Politik in Deutschland – Eine individuelle Bestandsaufnahme

Es geht ganz schön rund in unserer sogenannten Republik. Dabei sind jene Absurditäten, die gerade zum Vorschein kommen und die Bezeichnung der BRD als Absurdistan voll und ganz rechtfertigen, jedoch keineswegs überraschend. Sie müssen unbestreitbar als logische Konsequenzen der Wahlergebnisse des letzten Jahres auf Landes-, Bundes- und Europaebene sowie der zur Abrundung des „Triumphes“ von Schwarz-Gelb noch ausstehenden Wahl in Nordrhein-Westfalen angesehen werden.

Wir hatten uns zwar vorgenommen, diesem pseudonationalen, europäischen und globalen Politirrsinn keine Zeit mehr zu opfern, aber von diesem Entschluss weichen wir heute einmal ausnahmsweise ab. Ein wenig Beschäftigung damit kann mitunter der Regeneration von anderen, nicht minder lästigen und absurden „Schlachten“ dienen. Wir picken deshalb ein paar Faktoren (beinahe) wahllos heraus, um mit ihrer Hilfe zu verdeutlichen, warum wir uns definitiv „verwählt“ haben und nun ernten, was wir damit wissentlich oder unwissentlich gesät haben.

Sorry, wieder ein langer Artikel mit einem nicht sonderlich von unserer sonst veröffentlichten Ansicht abweichenden Ende …😦 …😉

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Der „Merkelfaktor“

Es drängt sich geradezu auf, damit zu beginnen, da jetzt mit einiger Verzögerung genau das beginnt, was viele kritische Stimmen (wir eingeschlossen) schon seit einiger Zeit prognostiziert haben. Merkels Politikstil des „Aussitzens“ und sich „aus allem internen Kram nach Möglichkeit Heraushaltens“ trifft bei Kritikern im eigenen Lager vermehrt auf geharnischten Unwillen. Da diese Eigenart der Kanzlerin zudem auch noch mit einer rigiden, den eigenen Machtansprüchen geschuldeten Personalpolitik einhergeht, umschreibt Feynsinn das unserer Ansicht nach sehr treffend mit dem Titel „Merkel macht den Schröderkohl“. Dabei kann sie natürlich für sich beanspruchen, dass sie seinerzeit ganz maßgeblich an der Demontage des ehemaligen Parteipatriarchen und Sonnengott Kohl mitgewirkt und noch weitere ehrgeizige Herren (bspw. Friedrich Merz) aus dem Weg geräumt hat … doch vielleicht wird ihr das und ihre „Graue-Maus-Taktik“ bei unangenehmen innenpolitischen Themen jetzt gerade das Genick brechen? – Vor allem vor dem Hintergrund, dass Leute wie Roland Koch und Horst Seehofer sich jetzt als „Beschützer“ aufspielen …

Es dürfte interessant werden, wie die „mächtigste Frau der Welt“ sich aus diesem Dilemma befreien will. Unsere Prognose sieht allerdings so aus, dass ihr das auf regulärem Wege nicht gelingen wird. Insofern wird es auch spannend werden, weil sich herausstellen muss und wird, wie wichtig sie den „Strategen der Macht“ ist.

Der „Schwarz-Gelb-Faktor“

Auch wenn im Vorfeld der Bundestagswahl (und auch ganz allgemein) immer wieder gerne von einer „Wunschkoalition“ von CDU/CSU und FDP geredet und geschrieben wurde, hat sich doch sehr bald herausgestellt, dass das Regieren in dieser Konstellation gerade für die „Partei von Mutti“ sehr viel weniger angenehm sein wird. Wir wollen uns jetzt nicht an einer umfassenden Analyse der Gründe dafür abarbeiten, aber vereinfacht kann sicherlich zu Recht behauptet werden, dass eine erstarkte FDP im Vergleich zu einer sich selbst demontierenden SPD ein weitaus unangenehmerer Partner ist. Verschärft wird das durch die gnadenlose Klientelpolitik der Westerwelle-Partei, die ein Einlenken der Gelben bei den von ihnen im Wahlkampf ausgestreuten Versprechungen kaum vorstellbar macht. Vielleicht hat sich Angela Merkel ja doch der weisen Voraussicht fähig erwiesen, als sie Wolfgang Schäuble vom Innenministerium auf den Posten des Finanzministers geschoben hat?

