Clinton und Gates auf Verbal-Mission eines wankenden Imperiums

Eigentlich brauchten „wir Deutsche“ uns von den jüngsten Verbalattacken der Außenministerin und des Kriegs … äh … Verteidigungsministers der Vereinigten Staaten von Amerika ja gar nicht angesprochen und angegriffen fühlen – unserer transatlantischer Freundschaft verbundenen und uneingeschränkt israeltreuen Bunten Regierung sei Dank.

Dennoch stößt einem „bedingten Pazifisten“, der zwar Frieden, Toleranz, Gerechtigkeit und Ausgewogenheit in der Welt anstrebt, deshalb aber nicht auf jede Form des „kriegerischen Einsatzes für diese Ziele“ (auch die Sprache in Wort und Schrift kann eine wirksame Waffe in Gestalt eines zweischneidigen Schwerts sein!) zu verzichten bereit ist, ziemlich unangenehm bitter auf, was diese obersten Expansionsdiplomaten des US-Imperiums da wieder vom Stapel gelassen und vorrangig an die europäische Adresse gerichtet haben.

Grundsätzlich kann man, wenn man es nur oberflächlich betrachtet und genauso abhandelt, sicherlich auch eine Verzweiflungstat (selbstverständlich auf Befehl von oben – womit gewiss nicht der gestrauchelte Messias und bodenloser Falschheit überführte Friedensnobelpreislaureat Obama gemeint ist) dahinter vermuten. Das Dollar-Imperium ist schwer angeschlagen und wird – mindestens bis zum vorhersehbaren Platzen der nächsten – wahrscheinlich Gewerbeimmobilien- Blase – momentan eigentlich nur durch die massiven Wetten der Wall Street gegen den Euro und die jeder Vernunft widersprechende militärische Expansionspolitik mühsam auf den Beinen gehalten. Und zudem ist auch das zum Dauer-Völkerrechts-Ärgernis umfunktionierte ehemalige westliche Verteidigungsbündnis namens NATO unzweifelhaft auf dem absteigenden Ast. gelandet Der letzte und aus US-amerikanischer Sicht zweifelsohne besonders gravierende Grund, ist die zunehmende Kriegsmüdigkeit der amerikanischen Öffentlichkeit, der die Kriege des Imperiums (gerade vor dem Hintergrund „Arbeitslosigkeit und Verarmung“ dank „Weltfinanzkrise“) allmählich einfach zu teuer werden und darüber hinaus auch zu erfolglos erscheinen.

Diese Sackgasse ist den Strippenziehern hinter den politischen Marionetten schon die eine oder andere Lüge wert, auch wenn es eines immer größeren Aufwands bedarf, sie der Weltöffentlichkeit als nicht sofort zu durchschauende „Halbwahrheit“ anzudrehen. – Doch ganz ohne strategische Cleverness wird dabei selbst jetzt nicht operiert, obgleich die Lage extrem verzweifelt zu sein scheint.

In einer Grundsatzrede zur künftigen Nato-Strategie hat US-Außenministerin Hillary Clinton die europäischen Mitglieder der Allianz gemahnt, sich stärker neuen Bedrohungen wie Cyber-Angriffen und Gefährdungen der Energieversorgung zu stellen […]

zitiert die süddeutsche.de die Außenministerin aus einer Rede vor dem Atlantic Council in Washington. Mag natürlich sein, dass wir hier einem leichten Anflug von Cyber-Paranoia erliegen, aber passt das nicht irgendwie perfekt zu der noch nicht allzu lange zurückliegenden Kampfansage „Obamas“ an die US-amerikanischen (9/11 Truther) Blogger, oder was meinen Sie? – Genauer ging es ja wohl um „Verschwörungstheoretiker“, was letztendlich jeden regierungs- und systemkritischen Blog auf der Liste der „Counter IntelligenceSpezialisten“ landen lassen dürfte, von denen auch der israelische Staats- und Militärapparat (hochaktuell dazu!) weltweit „einige“ im Einsatz haben soll (beide operieren schon seit langem und, „wie man hört“, sehr erfolgreich auch in der BRD!). Da auch die Energieversorgung nicht nur in den USA, wie fast alles andere auch, nur noch computergestützt funktioniert und die Angst vor Stromknappheit in den USA begründete Tradition hat, passt das ja auch ganz gut ins Schema.

