir kaum kennen, das aber auch am liebsten gar nicht wissen wollen. Denn wer will schon unglücklich werden?

Und wie war das mit der Aktion „Die weiße Strömung“? Hat schon jemand irgendwo ein paar weiße Fahnen gesehen?

10 Antworten

  1. Hallo Jochen,

    ich hoffe Sie so anreden zu dürfen?

    Also, ich hätte meine eigenen Gedanken nicht trefflicher formulieren können. Geschweige denn zu Papier zu bringen. Ich weiß nicht ob ich nur faul bin oder sonstwie eine Beklemmung habe, für die es keinen Arzt gibt,…gottseidank.

    Die Idee mit der „weißen Strömung“ hat mir schon beim erstenmal gefallen, leider aber wieder vergessen. Meine Oma sagte damals schon immer, mir müsse man alles dreimal sagen, nun da war ich noch Kind, jetzt bin ich etwas älter und ich kapiers schon beim zweiten Mal. Für mich ist das ein großer Fortschritt🙂 Ich hefte mir was weißes an mein Jackett und werde erzählen was es bedeutet und darauf achten, was sich in meiner Umgebung so tut.
    Auch hätte ich gerne noch einmal das ursprüngl. Schreiben, indem Sie die Idee vorstellen, ich werde davon Kopien fertigen und an der Uni, Schulen u. A. verteilen.
    Herzlichen Gruß und für ein großartiges mit-und füreinander
    Herzlichst
    W.S.

  2. Hallo Jochen und W.Sp.,

    @Jochen … ich schließe mich meinem Vorschreiber einfach, aber aufrichtig an … starker Vortrag, der vieles von dem, woran ich gerade selber sitze und schwitze, kurz und prägnant auf den Punkt gebracht ausspricht!

    Dafür eine großes CHAPEAU!!! … und alles Weitere dann irgendwann später auf anderer Welle😉

    @W.Sp. … danke auch an Sie – insgesamt, meine ich jetzt. Es wäre gut für uns alle, wenn sich mehr Mitmenschen so verhalten und um ein echtes Für- und Miteinander bemühen würden, wie Sie dies tun! – Den Artikel, über den Sie auch das Manuskript herunterladen können, finden sie übrigens hier:

    https://moltaweto.wordpress.com/2010/03/01/aufruf-weise-stromung/

    Beste und zuversichtliche Grüße „Euch beiden“
    Hans

  3. Lieber Jochen,

    bin jeden Tag auf eurer Seite, deshalb danke für soviel Mühe uns ständig auf dem Laufenden zu halten.
    Deine Worte haben mich heute sehr bewegt und ich verstehe deine Verzweiflung. Jedoch bin ich diesmal nicht so ganz deiner Meinung.
    Wir wissen aus der Geschichte, dass Veränderungen erst in Kraft treten, wenn die Widersprüche groß genug sind und wenn die Informationen dorthin gelangen, wo sie hin sollen. Aber das braucht Zeit und Erkenntnisse. Wäre schön, aber den zweiten Schritt kann man nicht vor dem ersten machen. Damit will ich dich in deinem Elan nicht ausbremsen, sondern nur ein wenig entschleunigen.
    Nur was der Kopf verstanden hat, kann der Körper auch umsetzen. Es gibt doch schon einige erfreuliche Ergebnisse. Viele kluge und aufrichtige Menschen sind am Ball, alles zu seiner Zeit! Mach einfach weiter, wir brauchen dich!!!
    VlG. Heidi

  4. @W.Sp.

    „Hallo Jochen,
    ich hoffe Sie so anreden zu dürfen?“

    Es sei Dir erlaubt – ist Du für Dich auch okay?

    Herzlichen Dank für Deine lieben Worte. Ein „großartiges mit-und füreinander“ ist genau das, was wir in Deutschland benötigen, um diesem komischen Treiben der uns, alles und jeden beherrschen wollenden „Klasse“ (Ja, manche sollten noch einmal in der ersten Klasse oder besser noch ganz von vorne anfangen ), Einhalt zu gebieten. Das Volk muss mal ein Machtwort sprechen und nicht immer nur die Politiker machen lassen.

    Herzliche Grüße zurück,

    Jochen

  5. Liebe Heidi,

    freut mich sehr, mit einer Stammleserin von uns in Kontakt zu treten, wenn auch nur im Kommentarbereich.

    Konstruktives nicht-einer-Meinung-sein kann uns nur nur weiter bringen.
    Du scheinst mich schon ziemlich gut zu kennen, weil Du bemerkt hast, dass mir manches etwas zu langsam geht. Das liegt daran, weil ich ein ziemlich spontan handelnder Mensch bin, wenn mir etwas wichtig ist oder wenn mir etwas gegen den Strich geht. Einer meiner Wege ist es, das dann, wie sicher schon bekannt ist, in geschriebene Worte umzusetzen. Im Handeln bin ich ganz ählich. Ich gehe im Schlafanzug (wenn Du wüßtest) die Treppe hoch, und fünf Minuten später stehe ich gestiefelt und gespornt wieder unten und bin dann für fast jede Schandtat bereit.
    Mich „ein wenig entschleunigen“ zu wollen, ist wegen meiner abgefahrenen Bremsen zwar kaum möglich, aber ich danke Dir sehr dafür es zu versuchen. Deine Worte sind jedenfalls angekommen.
    Auch das „Mach einfach weiter, wir brauchen dich!!!“ hat mich voll ins Herz getroffen und ich gebe das mit Deiner Erlaubnis in gleicher Weise von hier aus auch an moltaweto so weiter. Er hat das nämlich vielmehr verdient als ich. Vielen Dank dafür!

