Kommentar zum und an den Eifelphilosophen

Es ist schon interessant, wie welt- und realitätsfremd so mancher Mensch sein kann, der sich vollmundig als systemkritisch bezeichnet … das war der erste Gedanke, der mich beim Lesen des merkwürdigen Pamphlets des oben genannten Autors überfiel.

In seinem Artikel bezeichnet er mich – und über mich die Volksgewerkschaft, indirekt sogar das Partnernetzwerk – mal eben so als Nazi(s). Auch wenn er es „intelligenter“ formuliert und irgendwann auch eingesteht (wohl kaum ernstzunehmend), dass er sich eigentlich kein Urteil bilden kann, da er weder mich noch meine Intentionen persönlich kennt.

Natürlich bedient er sich, immer hübsch Zitate aus dem Gesamtzusammenhang reißend und seiner offenkundigen Absicht entsprechend zurechtbiegend, der altbekannten Praxis der „braunen Schlagworte“. Dabei missachtet er nicht nur geflissentlich, dass meine Argumente belegt werden (nicht selten durch bekannte jüdische Stimmen) und die von ihm wieder mal zu neuem Leben entwickelte Gleichmachung zwischen Antizionismus und Antisemitismus so absurd ist wie nur was. Bezeichnend ist auch, dass er als Beleg für seine profunde Expertenmeinung ausgerechnet den einschlägigen Artikel der deutschen Wikipedia anführt (dass zwischen dieser und der US-amerikanischen Version nicht nur, aber auch in diesem Zusammenhang Welten klaffen und mehr als nur berechtigte Kritik an der „politisch korrekten“ Machart des deutschen Online-Nachschlagewerks geäußert wird, stört ihn offenkundig nicht im Mindesten).

Nein, er maßt sich auch an, anderen Menschen „historische und methodische Bildung“ abzusprechen und ihnen zu unterstellen, es mangele ihnen an „vernetztem Denken, um zu sehen, wie Braun es langsam wird“.

Mir ist die Zeit zu schade, um mich länger als unbedingt notwendig – und diese Erwiderung sehe ich keineswegs wegen meiner Person als notwendig an, sondern wegen der Ziele, für die viele andere und eben auch ich einzutreten versuchen (und die haben herzlich wenig mit dem zu tun, was der geschätzte Herr Eifelphilosoph hier zusammenschreibt!), mit einer Detailkommentierung des Machwerks aufzuhalten, aber ein paar besonders interessante Stilblüten möchte ich doch noch herauspicken, um zum Nachdenken darüber anzuspornen, wie ernst man seine Analyse meiner Texte und des Zustands in unserem Lande nehmen kann.

Zitat:

Die Väter des Grundgesetzes werden wohl eher der Meinung gewesen sein, sie hätten autark gehandelt … und die Besatzungsmächte waren dringend notwendig, um sich gegen „Werwolf“-Attacken zur Wehr zu setzen, sonst würde man heute wohl noch kein Grundgesetz … aber mehr Leichen haben.

Zitat Ende

… nun schön, dann würde ich dem Schreiber und seinen Lesern doch dringend ans Herz legen, sich noch einmal mit der sowohl als Audioaufzeichnung wie auch als PDF-Dokument überlieferten Rede von Carlo Schmid vor dem Parlamentarischen Rat zu befassen. Hier wird das sehr eindeutig widerlegt, wie sicherlich nicht nur ich finde. – Was die Notwendigkeit der Besatzungsmächte angeht – insbesondere im Zusammenhang mit „Werwolf-Attacken“ – empfehle ich ganz unaufdringlich, sich noch mal mit Themen wie „Gladio“ und dem „westlichen Schutzwall“ gegen den bösen Kommunismus zu befassen (hier findet man reihenweise verdiente Mitglieder des Naziregimes – insbesondere der Wermacht, die von den westlichen Siegermächten, allen voran den USA, als besonders geeignet für diese Aufgabe ausgewählt wurden!). – Noch weitaus bedenklicher ist jedoch, dass er hiermit alle Fakten übergeht, die auf diversen Gebieten bezüglich des eklatanten Betrugs zusammengetragen wurden, welche die „verantwortliche politische Klasse“ rund um und mit der Pseudo-Wiedervereinigung am eigenen Volk begangen hat … wäre ich ein notorischer Skeptiker und würde diese Tatsache alleinstehend betrachten, könnte ich schon zu der Meinung gelangen, dass dies hinsichtlich der wahren Ansichten des Herrn Eifelphilosophen eventuell tief blicken lassen könnte! — Bin und tue ich aber nicht!

