Externe Zusendung: Gedanken zum „Tag der Einheit“

Von einer bekannten Quelle aus Rostock („Eingeweihte“ werden wissen, wer damit gemeint ist), bekamen wir die nachfolgenden in Reime gefassten „Beobachtungen“, die wir nicht auch, sondern gerade als mit gefangene und mit gehangene Bürger der alten Bundesländer (im spaltungspolitischen Sprachgebrauch auch „Wessis“ genannt) sehr gerne verbreiten.

Auch hierzu – vorab – eine kurze „Durchsage in eigener Sache“:

Dass wir keine Unterscheidung nach „Ost und West“ und all den anderen „Gegensätzen“ betreiben, mit denen von oben herab (nicht nur seitens der politisch Verantwortlichen) Keile zwischen die einzelnen Bevölkerungsschichten getrieben werden, sondern sie zu überwinden versuchen, wo immer wir sie antreffen, dürfte den Stammlesern unseres Blogs bekannt sein. In mancher Hinsicht aber, insbesondere wenn es um die Wahrheit hinter den Kulissen unserer politischen Klasse sowie deren Machenschaften rings um die Wiedervereinigung und in der Folge auch im Alltag des „vereinten Deutschlands“ geht, finden wir eine „explizit ostdeutsche Faktendarstellung“ absolut notwendig und gerechtfertigt!

Vielleicht, wenn wir uns bemühen, den „anderen“ etwas besser kennen und verstehen zu lernen – wenn alle sich darin üben, die „jeweils andere Seite des Volkes“ nicht in dem Licht zu sehen, in das sie von den Oberen gestellt wird, vielleicht gelingt es uns dann eines Tages ja doch noch, als ein geeintes Volk für unsere gemeinsamen Interessen einzustehen?

Dann, ja dann wäre es vielleicht möglich, eines Tages auch einen „Tag der Einheit“ zu begehen, der diese Umschreibung auch verdient?!

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Ich sah die Leute stehen …

Beobachtungen zwischen 1989 und 2009

Von Käthe Seelig

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Ich sah die Leute stehen, am Alex war es wohl,

was morsch war sollt’ vergehen, das Land sich vorwärts drehen

… wer denkt denn da an Kohl?

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Ich hört die Leute rufen, sie riefen in zwei Stufen

… Wir sind das Volk,  e s bringt sich ein …

ein Autokorso kam vom Rhein und parkte in der Heidenstadt,

wir sind  e i n Volk, da stand es patt.

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Ich sah die Leute wählen, sie ließen sich erzählen,

es sei vorauszuse’n: s’wird keinem schlechter geh’n.

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Ich sah die Leute stehen vor Banken und vor Kassen

die D-Mark schnell zu fassen. Hei, wird das Leben schön.

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Ich sah die Leute laufen, die bunte Welt zu kaufen –

bestanden war der Test: Es boomte „Made in West“

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Ich sah die Leute ruh’n, sie mussten nichts mehr tun

im „eilig“ Vaterland: „verdienter“ Ruhestand.

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Ich sah die Leute stehen auf Ämtern und in Gängen

um einen Job sich drängen und still nach Hause gehen,

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Sandmännchen durfte bleiben und sich die Augen reiben.

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Da sah es nach der „Wende“ wie, ach die „treuen Hände“

beim Beten sich entfalten, Ost-Lichter auszuschalten.

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Denn draußen vor den Toren schon standen Investoren

und grüßen froh den Lenz ganz ohne Konkurrenz.

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„Arbeitgeber“ investieren, „Arbeitnehmer“ produzieren,

und der Staat, das weiß man schon, ist gefragt bei Subvention.

* * * * *

Doch weiter gen Osten sinken die Kosten

tief noch unter Billiglohn, na, wer bleibt denn da schon,

wenn der Weizen blüht führ höchsten Profit!

Verlor’ne Arbeitsplätze man bloß nicht überschätze!

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Der kleine Mann darf winken, die Augen voller Sand,

gut, dass er noch die Linken beim Abendgruß erkannt.

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Denn weiter, immer weiter, weit über Berg und Tal,

die Tage werden heiter, die Aktien steh’n global,

denn all das schöne Neue in Redlichkeit und Treue,

es regelt stets der Markt, dass der Profit erstarkt

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Es wuchsen in die Höhe die Fonds bei jeder Bank

und hüpften wie die Flöhe von Schrank zu Schrank.

* * * * *

Sie heckten in den Kleidern, die Taschen waren tief,

der Markt er kam ins Schleudern, so dass man Feuer rief.

* * * * *

Ich sah die Leute stehen, sie wollten gerne sehen,

wo jetzt die Flöhe sind – über Bänke(r) weht der Wind.

* * * * *

Oder hat der Unrechtsstaat, denn der ist an allem schuld,

damals schon die Drachensaat hofiert durch seine Huld?

Übt Euch, Bürger, in Geduld!

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2 Antworten

  1. Hallo,

    wenn man sich mal ein genaueres Bild über die politische Vorgeschichte zur Wiedervereinigung macht,

    hier z.B. http://www.2plus4.de/

    dann kann man nur noch staunen über die großangelegte mediale Verarsche – „von wegen wir sind das VolK“-Sprüche haben die wende herbeigeführt.

    Lange vorher schon wurde die DDR sturmreif geschossen und die Wiedervereinigung von langer Hand diplomatisch vorbereitet.

    Abschließend noch ein Danke an die Betreiber dieser informativen Webseite.

    Th. B.

  2. Ein schönes Gedicht…

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