Das anonyme Interview … heute aus Pakistan – zum Taliban Aussteigerprogramm

Erinnern Sie sich noch an den peinlichen Zwischenfall mit der Spielzeugpistole auf dem Frankfurter Flughafen, den unser rasender Reporter einem kindlichen Streich zu verdanken hatte? Davon konnte er sich wie schon kurz berichtet, inzwischen recht gut erholen. Das weitere Kuscheln mit der Kriminalpolizei, blieb ihm ja aufgrund der gemeinsamen Erklärungen von Mutti Anna Luehse und Klein Dummie, als dem Verursacher der ganzen Aufregung, zum Glück doch noch erspart. Jetzt geht es aber wieder an die Arbeit. Von der AmSeL Gedanke Plus = Gemeinschaft nach Afghanistan geschickt, soll sich unser Berichterstatter im Grenzland zu Pakistan unter den Taliban einmal umhören, wie das Aussteigerprogramm für diese terroristische Gruppe dort im einzelnen aufgenommen wird. Die fremde Kultur und in einem Krisengebiet unter den Feinden der freien Welt zu sein, das erfordert erhebliches Fingerspitzengefühl. Eine ziemlich gefährliche Mission also. Hören Sie jetzt einfach einmal zu, wie „professionell“ man dabei vorgehen muss, um nicht unter die Räder zu kommen.

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REPORTER: Sie sehen gar nicht aus wie ein Taliban, wie kommt das?

TALIBAN: Wie sieht denn für Sie ein Taliban aus? Bestimmt trägt er Turban und Pluderhose, richtig?

REPORTER: Ja, etwas so in der Art. So kennt man schließlich auch den Anführer aus Ihrem Laden.

TALIBAN: Wer soll das denn sein?

REPORTER: Bin Laden?

TALIBAN: Den kenne ich nicht, nie von ihm gehört.

REPORTER: Aber den kennt doch heute fast jedes Kind. Sein Bild war doch oft genug in den Nachrichten.

TALIBAN: Wir Taliban machen Nachrichten, wir sehen uns doch keine an.

REPORTER: Aber Sie kommunizieren doch über Handy und Internet.

TALIBAN: Wer hat gesagt, dass ich nett bin?

REPORTER: Niemand! Ich meinte damit, dass Sie die modernsten Geräte zur Kommunikation benutzen.

TALIBAN: Ja und, das machen Sie doch auch.

REPORTER: So kommen wir nicht weiter.

TALIBAN: Richtig, deshalb will ich ja auch aussteigen.

REPORTER: Anderes Thema.

TALIBAN: Wieso anderes ein Thema? Sie wollten mich doch zu diesem Taliban Aussteigerprogramm befragen.

REPORTER: Ja schon, aber Sie zeigen sich ja nicht sehr kooperativ.

TALIBAN: Mit wem wir kooperieren, das ist interne Geheimsache. Wenn ich Ihnen das sagen würde, dann hätte mein letztes Stündlein geschlagen.

REPORTER: Mit deutschen Redewendungen kennen Sie sich aber ziemlich gut aus.

TALIBAN: Kennen Sie vielleicht meinen Lieblingsfilm „Wem die Stunde schlägt“, mit Gary Cooper und Ingrid Bergman?

REPORTER: Sie brauchen hier nicht den Angeber zu spielen, ich weiß das die Taliban kulturell up to date sind.

TALIBAN: Was wissen Sie schon von unserer Kultur?

REPORTER: Kaum etwas, aber das wollen Sie mir doch jetzt nicht etwa vorwerfen?

TALIBAN: Ihr Deutschen meint doch, wir reiten hier nur mit Eseln durch die Gegend und werfen noch mit Steinen.

REPORTER: Na ja, das Kinoprogramm bei Ihnen, lässt vielleicht ein paar Wünsche offen, wie ich höre. Aber ich bewunderte doch schon Ihr technisches know how und sagte, dass Ihr Nachrichtendienst auf dem neuesten Stand ist.

TALIBAN: No Hau? Warum reden Sie denn mit mir wie mit einem Esel?

REPORTER: Und, sind sie denn einer?

TALIBAN: Wenn Sie dummer Deutscher mit mir Streit anfangen wollen, dann sind Sie bei mir an der richtigen Adresse.

REPORTER: Können wir noch einmal von vorne beginnen und in aller Ruhe zueinander sprechen, wie von Mann zu Mann?

TALIBAN: Wer sagt denn, dass ich ein Mann bin?

REPORTER: Jetzt versetzen Sie mich aber in Erstaunen.

TALIBAN: Nein, das war jetzt nur ein Witz. Ich wollte nur sehen, ob Ihr dummen Deutschen soviel Humor habt, wie man immer hört.

REPORTER: Wenn Sie mich jetzt noch einmal einen dummen Deutschen nennen, dann bekommen Sie aber Ärger mit mir.

TALIBAN: Den haben wir doch schon längst. Und mit den Amerikanern, und den Engländern, und den Spaniern, und den Franzosen…

REPORTER: Die halten Sie also auch alle für dumm?