Zitat:

Vielleicht möchte ich deshalb lieber amerikanische Soldaten in Deutschland behalten? Mal überlegen … …also gegen Nazis waren die doch ganz effektiv und ok, oder?

Zitat Ende

… wirklich überzeugend, finden Sie nicht auch? Es wird mal eben komplett ausgeblendet, wie leicht es gewissen, ganz sicher nicht unschuldig mit gezerrten oder ahnungslos am Rande stehenden Unternehmen, Politikern, „Wirtschaftsexperten“, Wissenschaftlern (die mitunter ganz gezielt angeworben oder notfalls auch entführt wurden, um ihr „schändliches Werk“ als Marionette der Siegermacht mit neuen Mitteln und neuer Glorie fortzusetzen!), Juristen jeglichen Ranges und anderen „staatstragenden Fachleuten“ mehr gemacht wurde, ihr tiefbraunes Mäntelchen gegen ein schwarz-rot-goldenes oder eines à la Stars and Stripes einzutauschen. Ich denke nicht, dass man das vertiefen muss, da auch „in der Öffentlichkeit“ genug Informationen über dieses Thema verbreitet wurden, wann immer es einem Teil des „neuen Systems“ in den Kram passte, ein Mitglied des anderen Teils bloßzustellen. Und, man höre und staune, sogar in der Wikipedia wird das zumindest teilweise ganz offen eingestanden.

Zitat:

Das Europa der Nationalstaaten … braucht niemand mehr. Weder die Konzerne … noch die Bürger. Das war historischer Sondermüll, hüben wie drüben.

Zitat Ende

… ist schon geradezu bezeichnend für den gesamten Inhalt des Artikels vom Eifelphilosophen und ein typisches Beispiel für „intellektuelle Schwarz-Weiß-Malerei“, wenn hier mit der „Nationalismuskeule“ gearbeitet wird, obwohl sehr angesehene Rechtswissenschaftler und andere mit dem System vertraute Personen klipp und klar betonen, dass die Aufgabe der Nationalstaaten der EU-Diktatur Vorschub leisten und ihre Vervollkommnung besiegeln würden.

Genau wie der sicherlich aus guten Gründen – und anders als ich – auf seine Anonymität pochende Autor hier mit ausgewählten und mittels Zitaten zerhackstückten Artikeln meinerseits verfährt, wird in diesem Land, in Europa und der gesamten Welt seit Jahrzehnten Desinformation und Volksverdummung betrieben. – Aber auch ich will ja nicht spekulieren, sonst käme ich am Ende noch zu der Schlussfolgerung, dass dieser selbsternannte Philosoph mit seinem Hetzartikel in Wahrheit ganz andere Ziele verfolgen und „Rechnungen zu begleichen“ versuchen könnte.

Es ist mir aber letztlich egal, was er denkt und aus „guten staatsbürgerlichen Gründen“ über andere Menschen in die Welt setzen zu müssen und zu dürfen meint … ich baue nach wie vor darauf, dass andere Menschen differenzierter mit meiner Meinungsäußerung umgehen und demzufolge auch erkennen werden, dass man manchmal eben auch „unschöne, die politische Korrektheit verletzende und auf verbotene Zusammenhänge der Weltgeschichte hinweisende“ Worte benutzen muss, wenn man sich nicht länger von der Allmacht des von oben diktierten Meinungsmainstream klein halten und in diesem Land mehr bewegen möchte, als nur von Zeit zu Zeit pseudo-systemkritische Artikel zu verfassen.

Noch wichtiger ist mir, dass sich die Menschen, die mich besser kennen sollten als dieser Herr, von so einem Bockmist nicht verunsichern lassen … aber dazu ist in der Regel nicht mehr notwendig als ein kurzes Gespräch und eine Rückversicherung, dass ich immer noch derselbe Mensch bin, als den sie mich kennen und hin und wieder sogar schätzen gelernt haben, egal was gewisse, sich zusehends häufiger selbst diskreditierende Herrschaften so von sich geben zu müssen glauben.

7 Antworten

  1. „Man greift immer nur denjenigen an, der den Ball hat“ – und wer hier am Ball ist, dies weiß wahrscheinlich auch derjenige, der ihn nun mal nicht hat.

