Gastbeitrag Rebecca E.: Sonntagsgedanken …

Leider etwas verspätet, aber deshalb nicht weniger beeindruckt und überzeugt übernehmen wir den nachfolgenden, mehr als nur lesenswerten Beitrag aus dem Partnernetzwerk! Hinzuzufügen ist ihm unserer Ansicht nach nichts mehr.

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Sonntagsgedanken: Und manchmal wünschte ich mir eine Mauer…

Von Rebecca E. | Duckhome |

Sich vom lästigen, heuchlerischen und gemeinhin schlechten Leben abschotten können, daß wünscht sich mindestens jeder Mensch einmal. Ob nun ganz privat oder im öffentlichen Leben. Viele verschiedene Gründe mag es hierfür geben. Frust über die Ignoranz verschiedener Mitmenschen dürfte der häufigste Grund sein.

Auch ich wünschte mir so manches mal ein Mauer die ich hätte um mich ziehen können. Oftmals habe ich sogar das Gefühl gehabt, daß mich irgendein Nicht-Erdling auf diesem Planeten vergessen hat und wünschte mir, daß er mich bloß endlich wieder abholen würde. Nichts desto Trotz, ich weile noch immer hier und stelle überrascht fest: Die vergangenen Jahre sind es mehr meiner Art geworden. Sie waren bestimmt schon vor ihrem Outing hier, nur fiel es mir nicht auf -vielleicht wussten sie es bis zu einem ganz bestimmten Punkt auch selber nicht. Oder aber sie hatten das geschafft was ich mir immer wieder wünschte: Die um sich herum errichtete Mauer.

Diese Mauer ist wichtig, gerade in Zeiten wie wir sie die letzten Jahre erlebt haben und immer noch erleben. Doch es gibt einen Zeitpunkt diese Mauer einzureißen. Einen Zeitpunkt an dem man sich öffnen und sich auf den Weg begeben muß Gleichdenkende zu finden. Warum das so wichtig ist? Nun -welcher Mensch ist schon gern über Jahre hinweg gern allein und auf sich gestellt? Wir leben in einer Art Abhängigkeit zueinander. Das beginnt beim täglichen Erwerb von Nahrungsmitteln und endet nicht einmal mit unserem Tod. Wer räumt hinter uns auf, wenn wir nicht mehr sind? So müssen wir uns zu Lebzeiten mit anderen mindestens arrangieren sonst überzieht ein Fäulnisgeruch die Erde.

Die vergangenen Jahre stank es schon fürchterlich. Jeder war auf sich besinnt, allerhöchstens noch die eigene Familie mit einschließend. Darüber hinaus gab es kaum eine Wirklichkeit, kaum ein Zusammenhalt, kaum Hilfe und wenn, dann nur für eine Gegenleistung -die meist finanzieller Natur war. Profit stand an erster Stelle. Doch ich habe das Gefühl, daß sich etwas geändert hat, oder zumindest auf dem Weg ist sich zu verändern. Und damit dies nicht wieder einschläft, ist es wichtig Mauern einzureißen wo nun andere -wegen des Profits -versuchen sie zu errichten. Sie haben gelernt, daß Mauern Menschen voneinander trennen und sich diesem Kampf nun verpflichtet, denn nur wenn die Menschen entzweit sind lassen sie sich lenken -jede Gruppierung für sich einem bestimmten Gedankenkollektiv unterstellen: aufteilen in „Gute“ Menschen „Schlechte“ Menschen. Harmonie wäre pures Gift für den Profit. Nach ihrem Gutdünck darf es sie nicht geben. Sie setzen auf die gegenseitige Abhängigkeit. Gutes kann nur durch Schlechtes profitieren -deswegen muß „Schlechtes“ immerwährend existieren, im Zweifelsfalle muß es künstlich erschaffen werden.

Ein einzelner Mensch der sich abschottet, der der Wirklichkeit versucht zu entkommen, ist irgendwann antastbar. Eine Gruppe, die sich abhebt von der Kollektivgesellschaft der Abgeschotteten -eine Gruppe, die sich mit ihren Gedanken zusammenschließt und immer mehr Anhänger findet -nicht aufzuhalten, nicht zu lenken.So ergibt es sich, das aus einem Einzelnen nach und nach Tausende werden, wenn man feststellt das man nicht alleine ist!

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