Da, wo des Wahnsinns bunteste Blumen blühen – Das Urteil von Karthago

Pressenotiz zum Gerichtsurteil des hohen Blogger-Gerichts vom 22.02.2010, in der Sache Autor Jochen Mitanna gegen jede Vernunft oder warum Karthago erneut in Flammen stand. Das Vorschwitzen, der sich übers Wochenende in aller Eile hingelegten Gerichtsverhandlung, übernahm der ehrenwerte Richter wie immer in der Sauna.

Der Angeklagte hätte wegen versuchter Vernichtung des guten Rufes der Blogger-Gemeinde, gestern wie heute persönlich ein paar Fragen beantworten müssen. Er entzog sich der Vernehmung aber durch Flucht. Eigentlich unverständlich, denn seine Steuern hat er bisher immer pünktlich bezahlt. Nun denn, halten wir ihm das mal zugute. Mal sehen, was wir dem freien Autor sonst noch so anlasten können. Leider sieht es in dieser Hinsicht aber schlecht aus.

Obwohl der Autor sich von allen Seiten, vor allem der humorvollsten und damit übelsten Sorte, an die Berichterstattung herangemacht hat und somit die Gefahr bestand, die Gesetze in der Blogger-Gemeinde zu übertreten – die Gefahr ist noch immer nicht gebannt – haben sich die Richter vor allem durch die nebenher erfolgte Darstellung einer öffentlichen Zeugung eines gewissen Jan aus Berlin, gegen dessen ausdrücklichen Willen vor laufender Kamera befriedigen lassen. Dass sich dieser Jan aus Berlin und auch alle anderen Erzeuger des Verfahrens, damit quasi unentschuldigt an einer weiteren Verbreitung des Wahnsinns über Artikel aus der Feder des angenagten Autors, in diesem bekannten AmSeL-Gedanke Plus = Gemeinschaft Blogs schuldig machen werden, sollte allen Beteiligten klar sein.

Vor allem hat sich dabei auch eine gewisse Elke Josephine mit ihrem Sonnenschein im Gemüt, des Vergehens der Beihilfe zur Geburt neuer Artikel mitschuldig gemacht. Dazu wird man sie noch extra in der Psychiatrie mit Schokoladenplätzchen behandeln müssen.
Was den Staranwalt Hans Moltaweto anbelangt, so wird sich durch sein Plädoyer nicht nur der Kläger eingeseift fühlen, sondern es trieb sogar den Richtern Tränen in die Augen, so dass von uns aus eine klare Sicht auf die Tatumstände überhaupt nicht möglich gewesen ist. Moltawetos geistige und wie immer vorzügliche korrekten Ausschweifungen, machen uns Rechthabern wie immer das Überleben schwer. Alle anderen Kommentare zum Verfahren können wir uns gegenseitig schenken. Wir bitten aber nächstes Mal darum, sich bei unserer Korruption etwas mehr Mühe zu geben.

Die Beweislast gegen den Angeklagten schien zunächst so richtig schön erdrückend zu sein. Dass alle Leser der Mitanna Artikel Masochisten sind, hat ja niemand ahnen können. Ob der Angeklagte es wusste, bleibt weiterhin fraglich, denn er befindet sich unseres Wissens immer noch auf der Flucht.
Das hohe Blogger-Gericht sieht sich deshalb von ihm genötigt, das Urteil gegen ihn nun in seiner Abwesenheit zu verkünden. Es wäre bestimmt besser, wenn die verehrten Anwesenden jetzt die Augen schließen und sich die Ohren zuhalten würden.

Durch die erniedrigende Beweislust erfolgt nun im Namen des vorher schon zum Gammeln verurteilten Volkes und der wahrheitssuchenden Leser im Sinne von § 1 der StVO das folgende Urteil.
Die Todesstrafe gegen Jochen Mitanna muss leider wegen des anspruchlosen Einspruches des Klägers Frank vom DRK, gegen eine hormonlose öffentliche Zwangsbehandlung in der gegenwärtig gesetzlosen Bananenrepublik ausgetauscht werden. Zu Ungunsten der Bevölkerung wird Jochen Mitanna gezwungen werden müssen, ab jetzt weitere sinn- und sittenwidrige, teils auch komische Artikel zu verfassen, selbst wenn ihm die Motivation und der Verstand dazu fehlen sollte. Ein wenig Strafe muss sein, denn wir Richter wollen schließlich auch unseren Spaß bei der Sache haben.

Ich bitte um Ruhe im Vernichtungssaal, sonst werde ich den Blog räumen lassen!!!

