Eine individuelle politische Bestandsaufnahme (V)

Es wird buchstäblich von Tag zu Tag schwerer – sogar in der närrischen Jahreszeit, die einen ja ein wenig widerstandsfähiger machen sollte, den alltäglich durch die Medien gehenden Schwach- und Irrsinn zu verkraften, oder wenigstens zu ignorieren. Die Einschläge kommen immer näher und immer noch scheint die Mehrheit der Menschen in unserem Land (ob mehr als anderswo auf der Welt können und wollen wir nicht beurteilen) nicht sehen zu können oder zu wollen, was passiert.

Dabei kann sich niemand mehr hinter der Ausrede verstecken, dass man alleine wegen der Medien und politischen Selbstdarstellern, die auf „höchsten Niveau“ Desinformation betreiben, nicht erkennen könne, wie sich die (deutsche) Geschichte zu wiederholen droht und wir alle, ob freiwillig oder nicht, im Stechschritt in der Zeit rückwärts marschieren. Dafür sind die „Zeichen an der Wand“ unserer Mediendemokratur wirklich eindeutig und unmissverständlich genug!

Dies möchten wir heute mit den folgenden Themenkomplexen, die wir verkürzt mal als „politischer Gesamtzustand“ … „Die Causa Westerwelle …“ … „Faschismus und Kapitaldiktatur“ … und „Afghanistan/Pakistan“ betiteln möchten. Eigentlich wollten wir auch die „Atomauseinandersetzung zwischen Iran und der westlichen Staatengemeinschaft“ hinzunehmen, aber das wäre zu viel des „Guten“ gewesen, da der Artikel auch so schon viel zu lang geraten ist.

Wie immer sind im Artikel auch diesmal zahlreiche Verweise auf externe Quellen enthalten, die vertiefende Informationen zu den einzelnen Punkten anbieten.

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Zunächst einmal ganz allgemein … ein Versuch der Erklärung des Phänomens Angela Merkel … oder: Machtpolitik in der BRD des Jahres 2010

Auf der Suche nach Bestätigung unserer Wahrnehmungen, die wir in unseren „individuellen Bestandsaufnahmen“ festhalten und zur Diskussion stellen möchten, sind wir heute auf eine äußerst interessante Analyse des Merkelschen Politik- und Führungsstils gestoßen. Die dem Beitrag innewohnende Logik („Reich der Mitte“) ist ebenso schwer von der Hand zu weisen, wie die gewählte Beweisführung unbestreitbar stichhaltig zu nennen ist. Das kann zwar nicht übertünchen, dass Frau Merkel in einigen elementaren, meist jedoch – ihrer Reputation als „Außen-Kanzlerin“ gerecht werdend – auf dem weltpolitischen Parket angesiedelten Fragen, die zwangsläufig auf die Situation im eigenen Land Einfluss nahmen, (vorsichtig ausgedrückt) ziemlich kläglich versagt hat. Die Realität ihrer halsstarrigen Stärke in den „Umfragewerten“ wird dank des Freitag-Artikels jedoch plausibel erklärt. – Frei nach dem arg vereinfachenden Motto, dass man schwerlich unangenehm auffallen kann, wenn man nicht politisch agiert, sondern stets nur „moderiert“.

In dieser Weise muss man auch die Reaktionen der Bundeskanzlerin auf den aktuellen Schlagzeilenlieferanten Nummer eins namens Guido Westerwelle verstehen. Es muss zwar tunlichst abgewartet werden, ob Frau Merkels „vornehme Zurückhaltung“ die NRW-Wahl bei einem für ihre Partei günstigen Ausgang allzu lange überdauern wird, aber derzeit will sie es sich erkennbar mit keiner, möglicherweise wahlentscheidenden Wählergruppe verscherzen.

Darauf muss ein Mann wie Schäuble, noch dazu auf dem Posten des zum Sparen (am falschen Ende) verdammten Finanzministers natürlich keine Rücksicht nehmen. Er kann die Steilvorlage, welches das BVerfG den Regierenden geliefert hat, nicht nur dankbar aufnehmen, sondern auch gleich in die kategorische  Verneinung jedweder Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze überleiten. Womit er unserer Ansicht mehr als nur teilweise inhaltliche Übereinstimmung mit den Hetztiraden des Vizekanzlers offenbart!

