Gastbeitrag Jochen: Klein Dummie und seine Mutti Anna Luehse (V)

Pünktlich zum Jahreswechsel eine weitere Episode der komplexen Diskussionen zwischen Mutter und Sohn … viel Vergnügen – so weit möglich – und rutschen Sie gut …

Klein Dummie und seine Mutti Anna Luehse ~ Volkszorn

Gastbeitrag von Jochen (Basta!)

SOHN: Du Mutti, was ist Volkszorn?

MUTTI: Wo hast Du denn dieses Wort her mein Junge?

SOHN: Von Frau Priesmann im Kindergarten.

MUTTI: Ich muss mich über Frau Priesmann aber sehr wundern.

SOHN: Welche Wunden meinst Du Mutti, Frau Priesmann hat sich doch gar nicht weh getan.

MUTTI: Nein, nein, mein Sohn, ich spreche nicht von Verletzungen, sondern über Wunder.

SOHN: Aber das hat Frau Priesmann doch auch gesagt.

MUTTI: Was hat sie gesagt?

SOHN: Sie sagt, es wäre schon ein Wunder, wenn ich den Tag mal ohne eine Schramme oder eine andere kleine Verletzung überstehen würde.

MUTTI: Ja, darüber würde ich mich auch freuen.

SOHN: Gibt es noch andere Wunder Mutti?

MUTTI: Also ich wundere mich immer darüber, wie Du so viel essen kannst.

SOHN: Das sagt die Oma auch immer zu mir.

MUTTI: Wie? Bei der Oma isst du auch so viel? Wo steckst du das nur alles hin?

SOHN: In den Mund Mutti.

MUTTI: Ach so, ich dachte schon, du steckst es in deine Hosentaschen.

SOHN: Aber Mutti, da habe ich doch immer meine Regenwürmer drin.

MUTTI: Was sagst du da? Jetzt weiß ich endlich was dieses Zeug war, wodurch das Sieb der Waschmaschine verstopft gewesen ist.

SOHN: Bist Du mir böse Mutti?

MUTTI: Wie könnte ich dir jemals böse sein.

SOHN: Ist also nicht schlimm? Dann kann ich ja neue Regenwürmer sammeln.

MUTTI: Wieso kannst Du nicht etwas sammeln, wie andere Kinder?

SOHN: Du meinst tote Regenwürmer Mutti?

MUTTI: Nein, ich meine so etwas wie Sammelbildchen oder kleine Spielfiguren.

SOHN: So wie Vati?

MUTTI: Seit wann sammelt Dein Vater denn solche Sachen?

SOHN: Vati hat gesagt, die Figur unserer neuen Nachbarin würde auch noch in seiner Sammlung fehlen.

MUTTI: Für Deinen Vater ist das jetzt zwar voll doof, aber ich danke Dir für die Information mein Sohn.

SOHN: Was ist voll doof und was ist Information Mutti?

MUTTI: Das ist so etwas in der Art, wie das, was in der Zeitung steht oder in den Fernsehnachrichten kommt.

SOHN: Das verstehe ich jetzt nicht Mutti.

MUTTI: Na eben etwas, was man den Leuten verschweigen möchte, indem man sie mit voller Absicht für dumm erklären will, weil man es ihnen erst gar nicht so richtig mitteilt.

SOHN: Häh?

MUTTI: In Deinem Gesicht mein Sohn, spiegelt sich momentan das gesamte Wissen unseres Volkes wider.

SOHN: Bist Du wütend Mutti?

MUTTI: Ja, das bin ich. Aber nicht über Dich, sondern über Deinen Vater.

SOHN: Aber Vati hat doch überhaupt nichts gemacht und er ist auch gar nicht hier.

MUTTI: Das spielt keine Rolle. Ich bin eben über das wütend was ich nie hätte erfahren sollen.

SOHN: Frau Priesmann im Kindergarten sagte, sie macht es immer wütend, dass die Kinder so wenig Vollkorn essen.

MUTTI: Du meinst Vollkornbrot.

SOHN: Nein Mutti, rot ist das nicht.

MUTTI: Du schaffst es heute bestimmt noch, den Volkszorn in mir zu wecken.

SOHN: Ich dachte es heißt Vollkorn?

MUTTI: Grrrr!

SOHN: Mutti, warum bist Du denn so rot im Gesicht? Kommt das vom Vollkornbrot?

MUTTI: Ganz ruhig bleiben Anna, ganz ruhig.

SOHN: Du Mutti, Susi hat heute im Kindergarten in die Hose gepinkelt.

