Gastbeitrag Womblog: Skodaria-Ferrari

Opel … ein in jeder Hinsicht leidiges und für die Betroffenen in allen involvierten Ländern nach dem scheinbar beendeten Hickhack nicht zum Besten stehendes Thema … mal kurz, bündig und lesenswert auf den Punkt gebracht. So etwas übernehmen und verbreiten wir doch liebend gerne😉 Hilft vielleicht dabei, die Fakten auch solchen Lesern schmackhaft zu machen, denen lange und zu trocken-nüchterne Texte nicht so sehr munden.

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Skodaria-Ferrari

Von Lopez Suarez | womblog.de |

Gerade in der Krise ist es notwendig, die Kurve zu bekommen. (S)Berbank in wenig bullishen Zeiten – Wen wundert es da noch, dass der Insolvenzverwalter von Opel sich mit bitterer Miene grämt, nur eine Art Windschattenfahrer für die politischen Senkrechtstarter gewesen zu sein.

Dabei hatte sich dieser Mann – Herr Pfeil – doch so viel Mühe gegeben, das deutsche Traditionsunternehmen (welches seit gut 80 Jahren fest in US-Hand ist) nicht auf der Raststätte landen zu lassen und den italienischen Wrack-Fledderern zu überlassen. Schließlich sind die ziemlich skrupellos, erwecken sie doch erst Michael Schumacher und dann auch noch ihre Liebe zu den Rüsselsheimern beinahe wieder zum Leben.

Dass Herr Pfeil einen Blitz retten wollte und gar nicht merkte, wie pfeilblitzschnell sich plötzlich die Fahrtrichtung änderte, mag auch an der Rüttelstrecke liegen, welche die Opel-Mutter GM gemeinsam mit den Co-Piloten des Weißen Hauses als Weg vorgegeben hat. So schien vorerst Magna das Rennen gemacht zu haben, fuhr sehr lange auf der Pole Position und verordnete als Erstes einen Boxenstopp für Tausende Opelaner zwischen Spanien, Großbritannien und Bochum.

Hier sollten sich die nun mit viel Freizeit Gesegneten ganz in Ruhe und entspannt das Rennen zwischen Magna, Crymler Daisler, VW und den Schwarzen Geisterfahrern mit Gelbem Anhänger und Weiß-Blauem Reserverad zusehen. Fiat- und Chrysler-Chef Marchionne für seinen Teil hatte Vendetta als Parole ausgegeben, Magna aus seinem Verteiler verbannt und entschieden, von nun an seine Autos wieder in Eigenregie zusammenzubasteln. Für Magna war dieser Vertrauens- und Auftragsentzug vergleichbar mit dem Wegfall eines Zylinders bei weiteren 15 intakten.

Die Passagiere spüren wenig von diesem Auf- und Antriebsverlust. Doch die Entscheidung von GM, Opel nun doch nicht die Anhängerkupplung zu lösen und die flügge gewordene Tochter in die innigen Arme der Belegschaft zu entlassen, hat nicht nur Magna und deren löchriges Finanzierungs- und Belegschaftsrettungskonzept vollends aus dem Rennen katapultiert. So wird weiterhin auch der Protest und Vorwurf Spaniens, Belgiens und Großbritanniens gegen die Bundesregierung und deren vermeintlichen Protektionismus überflüssig. Opel ist und bleibt ein Teil der maroden GM-Karosserie.

Es ist zu befürchten, dass nach dem Ausschlachten der Technologie-Tranchen nicht mehr als die wehmütige Erinnerung an Senatoren, Commodoren, Mantas, Astras und andere Gestirne deutscher Automobilgeschichte bleibt. Mitunter mag sich auch Erleichterung einstellen, dass dieses unwürdige und auf politisches Profilierung getrimmte Gezerre um einen –sagen wir es ehrlich- fast schon beliebigen Autohersteller endlich vorbei ist.

Wichtig scheint indes zu erwähnen, dass man keine Entscheidung auf die lange Bank schieben sollte, ohne sich vorher vergewissert zu haben, dass die toxischen Papiere auch bestimmt durch die breiten Ritzen der Sitzplanken fallen.

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