In Bezug auf die – wieder einmal – von Guido Westerwelle angestoßene Debatte über den Abzug der immer noch in der BRD stationierten US-Atomwaffen (nur eine unbewiesene und somit verschwörerisch an den Haaren herbei gezogene Annahme der SZ und unsererseits) folgt dann – sozusagen folgerichtig – das Zitat:

„Wir hoffen, dass es keine voreiligen Schritte gibt, die unsere Abschreckungsfähigkeit unterminieren würde“ […] Atomwaffen könnten in die Hände von Terroristen geraten, dazu komme die Bedrohung durch Nordkorea und Iran, sagte Clinton. Dagegen reiche nukleare Abschreckung nicht aus […]

Damit wäre dann ja fast alles gesagt gewesen, weil gleich auch wieder der alles andere überragende „Wunsch der USA“ hervorgehoben wurde, gerade Europa gegen diese mit allen schmutzigen Wassern gewaschenen Schurkenstaaten schützen zu wollen – wie anders könnte man sonst auch den Aufwand rechtfertigen, mit dem die „Raketenabwehr“ in Osteuropa vorangetrieben wurde und nach einer kurzen „Scheinentspannung à la Obama“ jetzt auch wieder betrieben wird?

Da wir aber nichts von dem glauben wollen, was Frau Clinton da an „besorgter“ Kriegspropaganda im Tarnanzug zu verkaufen versucht, halten wir das letzte Zitat auch schlichtweg für verlogene Augenwischerei, da es „ziemlich offensichtlich“ werden sollte, dass die US-amerikanische Europastrategie, ebenso wie jene für den Nahen und Mittleren Osten, eine reine Konfrontations- und Isolationspolitik gegenüber Russland und China ist; wobei man derzeit vermuten kann, dass die USA die Chinesen als die ernstere Bedrohung einschätzen … insofern könnte es sich bei Clintons Meinungsäußerung natürlich auch um eine der berühmt-berüchtigten „Doppelstrategien“ handeln? … Entscheiden Sie einfach selbst …

Clinton mahnte an, auch Russland einzubeziehen. „Wir laden Russland ein, bei der Entwicklung eines Raketenabwehrsystems der Nato mitzumachen, so dass es nicht nur die Menschen in Europa beschützen kann, sondern auch in Russland.“ Zugleich nannte sie die Energiesicherheit „eine besonders drängende Priorität“.

Nun ja, immerhin bleibt sie bei der ausgesprochenen Priorität halbwegs bei der Wahrheit, auch wenn Sie natürlich jede Behauptung, dass deshalb sämtliche Kriege geführt werden (Ressourcen und deren zeit- und kostengünstigster Transfer) empört weit von sich weisen würde.

Der parteiübergreifend beliebte und geschätzte Inhaber des Postens eines kriegerischen Verteidigungsministers“ (besser getroffen und auch die Amtsauffassung unseres telegenen Barons relativ präzise beschreibend, oder?) namens Robert Gates findet erwartungsgemäß deutlichere Worte …

Europa steht nach Ansicht von US-Verteidigungsminister Robert Gates militärischen Einsätzen zu ablehnend gegenüber und gefährdet damit Frieden und Stabilität […]

sagte er T-Online-Nachrichten zufolge bei einer Rede an einer Pentagon-Hochschule – National Defence University – und beschwerte sich über eine weitverbreitete Abneigung gegenüber militärischer Gewalt und den damit verbundenen Risiken in den europäischen Staaten. – Nun, dann würden wir ihm doch mal ganz freundschaftlich ans Herz legen, ein paar Sekunden seiner ansonsten vorwiegend nutzlos oder destruktiv vergeudeten Zeit auf die Frage zu verwenden, ob es nicht gerade die inflationäre US-amerikanische Anwendung von militärischer Gewalt ohne Rücksicht auf Verluste sein könnte, die tatsächlich Frieden und Stabilität in der Welt gefährdet? – Okay, ist nur satirisch gemeint, da man das nicht einmal als Wunschdenken durchgehen lassen kann – sollte aber doch mal gesagt worden sein!

