Israel / Gaza quo vadis? … Und Gedanken über „Gott und die Welt“

Vergleichsweise lange habe ich mich zurückgehalten, aber mittlerweile nimmt dieser menschenverachtende und an psychopathisch-arroganter Verblendung seitens der unantastbaren israelischen (westlichen) Sichtweise nicht zu überbietende Irrsinn (doch) immer (wieder neue) unfassbarere Formen an. Natürlich – ginge es nach unseren „systemrelevanten“ Milliardärsmedien – weitestgehend ohne Öffentlichkeit hierzulande …

Es würde definitiv zu weit führen und meine derzeitigen physischen und psychischen Möglichkeiten übersteigen, wollte ich dazu einen eigenen Artikel schreiben und in diesem meine exakte umfassende Meinung wiedergeben. Dafür sind auch meine sich gegenseitig jagenden Gedanken zu wild und lassen mich nicht mehr zur Ruhe kommen, wenn ich einmal zugelassen habe, dass sie sich in geschriebene Worte übergehend verselbständigen …

Statt dessen greife ich lieber auf einige wenige Artikel von Seiten zurück, deren Ansichten ich weitreichend teile und die zumindest einige Teilaspekte dieses abartigen, alle „westlichen Mächte“ auf gewohnte Weise mehr oder weniger vereinigende Schauspiel menschlicher Entartung und krankhafter Selbstüberschätzung oder Selbsterhöhung hervorragend herausgearbeitet haben. Und ich möchte zuvor schon anmerken, dass sich mein Denken und Empfinden dabei nicht alleine um die „Konfliktsituation“ in Palästina rankt …

Zum Einstieg möchte ich einen Artikel vom GedankenVerbrecher empfehlen … Shalom Palästina … weil er sich dem Thema mit einer gewissen historisch und „religiös“ (hier ist und bleibt man meiner Ansicht nach dazu gezwungen, den Konflikt zuvorderst ideologischen Grundlagen zuzuordnen, denen der religiöse Anstrich von interessierter Seite lediglich übergestülpt wird!) distanzierten Herangehensweise annähert. Bezeichnend ist, dass die vom Autor angegebene (Schweizer) Quelle natürlich der Kategorie der Holocaustleugner und Geschichtsrevisionisten zugeordnet und auf Betreiben einer weithin bekannten „pro-israelischen Seite“ in Deutschland (Berlin) wegen angeblicher entsprechender Vergehen angezeigt wurde. – Sowohl die Quelle der Empörung als auch die Argumentationslinien, die zur Begründung mitgeliefert werden, erinnern mich leider sehr an die bekannte israelische (zionistische!) Propaganda. Interessant ist vor allem, dass den „rechten Revisionisten“ sozusagen die Infiltrierung von Foren und deren systematische Störung nachgesagt wird … nur mal so in den Raum hinein gefragt: kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor – gerade im Zusammenhang mit dem „Gaza-Konflikt“ oder auch der „Atomkampagne“ gegen den Iran?

Werfen wir einen Blick auf den „alltäglichen Wahnsinn“ – zum Beispiel (hier ein herzliches Dankeschön an unsere Partnerseiten Womblog und Gegenmeinung) mit Hilfe eines Beitrags von John Pilger, der im Original auf der Seite Antiwar.com sowie in einer deutschen Übersetzung bei Antikrieg.com veröffentlicht wurde. Dieser Artikel beginnt mit dem Tod eines sieben Monate alten palästinensischen Babys, das in einem israelischen Krankenhaus hätte überleben können … lesen Sie selbst, warum dieser humanitäre Akt nicht zugelassen wurde und auch, wie man den realen Alltag in Gaza gerade im Kontext mit der viel gerühmten Obama-Rede in Kairo verstehen muss. Der Artikel gibt mehr als nur einen Überblick über die tatsächliche Situation im Nahen Osten und ergänzt dies noch mit klaren und zutreffenden Analysen hinsichtlich des „Bemühens“ der westlichen Welt unter Führung der USA „um eine gerechte und friedliche Lösung des Konflikts“ …