Die Kosten des Verfahrens trägt die sich mit dem Beklagten solidarisch gezeigte und sich an der Wahrheit festgesaugte Gemeinschaft der Artikelleser und –Verfasser. Das hohe Gericht darf nun erschossen werden, bevor es sich zurückziehen kann.

ZEITUNGSMELDUNG!

Kripo Berlin: Der gesuchte Jochen Mitanna konnte heute am frühen Morgen als Hosenanzug verkleidet im Bundestag gefasst werden. Die Beamten erschienen gerade noch rechtzeitig im Sitzungssaal, als der Verkleidete in seinem potthässlichen Aufzug einige ranghohe Regierungsvertreter daran hindern wollte, ihre übel riechenden Abgase erneut dem Volk als Beweis für die Klimaerwärmung zu verkaufen. Dass er sich dabei über seine im Saal betreten aussehende und von allen guten Geistern verlassene Zwillingsschwester vor Lachen verbiegen musste, hinderte ihn schließlich im allerletzten Moment daran, die mit solidarischer Haftcreme versuchsweise angeklebte Anarchie auszurufen.
Im Rahmen der Ermittlungen wurde der verloren gegangene Autor selbstverständlich sofort in Gewahrsam genommen. Ansonsten hätte er dem Staat womöglich noch Glück gebracht und den Politikern mehr Wählerstimmen. Aber das müssen sich die Parteien jetzt leider abschminken.

NACHTRAG

Jetzt nach Bekanntgabe des Gerichtsurteils, befindet sich der zwar immer noch mit einem Hosenanzug aus der Altkleidersammlung der CDU bekleidete und damit sich selbst erniedrigende Artikelschreiber, aber bereits wieder auf freiem Fuß. Die Behörden haben sich deswegen schon selbst gegenseitig abgemahnt, aber keiner von den höheren Beamten will dafür gerade stehen und das Bußgeld bezahlen. Aber das kennt man ja von denen.
Was das Ding im Hosenanzug uns jetzt in Zukunft an weiteren Meldungen einbrockt, liegt nicht nur völlig im Unklaren, sondern auch durch die deutliche Rechtsprechung im Lande, gänzlich außerhalb des Gesetzes.

4 Antworten

  1. Hohes Gewicht,
    trotz Abwesenheit wird auch der Herr Nebenkläger wohlwollend adressiert,
    arg gebeutelter und dennoch standhaft bei der Wahrheit gebliebener und dafür hoch geschätzter Kollege Jan aus Berlin,
    liebe und geschätzte wegbereitende Hauptbe- und Entlastungszeugung beisteuernde Elke Josephine,
    verehrte mitlesende Anwesende,
    und insbesondere immer noch oder besser wieder flüchtiger Ex-Angenagter und nunmehr Verurteilter,

    das Urteil wird als erwartungsgemäß hart und leider nicht meinem Antrag folgend … aber insgesamt als – gerade in unserem moralisch und ehtisch beispiellosen demokratischen und sozialen Rechtsstaat – erstaunlich fair angenommen.

    Dass dem Wunsch des Angenagten nicht entsprochen und somit die vorzeitige Entbindung (nicht biologisch gemeint) von seiner gnadenlos verpflichtenden Aufgabe des fortgesetzten Artikelschreibens qua Verhängung der Todesstrafe in absentia ausgeschlagen wurde – woran auch der Nebenkläger nicht ganz schuldlos ist, wie ich als grandios gescheiterter Starrechtsverdreher neidlos anerkennen muss – hat er sich zweifelsohne selbst zuzuschreiben. Doch selbst dafür muss man ein Stück weit Verständnis aufbringen, lebt er doch auch in einer Gesellschaft, die in vielerlei Hinsicht dazu neigt, sich dem Gruppenzwang unterworfen zu fühlen. Deshalb ist auch die weitverbreitete Unart des sich aus der (Eigen-)Verantwortung Stehlens nicht mehr und nicht weniger als ein weiteres Symptom der Zivilisationsschäden, denen man als Angehöriger der menschlichen (und besonders der bundesdeutschen) Gesellschaft zwar nicht unbedingt hilflos, aber dank harmonischster Gemeinschaftshetze und Hochleistungen in Sachen Volksverdummung durch Medien, Politik und Expertentum zunehmend sprachloser (oftmals vor Wut und Fassungslosigkeit) ausgeliefert ist.

    Insofern schmiere ich mir den Rest meines eigentlich geplanten Schlussplädoyers als Ersatzpomade in die Haare, tausche die imaginäre Anwaltsrobe wieder gegen das Gewand des aufmüpfig-unbelehrbaren Verschwörungstheoretikers ein und werde mich wieder ans Werk machen, meine viel zu sachlich-nüchterne Auseinandersetzung mit dem „Ernst des Alltags“ fortzuführen … und wollen wir wetten, dass Sie – liebe Leserinnen und Leser – dem weisen Urteilsspruch des gerade noch mal davon gekommenen Gerichts noch so manche Freudenträne nachweinen werden, weil es ja zum Glück auch noch Jochen Mitanna gibt!?