MUTTI: Aber das kann doch jedem mal passieren.

SOHN: Ja schon, aber es passierte, als wir uns alle gerade wieder setzen wollten.

MUTTI: Wenn das doch nur einmal in Wirklichkeit geschehen würde.

SOHN: Frau Priesmann war glaube ich auch ein wenig verärgert. Sie sagte, bei Susi wäre mal wieder der Notstand ausgebrochen.

MUTTI: Manche Leute übertreiben eben gerne alles mein Sohn.

SOHN: Was ist denn ein Notstand Mutti?

MUTTI: Ein Notstand ist, wenn man alles mögliche unternehmen muss, um unvorhergesehene Ereignisse wieder unter Kontrolle zu bringen.

SOHN: Vati hat gesagt, in Amerika wäre auch so ein Notstand ausgerufen worden.

MUTTI: Ja das stimmt, das betrifft dann das ganze Volk.

SOHN: War die Susi da zu Besuch?

MUTTI: Wie kommst Du denn jetzt auf diese Idee?

SOHN: Vielleicht hat die Susi ja ganz Amerika vollgepinkelt.

MUTTI: Bei dem Notstand, den Susis Mutter zur Zeit in der Haushaltskasse hat, ist das gänzlich ausgeschlossen, dass sie verreisen können.

SOHN: Komisch, sonst sagt Frau Priesmann immer, Susi wäre sehr verschlossen.

MUTTI: Junge hör mal, ausgeschlossen bedeutet, wenn jemand z.B. nicht in seine eigene Wohnung hinein kommt und verschlossen ist, wenn die Tür zu ist.

SOHN: Aber Mutti, das ist doch dasselbe.

MUTTI: Gut, wenn Du es besser weißt, dann erkläre Du es mir.

SOHN: Was soll ich erklären Mutti?

MUTTI: Na, den Unterschied zwischen verschlossen und ausgeschlossen.

SOHN: Vati sagt immer, es wäre gänzlich ausgeschlossen, dass er am Wochenende einmal ausschlafen kann, weil ich da bin. Und wenn die Annemie aus Köln zu Besuch kommt wäre es besser, die Haustüre bliebe verschlossen.

MUTTI: So denkt also Dein Vater über meine Tante. Gut zu wissen.

SOHN: Ja, Vati sagt, wenn die Annemie kommt, dann müsste eigentlich der Notstand ausgerufen werden.

MUTTI: Dein Vater übertreibt, meine Tante ist doch immer sehr nett und freundlich.

SOHN: Ich mag sie aber auch nicht. Immer wenn sie mich umarmt, dann bekomme ich keine Luft mehr.

MUTTI: Du übertreibst genau wie Dein Vater.

SOHN: Vati sagt, wenn die Annemie das Haus betreten hat, ist es schon zu spät.

MUTTI: Kannst Du mir jetzt auch erklären, was dann zu spät sein soll?

SOHN: Vati sagt, dann wird bei uns die Annemiestufe 6 ausgerufen.

MUTTI: Dein Vater ist ein Witzbold. Es heißt Pandemie und nicht Annemie.

SOHN: Ist das ein Unterschied Mutti?

MUTTI: Ja natürlich, die Annemie bringt Dir immer eine Tafel Schokolade mit und wenn die Pandemie kommt, bringt die höchstens die Grippe mit.

SOHN: Aber die Annemie hat doch auch so dicke Lippen. Damit Knutscht sie mich immer ab, bäh.

MUTTI: Manchmal denke ich schon, dass bei Dir und Deinem Vater Hopfen und Malz verloren ist.

SOHN: Mutti, es hat an der Tür geklingelt.

MUTTI: Dann mach doch auf.

SOHN: Mutti, Mutti, die Pandemie ist da.

TANTE: Tachchen Anna, watt redet der Jung denn da nur?

MUTTI: Sein Vater hat ihm nur Angst eingejagt, Du könntest die Pandemie mitbringen.

TANTE: Datt is unmöglich, ich bin gerade jeimpft mit Pandemrix.

SOHN: Tante, kennst Du auch Asterix und Obelix?

TANTE: Ne, aber die hann ja auch jesagt, einmol impfen würde genügen.

SOHN: Mutti, spielen wir wieder zusammen Bundestag?

TANTE: Wie spielt me datt dann?

SOHN: Wir ernennen uns gegenseitig zu Ministern und machen dann richtigen Unsinn. Das macht immer am meisten Spaß.

MUTTI: Meinet wegen. Aber wer im Glashaus sitzt, der soll nicht mit Steinen werfen. Es gibt auch Leute, die mit Hinkelsteinen werfen.