Mit voller Absicht und ganz bewusst stelle ich diesem Artikel den Beitrag Der Ton macht die Musik von Uri Avnery gegenüber … die Meinung eines Mannes, den ich meistens sehr schätze und den sich die israelische Bevölkerung durchaus als Vorbild erwählen sollte. Aber das, was er hier über Obamas Rede und ihre tiefere Bedeutung schreibt, scheint mir doch arg dem Prinzip zu entsprechen „hier ist der Wunsch Vater des Gedanken“. Avnery hält unverkennbar große Stücke auf Obama, was im direkten Vergleich mit dem, was die israelische Politik vorzuweisen hat, ja noch verständlich anmuten mag – aber mit realistischer Beachtung der machtpolitischen Realitäten in der Welt weist diese Zuversicht meiner Ansicht nach keine begründeten Berührungspunkte auf … es sei denn, alle diejenigen, welche Obama mit erhöhter und aus gesunder Skepsis erwachsender Aufmerksamkeit beobachten, und bislang zu einer gänzlich anderen Ansicht gelangt sind, würden mit ihrer Einschätzung kolossal daneben liegen? – Denn wie sieht es denn unmittelbar nach Obamas historischer „Wenderede“ im Nahen Osten aus?

Bezeichnend dafür ist, neben dem vorausgegangenen Bericht von John Pilger, auch eine Meldung, die uns Rebecca E. (Duckhome) übermittelt hat und die ich nicht weiter kommentieren möchte … ich erinnere lediglich an den Menschenrechtler Ezra Nawi (nochmals Dank an URS1798) und spare mir weitere Ausführungen —> Meldung Indymedia von heute morgen.

„Interessant“ sind auch die Informationen, die man (leider nur in Englisch) über die Seite von B’Tselem, die israelische Menschenrechtsorganisation finden kann … oder auch zwei aktuelle Meldungen von Press-TV über israelische Aktionen gegen friedliche Demonstranten und Bombenattacken gegen „Waffen-Schmuggler-Tunnel“ an der ägyptischen Grenze, die auf erneuten Raketenbeschuss aus Gaza (offenbar ohne Wirkung!) erfolgten und demzufolge getrost als Racheakte definiert werden können (frei nach dem „biblischen Motto“: Auge um Auge – Zahn um Zahn, bis alle blind und zahnlos sind?)

Ich denke, mehr verlinkte Beispiele sind gar nicht nötig, um die Situation im Nahen Osten nachvollziehbar darzustellen. Zusammenfassend muss man höchstens noch hinzufügen, dass die israelische Seite keinerlei Interesse daran hat, sich mit ihren militanten Siedlern und anderen „unversöhnlichen“ Interessengruppen anzulegen (die unzweifelhaft auch entsprechend starke und mächtige Fürsprecher im Ausland haben) und demzufolge keine Zwei-Staaten-Lösung erreicht werden kann. Die Verhinderung dieser uralten, durch die Weltgemeinschaft mit getragenen und durch mehrere (wirkungslose) Sanktionsversuche untermauerten Forderung ist letztlich der vorrangige Grund für die illegale und völkerrechtswidrige Siedlungspolitik.

Da eine Ein-Staaten-Lösung unter einer rechtsextremen Regierung wie der derzeit bestehenden ebenso wenig denkbar ist, muss man angesichts der aktuellen Situation schon klar und deutlich sagen, dass Obama für die Hardliner in Tel Aviv und den USA (nicht zu vergessen in den erlauchtesten Kreisen Großbritanniens) sicher nicht der eindrucksvolle „Wandel bringende Messias ist“ – auch wenn bspw. Uri Avnery meint, dass die pro-israelische Lobby unter diesem Präsidenten (den er wieder einmal als den „mächtigsten Mann der Welt“ titulierte) weniger Einfluss haben würde als unter Bush und seinen Vorgängern.