    Der gesamte „Artikel“ (wenn man das so bezeichnen möchte) des „Eifelphilosoph“ kann ich nur als typische Bordsteinschwalbe des Systems erkennen.*

    Während jeder Deiner Aufsätze als entscheidendes Tor (angegriffen wird, wer den Ball hat) gewertet werden muss. So wird auch jene Perspektive aus der „Eifel mit Zweifel“ – eines von der Strafbank aus blickenden Dummschwätzers deutlich, doch dafür nicht weniger lachhaft.

    Was für ein „Held“…

    … vielleicht im nächsten Leben.

    Ich kann Deine Reaktion nur allzu gut nachvollziehen. „Sowas“ gehört ignoriert, PUNKT. Wer Dich und Deine herausragende Arbeit kennt, versteht und zu schätzen weiß, der hat irgendwann sogar Mitleid mit solchen Schlafwandlern.

    Mit besten Grüßen

    Andreas Helten

  2. Hallo Andreas,

    danke für Dein Verständnis bezüglich meiner an sich überflüssigen, mir aber doch durch die selbst übernommene Verantwortung für Andere und Anderes aufgezwungene Reaktion und den Kommentar.

    Zu der Passage mit *Sternchen* liefere ich spätestens morgen auf alternativem Wege noch eine Erklärung nach.

    Beste Grüße retour

    Hans.

  3. Über alles Geistige und Intellektuelle, über Philosophie und Theologie erhaben ist die Hilfsbereitschaft von Mensch zu Mensch, die Aufgabe Bruder bzw. Schwester zu sein.

    Albert Schweitzer

    Das einzige wichtige im Leben sind die Spuren von Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen.

    Albert Schweitzer

    Wer macht den ersten Schritt?

  4. Hallo G.G.,

    danke für die wahren und zweifelsohne weisen Worte – ich möchte Ihnen da vorbehaltlos beipflichten. Allerdings habe ich die mir möglichen Schritte bereits unternommen, so dass ich hoffe, dass hier in absehbarer Zeit wieder Ruhe einkehren wird.

    Beste Grüße
    HDZ

  5. Partnernetzwerk: Kommentar zum und an den Eifelphilosophen…

    In einem Artikel bezeichnet Eifelphilosoph unser Partnernetzwerk-Mitglied Hans –D. Zarin und seine Aktivtäten bei der Volksgewerkschaft und indirekt auch alle anderen Mitglieder des Netzwerk, kurzerhand als Nazis. Dieses werden wir so nicht im R…

  6. […] möchte mich meist nicht streiten, dies ist mein Problem… Aber was abgelaufen ist, zwischen Netzwerkern und Eifelphilosophen, nein , das gefällt mir nicht! Und die zivile Art zu Diskutieren aus der […]

  7. @all

    Es ist zwar bedauerlich, aber wahrscheinlich unvermeidbar: wenn man Toleranz und Meinungsfreiheit einerseits einfordert, dann muss man es auch hinnehmen, wenn andere dieses Recht für sich selbst in Anspruch nehmen und von Fall zu Fall subjektiv auslegen. (Ich darf aber freundlich darauf hinweisen, dass diese Feststellung keine Einbahnstraße sein kann, oder?)

    Dennoch bleibe ich bei meiner hier …

    https://moltaweto.wordpress.com/2009/07/11/achtung-wichtig-aktion-kehrwoche-%E2%80%A6-fur-deutschland/

    bereits getroffenen und veröffentlichten Feststellung / Entscheidung. Die darin gemachte Aussage hinsichtlich „Besorgnis und Zweifeln“ sowie dem kürzesten und direktesten Weg zu einer beides zerstreuenden Aussprache halte ich auch der von mir ebenso aufrichtig wie außerordentlich geschätzten Absenderin des letzten Trackbacks entgegen, ohne ihr deswegen Vorwürfe machen zu wollen.

    Die Sache wurde dadurch zwar wieder aus der Versenkung hervor geholt, in die ich sie zugunsten wirklich wichtiger Dinge und Ziele zu verbannen versuchte, aber da ich mir ohne Frage einen Teil der Schuld für eine abstruse Eskalation anzurechnen habe, nehme ich das – nicht stillschweigend, aber doch einsichtig – so hin.

    MfG
    HDZ

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