TANTE: Aber net im eigenen Land, sondern nur hinter den sieben Bergen bei den gutten Zwergen.

MUTTI: Ich weiß wirklich nicht, warum Dich mein Mann nicht mag. Du hast doch die gleiche politische Meinung wie er.

SOHN: Was ist eine politische Meinung Mutti?

MUTTI: Das ist, wenn jemand weiß, worum es in der Politik geht, dessen Meinung aber nicht beachtet wird.

TANTE: Datt haste aber schön jesagt Anna. Ever et gibt och eine Bezeichnung dafür: Volkszorn auf Raten.

SOHN: Was ist denn nun Volkszorn Mutti?

MUTTI: Das kann Dir besser Dein Vater erklären, nachdem ich ihm gesagt habe, was ich heute mit seinem Auto gemacht habe.

4 Antworten

  1. Hallo Hans und auch alle anderen,

    erstmal ein frohes neues Jahr und das zumindest das meiste klappt, was ihr euch vorgenommen habt. Da ich nun mal ein fauler Sack bin, schreibe ich erst heute. Mann vergebe mir was auch immer. Erstmal zu dem wundeschönen Weihnachtsbild. Es ist heute etwas besonderes sowas überhaupt zu sehen. Da erinnere ich mich an meine Kindheit mit einem schlichten Tannenbaum, weisse Kerzen und Holzspielzeug unterm Baum. So sollte es ja auch sein. Ohne den ganzen Schnickschnack. Auch bedanke ich mich für die sehr netten Zeilen. Möge es nicht so schlecht kommen wie wir wissen das es kommen wird. Der Aufschwung ist in meinem Kiez schon angekommen. Eine Kaiser’s Filiale, ein alteingessenes Reformhaus, ein kleiner Kunstladen, ein EDEKA Laden und ein sog. türkischer Supermarkt haben pünktlich zum Jahresende dicht gemacht und es sollen noch andere folgen. Auch eine Apotheke sollte dichtmachen, deren Chef hat es aber geschafft, eine Finazierung aufzustellen. Da wurde ein Eckhaus an einen Holländer verkauft. Es gehörte vorher dem sog. „Bund“, also uns allen. Dieser neue Eigentümer verlangt nun eine Mietsteigerung (Gewerbemieten) vom Dreifachen bis zum Vierfachen. Halleluja, das hat doch das Merkelgesicht-oder? Das ist ja doch nur der Anfang vom „AUFSCHWUNG“.
    Kann ja noch heiter werden. Es gibt ja noch den Tempelhofer Flughafen. Da passen eine Menge Zelte rauf. Falls nicht wieder sowas wie Brot und Butter kommt. Die werden immer perverser.
    Also heisst es abwarten und lachen so oft es geht.
    Und da bin ich bei Jochen: Gratulation zum neuen kl. Dummie. Wie immer hervorragend. Das baut mich immer auf wie nichts anderes. Ernsthafte Themen humorvoll verpackt. Ich wünsch auch Ihnen ein erfolgreiches Jahr für Ihre Projekte und weiterhin ein glückliches Händchen für klein Dummie.
    In diesem Sinne

    meine allerherzlichsten Grüsse

    Jan

  2. Hallo und Prost Neujahr, Jan,

    schön, wieder mal von Ihnen zu lesen – für „Faulheit“ oder andere Gründe, die Sie vom häufigeren Schreiben abgehalten haben, müssen Sie sich nicht entschuldigen. Wir selbst erleben es gerade ja wieder einmal in Reinkultur, wie schwer es ist, allem und jedem gerecht zu werden. Wichtig ist – aus unserer Sicht – nur, dass Sie gelegentlich vorbeischauen und dann, wenn Ihnen danach ist, hin und wieder Spuren hinterlassen. Eine andere Form der Kommunikation steht uns ja leider nicht zur Verfügung. Der Kontakt und Gedankenaustausch mit Menschen wie Ihnen und Jochen bedeutet uns jedoch sehr viel!

    Beginnen möchte ich die Antwort damit, dass ich Ihnen unbedingt beipflichte, was den humorvoll verpackten, aber dennoch realen Nutzwert von Jochens „Mutter-Sohn-Gesprächen“ angeht. Deshalb sind wir ihm auch besonders dankbar, dass er sie uns zur Veröffentlichung auf dem Blog zur Verfügung stellt … umso mehr, da wir ja wissen, wie viel er derzeit um die Ohren hat und dass auch er gezwungen ist, Prioritäten zu setzen!