So lange Israel zu den stärksten Atommächten des Planeten gehört und jedes drohende Fingerwackeln der Welt im betonierten (und wohl auch noch zutreffenden) Wissen seiner Bedeutung für die nicht offiziellen, dafür aber wirklich mächtigen Zirkel der Weltelite ignorieren kann, wird sich an der Situation im Nahen Osten insgesamt und für das palästinensische Volk insbesondere nichts ändern. – Zwar werden nicht nur die Stimmen jüdischer Kritiker lauter, sondern auch der Einsatz von israelischen, palästinensischen und internationalen Kämpfern für einen gerechten Frieden immer aufwendiger, aber wie brutal und gleichzeitig scheineilig die Israelis – die Polizei, das Militär und erst recht rassistische Politiker wie Lieberman und Co. mit diesem berechtigten Protest umgehen, sieht man ja praktisch Tag für Tag aufs Neue … und dass diese Unterdrückung eines berechtigten und friedlichen Einsatzes für ein Ende von Isolation, Apartheid und völkerrechtswidrige Landnahme (und noch allerlei Dinge mehr, die jedem anderen Land außer Israel und den USA zweifelsohne als schwere Kriegsverbrechen und/oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen werden würden!) auf allzu viel Protest in den arabischen Nachbarstaaten oder gar bei den westlichen Nationen stößt, kann man nun wirklich nicht behaupten.

Damit bin ich nicht nur am Ende des Artikels, sondern wieder einmal auch am „Ende meiner Weisheit“ angelangt … oder präziser: bei der Frage, wie man diesen gordischen Knoten zerschlagen und diesem seit mehr als zwei (in Wirklichkeit sogar wenigstens drei!) Generationen anhaltenden Wahnsinn noch ein Ende setzen können soll?

Eine Möglichkeit wäre sicherlich, das System zu überwinden, welches diese unmenschliche Ungerechtigkeit ebenso zu verantworten hat wie alle anderen Probleme und Übel dieser Welt, aber da wir es ja noch nicht einmal schaffen, im eigenen Haus für die dafür unabdingbare Ordnung zu sorgen, wird am Ende wohl alles auf die ultimative Lösung hinaus laufen?

Kann man es als „tröstlich“ empfinden, dass dieses Ende mit Schrecken dann auch für die Mehrheit der verantwortlichen Eliten hereinbrechen würde … nun ja, vielleicht ist das ja das Ende, was für den mutierenden Irrsinn der menschlichen Spezies und ihre selbsternannten Elite vorgesehen wurde?

Ich fühle mich derzeit außerstande, diesen Gedankengang weiterzuspinnen – zu groggy und ausgebrannt fühle ich mich … zu hilflos gegenüber dem Monster, dessen Entstehen wir ja alle auf die eine oder andere Weise mit zu verantworten haben – einschließlich der unbeschreiblichen Verbrechen, die es heute erst so richtig gegen die gesamte Menschheit zu begehen beginnt und die wir geschehen lassen, obwohl wir es wissen und sogar beschreiben können, wie sie aussehen und durchgeführt werden. Hierbei spielt Israel eben auch nur eine Nebenrolle und vor allem die Menschen in diesem Land werden ihre Lektionen noch zu lernen bekommen …

********************

Doch im Ernst … so müde und verzweifelt, dass ich mich dieser deprimierenden Offensichtlichkeit unterordnen, mir den Blick auf das verlockende Licht am Ende des Tunnels unserer düsteren Epoche verstellen lassen würde, kann ich gar nicht sein … ich lasse mir die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, die in uns allen schlummert und nur darauf wartet, geweckt zu werden, von nichts und niemandem nehmen … und ich hoffe darauf, dass die Zahl der ebenso empfindenden, denkenden und letztendlich auch handelnden Menschen noch rechtzeitig eine kritische Masse erzeugen kann … bevor … was auch immer geschehen und diese Epoche so oder so beenden wird.

Eine Antwort

  1. […] Moltaweto | -     Vergleichsweise lange habe ich mich zurückgehalten, aber […]

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