Als letztes Glied in der Kette, die politische Inkompetenz – oder vielleicht doch eher die von oben gesteuerte böswillige politische Willkür? – zur hoffnungslosen Sackgasse für jegliches Streben nach sozialer Ausgewogenheit im Sinne des brutal vergewaltigen Begriffs „Gemeinwohl“, muss man aber ein ums andere Mal auch die „Lobby der Arbeitnehmer“ (auch Gewerkschaften genannt) anführen. Wie die aktuellen Beispiele der Interessenvertretung durch ver.di und IG-Metall leider glasklar unter Beweis stellen. Die Beantwortung der Frage, ob sie damit „unerwartet“ unangenehm auffallen, oder nur den vor langer Zeit eingeschlagenen „real existierenden Schmusekurs“ mit der Politik und deren Strippenziehern in den Lobbys des Großkapitals fortsetzen, überlassen wir jedem und jeder Leser/in selbst.

Man sollte aber nicht den Fehler begehen und Westerwelles Verbalattacken vereinfachend als Entgleisungen der – zugegebenermaßen – übelsten Sorte abtun zu wollen. Man muss nur an die Endphase des letzten Bundestagwahlkampfs und die kaum weniger abstrusen Verheißungen des FDP-Vorsitzenden denken … und an die Tatsache, dass er seine Partei damit zu einem historischen Erfolg führen konnte … Politik und „Psychologie“ …

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Damit aber vollständig zu dem Thema, an dem man selbst dann nicht vorbeikommt, wenn man sich lieber angewidert davon ab- und sich wieder sinnvollen Gedanken und Tätigkeiten zuwenden möchte …

Westerwelle selbst sieht natürlich nicht den geringsten Anlass, nach seiner wilden und zumindest in Teilen entweder als strohdumm oder als „verbale Körperverletzung“ gegenüber der Intelligenz Anderer zu bezeichnenden Verbalattacken gegen soziale Randgruppen und den „Gesellschaftsmörder Sozialstaat“ zurückzurudern. Nein, doch nicht unser rechtschaffener Guido, der geht stattdessen in die Offensive und dreht den Spieß einfach um … wendet ihn also gegen die Kritiker – wobei ihm der überaus geschätzte Roberto in gewisser Hinsicht und dann auch noch mit zutreffender Argumentation den Rücken stärkt. Das diese Offensive, die Guido Westerwelle natürlich nicht alleine bestreitet (siehe letzten Absatz dieses Themas) und mit der er sich auch auf mehr oder weniger erfolgreiche ausländische Vorbilder bezieht, eine weitaus gravierendere Form von (Sozial-) Rassismus und somit rechtsextremer Gefährdung darstellt als NPD, DVU und straßenkämpfende Neonazis zusammengenommen, wird von der Gesellschaft in ihrer vollen Breite entweder ignoriert oder (bspw. bei den aktiven Antifaschisten erkennbar) fahrlässig unterschätzt!

Im Gegensatz zum inhaltlich durchaus zutreffenden, wenn auch – wie der Schluss deutlich macht – eher boshaft sarkastisch und aufrüttelnd gedachten Beitrag bei ad sinistram ist es als hochgradig bedenklich einzustufen, dass Westerwelle mit seiner Hetzkampagne offensichtlich Zuspruch bei weiten Teilen der Bürger/innen erhält – von den hochwohlgeborenen Leistungsträgern gar nicht erst zu reden. Zwar wird in dem Stern-Artikel seitens eines Meinungsforschungsinstituts eingeräumt, dass der FDP-Chef die Thematik „falsch kommuniziere“, aber es wird mit keinem Wort darauf eingegangen, dass seine Forderung, arbeitende Menschen müssten mehr zum Leben haben als Arbeitslose oder aus anderen Gründen nicht mehr kapitalistisch verwertbare Mitglieder der Gesellschaft, an der über Jahrzehnte hinweg geschaffenen Schieflage (einschließlich gezielt angestrebtem Wertverlust der „Handelsware Arbeitskraft“) meilenweit vorbeizielt. Und dennoch fallen viele der von ihm im Vorfeld der NRW-Wahl, bei der er sich wohl deshalb auch keineswegs auf der Verliererstraße wähnt, heftigst umworbenen „anständigen Ausgebeuteten“ anscheinend wieder auf seine Polemik herein? Ob es etwas mit „Intelligenz“ zu tun hat oder ob bereits abgefeimte politische „Bauernschläue“ ausreicht, um aus einem Politiker einen gewieften Demagogen zu machen, sollte jede/r selbst abschätzen – aber ganz offenkundig beherrscht Herr Westerwelle diese Kunst gut genug, um bestimmte bürgerliche Kreise einzulullen und sie gegen eine Wahrnehmung zu impfen, die sie die Wirklichkeit zu Unzeiten erkennen lassen könnte?

