Gastbeitrag Rebecca E.: Wenn Jesus das geahnt hätte …

An Stelle einer sonst bevorzugt benutzten eigenen Einleitung möchte ich heute ausnahmsweise einmal eine Meinungsäußerung der Autorin vorausschicken, die sich mit meiner Anschauung fast deckt:

Das Dogma der Selektierung nennt sich: „Religionsgemeinschaft“ – am Beispiel Bibelschule Brake

Dazu meine Gedanken aus religiös-belegbarer Sicht.
Kurze Selbsterklärung:
Ich bin weder einer Religionsgemeinschaft zugehörig, noch verstehe ich mich als Gläubiger im Sinne irgendeiner Religion. Ich bezeichne Religionen als
rückwärtsgewandt im Sinne der Wortherkunft, jedoch nicht im Sinne des Wortgebrauchs. Herkunft und Gebrauch unterscheiden sich in soweit wie sie gegenteiliges – vom direkten Handeln her – beinhalten. Rückwärtsgewandt im Sinne der Wortherkunft wäre für mich der korrekt begangene, neutestamentarische Weg Jesus ohne Ausreden und Alibisuche. Der heutige Wortgebrauch steht dem jedoch entgegen. Aus diesem Grunde weigerte und weigere ich mich auch in Zukunft irgendeiner Religion beizutreten, was aber nicht gleichzusetzen mit Atheismus ist.

Kurze Ergänzung HDZ: mit dem Begriff „Atheismus“ habe ich so meine Probleme … im Dialog mit gläubigen und fanatischen (hier besteht für mich ein gravierende und für die „nur gläubigen“ Christen sprechender Unterschied) habe ich mir angewöhnt, mich als „gläubigen Atheisten“ zu bezeichnen … die einen (siehe oben) begreifen, wie das von mir gemeint ist und respektieren meine Ansichten, die „so unchristlich“ gewisse nicht sind, die anderen lehnen diese Wortwahl inklusive der dahinter stehenden Bedeutung als „unvereinbar mit ihrem Glauben“ kategorisch ab … mache sich jede/r einen eigenen Reim darauf…

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Wenn Jesus das geahnt hätte …

Von Rebecca Evan | Duckhome |

Es geht nicht um Jemen, es geht nicht um DIE Religion. Das Alleinstellungsmerkmal JEDER Religion ist der Glaube an eine höhere Macht die man weder beschreiben, noch nachweisen kann. Laut der Bibel darf man das auch nicht. Man soll sich kein Bildnis Gottes machen und man soll den Namen Gottes nicht missbrauchen. Doch beinahe täglich geschieht dies -tausendfach, millionenfach..

Die Verantwortlichen für die Praktika, in einem wo durch auch die zwei jungen Frauen aus der Gemeinde Calberlah ihr Leben lassen mussten, tun just in diesen Tagen genau dasselbe. Die christlichen Jünger schließen sich ihnen an, das lässt sich auch in den Kommentaren von Jochen Hoffs Artikeln beobachten.

Im Namen Gottes durch die Welt.
Unweigerlich stellt sich mir die Frage „Hat sich Gott an sie gewandt und ihnen diesen Auftrag gegeben?“ Sie tun dies in ihrem Glauben daran, selbstaufopferisch wie einst Jesus von Nazareth, Gutes zu tun. Doch wer bestärkt sie in ihrem Glauben und warum muß man dazu in ein Krisengebiet, wo es doch auch gerade in der mittelbaren und unmittelbaren Nachbarschaft an jeder Ecke kriselt? Ist das Leid des Nachbarn weniger Aufopferung wert? Helfen wo Hilfe gebraucht wird. Hat Jesus Unterschiede zwischen Hilfebedürftigen macht?

Nein. Er unterschied nicht zwischen dem Blinden und der Hure, er unterschied bei der Gabe seiner Hilfe nicht zwischen einem Schuldigen und einem Unschuldigen. Nicht ein einziges mal versagte er seine Hilfe gegenüber Andersgläubigen. Vor ihm war jeder Mensch gleich. Er verurteilte und urteilte nicht. Auch sagte er nicht, daß Gott ihm diesen Hilfsauftrag befohlen hat. Er tat es, weil er es für aufrichtig hielt. Gott diente ihm nicht als Schuldiger und nicht als Alibi.

Was meint das Wort „Gemeinde“?
Eine Gemeinde ist eine „Gemeinschaft“ in einem gesellschaftlichen Gebilde. Ein Zusammenschluß einzelner Individuen mit ähnlichen oder gleichen, sprich „gemeinschaftlichen“ Zielen. Diese Ziele können vielfältiger Natur sein. Eine Religionsgemeinde, wie wir sie heute als solches bezeichnen, gab es jedoch zurzeit Jesu nicht. Dieser Begriff entstand erst viel später – als man selektierte, als man Unterschiede manifestierte.

