Offener Brief zur „Hetz- und Jagdaktion“ gegen Felicia Langer

Kurze Einleitung unsererseits: Frau Langer sollte sich mal fragen, was das Bundesverdienstkreuz der „Bundesrepublik Deutschland“ wirklich wert sein kann, wenn man die letztlich auch vom Bundespräsidenten vorbildhaft präsentierte Staatsräson in Gestalt einer uneingeschränkten Unterstützung und Verteidigung „des Staates Israel“ betrachtet. – Natürlich bedeutet das nicht, dass sie sich den Hetzern und Kritikern unterordnen soll – aber sie sollte sich wirklich fragen, wem und was dieses Aufheben um ihre Person und ihre „Ehrung“ tatsächlich in die Hände spielt!?

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Den Originalartikel, der auch uns per Mail zugegangen war, übernehmen wir von SaarBreaker wo er unter dem Titel … (die zusätzlich eingefügten Links haben wir zur besseren Veranschaulichung eingebaut)

Offener Brief an den Bundespräsidenten: Schmutzkampagne gegen Felicia Lange

Und dem Untertitel:

Eine einzigartige Jagdaktion gegen Felicia Langer, in der es um ein Bundesverdienstkreuz und nicht die Kriegsverbrechen Israels geht!

… veröffentlicht wurde.

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Offener Brief an den Bundespräsidenten bezüglich der Schmutzkampagne gegen Felicia Langer:

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Köhler,
sehr geehrter Herr Ministerpräsident Öttinger,
sehr geehrter Herr Staatssekretär Wicker,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Palmer,

die Chronologie der Schmutzkampagne gegen die Menschenrechtsanwältin Felicia Langer sagt viel aus über das zionistische Netzwerk, das mit allen Mitteln versucht, Kritik an den Menschenrechtsverletzungen Israels zum Schweigen zu bringen. Rufmord ist hier das probate Mittel zum Zweck.

Die Bälle werfen sich das fanatische Netzwerk nur so zu: Nach der Veröffentlichung eines Schmähartikels auf dem Blog Lizas Welt übernehmen das Staffelholz die Pro-Israel-Lobby-Gruppe „Honestly Concerned“, der Zentralratsvorsitzende Grauer und über Henryk Broder geht’s weiter an den israelischen Kampagnenjournalisten Benjamin Weinthal*(2), dessen Empörung von dem Netzwerk so zurechtgelogen wird, als habe die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes „in Israel Empörung ausgelöst“ ! Dies zur „Wahrhaftigkeit“ all der „ehrlich besorgten Bürger“, die einem GERECHTEN Frieden nicht verpflichtet sind.

Das Staffelholz der Diffamierung wird dann von Arno Lustiger aufgegriffen, der 2005 in Frankfurt höchstselbst beim evangelischen Regionalverband intervenierte, um eine Lesung des Buches von Rupert Neudeck „Ich will nicht mehr schweigen. Über Recht und Gerechtigkeit in Palästina“ (!) zu verhindern. Der Regionalverband knickte damals ein und der Raum für die Lesung wurde prompt gekündigt. Eine bessere Werbung gab es nicht, denn die Lesung fand unter großem Zuspruch an einem anderen Ort statt. Die zur „Demonstration“ aufgetauchten drei „ehrlich besorgten Bürger“ mit kleinen Israel-Fähnchen waren so dermaßen feige, dass sie sich einer offenen Diskussion nicht stellen wollten.

Wie zu erwarten hat auch Ralph Giordano*(1) das Staffelholz der Diffamierung aufgegriffen und droht damit, sein Bundesverdienstkreuz zurückzugeben. Dies wäre jedoch auszuhalten angesichts seiner volksverhetzenden und rassistischen Ausfälle gegen den Islam und die Muslime unter dem Beifall der rechtsextremen Gruppe „ProKöln“.

Dass auch die Rückgabekampage für Bundesverdienstkreuze von Henryk Broder besorgt wird, kann man der Antwort eines gewissen Dr. Alexander Brenner entnehmen: „…Deiner Anregung, mein BVK abzugeben, kann ich schon deshalb nicht nachkommen, weil ich nicht im Besitze eines solchen bin. Ich unterstütze aber voll und ganz Deinen Vorschlag, dass bekannte jüdische BVK-Träger aus Protest gegen die Auszeichnung von Felicia L. ihre BVK’s zurückgeben sollen…

Zum Wesen der Apartheid bitte ich Sie, aufmerksam die unten angefügte Rede Ronnie Kasrils (Minister for Intelligence Services) zu lesen, die er im Juni 2009 auf der internationalen Konferenz „Re-envisioning: Israel-Palestine“ (Neue Sicht auf Israel-Palästina) in Kapstadt gehalten hat. Sein Inhalt und die Besonderheit der israelischen Apartheid „…dass kein Bantustan und nicht einmal die Townships von Flugzeugen bombardiert oder von Panzern zerstört worden sind.“ offenbart sehr anschaulich, warum die Israel-Lobbyisten auf den Vorwurf der Apartheid so hysterisch und kopflos reagieren.

