Vom unüberwindlichen Hang zum Schein, der alles Sein ad absurdum führt

Mit dem nachfolgenden Beitrag möchten wir mal einige der Gedanken in die Diskussionen der Bloggerszene werfen, die uns seit geraumer Zeit umtreiben. Viele Menschen werden sicherlich sagen, dass diese Darstellung einer subjektiven Meinung zu einem solchen Diskussionsfeld ähnlich bedeutsam ist wie der berüchtigte Sack Reis, der in China umfällt, oder auch nicht. Dem möchten wir nicht einmal widersprechen … gehen unserer Intention aber trotzdem nach, weil uns „die Sache“ trotz aller Störfaktoren nach wie vor zu wichtig ist.

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 Man ist mehr und mehr geneigt, angesichts der „Evolution“ der politischen, wirtschaftlichen, militärischen, wissenschaftlichen und nicht zuletzt auch gesellschaftlichen Realität (nicht nur, aber doch vor allem) in unserem Land in abgrundtiefe Resignation zu stürzen … Wohin man auch schaut, hört oder liest, überall wird man mit – gelinde gesagt – Halbwahrheiten und profitorientiertem Lug und Trug konfrontiert. So zum Beispiel auch in Bezug auf die gerade begonnene „Klimakonferenz“ in Kopenhagen.

Doch darüber wollen wir „nicht schon wieder“ schreiben, auch wenn es – neben der Schweinegrippe-Pandemie von der WHO (soll heißen der Pharmaindustrie) Gnaden und dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr, sowie einiger gravierender innenpolitischer Horrorszenarien aller Art – kaum ein anderes Thema gibt, das die Schlagzeilen mehr beherrscht als dieses. Unseren Beitrag dazu haben wir hier bereits geleistet und möchten diesen heute beispielhaft mit einem Artikel von Jens Berger abrunden, den man sicherlich als moderate, aber auch fundierte Gegenmeinung einstufen kann. – Besonders interessant ist das angehängte Update – ein Statement des Siemens-Chefs Löscher, das einem FAZ-Artikel entnommen wurde und die – vor allem bundesdeutsche –Geschäftemacherei hinter der Panikverbreitung „unfreiwillig“ noch deutlicher hervorhebt! – Ein wenig widersprechen müssen wir dem geschätzten „Spiegelfechter“ aber hinsichtlich der Einschätzung, dass die bundesdeutsche Rüstungsindustrie nicht in ähnlicher Weise von der generellen Panikmache profitieren würde … dass das nicht stimmt, ja auch nicht stimmen kann, ist allein daran abzulesen, dass die „drohende Klimakatastrophe“ von den federführenden Nationen und insbesondere von der BRD-Führung immer häufiger als „gravierende Sicherheitsbedrohung“ interpretiert wird. Was das erwartete „Wachstum“ betrifft, ist Jens Bergers Argumentation allerdings korrekt, wenn man sich die Entwicklung betrachtet, die da für die kommenden Jahrzehnte prognostiziert wird.

Aber ansonsten … nein, dieser Aspekt, den wir in zahlreichen Artikeln und durch noch mehr Leseempfehlungen thematisiert haben, sollte unserer Ansicht nach schon lange nicht mehr explizit dargestellt werden müssen. Die tagtäglich durch die Medien rasenden Meldungen liefern unaufhörlich neue Beweise dafür, dass es bei allem (vordergründig) eben immer um „Marktanteile und Profit“, sowie die immer gerne ins Spiel gebrachten Ziele „Sicherung von Ressourcen und geostrategischen Interessen“ geht. Dass sich hinter dieser Fassade der profanen Profit- und Machtgier aber auch andere Intentionen und Ambitionen verbergen, scheint ein Fakt zu sein, der nicht so gerne öffentlich diskutiert wird. – Auch Menschen, mit denen man ansonsten über fast alles diskutieren kann und die auch bei kontroversen Meinungen durchaus bereit sind, die Standpunkte des Gegenübers anzuhören und meistens sogar bedingt zu respektieren, reagieren bei bestimmten Themen fast schon reflexartig mit dem Argument „Verschwörungstheorie“ (VT).