Doch mit einem Brüller gibt sich ein Vollblut-Kriegstreiber natürlich nicht zufrieden …

Er sprach von einer „Entmilitarisierung“ Europas, die sich „von einem Segen im 20. Jahrhundert zu einem Hindernis für echte Sicherheit und dauerhaften Frieden im 21. Jahrhundert“ gewandelt habe […]

setzte er deshalb noch einen obendrauf und bewies damit entweder, dass er von den europäischen Verhältnissen nicht den geringsten Schimmer hat (wir sagen nur EU-Vertrag von Lissabon und bitten dann darum, uns aufzuklären, wo in diesem Elaborat irgendwas von „Entmilitarisierung oder Abrüstung“ zu lesen ist?) oder aber es war nichts anderes als ein typisch US-amerikanisches „Blut und Ehre“ – Argument, um die eigenen militärischen Hoffnungsträger für die Zukunft nicht auf dumme Gedanken kommen zu lassen, die sich ja bekanntlich in unterschiedlichster Erscheinungsform auch beim militärischen Personal der selbsternannten Weltpolizei ausbreiten sollen? Man ist nicht nur wegen dem nachfolgenden Geschwafel über „tatsächliche oder empfundene Schwäche“, die feindliche Kräfte „zu Fehleinschätzungen oder Aggressionen verleiten könnten“ geneigt, letzteres anzunehmen, denn daneben darf man sicherlich verschwörungstheoretisch annehmen, dass führende Köpfe des US-amerikanischen Regierungs-, Geheimdienst- und Militärapparats bestens über Europas Pläne informiert sind!

Zum Schluss noch ein „NATO-Zitat“ des Herrn Gates, dass zwar diplomatisch verklausuliert und erneut „Risiken“ vorschiebend, aber nichtsdestotrotz erkennbar auch die finanziellen und logistischen Probleme des Bündnisses adressiert, die sich die USA aber schon selbst ankreiden sollten …

Mit Blick auf die NATO sagte der Pentagonchef, die Allianz stehe vor „sehr ernsthaften, langfristigen, systemischen Problemen“ […]

Neben den säbelrasselnd einen höheren Blutzoll von den europäischen Partnern (die BRD an vorderster Forderungs- und „Bringschuld“-Front eingeschlossen) fordernden, ihre eigene Unbesiegbar- und Unfehlbarkeit mit jeder Menge „Fehlschüsse“ und anderen Problemen bei der aktuellen Offensive in Afghanistan konterkarierenden US- und Nato-Feldherren, gehören diese „scharfen“ Töne bekanntermaßen auch zur „gängigen Praxis“ der US-Außen- und Kriegspolitik.

So weit, so gut … man könnte das jetzt leicht als das typische „Viel Rauch um Nichts“ – Gehabe der USA abtun, vor allem, weil ihre Forderungen und Vorhaltungen in den Augen eines kritischen Zeitgenossen auch als „Heraufdämmern akuter eigener Schwäche“ interpretiert werden und als Beleg für den bevorstehenden Untergang des US-Imperiums angesehen werden könnten – das Problem ist leider nur, dass solche flammenden Reden und dem „Erhalt westlicher Werte“ geschuldeten Forderungen bei Leuten wie Frau Merkel, den Herren Guttenberg und Westerwelle, sowie bei der gesamten bundesdeutschen Kriegslobby auf fruchtbarsten Boden fallen. (Auch hierzu noch was aktuelles aus dem „Auswärtigen Ausschuss“ … keine Überraschung, aber trotzdem unverschämt – sowohl innen- als auch außenpolitisch betrachtet!)

*****

An dieser Stelle ziehen wir einen brutalen Schlussstrich, denn dass man das in dieser Form weder als Bürger/in unseres noch irgendeinen anderen Landes noch länger hinnehmen kann, haben wir in den letzten Tagen mehrfach angemahnt … Ausdruck einer unbedeutenden Meinung oder nicht, es ist eines der Gebote der Stunde, denen man sich nicht verschließen kann und sollte.

2 Antworten

  1. Clinton und Gates auf Verbal-Mission eines wankenden Imperiums…

    Von moltaweto | Der AmSeL-Gedanke Plus = Gemeinschaft | – Eigent ­ lich brauchten „wir Deutsche“ uns von den jüngsten Verbalattacken der Außenministerin und des Kriegs … äh … Verteidigungsministers der Vereinigten Staaten von Amerika ja …

  2. Clinton und Gates auf Verbal-Mission eines wankenden Imperiums…

    Von moltaweto | Der AmSel-Gedanke | – Eigentlich brauchten „wir Deutsche“ uns von den jüngsten Verbalattacken der Außenministerin und des Kriegs … äh … Verteidigungsministers der Vereinigten Staaten von Amerika … … ja gar nicht angesprochen und a…

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