Hier kann er sich nun als „FDP-Bremser“ profilieren und dabei eventuell den Erfolg erringen, der ihm als Innenminister bei der Totalisierung des Staates weitestgehend versagt geblieben war (und den jetzt Merkels ehemaliger Kanzleramtschef erringen soll). Da von Schäuble jedoch nur wenig Verbindliches darüber zu erfahren ist (Grund: NRW-Wahl), wie er seine rigiden Sparpläne außerdem zu finanzieren gedenkt, ist voraussehbar, dass sein „Erfolg“ letztendlich auch nur zu Lasten der Mehrheit der Bevölkerung zu realisieren sein wird.

Wenn man sich anschaut, was sonst noch an FDP-Regierungspolitik zum Besten gegeben wird – zum Beispiel von der klassischen Fehlbesetzung des Postens eines Wirtschaftsministers namens Rainer Brüderle (definitiv ein Angehöriger der FDP-Fähnchen-wechsel-dich-Fraktion), dann braucht man wirklich nicht auf bessere Zeiten zu hoffen. Zur Vertiefung des Einblicks in unsere Begründung für diese Aussage empfehlen wir guten Gewissens ebenfalls einen Artikel von Feynsinn, der den bezeichnenden und treffenden Titel „Wirres vom Wettbewerb“ trägt.

Blieben noch die Amtsbereiche von Guido Westerwelle, Dirk Niebel und Sabine Leutheusser-Schnarrenberg … letztere hat durchaus eine Vita, die (allerdings nur teilweise) jene Hoffnungen zu bestätigen scheint, die mancher in ihr Eintreten für die Grund- und Freiheitsrechte setzt. Letztendlich ist sie dafür aber in der falschen Koalition und Zeit angekommen, weshalb wir diese Hoffnungen auf lange Sicht nicht teilen können. Die Herren Westerwelle und Niebel halten wir für „gefährlich“ im Sinne der weiteren Entwicklung der außenpolitischen und multilateralen Politikführung. Niebel macht sich alleine deshalb schon lächerlich, weil er einen Ministerposten angenommen hat (nur um überhaupt einen abzubekommen), dessen Ressort er kurz zuvor noch als überflüssig bezeichnet und zur Abschaffung empfohlen hat. Aber auch seine Vorstellung von „Entwicklungshilfe“, die sehr gut zum Hintergrund „Friedrich-Naumann-Stiftung“ von Westerwelle zu passen scheint, machen ihn in unserer Wahrnehmung definitiv zu einem potentiellen Problem. Zu Westerwelle schreiben wir gar nicht mehr, weil das, was von ihm durch die Medien geistert, unserer Ansicht nach deutlich genug aufzeigt, wes Geistes Kind er ist. Die Verwicklung der Friedrich-Naumann-Stiftung, deren Kreation er zweifelsohne ist, in alles, was mit dem Putsch in Honduras zu tun hat, ist auch für die Außenpolitik von Bedeutung, die wir unter seiner Ägide zu erwarten haben. Allerdings ist er alles andere als unumstritten (gerade auch als „Vizekanzler“) und so mancher, nicht nur in der CSU, würde an seiner Stelle nur zu gerne Herrn von und zu Guttenberg mit dieser Aufgabe betraut sehen.

Über die CSU, die bei Angela Merkel auch sehr nachhaltig für Magenverstimmungen und Kopfschmerzen sorgt, möchten wir uns hier nicht weiter äußern, zumal ihr Shootingstar und Vorzeigefreiherr in jeder Hinsicht einen Faktor für sich selbst darstellt.

Der „(Zeit-)Arbeitsmarktfaktor“

In diesem tut sich derzeit ja gerade die frischgebackene BMAS hervor, in dem sie sich ganz entschieden um Klärung der genauen Umstände im Schlecker-X(XX)L-Skandal, aber auch allgemein um eine „Missbrauchsreduzierung“ in der Zeitarbeitsbranche zu bemühen vorgibt. Gerade der Fall der Tarifflucht des Schlecker-Drogerie-Imperiums mit Hilfe der eigens dafür gegründeten und mit einem ehemaligen Personal-Bereichsleiter des Konzerns als Geschäftsführer bestückten Meniar[*]-PersonalService GmbH in Zwickau, wird nun als Vorzeigefall für die Arbeitnehmerfreundlichkeit Frau von der Leyens aufgebaut. Dass dabei geflissentlich all das unter den Teppich gekehrt werden soll, was alle etablierten Parteien mit zu verantworten haben – und wobei auch die Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbände der Republik nicht gerade mit Gegenwehr geglänzt hatten (in Sachen Hartz IV und Arbeitnehmerüberlassung sogar ganz im Gegenteil), ist ebenso inakzeptabel, wie das scheinheilige Getue rund um dieses Lohndumping per Gesetz insgesamt.