    Vielleicht sollte ich mal mit Jan und Sven Mehralsklug zusammen Urlaub machen und es lockerer angehen lassen, politische und anderes an Leichen auszubuddeln.

    Liebe Grüße zurück,

    Jochen

  6. Zitat
    ……oder warum alles einfach weiter seinen üblichen Gang zu gehen scheint. (!!!)

    oder….wie groß müssen Widersprüche denn noch werden??

    Gruß W.S.

  7. Hallo W.Sp.,

    …Wie groß müssen Widersprüche noch werden?

    Das ist eine Frage der Schmerzgrenze und der Bereitschaft die Hürden zu nehmen. Tja, …und da ist offenbar noch Luft. Man kann den Verlauf einer Krankheit nun mal nicht überlisten, auch nicht mit Aspirin. Das wäre nur eine Symtombehandlung. Rom wurde auch nicht…na du weisst schon.:) Da ich nun also gegen Gesetzmäßigkeiten kein Mittel weiß, schlage ich vor, wir akzeptieren und basteln an bestmöglichen Lösungen bis zum richtigen Zeitpunkt. Darin sind wir allerdings besser als wir es uns zumuten!

    VlG.Heidi

  8. Hallo Jochen,
    ja natürlich und sehr gerne.
    Ich glaube, dass Volk spricht schon, wenn auch noch etwas verhalten, aber irgendwann wird es nicht mehr zu überhören sein. Und, wie Heidi so schön sagt, wir sind dann besser als wir uns zumuten. Das gibt mir viel Hoffnung und ermutigt mich, weiterzumachen. Man stelle sich den mühsamen und auch oft qualvollen Aufstieg eines Bergsteigers vor, der den Gipfel erklimmen möchte.
    ….ganz von vorne Anfangen, unsere Politiker? Auch dann begreifen sie nichts. Meines Erachtens nach wird unsere politische Kaste mindestens durch die stets steigende Zahl von Nichtwählern in das Vorschulalter zurückversetzt. Das was aber alle begreifen müssen ist, dass die genau so luschig oder noch schlimmer weitermachen werden bis nun endgültig das Licht ausgeht.

    “Mach einfach weiter, wir brauchen dich!!!” Danke an Heidi, ich schließe mich gerne an, möchte aber ergänzen auf „uns“, „…wir brauchen uns.“
    In diesem Sinne
    herzlichst
    Wolfgang

  9. Liebe Heidi,

    Nun ja, irgendwann ist eine Schmerzgrenze erreicht, bei dem Einen früher, bei dem Anderen später.
    Die Bereitschaft Hürden zu nehmen ist, oder war bei mir ein innerer Prozess zu der Erkenntnis zu kommen, dass hier so gut wie gar nichts mehr stimmt. Es wird sich etwas verändern müssen. Jeder der zu dieser Einsicht kommt, versucht die Symptome zu ergründen, diese mit Aspirin zu behandeln wäre sicher der falsche Weg, das stimmt.
    Symptome sind Krankheitszeichen, Anzeichen oder Kennzeichen für eine Entwicklung, Merkmale u.a. Ein guter Arzt erkennt die Symptome, die Anzeichen einer Krankheit und behandelt sie dann so, dass sie verschwinden. Für immer.

    Die Symptome dieses Landes sind die Gesetzesmäßigkeiten die keineswegs mehr nur mäßig oder angemessen sind.
    Diese werden uns aufgezwungen, hier werden wir verdummbeutelt, (EU-Verfassung u.v. mehr) von einer politischen „Elite“ die restlos versagt.
    Wer auch noch weiß, dass es hier in unserem Lande u.a. zahlreiche Verstösse gegen die Menschenrechte gibt, steht irgendwann ganz einfach fassungslos vor einem Trümmerhaufen. Diesen gilt es wieder aufzurichten.

    Und…es gibt die Mittel gegen nicht akzeptable Gesetzesmäßigkeiten, wir müssen sie nur finden und dann auch danach handeln und dann…“wir werden immer besser“

    Danke an Dich Heidi,
    Du bist auf dem richtigen Weg und
    herzlichen Gruß
    Wolfgang

  10. Lieber Wolfgang,

    danke für deine Zeilen, gute und für mich nachvollziehbare Gedanken!
    Da soll noch einer sagen, es würde in Deutschland keine Arbeit geben…
    Also, packen wir es an!

    Bis demnächst,
    es war mir eine Freude.
    VlG. Heidi

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