Diese manifestierten Unterschiede sind es, die heute Diskussionen auslösen. Sie sind es, die Diskriminierungen möglich machen. Sie sind es, die uns darüber Auskunft geben wer es wert ist Hilfsleistungen zu beziehen. Ein „Böses und Schlechtes“ wird zum Dogma. Und das Dogma nennt sich „Politik“, es hat nichts mehr mit dem Glauben zu tun wie ihn Jesus täglich ausübte. Dieses Dogma, diese Politik, ist nicht im Sinne Jesu. Jeder der sich dem Dogma hingibt und seinen Glauben dafür Pate stehen lässt ist nicht mehr als ein Heuchler und Ausbeuter. Und damit man sich nicht selbst entlarvt oder entlarven lassen muß, wurde uns ein Argument an die Hand gegeben: Jesus starb für unsere Sünden, auch für zukünftige, die wir zum Zeitpunkt des Todes Jesu noch nicht begangen.

Legitimiert dieses Argument jedweden Fehler? Auch die, die wir bewusst begehen? Definitiv NICHT. Denn wenn wir nicht erkennen, daß wir einem Dogma anhaften, werden wir uns davon nicht lösen können und Jesu wäre einzig für unsere Fehler gestorben. Ein sehr unmoralisches und universelles Alibi.

2 Antworten

  1. Sechs Gleichungen mit neun Unbekannten:

    (001) Wer die Erklärung dieser Worte findet, wird den Tod nicht schmecken.

    (044) Jesus sagte: Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel.

    (055) Jesus sagte: Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein.

    (105) Jesus sagte: Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden.

    (106) Jesus sagte: Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: „Berg, hebe dich hinweg!“, wird er verschwinden.

    (113) Seine Jünger sagten zu ihm: „Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?“ Jesus sagte: „Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: „Siehe hier oder siehe dort“, sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht.“ ***

    Sinnvolle Lösung:

    Mutter = Summe aller Ersparnisse
    Hure = Finanzkapital
    Brüder und Schwestern = Sachkapitalien
    Berg = Rentabilitätshürde
    Tod = Liquiditätsfalle
    Vater = Kreditangebot
    Sohn = Kreditnachfrage
    heiliger Geist = umlaufgesichertes Geld
    Königreich = Natürliche Wirtschaftsordnung

    Selbst wenn wir uns nur auf die obigen sechs Gleichnisse aus dem Thomas-Evangelium beschränken – existiert noch eine andere Möglichkeit, diese sinnvoll zu interpretieren? Und wie hoch ist die Restwahrscheinlichkeit für eine alternative Interpretation, wenn 10, 20, 50, 100 Gleichnisse auf die gleiche Art einen Sinn ergeben?

    Wenn wir diese eine sinnvolle Interpretation als richtig ansehen, war der Prophet Jesus von Nazareth das größte Genie aller Zeiten, und er entdeckte tatsächlich die einzig denkbare Möglichkeit, wie Menschen wirklich zivilisiert zusammenleben können: das Grundprinzip der absoluten Gerechtigkeit als Basis für die ideale Gesellschaft.

    Wäre Jesus dagegen nur der moralisierende Wanderprediger gewesen, zu dem ihn die „heilige katholische Kirche“ machte, wüssten wir heute nicht einmal, dass es jemals einen Propheten dieses Namens gegeben hat! Denn die „Moral“ ist eine irrelevante Größe: solange es möglich ist, einen unverdienten Knappheitsgewinn auf Kosten der Mehrarbeit anderer (Frucht vom Baum der Erkenntnis) zu erzielen, weil eine fehlerhafte Geld- und Bodenordnung die Gesellschaft zwangsläufig in Zinsgewinner und Zinsverlierer unterteilt, wäre selbst dann, wenn alle Menschen grundehrlich und auch noch hyperintelligent wären, der nächste Krieg – zwecks umfassender Sachkapitalzerstörung – unvermeidlich. Andererseits: sind – durch eine konstruktive Geldumlaufsicherung und ein allgemeines Bodennutzungsrecht – leistungslose Kapitaleinkommen eigendynamisch eliminiert, bedeutet es prinzipiell das Beste für alle, wenn jeder Einzelne nur das Beste für sich anstrebt. Der Moralbegriff löst sich auf.

    Der Krieg konnte nur solange der Vater aller Dinge sein, wie es noch keine Atomwaffen gab!

    *** „Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat.“

    Silvio Gesell, Herbst 1918, Vorwort zur 3. Auflage der NWO

  2. Hallo Herr Wehmeier,

    vielen Dank für diese interessante Sichtweise. Ich bin zwar nur der „Vermittler“ der im Artikel dargestellten Ansicht, aber ich teile sie weitgehend, so dass ich Ihre Seite hier als Informationsquelle für weitere Recherchen zur Thematik weitergeben möchte …

    http://www.deweles.de/

    MfG
    HDZ

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