Dabei wird doch klar erkennbar, dass das immer wieder herauf beschworene „Lohnabstandsgebot“, das (nicht nur) nach Westerwelles Lesart selbstverständlich nur durch eine rigorose Absenkung des per Hartz IV definierten „sozio-kulturelle Existenzminimums“ erreicht werden kann, aus ganz anderen – eben den oben angedeuteten – Gründen in der Lebenswirklichkeit der Menschen nicht funktioniert. – Aber wer so etwas dann mit „spätrömischer Dekadenz“ unangreifbar erläutern zu können glaubt, dem muss man eventuell wirklich einen von bewusster Schuld freisprechenden Mangel an Minimalbildung zugestehen? Oder vielleicht auch nicht … (siehe oben)

Womit wir bei der Frage wären, wie weit wir noch von der Realität entfernt sind, die Menschen wie bspw. Westerwelle, Clement, Koch, Sarrazin oder Slotterdijk offensichtlich herbeireden wollen, weil die neoliberale Irrlehre nur noch in einer faschistischen Kapitaldiktatur überleben kann?

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Apropos Kapitaldiktatur … Faschismus … und andere an dunkelste Vorzeit erinnernde Zeichen der Zeit …

Das zentrale Thema ist hierbei ohne Frage die als „europäische Integration“ getarnte Vorbereitung, die Anfang Dezember des letzten Jahres durch die mehr als fragwürdige Ratifizierung des Vertrags von Lissabon (verkappte EU-Verfassung) abgeschlossen wurde. Dass hierbei gerade und vor allem die Kohladministration als Wegbereiter fungierte und den Deckel mit den Machenschaften rund um die Pseudo-Wiedervereinigung endgültig zugemacht hat, sollte heute als allgemein bekannt bezeichnet werden können.

Ob man das Ergebnis nun wirklich als eine „Staatssimulation unter euronationalistisch-kommunistischer Führung“ bezeichnen kann, wie es bspw. der britische EU-Parlamentarier Nigel Farage formulierte, kann da unserer Ansicht nach als bedeutungslos dahinstehen. Wichtiger ist es, die Fakten zu beachten und immer wieder zu verarbeiten, die seit Jahren aufgedeckt und, durchaus plausibel begründet, als gravierende Gründe für eine Ablehnung des geplanten Endziels „Lissabon-EU“ angeführt wurden. – Wie diese – wie gesagt an sich überzeugende – Beweisführung inklusive Verfassungsbeschwerde und Organklage von unseren „Verfassungshütern“ behandelt wurde, ist bekannt und ein ganz erheblicher Grund dafür, dass der EU-Kapitalfaschismus in einer nicht einmal verborgenen Kapitaldiktatur heute gar nicht daran interessiert sein muss, Mittel und Wege zu finden, wie man die wahren Ursachen für die Weltfinanz- und Weltwirtschaftskrise konstruktiv und zielführend bekämpfen kann. Es geht ja auch anders, wie man nicht nur an der „bundesdeutschen Politik“ erkennt, sondern sich bspw. auch anhand der verlogenen, „beinahe“ schon kriminellen Darstellung der „Griechenland-Krise“ (und den bereits dunkle Schatten werfenden Konsequenzen dieser und jeder noch folgenden – PIIGS – Krise) bestens nachvollziehen lässt.

Hier kann man der deutschen Rolle eine „gewisse Ambivalenz“ wahrlich nicht absprechen, denn wie schon CDU-Sonnenkönig Helmut Kohl ist auch „sein Mädchen“ eine niemals verzagende Kriegerin für die EU-Integration … und auch im Fall Griechenland sitzt sie mit am Tisch der europäischen Ränkeschmiede. Aber nicht etwa, um Europa weiter zu einen und einen nachhaltigen deutschen Beitrag zur Bewältigung der „Krise“ möglich zu machen. Ihr geht es um die „Macht bei der EZB“ und damit um den Ausbau der bundesdeutschen Hegemonialmacht in Europa. Das weiß man nicht erst jetzt, sondern konnte es an verschiedenen Aspekten der Merkelschen Europapolitik erkennen, die ausnahmslos großkapitalistischen Interessen geschuldet waren.