 

Dass wir dies wenigstens für bedauerlich halten, haben wir vor einiger Zeit in unserem Dreiteiler „>Endzeit< – auch ohne Verschwörungstheorien offensichtlich“ (Teile 123) ausgeführt und auch zu begründen versucht. Ebenso betont haben wir, dass es unserer Ansicht nach falsch oder doch zumindest kontraproduktiv ist, „gewagte Gegenmeinungen“ mal eben so als VT abzutun, nur weil die vorgebrachten Argumente dem eigenen Weltbild respektive der individuellen Interpretation der globalen Vorgänge nicht entsprechen oder auch „nur von den falschen Leuten“ stammen. – Dieser Umgang mit „Wahrheit“ … die zunächst einmal einer subjektiven Auswertung von Fakten und dann einer Entscheidung entspricht, was man selbst für glaubhaft oder schlüssig erachten zu können/müssen glaubt … kann weder dem sukzessiven Entstehen einer universellen (uneingeschränkt gültigen und objektiv unwiderlegbaren) Wahrheit dienen, noch Mittel und Wege eröffnen, mit denen den bisher bereits zu konstatierenden Folgen der „elitären Wahrheits- und Rechtsbeugung“ ebenso entschlossen wie erfolgversprechend zuleibe gerückt werden könnten.

Unserer Meinung nach blendet auf diese Weise auch ein kritischer Beobachter des Weltgeschehens allzu leicht Teile der Realität aus, die für eine abschließende Bewertung und Definition „der Wahrheit“ unerlässlich sind. Das kann man bei diversen „Diskussionen“ im Netz und bei Partizipanten aus allen gesellschaftlichen und intellektuellen Lagern beobachten … und nicht selten führen solche Diskussionen dazu, dass man letztlich nur noch die gegensätzlichen Standpunkte (Teilmeinungen) beharkt, während alle gemeinsamen Ansichten (ebenfalls Teilmeinungen) vollends zur Bedeutungslosigkeit verkommen. – So kann schwerlich eine überzeugende und tatsächlich „der Wahrheit“ verpflichtete Gegenöffentlichkeit erzeugt werden. Eben weil mehr Facetten dessen, was wir mehr oder weniger bewusst im Schatten der von Meinungsmachern und Milliardärsmedien erschaffenen Fassaden erkennen oder vermuten, vonnöten ist, um die Geschehnisse in unserer Welt (uns selbst und anderen) umfassend erklären  zu können. – Doch genau diese Art von Gegenöffentlichkeit, die alle Ebenen des Geschehens erfasst und für die „Zielgruppe“ (= die Masse der mit dem Strom ~ Mainstream ~ schwimmenden Mitmenschen) erkennbar und verständlich macht, wird heute mehr denn je benötigt.

Weshalb? … Nun, allein die Begriffe „Vertrag von Lissabon“, „Stockholmer Programm*“ und nicht zuletzt die „politische Diskussion“ über Krisenbekämpfung (noch weiter als bisher gehender Sozialabbau zugunsten der „Leistungsträger“ und insbesondere der „Gläubiger“) oder die „Innere Sicherheit“ sollten bei kritischer Recherche mehr als genug Hintergrundwissen vermitteln, um zu verdeutlichen, dass hier nur ein gemeinschaftlicher Widerstand der Bürger/innen Europas das Schlimmste noch verhindern kann. Diesen Widerstand müssen wir zunächst aber erst einmal in der BRD aufbauen und etablieren, bevor man ihn mit kritischen Netzwerken in anderen Staaten Europas oder auch auf internationaler Ebene verknüpfen kann.

