Gesundheit kann ganz schön teuer werden

Heute morgen erhielt ich von meiner Krankenkasse wie angekündigt, den Bescheid über den Zusatzbeitrag von 8 Euro monatlich.

Es heißt im Brief im weiteren: „Die DAK als starker Partner für Ihre Gesundheit zögert die notwendige Entscheidung nicht länger hinaus.“

Erst einmal sehe ich meine Krankenkasse nicht als meinen Partner an, sondern als ein Unternehmen, das die finanzielle Seite der Krankheiten von Menschen verwaltet. Außerdem finde ich, dass man in Deutschland nicht unbedingt viel zur Ursachenbekämpfung von Krankheiten unternimmt. Vorsorge wird groß geschrieben, das stimmt, aber wodurch die verschiedenen Krankheiten alle erzeugt werden, wie Krebs, AIDS, Erkrankungen des Skelettsystems, des Herz- und Kreislaufsystems usw., das wird dann einfach der modernen Industriegesellschaft angelastet. Bleibe fit, ernähre Dich gesund und treibe Sport, das sind die Ratschläge, die uns Bürgern erteilt werden. Von den ganzen Giften in den Nahrungsmitteln und in der Luft, den vielen gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen, dem Stress im Berufsalltag, davon sprechen nur die Betroffenen selbst. Diese dürfen sich dann im einzelnen ein wenig bei ihren Hausärzten ausweinen, die für 8 Minuten, wenn es hochkommt, auch ein offenes Ohr für die Menschen haben. Der Rest hüllt sich dann in Arzthonorare.

Was haben die Krankenkassen mit all dem Geld gemacht, dass wir ihnen überwiesen haben? In meinem Ort ist die Krankenkassenfiliale mehrmals umgezogen. Immer wenn ich früher mal da war, um meinen Beitrag als Student noch persönlich einzubezahlen, da schritt ich über feinstes Marmor zu den dortigen Schreibtischen. In den Gesprächen ging es immer nur um Geld. Mir kam es nie so vor, als gäbe man dort etwas um meine Gesundheit. Wie denn auch? Um die muss man sich als verantwortungsvoller Mensch eben selber kümmern. Und das mache ich ja auch. Denn ich sehe, dass es unbedingt notwendig ist gesund zu bleiben, damit mich meine Gesundheit finanziell nicht ausbeutet.

Ist das jetzt nicht ein Widerspruch? Gesundheit ist doch etwas positives. Ich halte mich fit, ernähre mich halbwegs gesund und treibe auch Sport. Trotzdem kostet mich das immer mehr und das macht mich langsam krank. Mittlerweile denke ich mehr an meine Krankenkassenbeiträge, als an meine Gesundheit.

Früher einmal, da gab es diesen einmaligen Zusatzbeitrag für die Krankenhäuser, den man pflichtgemäß zu entrichten hatte. Da war ich auch noch Student und habe den gewissenhaft bezahlt. Mein Vater tat das nicht. Dann hieß es, diese einmalige Abgabe sei von sehr vielen verweigert worden und schließlich hat man darauf verzichtet. Wer aber schon bezahlt hatte, dessen Beitrag war verloren. Das Mehr an Geld scheint immer irgendwie verloren zu gehen. Denn ich weiß auch noch, wie die Krankenkassen nach den ersten überzogenen Beitragsforderungen damals so einen riesigen Überschuss hatten. Aber auf einmal war der weg. Er hatte sich in Luft aufgelöst du dann kam das immerwährende Minuszeitalter, das bis heute anhält und uns wie nach deren Aussage, die nächsten Jahre auch begleiten soll. So könnten die jetzigen 8 Euro monatlich für sehr viele auch erst der Anfang sein an finanzieller gesundheitlicher Mehrbelastung.

Ich persönlich kann nicht nachvollziehen, wohin das ganze Geld geht. Die Kassen sagen uns nur: „Die Ausgaben für Ärzte, Krankenhäuser und Arzneimittel steigen“ und „die Einnahmen durch die Wirtschafts- und Finanzkrise sinken.“ Hört sich plausibel an und wir pflichtgemäß Versicherten müssen das eben so glauben. Leider bin ich nicht so leichtgläubig. Ich sehe, nur, dass man mich bluten lässt, weil ich mich versuche gesund zu erhalten.

Ich bin ein sozialer Mensch und sehe schon ein, wenn ich für andere Kranke einen Beitrag mit bezahle, wenn diese sich ihr ungesundes Fast Food Essen zwischen die Kiemen schieben, ihre Freizeit bewegungslos vor dem Fernseher verbringen, dem Alkoholgenuss frönen, sich als Laienabfahrtsläufer beim Wintersport die Knochen brechen, stundenlang ihren Körper der direkten Sonneneinstrahlung aussetzen bis die Melanome wuchern und was weiß ich alles Ungesundes machen. Ja, für solche Leute bezahle ich gerne wieder etwas mehr Krankenkassenbeitrag.
Krank macht mich aber so etwas, wenn es bei der Bezahlung keinen Unterschied mehr zwischen reich und arm gibt. Alle bezahlen 8 Euro. Was für die Reichen ein Trinkgeld ist, sofern sie nicht sogar privat versichert sind, kostet mich aber einiges an Überwindung, wenn ich es zu meinem schon jetzt sehr happigen Krankenkassenbeitrag noch dazuzahlen muss.

Ich wollte diesen Kommentar jetzt hier einfach mal niederschreiben und es erwartet hoffentlich von mir niemand, dass er ausgereift ist. Aber vielleicht ist er ein Ansporn zu weiteren Diskussionen über das Thema hier bei der AmSeL Gedanke Plus = Gemeinschaft.

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