Doch das allein ist nicht das Problem. Es geht nämlich auch darum, dass die „EU“ stets nur auf dem Papier eine „Union von 27 Staaten“ war, während die finanz-, wirtschafts-,  sozial-, arbeitsmarkt- und sicherheitspolitischen Machenschaften nur den durch ihre Größe und Wirtschaftsmacht dazu prädestinierten „Zentralmächten“ in die Karten spielen soll(t)en. So was nennt GFP zum Beispiel „neuen Realismus“, wobei die hinlänglich bekannten Berater (z. B. SWP) eindeutig zu der Ansicht tendieren, dass da für die BRD noch viel mehr drin wäre, wenn man sich zu einer konkreteren  Vorgehensweise (im Klartext: zu mehr rigorosem Groß- und Weltmachtstreben) entschließen könnte. – Interessant ist dabei sicher auch, dass mit Italien und Spanien, die sich fraglos auch Chancen ausgerechnet haben, im Orchester der Großen mitspielen zu dürfen, aber auch mit Großbritannien gleich drei der in Betracht kommenden (sich Hoffnungen machenden) Nutznießer des Vertrags von Lissabon selbst in ausweglose Schieflage geraten sind … somit bleiben eigentlich nur noch Frankreich und die BRD übrig … eine „interessante“, aber leider auch wenig zuversichtlich stimmende Konstellation, insbesondere bei den auch immer wieder herbei fabulierten „Weltmachtansprüchen“ der EU.

Womit aber nicht gesagt werden soll, dass Europa mit diesen „Problemen“ (die gewaltige Renaissance des Faschismus eingeschlossen) alleine wäre … Portugal, Irland, Italien, Griechenland, Spanien und mit ihnen letztlich die gesamte „Euro-Zone“ (nicht zuletzt „dank“ der deutschen Exporterfolge, die ohne Rücksicht auf die eigene oder andere Volkswirtschaften mit allen Mitteln erzwungen wurden) werden an den „anzunehmenden Währungsmanipulationen“, die „ebenso wahrscheinlich“ von den weltweit dominierenden Akteuren der Wall Street (wobei man die Finanzjongleure in der City of London“ nicht ganz vergessen sollte) gesteuert und kontrolliert werden, unaufhaltsam zugrunde gehen. Allerdings dürften die US-amerikanischen Erwartungen, dass der Dollar deswegen dauerhaft an Stärke gewinnen und der USA die „Pool-Position“ als letzte echte Weltmacht sichern würde, sich zu guter Letzt ebenso als Seifenblasen entpuppen … An all dem wird auch der Kriegswahnsinn nichts ändern, den die Eliten wieder einmal eskalieren lassen, da sie sich dank ihrer „intelligenten Investitionen“ am Ende so oder so auf der Siegerseite wähnen zu können glauben. Es ist aber auch und gerade ihr System der Fesselung und Knebelung mittels Verschuldung, Zins- und Zinseszinsperversion, das aufgrund ihrer maßlosen Macht-, Profit- und Kontrollmanie zum Scheitern verurteilt ist.

Die Frage wird nur sein, ob sie die gesamte Welt im Todeskampf dieses Systems mit in den Untergang reißen, oder ob sie doch eher genauso sang- und klanglos untergehen werden, wie all jene Eliten vor ihnen, die zu sehr auf das „gottgegebene Herrschaftsrecht“ gepocht und die Folgen ihrer Ausbeutungs- und Willkürherrschaft mit der ihnen eigenen Arroganz unterschätzt hatten?

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Damit kommen wir zu unserem heutigen Schluss-Schwerpunkt, der wieder einmal dem Afghanistan – Pakistan – Komplex gewidmet sein soll …

Leider spielt die BRD auch dabei eine führende Rolle und macht, trotz mehrheitlicher Ablehnung seitens der Bevölkerung profit- und machtgeile Miene zu ebenso verlogenem wie schändlichem (völkerrechtswidrigem) Kriegstreiben – obgleich sie von der alles beherrschenden Kriegsmacht natürlich immer wieder auf ihr wahres Niveau eines (bestenfalls) Juniorpartners zurechtgestutzt wird. Wenn man mal davon absieht, dass sich die Widersprüche und immer öfter auch erhebliche Fragen aufwerfenden Informationen über das von der Bundeswehr zu verantwortende Tanklastwagenmassaker bei Kunduz häufen und kaum noch Zweifel an einer weitreichenden (wissenden) Verwicklung von BND und Regierung in dieses Kriegsverbrechen bestehen können, war die „Empörung“, die sich gerade in Gestalt des obersten Militärs der USA in der Region gegen BRD und Bundeswehr einstellte, fraglos auch dazu gedacht, die „Deutschen“ als Kriegsteilnehmer bezeichnen zu können, die nun ebenfalls „Blut an ihren Händen“ hatten. Diese scheinheilige Zurechtweisung war sicherlich nur Teil der Taktik, die auch die Bundeswehr endgültig und vollständig unter US-Befehlsgewalt zu bringen und die Verantwortlichen gleichzeitig davon zu überzeugen, dass sie nun auch mehr „Opferbereitschaft“ investieren müssten.