    Es freut uns natürlich, dass Ihnen unsere Grafikauswahl zusagt … und besonders freut es uns, dass wir in Bezug auf die Symbolkraft des Bildes einer Meinung sind. Leider (manchmal, wie im vorliegenden Fall, auch zum Glück) liegt es jeweils im Auge des Betrachters, wie er die Aussage eines Bildes oder anderer Symbole interpretiert – und wie Jochen (u. a.) an anderer Stelle zu Recht kritisch hervorhebt, leben wir in einer Gesellschaft, die zu sehr dem Konsumwahn und Statusdenken anheimgefallen ist, weshalb dann meistens auch die notwendige Bescheidenheit und Bodenständigkeit fehlt, um sich in „unsere Gedanken- und Gefühlswelt“ zu versetzen. Sehr schade …

    „Angie’s Lieblings-Kalauer“ Aufschwung … schaurig-schöne und vor allem bezeichnende Geschichte, die Sie da über die reellen Auswirkungen dieser „unendlichen Lügengeschichte“ auf Ihre persönliche Lebensumgebung zu erzählen wissen. Leider muss man das als repräsentativ für die meisten (Groß-) Städte (nicht nur) der BRD bezeichnen. Selbst in einem nur durch Eingemeindung auf knapp 40.000 Seelen aufgeblähtes „Provinznest“ (dass sich aus regionalpolitischen Gründen „Kreisstadt“ nennen darf) wie dem unseren gerät der lokale Handel und Wandel immer mehr unter die Räder des „Auschwungs nach Merkelscher Lesart“. – Besonders fatal ist das natürlich im Zusammenhang mit dem erklärten politischen Ziel der „Urbanisierung“, wodurch immer mehr Menschen gezwungen werden sollen, aus ländlichen Gebieten in die Städte überzusiedeln … es hat sich in den paar Tausend Jahren seit der „Erfindung unserer Zivilisation“ eben nichts zum Besseren verändert. Aber das hatten wir ja schon oft genug und in vielfältiger Weise zu thematisieren und aufzuzeigen versucht.

    Tja, dann warten wir mal ab, wie lange es dauert, bis auch in unserem Lande Zeltstädte für die unwiderruflich ausgesonderten und entwurzelten „Topverlierer“ der Globalsierung entstehen und damit auch die jüngste Errungenschaft der „Musterdemokratie“ über den großen Teich zu uns herüber schwappen wird. Dass es dazu kommen wird, wenn „wir uns“ nicht endlich aufrappeln und für unsere Rechte und Interessen eintreten, ist allerdings schon vorprogrammiert im weltumspannenden Netz und System der neofeudalistischen Eliten. Aber … nun ja, das ist selbstverständlich auch nur eine verschrobene und jeden Bezug zur globalen Realität entbehrende Verschwörungstheorie, nicht wahr? (ha ha ha … Humor ist, wenn man trotzdem lacht!)

    Was uns noch bleibt, ist, auch Ihnen ein gutes (besser als befürchtet verlaufendes) 2010 zu wünschen, wobei Gesundheit und persönliche Erfolgsmomente ganz oben auf der Liste jener Dinge stehen, die wir Ihnen und uns allen wünschen möchten. Was unsere persönlichen Planungen und Vorhaben fürs kommende Jahr angeht, werden wir in den kommenden Tagen noch einen separaten Artikel veröffentlichen – beginnend mit einem persönlichen Rückblick aufs vergangene Jahr.

    In diesem Sinne auch von uns die herzlichsten Grüße retour
    Hans fürs Team

  3. Hallo!
    Ich möchte hier ein paar Worte an Jan, Hans, Elke und das Amsel Team richten, aber auch an alle interessierten Leser.

