Gastbeitrag Rainer Weigt: 60 Jahre DGB

Wer „uns kennt“, weiß auch, dass wir Gewerkschaften und ihrem Wirken in unserer Gesellschaft außerordentlich skeptisch gegenüber stehen. Das bezieht sich, wie bspw. auch in weiten Teilen der Politik, keineswegs auf die kleine Frau und den kleinen Mann an der Basis, die mit aufrichtigem Herzblut für eine Sache streiten, über welche die Damen und Herren in den Führungsgremien meistens (und bestenfalls) immer nur flammende Sonntagsreden halten.

Denn immer noch steht das, was Gewerkschaften „leisten zu wollen“ vorgeben und das, was sie tatsächlich umsetzen, selten im Einklang mit den vollmundigen Forderungen und Ankündigungen, die sie medienwirksam verbreiten lassen. – Mehr möchten wir dazu gar nicht anführen … aber wir bitten gerade jene Menschen, die sich selbst in der Gewerkschaftsarbeit engagieren und mit dem nicht zufrieden sein können, was ihre führenden Köpfe aus dieser Arbeit machen, sich mit dem „gemeinen Volk“ zusammenzutun, um die anderweitig nicht abzustellenden Missstände gemeinsam anzugehen und am Ende auch zu beseitigen.

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In etwa in diesem Sinne verstehen wir auch die dem Artikel vorangestellte Einleitung des Autors:

Zitat Rainer Weigt:

Dieser Artikel ist ein Auftragswerk für unsere Zeitung „LinksBlick“. Ich habe diese Gratulation auch gern geschrieben, denn wo wären wir ohne Gewerkschaften?

Durch die in Anführungen gesetzten Teile will ich aber die Gewerkschaften durchaus kritisch an gute Aussagen des DGB erinnern. Wo Anspruch und Wirklichkeit nicht zusammen passen, sollte jeder selbst erkennen und zur Besserung beitragen.

Zitat Ende.

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60 Jahre DGB

Von Rainer Weigt

– Der DGB wurde am 13.Oktober 1949 in München gegründet. Der Geltungsbereich erstreckte sich ausdrücklich auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Aufnahmebedingungen waren: „Nur eine Gewerkschaft für gleiche Arbeitnehmergruppen und Anerkennung der Richtlinien des Bundeskongresses und Bundesausschusses“.

– Zuvor gab es 7 regionale Gewerkschaftsbündnisse, die sich vom 7.-9. September in Hannover auflösten.

– Gründungszweck war: „Die Zusammenfassung aller Gewerkschaften zu einer wirkungsvollen Einheit und Vertretung der gemeinsamen Interessen auf allen Gebieten, besonders in Wirtschafts-, Sozial- und Kulturpolitik“. Hans Böckler, der erste Vorsitzende des DGB betonte:

„Nicht der Wille zur Macht hat die Gewerkschaften bestimmt, sondern vor allem die Erkenntnis, dass der politischen Demokratie die wirtschaftliche Demokratie zur Seite gestellt werden muss“.

– Zu den Forderungen und Errungenschaften der Gewerkschaften gehören das 1. Mai Plakat von 1956 (ein Kind sagt. „Samstags gehört Vati mir“ als Klassiker, die Kampagnen zu Beginn der 60er Jahre für kürzere Arbeitszeiten, einem 13. Monatsgehalt und 4 Wochen Urlaub.

– Davon sollen alle profitieren: „SchülerInnen sind auf gute öffentliche Schulen angewiesen. Jugendliche brauchen gute Ausbildungsplätze und Perspektiven für ihre Zukunft. ArbeitnehmerInnen haben ein Recht auf Arbeit, von der sie anständig leben können. Arbeitslose dürfen nicht abgeschrieben werden und RentnerInnen sollen ihr Leben ohne Not genießen können“.

– Diese Ziele des DGB sind: „Durch den Rückzug der Politik und die alleinige Macht der Märkte bedroht. Besonders seit der dadurch hervorgerufenen schwersten Krise seit 80 Jahren“.

– Die Gewerkschaften drängen: „Auf Regulierung der Finanzmärkte, denn die Beschäftigten sind am Ende die Leidtragenden mit Steuererhöhungen Sozialkürzungen, Entlassungen und Lohnverlust“.

– Die gewerkschaftlichen Erfolge bisher: „Sind Ansporn für eine menschliche Gestaltung der globalen Zukunft. Der internationale Gewerkschaftsbund (IGB) soll die Zusammenarbeit fördern. Die Gewerkschaften sind die Stärke der Schwachen. Die Mitgliedsgewerkschaften des DGB stehen zu ihrer Verantwortung gegen soziale Ausgrenzung, Intoleranz, Demokratiefeindlichkeit und Rechtsextremismus aber für Solidarität auch in Zukunft“.

– Wir möchten diese DGB-Aussagen ausdrücklich unterstützen und gratulieren, auch nachträglich, herzlich zum 60. Geburtstag.

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Rainer Weigt 15.11.09

Tel. Nr. 01701515677

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