Entsprechend ist auch das Bemühen der Frontkämpfer Westerwelle und zu Guttenberg zu werten, den BW-Einsatz neu zu definieren. Weg von der lächerlichen und verlogenen „Jung- und Steinmeier-Polemik“ und hin zu einer „Rechtssicherheit bietenden“ Annäherung an die Wahrheit – dass dort Krieg geführt wird, bei dem die Zivilbevölkerung zwar nicht als „Feind“ deklariert, aber durch die Inkaufnahme von zahllosen „Kollateralschäden“ zu Opfern westlicher Arroganz und imperialistischer Gewaltexpansion werden. – Wie schwer es zu sein scheint, zwischen Schein und Wirklichkeit – oder besser zwischen Realität und wieder erwachtem, ambitioniertem bundesdeutschem Militarismus zu unterscheiden, kann man anhand dieses Junge Welt – Artikels erkennen … und wenn man berücksichtigt, dass der Fürsprecher „Afghanistan-Veteran“ ist und den neuen Verteidigungsminister einen „Mann mit Anstand und gutem Benehmen“ bezeichnet, was ihn anscheinend besonders für die Ausübung seines Jobs geeignet erscheinen lässt, dann bekommt man einen recht guten Eindruck davon, was hinter den Kulissen dieses menschenverachtenden Treibens vor sich geht.

Beide unterstützen die neue Afghanistan-Strategie der US-geführten OEF- und ISAF-Truppen, die verhindern soll, dass die gerade begonnene Großoffensive insofern „kontraproduktiv“ verlaufen könnte, dass zivile Opfer auftreten und die Taliban durch von Rachegedanken getriebenen Hinterbliebenen gestärkt würden, anstatt – wie das erklärte Ziel lautet – sie zu schwächen und dauerhaft aus den umkämpften Regionen zu vertreiben … aber wie immer, wenn die USA mit ihren „intelligenten Waffen“ und ihrem überlegenen Militär aktiv werden, hat das wieder einmal nicht funktioniert, was bisher mindestens zwölf Zivilisten das Leben kostete. – Dieser Irrsinn geht damit ungebremst weiter und das obwohl wirkliche Afghanistan-Experten immer wieder davor gewarnt und die kriegführenden Nationen darauf hingewiesen haben, dass sie die afghanische (islamische) Mentalität katastrophal falsch einschätzen … und der Krieg deshalb schon längst verloren ist, wenn man die westliche Zielsetzung als Maß aller Dinge ansetzt … aber wie genau sehen diese Zielsetzungen aus?

Denken wir bei der Beantwortung dieser Frage unbedingt noch einen Schritt weiter … frei nach dem geflügelten Schwachsinn aus berufenem Politikermund, dass „Deutschland“ (treffender muss es heißen „bundesdeutsche Interessen“ – wie alle Kriege nur der Interessenwahrung der USA respektive der westlichen „Werte- oder Staatengemeinschaft“ dienen) auch am Hindukusch verteidigt werden müsse, soll auch das neuerdings vom FDPler Dirk Niebel geleitete Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (welches selbiger kurz vor seiner Berufung noch als „überflüssiges Einsparpotential“ – frei interpretiert – bezeichnet hatte), in der bundesdeutschen Außen- und Sicherheitspolitik verstärkt mitmischen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist der berüchtigte Komplex der „zivil-militärischen Zusammenarbeit“, in den vermehrt auch bundesdeutsche Universitäten und „kommende Führungspersönlichkeiten“ (Young Leader) eingebunden werden, die vorzugsweise im Zusammenhang mit der jährlich stattfindenden „Münchner Sicherheitskonferenz“ (wir berichteten letztes Jahr) ausgewählt und auf ihre künftige Bestimmung vorbereitet werden.

Wenn man sich mit dieser deutsch-internationalen Begleiterscheinung des „neoliberalen Imperialismus“ eingehender befasst und die vorgebrachte Argumentation der Protagonisten, Experten usw. usf. kritisch unter die Lupe nimmt, kommt man früher oder später auf des Pudels (oder der Wahrheit) Kern. – Lesen Sie deshalb bitte auch den verlinkten Beitrag dieses Blogs, denn er sollte Ihnen bei der Bewältigung dieser Aufgabe ein wenig unter die Arme greifen können.

An dieser Stelle beenden wir unsere aktuelle Bestandsaufnahme. Der Blog und insbesondere auch die zahlreichen „Leseempfehlungen“ bieten noch reichhaltige Informationen an, die das oktroyierte Weltbild der heilen, zivilisieren, westlichen Welt zwar vollständig erschüttern, dafür aber den Blick aufs Wesentliche lenken.