    —- Schnitt —- neue Klappe —-

    Hoffen wir alle gemeinsam, dass Jochen Mitanna den entwendeten Hosenanzug wieder los wird, ohne bleibende Schäden davonzutragen – nicht auszudenken, was bei unachtsamer Verwendung so alles an einem hängen bleiben könnte … und auch darauf, dass wir irgendwann wieder einmal in so gesellig vor sich hin juristender oder auch auf andere Weise kurzweilig dem Ernst der Lage die Stirn bietend zusammenfinden werden.

    MfG

  2. Verkehrtes hohes Gewicht,

    ich möchte mich den Worten meines Rechtsverdrehenden Kollegen anschliessen.
    Aber eine Frage bleibt noch offen.
    Weshalb ist der AngeNagte eigentlich zur grossen Staatsratsvorsitzenden gedüst und lieh sich den fliegenden, sprechenden Hosenanzug. Das möchte ich als Abschluss doch gerne noch wissen.

    Mit unverbundender Hochlachtung

    MfG

  3. Liebe mich säugende, eingeschworene Gemeinschaft!

    Ich bedanke mich bei meinen von mir nicht gewählten Anwälten für die gänzlich unübliche Beihilfe. Jan in seiner Doppelrolle als Erzeuger und Anwalt, war einfach perfekt. Hans hat die besten Plädoyers formuliert, die ich je gelesen habe. Das heißt aber nicht, dass er jetzt die Seiten wechseln soll.

    Dankschön auch an meinem Ankläger Frank für sein Mitverschulden. Ich hoffe mal, er hat inzwischen seine Medikamente bekommen.

    Vom Gericht hätte ich zwar mehr erwartet an dekadenter Dominanz, freue mich aber, es ganz schön ins Schwitzen gebracht zu haben. Nicht zuletzt hoffe ich, dass das Publikum seine Zielübungen vorher schon gemacht hatte. Ich hoffe, man weiß, was ich nicht meine.

    Noch kurz zu den mit mir liebäugenden Säugern der Unvernunft, Jan und Elke.
    Jan schenke ich ein Abonnement auf meine zukünftigen Artikel, mit denen er sich dann sein Wohnzimmer exklusiv tapezieren kann. Er hat es ja nicht anders gewollt.
    Auf Elkes Nerven bin ich als Artikelschreiber etwas zu stark herumgetrampelt, was mir aber leider erst zu spät aufgefallen war. Und da ich auf der Flucht war, kam ich zur Nachbesserung nicht an den PC. Ich bitte Elke den sie betreffenden Abschnitt zu ihrer Zeugenaussage im obigen Artikel noch einmal zu überfliegen. Sie wird dann feststellen können, dass sich ein Autor durchaus auch gerne selbst zensiert. Selbst mein intuitives Gedächtnis kann schon mal Lücken aufweisen. Da ich nicht weiß, wie weit Elkes Humor geht, versuche ich mich vorsichtshalber wieder so bei ihr einzuschmeicheln. Dass Tragen dieses komischen Hosenanzugs hatte wohl schon auf mich abgefärbt. In der Zwischenzeit konnte ich mich zum Glück dieses Undings entledigen.

    Gut, soviel noch zum Prozeß. Ab jetzt schreibe ich meine Artikel nur noch auf nüchternem Magen. Ob sie dadurch besser werden, glaube ich zwar nicht, aber angenagt möchte ich so schnell nicht mehr werden.

    Ehe ich es vergesse, herzlichen Dank auch an alle meine Artikel lesenden Mitmenschen.

    Schöne Grüße,

    Jochen Mitanna

  4. @Jan

    „Aber eine Frage bleibt noch offen.
    Weshalb ist der AngeNagte eigentlich zur grossen Staatsratsvorsitzenden gedüst und lieh sich den fliegenden, sprechenden Hosenanzug.“

    Ich wollte die komische Demokratie in der BRD anrufen, damit man mir das später nicht ausrufen kann. Als sich dann aber die Monarchie im Bundestag hingelegt hat, versuchte ich so schönbeneidet mit den Kleidern der mir Miss Fallenden möglichst unerkannt zu entkommen. Also verkommener Maßen wäre mir das auch fast gelungen. Aber leider hatten sich die Kripobeamten in der Zwischenzeit und zu meinem Pech schon mit mir identifiziert.

    Mit ausufernder Hofschlachtung des üblichen Benehmens

    Jochen Mitanna

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