[*Interessante Zwischenbemerkung: die gestern noch abrufbaren offiziellen Seiten der Meniar Personalservice GmbH haben bei heutigen Zugriffen ausnahmslos Fehlermeldungen produziert … was das wohl zu bedeuten haben mag?]

Besonders perfide und definitiv die Betrugsabsicht von Schlecker/Meniar belegend ist der Umstand zu werten, dass die Personalservice GmbH in Zwickau – also in den neuen Bundesländern – angesiedelt wurde, wodurch sich ein „zusätzlicher Zugewinn“ durch das dort immer noch niedrigere Lohnniveau erzielen lässt. Als letztes, unbedingt erwähnenswertes Detail ist zu guter Letzt auch die Rolle der „Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personal-Service Agenturen“ (CGZP – siehe auch CGB) anzuführen. Wie viele andere „Wohltäter und Interessenvertreter“, die mit überzogener Vehemenz auf ihr angeblich christliches Fundament hinweisen, kann man sie getrost der Kaste der Abzocker und Profiteure, aber auch der Verfechter neoliberaler Standpunkte zurechnen. – Darüber, dass sich auch alle anderen Gewerkschaften in Sachen Hartz IV, Entwertung der Ware Arbeitskraft und Lohndumping im großen Stile nicht als Wahrer der Interessen von Arbeitnehmer/innen und Erwerbslosen erwiesen haben, wurde schon genug geschrieben – es muss aber gerade jetzt nochmals betont werden, da sich ver.di gerade als „Missbrauchsjäger Nummer eins“ zu präsentieren versucht.

Abschließend wäre noch anzuführen: Schlecker ist sicherlich ein Paradebeispiel für Lohndumping mit Hilfe der Möglichkeiten, welche der politisch gewollte und forcierte Auf- und Ausbau eines Marktes für Arbeitnehmerüberlassung eröffnet, aber diese Praxis ist nicht auf Herrn Anton Schlecker beschränkt, sondern wird überall, unter anderem auch im Bereich der „Betreuung“ von Langzeitarbeitslosen bevorzugt eingesetzt.

Der „Hartz-IV-Faktor“ für sich

Ganz aktuell titelt stern.de dazu heute: „Hartz IV kommt auf den Prüfstand“ und bietet insbesondere Frau von der Leyen ein breites Podium, um ihre Meinung zu äußern. Wie man deren Ansichten und Vorhaben korrekt interpretieren muss, hat Roberto J. De Lapuente schon am Montag unter dem höchst passenden Titel „Die alimentierte Ministerin“ analysiert. Auch der Spiegelfechter hat der „Vorzeigemutter der Nation“ und Superministerin ein Essay gewidmet, das die Realität jenseits dessen aufzeigt, was diese Dame als Familien- oder neuerdings eben Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik zu vermarkten trachtet.

Dem ist, soweit es Ursula von der Leyen betrifft, nicht mehr allzu viel hinzuzufügen. Zumal man das alles auch selbst herausfinden kann, wenn man zwischen den Zeilen zu lesen vermag und sich genau anschaut, was als ihre Meinung und Absicht verbreitet wird.

Interessant ist, dass nun auf einmal alle Parteien, die bis vor kurzem noch unisono behaupteten, die Agenda 2010 mit Hartz IV als Kernstück sei nicht nur alternativlos notwendig, sondern darüber hinaus auch ein durchschlagender Erfolg gewesen. Sicher, ganz verkehrt ist das auch nicht, nur dass diejenigen, die direkt davon betroffen waren und sind, leider nie zu den Nutznießern gehörten, sondern immer nur das Mittel zum Zweck in Sachen Profitoptimierung und Exportweltmeisterschaft (auf dem Umweg über die „Reduzierung der Lohn(neben)kosten“ im Vergleich zu anderen Ländern). Dass damit nicht nur sehenden Auges die Binnenwirtschaft (Stichwort: Kaufkraft) nachhaltig beschädigt, sondern auch jene Probleme willentlich geschaffen wurden, die im Zuge der Weltwirtschaftskrise jetzt den gesamten Euro-Raum an den Rand des totalen Bankrotts gedrängt haben, soll hier nur ganz nebenbei erwähnt werden.