 

Allerdings stellen wir uns seit geraumer Zeit auch immer wieder die Frage, ob es wirklich im Sinne der vertretenen Sache sein kann, wenn man sich trotz aller Arten von Gegenwind … von fundierten Gegenmeinungen bis hin zur selbstverliebt arroganten und zumeist auch recht eigenwilligen Kritik einiger „Kolleginnen und Kollegen“ … und trotz des immer noch überwiegenden Desinteresses der Mehrheit unserer Bevölkerung bei dem Versuch aufreibt, lose Enden zu verknüpfen und eine solidarische Gemeinschaft von verantwortungsbewussten und kritisch denkenden Menschen möglich zu machen?

Je öfter wir uns diese Frage stellen müssen, desto eindeutiger scheint sich heraus zu kristallisieren, dass jegliches hauptsächlich über das Internet laufende Engagement auf Dauer gesehen nur scheitern kann. Und zwar an der ebenso simplen wie unbestreitbaren Tatsache, dass es sich (bisher noch) nicht im erforderlichen Maße auch ins reale Alltagsleben übertragen lässt. – Für die stereotyp auf unserer angeblichen, wahlweise Naivität oder originärer Weltanschauung zugeschriebenen „Rechtslastigkeit“ herum reitenden Besserwisser sollte hierzu mal angemerkt werden dürfen, dass wir schon seit 2005 auf diesen Pfaden wandeln und keineswegs erst seit dem Frühsommer 2008, ab dem unsere Zweckgemeinschaft und Kooperation mit der DVG besteht …

Wohin man schaut … überall wird aufgrund von mehr oder weniger hanebüchenen Thesen mehr Wert auf Abgrenzung (auch in Fällen, in denen die Protagonisten eindeutige Beweise schuldig bleiben und zudem jede Form des angemessenen Dialogs verweigern!) – „Spezialisierung“ – sehr oft leider auch mit einem unübersehbaren Drang zur überzogenen Selbstdarstellung und fragwürdigen (intransparenten) Intentionen verbunden – und letztendlich, unter anderem aus diesen beiden Faktoren hervorgehend, Vereinzelung oder bestenfalls „Grüppchenbildung“ von Menschen, die offenkundig mehr Wert darauf legen, ihre Meinung als der „Wahrheit und Weisheit“ alleinigen letzten Schluss darzustellen und dementsprechend jede anders lautende Meinung in ein (vorzugsweise rechtslastiges) Feindbild umzudeuten versuchen.

 

All diese, schon lange existierende, aber doch erst seit etwa Mitte dieses Jahres bis zum Extrem getriebene Spaltung – nicht nur, aber gerade – der Bloggerszene schlägt sich vor allem in einem kontraproduktiven Mangel hinsichtlich der Koordinierung und Gestaltung einer wirklich fundierten Kritik nieder, welche sich auch „Spitzenkräfte“ wie Frau Merkel & deren Kabinett nicht so einfach hinter den Spiegel stecken könnten.

Noch weniger ist es durch diese mehr auf Gegensätze als Gemeinsamkeiten fokussierte Vorgehensweise leider möglich,  eine echte Basisbewegung in Gang zu setzen, welche die Umsetzung der gemeinsam erarbeiteten Erkenntnisse und daraus abgeleiteten Alternativen nicht nur zu einer Aufgabe der gesamten Gesellschaft machen, sondern das Handeln zudem mehr aus dem virtuellen Raum „Internet“ in die Realität des Alltags transportieren kann. – Wie wir schon einige Male betonten, die Zeit des Debattierens und – wenn auch mitunter sehr fundierten – journalistischen Aufdeckens von „Ungereimtheiten und Unzulänglichkeiten unseres Systems“ ist endgültig vorbei … und genauso sollte da, wo die Realität keine unwiderlegbare Beweisführung zulässt, auch mit dem ewigen Spalten in „eher rechte und eher linke Standpunkte“ aufgehört werden. – Wo auch bei objektiver Betrachtung national-sozialistische und faschistische (menschenverachtende und fremdenfeindliche) Ziele hinter dem angemahnten Anschein stecken – und wo das auch zweifelsfrei nachgewiesen werden kann – muss man natürlich rigoros gegensteuern. Das bedeutet, dass man mit solchen Gruppen oder Individuen keineswegs kampagnenartige Scheingefechte führen sollte, denn „Abgrenzung“ ist da am erfolgreichsten zu gewährleisten, wo man jegliche Berührungspunkte meidet, respektive auflöst, wenn sich echte Verdachtsmomente ergeben. Alles andere erhält früher oder später nur den ebenso wenig akzeptablen Anschein des rein dogmatischen und nicht im Mindesten zielführenden ideologischen Polemisierens … von dem wiederum nur jene Herrschaften profitieren, die nicht nur unser Land mit allen in ihm lebenden Menschen mit Brachialgewalt in einen Welt-Kapitalfaschismus treiben wollen!