6 Antworten

  1. Eine individuelle politische Bestandsaufnahme (V)…

    Von moltaweto | Der AmSeL-Gedanke Plus = Gemeinschaft |- Es wird buchstäblich von Tag zu Tag schwerer – sogar in der närrischen Jahreszeit, die einen ja ein wenig widerstandsfähiger machen sollte, den alltäglich durch die Medien geh…

  2. Eine individuelle politische Bestandsaufnahme (V)…

    Von moltaweto | Der AmSel-Gedanke | – Es wird buchstäblich von Tag zu Tag schwerer – sogar in der närrischen Jahreszeit, die einen ja ein wenig widerstandsfähiger machen sollte, den alltäglich durch die Medien gehenden Schwach- und Irrsinn zu ver…

  3. Hallo Hans,Elke und der Rest,

    irgendwie glaube ich so langsam, ihr wollt mich fertigmachen-grins. Ich fühle mich gedrängt wieder Senf abzulassen. Vom ewigen Drücken der Tube schmerzen mir ja schon die Hände und heute will aus der vollen Tube einfach nicht viel rauskommen.
    Heute ist hier ein schöner Tag. Klarer Himmel und Sonnenschein. Leider ist der Himmel diesig. Sie wissen was das heisst. Nun, nach dem Frühstück bin ich dann raus und dachte so bei mir, was für ein schöner Donnerstag. Nun bin ich dann zu meinem Arzt, da ich ja einen Termin hatte. Dann ging’s los. Die nette Sprechstundenhilfe klärte mich auf. Heute ist nich Donnerstag sondern Mittwoch. Wäre heute Donnerstag, dann wäre ich trotzdem eine Woche zu früh. Ausserdem habe ich keinen Termin am Donnerstag, sondern Dienstag nächster Woche. Ich glaube, da hab ich etwas merkwürdig geguckt. Ich machte dann einen meiner kleinen Scherze und erklärte Schuld daran wäre meine Sehnsucht nach ihr.
    Also fing der heutige Tag schon lustig an. Mit meinem Ausflug in die Winterlandschaft, wie von mir geplant, wurde dann nichts. Ballett war noch nie meine Sportart. Es ist ziemlich glatt und ich rutschte und meine Arme zeigten in etliche Richtungen. Einige Leute von der anderen Strassenseite winken netterweise zurück. So kann man es auch sehen. Ach du dicke Neune. Ich wollte doch nur einen kleine Kommentar abgeben und keine Berichterstattung.
    Ich finde es ausgesprochen sehr gut Menschen wie euch zu kennen. Werde ich doch endlich wieder gefordert meiner grauen Masse Schwung zu verleihen.
    Alles was Sie schrieben trifft meine volle Zustimmung. Alles, aber auch wirklich alles, dies ganze Drum und Dran, ist doch von langer Hand geplant und auch diese gelbe Marionette hat Befehle bei den Bilderbergern bekommen. Aber ob der das sooo brutal rausschreien sollte, kann ich mir nicht denken. Die Selbstüberschätzung treibt ja bekanntlich immer solche Blüten. Wie wir ja wissen, sind die Masken gefallen. Jetzt erkennen wir die Satansfratze in ihrer ganzen Pracht und Offenheit. Wie es aussieht, ist die Endrunde eingeläutet worden. Und es sind immer noch zu viele Schläfer unter unseren Mitmenschen. Leider.
    Den wirklichen Drahtziehern, die man nicht sieht, haben doch keinerlei Interesse an Menschen oder Nationalstaaten. Hier geht es um ihr perverses Spiel mit Menschen. Sieben Milliarden sind wir fast schon. Davon sind sechs zu viel. Irre, absolut irre. Und kein Aas will es glauben. Ist ja schwer. Kein vernünftig Denkender kann sich das vorstellen. Obwohl es genügend Beweise gibt.
    Und hier in unserem besetzten Land geht die Hetze geplant weiter. Das aber 40% der H4 Bezieher Leute mit „Migrationshintergrund“ sind, die gewollt hergeholt wurden, erzählt keiner. Und es sollen ja noch mehr werden. Die Bedeutung muss jeder für sich sehen.
    Da heute doch nicht Donnerstag ist, wünsche ich Ihnen noch eine ruhige Woche.