Unverschämt ist – nicht nur, aber auch vor dem Hintergrund des anstehenden Urteils des BVerfG zur Regelsatzhöhe, bei der es nachweislich nicht nur um jene der Kinder geht, dass erneut vor allem eine „Erhöhung dieses Regelsatzes“ versprochen wird, bei dem die Regierung mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen muss, dass ihr vom obersten Gericht eine schmerzhafte, da absolut verdiente Ohrfeige verpasst werden wird. Ansonsten haben alle „Verbesserungsvorschläge“ eines gemein: es geht ausschließlich darum, die Verwertbarkeit der Arbeitslosen und Arbeitnehmer/innen im Sinne der nicht tot zu kriegenden neoliberalen Phantastereien vom stetig andauernden Wirtschafts- und Profitwachstum zu optimieren. Dass dabei auch „Workfare“ sicherlich ein Mittel ist, das für alle vollmundig Wahlpropaganda betreibenden Politiker/innen der logische nächste Schritt sein wird, sollte dabei bedacht sein. Ebenso natürlich, wie die unbestreitbare Tatsache, dass das Endziel dieses Prozesses eine Einführung der Zwangsarbeit durch die „Verfassungshintertür“ (GG) ist und auch von Anfang an war. Davon sollen nämlich keineswegs nur die notleidenden Kommunen und Kreise entlastet werden, die auf diese Weise Lohnkosten für festangestellte und sozialversicherte Arbeitskräfte einsparen – was an sich schon ein Skandal ist!

Man braucht es sicher nicht zu erwähnen … aber wir tun es dennoch: wie schon der Name „vermuten lässt“, ist dieser Quatsch von wegen „aktivierendem Sozialstaat“ von den USA ausgegangen und letztlich über Blairs Großbritannien in die Schröder-Republik eingefallen. (Denselben Weg hatte bekanntlich auch der Neoliberalismus genommen: Reagan – Thatcher – Kohl) Was es damit genau auf sich hat, lässt sich besonders anschaulich am sogenannten „SchröderBlairPapier“ des Jahres 1999 nachprüfen. – Wer dieses Papier gelesen hat und seine Aussagen mit den tatsächlichen Entwicklungen der letzten zehn Jahre vergleicht, sollte im wahrsten Sinne des Wortes Bescheid wissen, was man auch von der aktuellen Politik zu erwarten hat.

Der „Guttenberg-Faktor“

Karl-Theodor (die vollständige Litanei der Vornamen ersparen wir uns und Ihnen) Freiherr von und zu Guttenberg ist ohne Frage die schillerndste Erscheinung auf dem bundesdeutschen Politparkett. Darüber, warum er es innerhalb kürzester Zeit zu solch enormen „Beliebtheitswerten“ gebracht hat und in aller Munde ist, wenn es um künftige, noch größere Aufgaben geht, möchten wir nicht spekulieren, müssen aber schon anmerken, das uns das ziemlich suspekt erscheint. Politische Erfahrung kann dafür jedenfalls ebenso wenig verantwortlich sein, wie irgendeine andere Fachkompetenz als jene seiner (in die Tiefe gehend sehr interessanten) adligen Herkunft.

Über seine Zeit als „Wirtschaftsministerdarsteller“ ist schon genug geschrieben worden und außerdem ist das, was er neuerdings als Kriegs- Verteidigungsminister abliefert auch weitaus bedenklicher und risikobehafteter. Nachdem er wohl erkennen musste, dass er sich durch bloßes Herum lavieren in Sachen „Kundus-Vorfall“ nicht vollständig aus der Affäre und Schusslinie zu ziehen vermag, geht er nun dazu über, dem Problem mittels „Umdeutung“ Herr zu werden. Nachdem so abstruse Definitionen wie „Friedensmission“, „robuster Stabilisierungseinsatz“ oder auch „bewaffnete Aufbauhilfe“ angesichts der Informationen rund um das Massaker nahe Kunduz maximal nur noch helle Empörung ausgelöst hatten, war Herr Von und Zu recht bereitwillig dazu übergegangen, den Rahmen des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan als „kriegsähnlichen Zustand“ zu etikettieren. – Wer ihn darauf hingewiesen haben mag, dass mit diesem Zugeständnis gegebenenfalls auch Verantwortung bis hin zu Schadenersatz und Anklagen vor dem Internationalen Gerichtshof einhergehen würde, die es aus bundesdeutscher Sicht unbedingt zu vermeiden gilt, ist uns zwar nicht bekannt, aber das Ergebnis spricht eindeutig für sich. Ab sofort erfolgt der Einsatz bundesdeutscher Soldaten am Hindukusch (und sicherlich auch überall dort, wohin sie zur Wahrung bundesdeutscher Interessen entsandt werden, denn „willige Terroristen“ finden sich bekanntlich überall!) im Rahmen eines „nicht internationalen bewaffneten Konflikt“ … warum das an sich schon fragwürdig zu nennen ist, erläutert der oben verlinkte Artikel von Lutz Herden (Freitag) äußerst erhellend. In diesem Zusammenhang auch unsere Empfehlung, eigene Recherchen bei dem Begriff „humanitäres Völkerrecht“ zu beginnen.