TALIBAN: Nein, die Amerikaner sind nicht dumm, die wissen sehr genau wie man anderen etwas in die Schuhe schiebt und dann die ganze Welt nach Afghanistan kommen lässt, um armen Bauern die Hölle heiß zu machen.

REPORTER: Nun, so schlau können die Amerikaner auch nicht sein. Denn sonst würden inzwischen nicht so viele Menschen Zweifel an deren Version von 9/11 hegen.

TALIBAN: Sie dummer Deutscher. Ihr seid ja noch dümmer als ich gedacht habe. Denn sonst hättet Ihr doch schon längst kapiert, dass es nur eine Version von 9/11 gibt.

REPORTER: So, jetzt reicht es mir, niemand nennt mich mehrmals dumm.

TALIBAN: Regen Sie sich ab, diese Vorgehensweise bei einem Gespräch gehört doch nur zum Standardprogramm bei der Ausbildung eines Terroristen.

REPORTER: Was halten Sie von mir, ich will doch nicht bei Ihnen einsteigen. Ich dachte eher, Sie wollten aussteigen.

TALIBAN: Will ich ja immer noch. Ich versuche ja auch nur einen Ersatzmann für mich zu besorgen.

REPORTER: Und da meinen Sie wohl, ich bin so dumm?

TALIBAN: Ehrlich gesagt ja. Ihr Deutschen habt Euch doch schon immer verscheißern lassen. Das macht Ihr ja heute noch.

REPORTER: Wer interviewt hier eigentlich wen?

TALIBAN: Ich habe Sie nicht um das Interview gebeten. Apropos Beten, dass muss ich auch gleich. Können wir uns etwas beeilen?

REPORTER: Ihr Scheinheiligen Gebetsbrüder, den Gotteskrieger spielen und dann unschuldige Frauen und Kinder umbringen.

TALIBAN: Soviel besser seid Ihr Deutschen auch nicht und ebenso die Amerikaner, die Engländer, die Spanier, die Franzosen…

REPORTER: Uns Deutsche und die anderen friedlichen Nationen wollen Sie doch wohl nicht mit Ali Baba und Euren 40 Räubern vergleichen, oder doch?

TALIBAN: Woher wissen Sie wie unser Anführer heißt? Und was die Amerikaner betrifft, die sind ja auch nicht ganz ohne. Wenn man sieht, wo die schon überall auf der Welt Menschen umgebracht haben. Davon was sie mit den Ureinwohnern in ihrem Land gemacht haben, ganz zu schweigen. Und Ihr Deutschen, tss,tss.

REPORTER: Nachher sagen Sie noch, die Amerikaner und wir wären die Terroristen.

TALIBAN: In meinen Augen, den Augen eines Taliban, seid Ihr es.

REPORTER: Jetzt wird es aber langsam happig.

TALIBAN: Stimmt, wo Sie es jetzt sagen, da verspüre ich auch ein wenig Hunger. Ich lasse uns gleich etwas aus der deutschen Feldküche bringen. Die haben immer so guten Eintopf.

REPORTER: Hätte nicht gedacht, dass es bei den Taliban so gemütlich ist. Auch das Gespräch reißt mir kein Bein ab.

TALIBAN: Ja, mir gefällt das Interview auch. Das sollten wir mal öfter machen.

REPORTER: Sie bringen mich ganz durcheinander. Das schafft sonst nur mein Sohn.

TALIBAN: Einen Sohn haben Sie also. Mich wundert, dass Ihr dummen Deutschen überhaupt noch etwas zustande bringt.

REPORTER: Wir haben es zumindest zu einer Republik gebracht. Ihr Taliban aber nur zu ein paar Verstecken in den Bergen.

TALIBAN: Besser ein paar Verstecke in den Bergen zu haben und noch echte Männer zu sein, als sich von einer Frau Kanzlerin etwas sagen lassen zu müssen. Ihr dummen deutschen Hampelmänner.

REPORTER: Dass Ihr Taliban nichts von der Gleichberechtigung von Mann und Frau haltet, dass wissen wir. Unter anderem sind wir ja auch deshalb hier.

TALIBAN: Wir Taliban Männer sind eben noch die Herren im Haus und die Frauen haben uns zu dienen. Fertig und aus!

REPORTER: Alle Menschen sind gleichberechtigt. Eine Frau hat die gleichen Rechte wie der Mann.

TALIBAN: Das sind doch wieder nichts als dümmliche, hohle, westliche Phrasen. So macht Ihr ja auch Politik.

REPORTER: Und wie sieht die Taliban Politik aus? Nichts als Gewaltorgien.

TALIBAN: Darf ich mal kurz an das Kunduz Massaker mit den vielen unschuldigen Zivilisten erinnern? Aber die Deutschen sind ja so lieb und wollen nur das Beste für Afghanistan.

REPORTER: Schweifen Sie jetzt nicht ab. Das war nur ein unglückliches Zusammentreffen von afghanischen Zivilsten und dem deutschen Militär. So etwas kann vorkommen. Sagt selbst unser neuer Verteidigungsminister.

TALIBAN: Wo ist denn euer alte Verteidigungsminister geblieben? Der war wohl zu dumm für den Job, was?