    Herzlichst wie immer

    Jan

  4. Hallo Jan,

    ganz zu Anfang erst mal danke für die doch sehr erbauliche – nicht übel nehmen, ist ganz und gar nicht böse gemeint😉 – Schilderung des irgendwie missglückten Arztbesuches plus der Probleme hinsichtlich des geplanten Winterspaziergangs. Wenn man das jetzt einfach mal so liest, besitzt das schon eine ähnliche Güteklasse wie die Beiträge unseres im höchsten Maße geschätzten Teammitglieds Jochen Mitanna. Anscheinend ist die von ihm zuletzt angedeutete Seelenverwandtschaft in Ihrem Fall noch ausgeprägter als in unserem! – Aber das war’s dann leider auch schon wieder mit dem angenehm zwanglosen Plausch.😦

    Das heißt, eine Kleinigkeit darf ich sicher noch anmerken: wir sind selbstverständlich auch sehr froh darüber, dass Sie sich hierher „verlaufen“ und dann etwas Gefallen an unserer virtuellen Arbeit gefunden haben. Wahrscheinlich haben wir noch den/die eine/n oder andere/n Stammleser/in mehr, aber leider lassen sich nur sehr wenige zum direkten Meinungs- und Gedankenaustausch animieren. Insofern haben Sie definitiv einen Sonderstatus … was selbstredend umfassend positiv gemeint ist.

    Leider gibt es zu Ihrem Kommentar auf unseren Artikeln nicht viel zu sagen … die bekannte Übereinstimmung in den Ansichten und Ihre Ergänzungen machen weitere Ausführungen meinerseits recht überflüssig. Allerdings bin ich in einer Hinsicht nach wie vor ein unverbesserlicher Optimist – hiermit meine ich das Problem mit den vielen immer noch tief und fest schlafenden (oder angestrengt wegschauenden) Mitmenschen. Ich fürchte und hoffe zugleich, dass die Quote der Erwachenden in absehbarer Zeit sprunghaft zunehmen wird – spätestens wenn sich eine vermeintliche Verschwörungstheorie nach der anderen als geradezu schwacher Abklatsch der vor uns liegenden und immer nachhaltiger Gestalt annehmenden Wirklichkeit entpuppt. Dann werden die meisten sich zwar wieder verwundert die Augen reiben (bevor das allgemeine Heulen und Klagen einsetzt) und verdattert fragen, wie um alles in der Welt es nur so weit hat kommen können. Aber da heute doch schon eine beachtliche Anzahl von Menschen nicht nur aufgewacht, sondern selbst zu misstrauisch mit den „offiziellen Informationen“ umgehenden Suchenden geworden sind, besteht eventuell doch noch eine reelle Chance, dass sich kurz vor Toresschluss die erforderliche kritische Masse bilden wird, mit der sich ein Umschwung ohne Gewalt und Blutvergießen bewerkstelligen lässt. – Klar, das klingt jetzt verdammt naiv und blauäugig, aber es tut sich definitiv etwas und darauf versuchen wir zu bauen.

    Zu guter Letzt möchte ich auch noch etwas zu der Hetze gegen Langzeitarbeitslose, Sozialgeldempfänger und andere ausgegrenzte und abgeschriebene Gesellschaftsgruppen sagen … genauer zu Ihrem zweifelsohne korrekten Einwand, dass gerade bei diesen Diffamierungsopfern eine extrem hohe Prozentzahl von Betroffenen „mit Migrationshintergrund“ zu konstatieren ist. Ebenso zutreffend ist, dass diese Menschen von den politisch Verantwortlichen (mit einiger Wahrheinlichkeit auf Geheiß ihrer „beratenden Einflüsterer“) ins Land geholt wurden – man sollte dazu immer mal wieder die im Internet verfügbaren „zehn Schritte zur Diktatur“ studieren … einer davon ist immer wieder der Faktor „Multikulti“, der keineswegs so positiv und harmonisch gemeint ist, wie uns das vor allem „die ehemaligen Grünen“ immer wieder zu verkaufen versuchten! – Das muss man auch ganz klar hervorheben, da diese Feststellung auch klarstellt, wem hierfür die Verantwortung anzulasten ist. Absolut falsch wäre es nämlich, wenn man sich hier einer ähnlichen Denk- und Darstellungsweise bedienen würde, die unsere politische Klasse und die selbsternannte „geistige Elite“ unseres Landes gegenüber der Gesamtheit der „Sozialschmarotzer und Kostenfaktoren“ an den Tag legt. Letztendlich haben Sie das im vorausgegangenen Absatz ja auch erkannt … denn es geht diesen Herrschaften nicht um die Menschen, weshalb sie die Menschen auch so gerne gegeneinander aufhetzen und mit allen Mitteln zu verhindern versuchen, dass sich die Angehörigen verschiedener Bevölkerungsgruppen, kultureller und/oder religiöser Hintergründe usw. solidarisch gegen die eigentlichen Schuldigen (= eben die „Herrschaften“) verbünden. Wie wir schon mehrfach und in den unterschiedlichsten Zusammenhängen betonten … unsere einzige Chance, diesem Irrsinn irgendwann einmal ein Ende zu setzen, steht und fällt mit unserer Bereitschaft / Fähigkeit, nicht die trennenden Gegensätze (oder Unterschiede) zu sehen, sondern ausschließlich die einigenden Gemeinsamkeiten.