Das bedeutet, brutal offen und ungeschönt zusammengefasst, dass die damit zum Ausdruck gebrachte Ansicht des Herrn von und zu Guttenberg die Wahrscheinlichkeit, dass die Bundesrepublik sukzessive in immer mehr völkerrechtswidrige Angriffskriege (nicht nur, aber auch unsere Definition für die zurzeit weltweit stattfindenden militärischen Aktionen „gegen den Terrorismus“) hineingezogen wird. Wenigstens dafür und für ähnliche machtpolitische Bestrebungen scheint der gute Freiherr wirklich alle notwendigen Qualitäten von Haus aus mitzubringen. Deshalb steht zu befürchten, dass er seinen Weg „bis ganz nach oben“ wohl machen wird?!

Der „Großdeutschland-Faktor“

Was ja durchaus auch den Interessen entsprechen würde, die sich seit geraumer Zeit in der bundesdeutschen Politik und insbesondere in den Kreisen der höchst militanten Politikberater immer stärker artikulieren. Diesen Hardlinern unter den Interessenvertretern genügt es absolut nicht, dass die Bundesrepublik (von den relevanten Eliten geduldet) sich anschickt, zur Hegemonialmacht in Europa aufzusteigen, sondern sie erwarten und verlangen auch ein verstärktes militärisches Auftreten im Sinne machtpolitischer Ansprüche weltweit. – Selbstverständlich vorzugsweise da, wo es für die „bundesdeutschen“ Globalisten (welcher in der BRD angesiedelte Global Player ist noch „deutsch“?) was zu holen und dauerhaft zu verdienen gibt! – Dass dies nicht ganz ohne Komplikationen abgeht, weil sich die federführenden Köpfe nicht einig sind, ob sie zum Erreichen dieses Ziels (nennen wir es ruhig Weltbedeutung im Sinne Wiederbelebung „deutscher Weltmachtansprüche“) eher mit Russland oder der Nato kooperieren sollen, ist schon länger bekannt, wird dieses Jahr aber noch mehr in den Mittelpunkt der diesbezüglichen Verhandlungen rücken.

Man darf aber bezweifeln, dass es wirklich um eine Rückkehr „Deutschlands“ in den erlauchten Kreis der Weltmächte geht … viel eher muss davon ausgegangen werden, dass es sich um eine Positionierung innerhalb jener „neuen Weltordnung“ handelt, die bekanntlich keine Nationalstaaten mehr kennen und von einer über allem stehenden Weltregierung kontrolliert werden soll. Auch abseits von mehr oder weniger plausiblen Verschwörungstheorien ist das der vor uns liegende Weg … wir werden es erleben, denn es bleibt unverändert dabei, dass sich gerade hierzulande kein adäquater Widerstand dagegen einstellt.

Daneben wird das „politische Streben und militärische Säbelrasseln“ heute genauso wie zu allen Zeiten vorrangig im Interesse der Herrschaften betrieben, die es schon immer zu ihrem Vorteil eingesetzt hatten. Aber davon darf man nicht reden und will man nichts hören, weil es ja nur eine Verschwörungstheorie ist, für die es keinerlei Beweise gibt … nicht wahr?