REPORTER: Nein, ihm fehlte nur das intellektuelle Von und Zu.

TALIBAN: Von und zu Dummheit würde ich es lieber nennen. Vielleicht solltet Ihr Deutschen besser eine Frau zum Verteidigungsminister ernennen. So wie die Frau Leyen Euer Heer der Arbeitslosen herum kommandiert, alle Achtung. Ganz schön zackig diese Frau.

REPORTER: Wenn Ihr Taliban eine Frau als Anführerin hättet, dann wäre das für Eure Sache sicher auch besser.

TALIBAN: Das ist das Problem von Euch Deutschen, Ihr wisst nie was Sache ist. Ihr lasst Euch von den Amerikanern für deren Sachen einspannen und merkt es noch nicht einmal.

REPORTER: Und Sie? Sie halten doch auch nur für andere den Kopf hin.

TALIBAN: Ja, aber nur solange, bis ich ein besseres Angebot bekomme. Oder ich steige gleich ganz aus. Werde ich mir noch gut überlegen.

REPORTER: Warum müssen Sie sich das noch gut überlegen?

TALIBAN: Ich befürchte, dass es mir dann langweilig wird. Amerikaner und vor allem dumme Deutsche abzuknallen oder ein paar Bomben hochzujagen, macht mehr Spaß als Sie denken. Ihr bei Euch Zuhause in der BRD, Ihr Männer dürft da ja überhaupt nichts. Ihr seid wirklich zu bemitleiden.

REPORTER: Ist das schon wieder ein neuer Versuch mich für den Terrorismus anzuwerben?

TALIBAN: Es zu versuchen, ist ja nicht verboten, oder?

REPORTER: Sind Sie schon mal woanders ausgestiegen?

TALIBAN: Ja kürzlich erst. Da bin ich aus einem US-Hubschrauber ausgestiegen, als wir unseren Einsatzort gewechselt haben.

REPORTER: Sie wollen mir doch nicht weismachen, dass die Amerikaner mit den Taliban gemeinsame Sache machen, oder?

TALIBAN: Glauben Sie, dass Michael Jackson wirklich tot ist?

REPORTER: Was hat Michael Jackson mit dem Krieg in Afghanistan zu tun?

TALIBAN: Wäre das nicht eine gute Frage für eine dumme deutsche Quizsendung?

REPORTER: Ich finde, unser Gespräch entwickelt sich langsam aber sicher zu einer Fallgrube für mich.

TALIBAN: Tja, bei den Taliban und in Afghanistan beißt man eben auf Granit. Das mussten schon die Russen damals spüren, als sie sich an dem Land die Zähne ausgebissen haben.

REPORTER: Sie halten sich also für unbesiegbar? Wollen Sie das damit sagen? Aber warum wollen Sie dann aussteigen?

TALIBAN: Wenn es Länder gibt, die gerne ihr Geld zum Fenster hinaus werfen, dann wäre so jemand wie ich ja dumm, wenn er es nicht annehmen würde. Genügt das als Antwort auf Ihre drei Fragen?

REPORTER: Wollen Sie denn jetzt wirklich und wahrhaftig aussteigen?

TALIBAN: Wenn Sie jetzt an sich selbst und Ihr Land denken, wollen Sie sich dann diese Frage nicht lieber selbst stellen?

REPORTER: Ich glaube langsam, Ihr Taliban seid wirklich gefährlich.

TALIBAN: Wir wissen eben noch was Freiheit ist, Ihr dummen Deutschen.

REPORTER: Dafür sind wir Deutschen aber auch keine Terroristen.

TALIBAN: Nein, aber dafür lasst Ihr Euch wegen uns von Euren eigenen Leuten terrorisieren, ohne dass wir überhaupt in Eure Nähe kommen müssen.

REPORTER: Soll das jetzt heißen, Ihr Taliban habt mit dem ganzen Terror auf der Welt überhaupt nichts zu tun?

TALIBAN: Ich glaube, es ist soweit. Ich kann jetzt unserem Anführer wieder einen gehirngewaschenen Deutschen präsentieren.

REPORTER: Da muss ich Sie jetzt aber leider sehr enttäuschen. Wir Deutschen haben alle noch ein Ersatzhirn für den Notfall. Bei uns hat Sicherheit eben absolute Priorität und sie wird im Bundestag beschlossen.

TALIBAN: Ihr armen dummen Deutschen, Ihr versteht es sehr gut, Euch Euren eigenen Terror ins Haus zu holen. Deshalb brauchen die Terroristen bei Euch im Land auch gar nichts weiter zu tun.

REPORTER: Sie meinen jetzt mit Terroristen die Taliban?

TALIBAN: Nein, die Al Kaida natürlich. Aber Sie, junger dummer deutscher Freund, Sie dürfen mich jetzt Ali nennen.

Eine Antwort

  1. Der arme Reporter,

    soweit weg von zu hause und muss sich das alles antun.
    Wiedermal gelungen und ein dickes Danke dafür. Na, dann noch einen guten und angenehmen Flug zum nächsten Einsatz.

    Herzliche Grüsse

    Jan

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