    Sorry, das ist jetzt wieder eines meiner typischen und „berüchtigten“, ausschweifenden Statements geworden … aber es war und ist mir außerordentlich wichtig, diese Tatsache in den Mittelpunkt zu rücken und so weit als möglich alles auszuschließen, was auf die eine oder andere Weise dafür sorgen könnte, dass das Erreichen dieser unabdingbaren Grundvoraussetzung für jeden zivilisierten und dennoch mit überzeugender Kraft erfüllten Widerstand eher torpediert als gefördert wird. Und Sie haben ja schon genug von all dem Mist mitbekommen, der immer wieder über unsere Arbeit ausgekippt zu werden versucht wurde … dass diese Anfeindungen lächerlich sind und im krassen Widerspruch zu unserer veröffentlichten Meinung und Zielsetzung stehen, brauche ich Ihnen, Jochen und den anderen „Seelenverwandten“ unter den Leser/innen sicher nicht zu erläutern, aber für den Rest der Menschen, die hier lesen und die wir überzeugen wollen, muss das immer wieder unzweifelhaft klargestellt werden.

    Nun denn, ich hoffe mal, dass Sie mir diesen langen Vortrag werden nachsehen und „vergeben können“.

    In diesem Sinne, sowie auch in Elkes Namen herzlichste Grüße retour
    Hans.

  5. Hallo Hans und Elke,

    für Ihren „längeren“ Vortrag gibt es kein verzeihen. Warum soll ich etwas bei jemanden verzeihen, was mir so sehr zusagt? Mit anderen Worten, der Vortrag kommt mir sehr gelegen. Bei den 40% der H4 meinte ich ja, das dieses gesteuert wird, genau wie Sie es beschrieben.
    Es freut mich, das Sie sich amüsieren konnten über mein missglückten Tag. Denn spät abends bei einem Tagesrückblick hätt ich mich kugeln können, vor lachen. Vor allem, weil noch einige Kleinigkeiten, als ich zu Hause war hinzu kamen. Da sprangen mir Pfifferlinge aus der Pfanne und trafen meine Nase. Es war denen wohl zu heiss. Dann hat mein Rechner gesponnen. Kasperski hat sich laufend ausgeschaltet und mir erzählt eine Datenbank sei beschädigt und die Lizenz fehle. Nach mehreren Ansätzen hat es wieder geklappt. Danach hab ich die Kiste ausgeschaltet und mich aus Sicherheitsgründen auf der Couch „festgebunden“.
    Der Tag war überstanden. Puh.
    nochmals vielen Dank für Ihre Antwort und Verständnis und mit wieder herzlichsten Grüsse

    Jan

  6. Hallo Jan,

    schön, dass meine auschweifende Exkursion keine ungewollten Missverständnisse heraufbeschworen hat. Meine „klarstellenden Einwände“ waren ja auch nicht an Ihre Adresse gerichtet, sondern an Mitlesende, die Ihre besagte Aussage aus dem Gesamtzusammenhang hätten reißen und mit einer vollkommen gegenteiligen und sinnentstellenden Definition hätten versehen können. Sie wissen ja … „gebranntes Kind scheut das Feuer“ und versucht auch andere „Kinder“ (Freunde) davor zu schützen.

    Um noch einmal auf Ihren vorgestrigen „Seuchen-Tag“ zurückzukommen, dessen weiteren Verlauf Sie oben geschildert haben. Es tut mir leid, aber insbesondere wegen der schlussendlich von Ihnen ergriffenen Sicherheitsmaßnahme wäre ich beim Lesen vor spontanem Heiterkeitsausbruch beinahe von Stuhl gefallen … ohne jede Übertreibung: einfach köstlich … und wer so viele Missgeschicke immer noch mit Humor ertragen und sogar andere Menschen damit anstecken kann, ist ein wirklich außergewöhnlicher Zeitgenosse.

    Das sollte an dieser Stelle auch einmal gesagt und mit der Bitte verbunden werden, dass Sie so bleiben mögen wie Sie sind sowie unsere Leser und uns noch sehr viel öfter mit Ihren Kommentaren beschenken.

    Vielen Dank zurück und herzlichste Grüße
    Hans & Elke (das gilt zweifelsohne auch für Jochen!)

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