 

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 So viel zur Formulierung unserer individuellen Meinung …

 

 Wenn all das oben Beschriebene nicht geschieht oder konstruktiv beendet werden kann, weil es von bestimmten Personen oder Gruppen nicht gewünscht ist, werden wir unsere Konsequenzen daraus ziehen. Ob sich einige darüber freuen oder einige andere es eventuell auch bedauern würden, wenn wir unsere Internetarbeit (abgesehen von jener des Vereins) einstellen, spielt bei dieser Entscheidung keinerlei Rolle. Wir denken – auch wenn man uns bei allen diesbezüglichen Bemühungen ebenfalls nur Steine in den Weg und Knüppel zwischen die Beine wirft – dass es auch andere Möglichkeiten und Wege gibt, wie man einen konzertierten und vor allem wirkungsvollen Widerstand gegen die kapitalhörigen und rundherum imperialistischen (vor allem aber gegen die überwiegende Mehrheit der (Welt-) Bevölkerung gerichteten) Machenschaften unserer bereits in feuchten Machtträumen schwelgenden Polit- und Wirtschaftseliten zu organisieren und letztlich auch auf friedliche Weise, aber mit allem gebotenen basisdemokratischen Nachdruck einzusetzen vermag.

Ein paar der dem alltäglichen Medientreiben zu entnehmende Gründe für diese Ankündigung, die wir ohne Wenn und Aber auch umsetzen werden, wenn die letzten drei Wochen dieses Jahres ebenso chaotisch und im Endeffekt ergebnislos verlaufen sollten wie die letzten vierzehn seit Eröffnung unseres Blogs, werden wir morgen oder am Wochenende in einer neuen Ausgabe unserer etwas anderen Leseempfehlungen darlegen.

Hinzu kommt aber natürlich auch, dass wir uns als Verein vorrangig und definitiv vollkommen ideologiefrei dem aktiven Leben von Solidarität und zwischenmenschlichem Zusammenhalt im wahren Leben verschrieben haben. Das kostet die meiste Zeit des Jahres schon genug Zeit, Kraft und Energie … und zeitigt meistens auch wenigstens kleinere Erfolge, die dem eigenen Handeln einen tieferen Sinn zu verleihen vermögen …

3 Antworten

  1. Vom unüberwindlichen Hang zum Schein, der alles Sein ad absurdum führt…

    Von moltaweto | Der AmSel-Gedanke Mit dem nachfolgenden Beitrag möchten wir mal einige der Gedanken in die Diskussionen der Bloggerszene werfen, die uns seit geraumer Zeit umtreiben. Viele Menschen werden sicherlich sagen, dass diese Darstellung eine…..

  2. Vom unüberwindlichen Hang zum Schein, der alles Sein ad absurdum führt…

    Von Moltaweto | Der AmSeL-Gedanke Plus = Gemeinschaft | Mit dem nachfolgenden Beitrag möchten wir mal einige der Gedanken in die Diskussionen der Bloggerszene werfen, die uns seit geraumer Zeit umtreiben. Viele Menschen werden sicherlich sagen, …..

  3. […] erneut aufwärmen zu wollen, möchte ich (freilich ohne weitere Nennung von Namen) das Beispiel des AmSeL-Gedanken benutzen, um nicht nur zu verdeutlichen, wie sehr die „deutsche Frage die Geister scheidet“, […]

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