4 Antworten

  1. Politik in Deutschland – Eine individuelle Bestandsaufnahme…

    Von Moltaweto | Der AmSeL-Gedanke Plus = Gemeinschaft | – Es geht ganz schön rund in unserer sogenannten Republik. Dabei sind jene Absurditäten, die gerade zum Vorschein kommen und die Bezeichnung der BRD als Absurdistan voll und ganz r…

  2. „…ich gerade hierzulande kein adäquater Widerstand dagegen einstellt.“

    Ich weiß nicht, ob man das so sagen kann. Das hört sich in bezug auf den einzelnen deutschen Bürger sehr negativ an. Die Deutschen haben immer und überall Widerstand geleistet, sie haben nur eine ganz besondere Art von Widerstandsverhalten. Dieses Widerstandsverhalten ist unaufdringlich und deshalb auf den ersten Blick so gut wie nicht wahrnehmbar. Anders, als wenn der gemeine Deutsche seinen privaten Exzessen frönt, adäquat in Stimmung ist und lauthals verkündet, dass alles um ihn herum ruhig seinen Weg gehen kann, Hauptsache der Alkoholfluss lässt nicht nach – bald ist ja wieder Karnevalshöhepunkt, äh ich wollte sagen der Höhepunkt des alljährlichen nationalen Besäufnisses, ohne Schuldgefühle haben zu müssen – muss im Fall eines nationalen Widerstandes gegen Ungerechtigkeit, Ausbeutung, übertriebener Überwachung und sich in ihrer Macht suhlender Politiker, erst einmal gründlich darüber nachgedacht werden, ob ein Widerstand auch wirklich angebracht, angemessen oder gar, wenn er denn mal aktiviert würde, auch stimmig in Szene gesetzt werden könnte. Trillerpfeifen und Transparente hochhalten, fördert je nach Lautstärke nur den Absatz der Hörgeräteindustrie und der Ohrenärzte und je nach dem wie schön die Transparente ausfallen, könnten arme Künstler in Deutschland feuchte Augen bekommen und sich fragen, warum sie überhaupt Kunst studiert haben.
    Dann muss auch vorher noch die Frage erörtert werden, ob es überhaupt gerecht ist, den anderen, die danach wieder alles aufräumen müssen, einen Volksaufmarsch zuzumuten, bei dem es bekanntlich nicht ohne fallengelassenen Schmutz abgeht. Fragte jemand danach, wer bei der französischen Revolution die Straßen vom Blut gesäubert und die Köpfe wegsortiert hat? Nein, so wie ja auch bestimmte Feldherren, z.B. in der Antike, immer nur alleine die Schlacht geschlagen haben. Hannibal zog mit seinen Elefanten gegen Rom. Heute fährt er wenigstens mit drei anderen Typen in einem Van unter dem Pseudonym „A-Team“ zum Einsatz. Denn wo bekommt man heute noch Elefanten her?
    Aber jetzt wieder zurück zum adäquaten Widerstand in Deutschland. Ohne Toilettenhäuschen geht da gar nichts. Denn wenn die Leute aufs Klo müssen, dann sehen manche zwar nach einer Zeit nur noch rot, machen dann aber lieber in die Hose und ziehen bestimmt bedröppelt ab, als noch Lust auf Auseinandersetzungen mit knüppelschwingenden Polizeibeamten zu haben, deren Gewaltanbringung in der Situation nach dem Gesetz als durchaus legitim angesehen wird.
    Was macht die Widerstandsbewegung auch mit den Kindern in der Zeit? Wenn Vatis und Muttis sich stimmig einig sind, dass es mal langsam Zeit wird das Maul aufzumachen, geht das ja nicht, ohne die Kinder in guter Verwahrung zu wissen. Auch an die Verpflegung für unterwegs muss gedacht werden. Alles in allem ist also so eine Widerstandssache eine großangelegte Unternehmung. Und genau das überfordert den einzelnen, der solch einen strukturierten, perfekt durchdachten Aufmarsch, der bestimmt von Nöten sein würde, um mal wirklich etwas zu ändern, einfach nicht auf die Reihe bekommt. Zu allem übel sind die Deutschen auch noch ein wenig behäbig, nein nicht unbedingt faul, aber man lässt doch lieber andere machen, spielt den Zuschauer und klatscht Beifall wenn’s gefällt. Vielleicht sollte sich der deutsche Widerstand mal überlegen im Fernsehen aufzutreten. Wetten dass…??? wird doch nach 25 Jahren (oder sind es mehr?) langsam langweilig und so könnte man sogar noch berühmt damit werden. Aus adäquatem Widerstand, der stimmig ist, wird Stimmung und das Volk freut sich, auch wenn am Schluss jeder einen RFID Chip in sich trägt, und die Politiker sich dann aus Langeweile gegenseitig nackt scannen, um zu sehen, wie man unter den fetten Hintern oder Fettrollen an der Seite des Körpers doch noch Waffen durch die Kontrollen schmuggeln kann.
    Damit will ich sagen, die Zukunft der Luftfahrtterroristen kann nur absolute Fettleibigkeit sein. Abnehmen war gestern. Aber bestimmt nicht lange. Denn dann müssen natürlich bestimmt noch Geräte zur Überwachung und Kontrolle eingeführt werden, die das Fleisch von den Knochen lösen. Wie wäre es mit einem Becken voller Piranhas? Alles nur Show, der Deutsche liebt Shows. Wie lange hält es der Bürger in einem Becken mit Piranhas aus, bevor er zugibt ein Terrorist zu sein? Die Wette gilt! Dies alles überlegt sich der intelligente Deutsche natürlich im voraus und denkt: Dafür Widerstand leisten, das lohnt sich nun wirklich nicht und schließlich kommt er zu dem Ergebnis, es einfach laufen zu lassen wie es läuft. Denn man kann ja doch nichts ändern.