    Erst einmal vielen Dank denen, die mich hier immer loben. Nehme das natürlich mit großer Freude auf. Wenn Ihr mitfühlen könntet wie es mir innerlich (oft) geht…..aber das kommt ja in gewisser Weise aus meinen Geschichten und sonstigen Kommentaren zum Vorschein. So wie Hans auch immer erwähnt, eigentlich ist ja schon alles gesagt, jetzt muss es nur noch gut da ankommen, wo es soll – beim einzelnen Bürger. Ob das 2010 besser funktioniert, werden wir ja sehen. In dieser Richtung glaube ich auch, dass es ein wichtiges Jahr werden wird. Wer nach diesem Jahr immer noch der Ansicht ist, es ist alles in Ordnung wie es läuft und man soll ruhig die anderen machen lassen, dem wird danach vermutlich wirklich nicht mehr zu helfen sein. Jetzt ist ja bereits fast schon zu spät. Aber in der damaligen DDR hatte man die Leute auch eingesperrt, überwacht und an der Grenze sogar auf sie geschossen, und heutzutage sieht man jene, die das taten, als Verbrecher an. Leider sind aber auch viele ehemalige StaSi-Mitarbeiter jetzt mitten unter uns. Für Mitläufer eines kranken Systems findet sich immer wieder eine neue Verwendung. Mitläufer bleiben eben Mitläufer.
    Ich möchte mich dafür entschuldigen, wenn ich manchmal etwas zu krasse Töne anschlage, aber meine Gefühle in Worten auszudrücken ist eine Methode, mit der ich mich selbst innerlich immer wieder zu besänftigen versuche. Und wenn es dann trotzdem noch gut ankommt was ich schreibe, freut mich das umso mehr. Denn so viele andere Freuden habe ich zur Zeit auch nicht. Aber ich freue mich darauf, wenn der Winter wieder vorbei ist und die Kälte wieder weicht. Hier scheint im Moment die Sonne. Selbst das erfreut mein Herz schon ein wenig. Ich wünschte nur, die Wärme käme etwas mehr aus den Herzen der Menschen, denn aus der Kälte des Herzens entstehen die meisten Probleme. Man sollte sich wirklich immer mal wieder fragen, wie es dem Gegenüber geht. Dann käme man vielleicht besser dahin zu begreifen, was so alles nicht in Ordnung ist und was man selbst anderen antut.
    In diesem Sinne, weil ich es hier im Blog noch nicht gemacht habe, Euch allen auch ein gutes neues Jahr. Hoffen wir mal, es wird auch eines. Wenigstens was das Aufwecken und Aufwachen der Menschen angeht.

    Liebe Grüße, Jochen

  4. Hallo Jochen,

    danke für diese sehr persönliche Wortmeldung. Ich kann hier zwar nur für uns „sprechen“, denke aber, dass Jan und andere interessiert mitlesende Besucher des Blogs unsere Meinung hierbei vollinhaltlich teilen werden.

    Es ist zwar geradezu unmöglich, sich wirklich umfassend in andere Menschen hinein zu denken oder zu fühlen, aber wenn man sich etwas Mühe gibt und bei geschriebenen Stellungnahmen oder Kommentaren auch zwischen den Zeilen zu lesen versucht, kann man wahrscheinlich bei jedem Menschen, der sich getraut seine Meinung öffentlich kundzutun, auch persönliche Erfahrungen und Verletzungen herauslesen. In Deinem Fall ist das – bspw. – für Elke und mich schon ein Stück weit einfacher, weil wir Dich im Laufe der Zeit besser kennenlernen durften. Insofern bleibt es bei unserer schon vor einer Weile gemachten Aussage, dass wir keinerlei Probleme mit Deinen Kommentaren haben – auch nicht mit jenen, bei denen Deine Gefühle und Deine nachvollziehbarer Weise gegen das System gerichteten Gedanken „etwas zu eindeutig zutage treten“.

    Warum das immer noch eine Ausnahmeerscheinung repräsentiert und im Alltag kaum anzutreffen ist, hast Du ja selbst ganz richtig dargelegt. Hier – beim Umgang der Menschen miteinander und dem Zurückstellen eigener Ansprüche zugunsten einer funktionierenden und verbesserte Zukunftsperspektiven generierenden Gemeinschaft von Menschen – liegt die herausragende Herausforderung eines umfassenden Umdenkens. Leider kann man als Einzelne/r nur den guten Willen und die Bereitschaft einbringen, die angebotenen Denkanstöße durch aktives Vorleben mit dem erforderlichen Leben zu erfüllen. Manchmal wird es aber immer notwendig sein, diese Tatsache eben auch mal mit harschen Worten herauszustellen, weil sie anders anscheinend nicht ins Denken und Fühlen (vieler) unserer Mitmenschen zu übertragen sind. – Und wenn diese Vorgehensweise auch noch mit einem gewissen Grad der „Selbsttherapierung“ oder dem Versuch einhergeht, im immer drastischer werdenden Irrsinn unserer Zeit und Gesellschaft nicht den Verstand zu verlieren, dann ist ihr Einsatz gleich doppelt gerechtfertigt!

    In diesem Sinne wünschen auch wir Dir und allen anderen „Aufgewachten“ unter unseren Leser/innen ein gutes und erfolgreiches Jahr 2010
    Liebe Grüße, Hans (fürs Team)

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