Die Rede schließt mit einem Zitat von NELSON MANDELA

Die UN nahm eine entschlossene Haltung gegenüber der Apartheid ein, und über die Jahre hinweg wurde ein internationaler Konsens aufgebaut, der zu einem Ende dieses widerrechtlichen Systems führte. Wir wissen jedoch nur allzu gut, dass unsere Freiheit ohne die Freiheit der Palästinenser unvollständig ist.“ (Pretoria, 4. September 1997)

Nur durch  eine vereinigte nationale Bewegung einer entschlossenen Bevölkerung, verstärkt durch internationale Solidaritätsaktionen mit friedlichen Mitteln wie Boykott, Divestment und Sanktionen (BDS) einschließlich vieler akademischer Initiativen, wurde die Freiheit für alle Südafrikaner erlangt. Das Gleiche kann auch im Heiligen Land geschehen.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Mit freundlichen Grüßen und der Bitte, die Schmutzkampagne des oben beschriebenen Netzwerks von Feinden eines GERECHTEN Friedens mit allem Nachdruck zurückzuweisen.

Claudia Karas
Aktionsbündnis für einen gerechten Frieden in Palästina

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Quelle: http://www.palaestina-portal.eu/

Weitere Informationen:
Achtung, es wird scharf geschossen!

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Ergänzende Anmerkungen:

*(1) … interessant hier auch Herrn Giordanos Verbindung zu Dr. Udo Ulfkotte , welcher in beiden verlinkten Artikeln noch mit der umstrittenen Organisation „Pax Europa“ in Verbindung gebracht wird, von der er sich aber zur Zeit der auch auf diesem Blog kurz behandelten „Frankfurter“ Auseinandersetzung mit Jochen Hoff von Duckhome gelöst und unwiderruflich distanziert zu haben vorgab. … Nichts Genaues weiß man nicht?

*(2) … bessere und neutralere Links haben wir zu diesem Herrn in der Kürze der Zeit leider nicht finden können – interessant ist aber in jedem Fall sein „Privatkrieg“ mit Dr. Ludwig Watzal, bei dem er anscheinend nicht so sonderlich gut wegkommt, sowie die Kampagne im „Fall Künast“, an die wir uns ja alle noch erinnern können sollten?!

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Um auch mal einen ausgewogenen Artikel zu lesen, der ganz gewiss nicht von einem „Antisemiten“ oder „Israelgegner“ verfasst wurde, empfehlen wir an dieser Stelle nochmals den bei „junge Welt“ erschienenen Kommentar von Moshe Zuckermann mit dem Titel Vom Kreuz der Verdienste.

2 Antworten

  1. Gute Arbeit Motaweto!

    Von uns kommt da auch noch etwas.
    Man kann nur allgemein empfehlen, gerade mit denen die ihren Gott
    im Munde führen vorsichtig zu sein.

    Wie im glänzenden, unaufindbaren Deutschlandfunk Kommentar
    von Bettina Marx beschrieben, kommt eine Zweistaatenlösung nicht,
    bleibt nur eine Einstaatenlösung und das ist das Ende eines jüdischen Staates.

  2. Hallo DJ,

    Danke für den Kommentar und die – unserer Ansicht nach – zutreffende Einschätzung.

    Wenn man die Nachrichten – also die offiziellen und jene, die von „alternativen Beobachtern“ des Weltgeschehens im Gegensatz dazu beigesteuert werden – aufmerksam verfolgt, dann ist die Geschichte Israel – Palästina – Naher und Mittlerer Osten im Endstadium angelangt. Und so, wie die israelische „Führung“ agiert und wie von den internationalen Schutzmächten, allen voran den USA und Deutschland, darauf reagiert wird, muss man bei realischer Betrachtungsweise in der Tat davon ausgehen, dass die Eliten „auch dort“ endgültig auf einen Kollisionskurs eingeschwenkt sind, der die faktische Selbstzerstörung (natürlich nur die der nicht entschieden genug dagegen agierenden „Mitläufer“) absolut einbezieht.

    Von außen wird sich das nicht ändern lassen (Sanktionen und UN-Resolutionen sind ja seit Jahrzehnten sinnlos, weil Israel sich nicht davon beeindrucken lässt und immer dieselben „Demokratien“ dafür sorgen, dass es mit allen kriminellen Verstößen dagegen durchkommt!). Wenn etwas zum Besseren gedreht werden kann, dann nur von der israelischen Bevölkerung selbst … hier sieht es de facto keinen Deut anders oder besser aus als hierzulande.

    Nimmt man nun den Zustand unserer eigenen Gesellschaft unmittelbar vor einer definitiv so zu nennenden und zu behandelnden Schicksalswahl wie der BTW 2009, dann muss man jedoch davon ausgehen, dass es kein entscheidendes Umdenken und Aufeinanderzugehen geben wird … die Konsequenzen werden fatal sein und garantiert nicht nur Israel, Palästina und die Zivilbevölkerung „beider Staaten“ brutal treffen.

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