  3. Hallo, werter Jochen Mitanna,

    herzlichen Dank für die sehr ausführliche und in die Tiefe des „Widerstandsbegriffes“ gehende Darstellung. Man könnte es auch eine der Realität frappierend nahekommende, satirische Überspitzung des gesellschaftlichen Ist-Zustands hierzulande … oder noch präziser als eine grandios perfekte Charakterstudie des Durchschnitts-Michels (oder Michaela, um der politischen Korrektheit und allen Gleichstellungsansprüchen gerecht zu werden) bezeichnen, die eigentlich nicht im Kommentarbereich verkümmern dürfte.

    Aber für den/die weniger mit Humor und klarem Blick fürs Wesentliche ausgestattete Leser/innen muss ich jetzt aber doch ernsthaft darauf eingehen, auch wenn mir das angesichts der Deinerseits investierten Mühe und Eloquenz eigentlich widerstrebt. Dafür mache ich es aber auch ganz kurz😉

    Widerstand, so wie wir ihn verstehen, ist eben nicht zuvorderst das Trillerpfeifen und Ohren malträtierende, Fähnchen und Transparente schwenkende und auf Kollisionskurs mit der hochgradig alarmierten Staatsmacht gehende Demonstrieren auf Deutschlands Prachtmeilen. Das kann dann folgen, wenn der Widerstand auf der Grundlage von einem breiten gesellschaftlichen Konsens und auf einem solchen aufbauender Strategien auf individuelle und dennoch geeinte Weise koordiniert und auf jedem sich dafür anbietenden Weg vorangebracht wird. Also durch Gegenöffentlichkeit schaffende Aufklärung und solidarisierende Maßnahmen im Internet, im privaten Umfeld, durch die Arbeit in und mit entsprechend agierenden Aktionsbündnissen und Initiativen und so weiter und so fort.

    So lange „für die da oben“ alles auf Demonstrationen zugeschnitten wird, die sie entweder kalt lächelnd ignorieren oder durch die uniformierte Staatsmacht zerschlagen lassen können, wird eben nie ein ADÄQUATER Widerstand möglich sein. Und dieser Ist-Zustand ist es, auf den sich die von Dir zitierte Kritik unsererseits bezog.

    Ich hoffe, dieser extrem knapp gehaltene Einwand, der Deiner herausragenden Interpretation absolut nicht zu nahe treten möchte, kann von Dir in dieser Form akzeptiert und von den anderen Leser/innen verstanden werden.

    Beste Grüße, im Namen des Teams
    Hans.

  4. Hallo Hans und weiteres Amsel Team!

    Danke für das Lob an meinen satirischen Beitrag. So und nicht anders, war er auch von mir gemeint. Deshalb werde ich auch was Deinen/Euren Einwand betrifft, keinen adäquaten Widerstand leisten.
    Ich gehe jetzt nach Hause zu meiner Anna. Da sollen auch noch ein paar Fragen offen stehen, die es noch zu bewältigen gilt. Na Ihr könnt Euch sicher denken, wer da der Mutti wieder Löcher in den Bauch fragt.
    Viele Grüße,
    Jochen Mitanna

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