Gastbeitrag Womblog: Versbrecher an der Macht …

Ob der Titel auf einem Schreibfehler beruht oder tiefgründiger Hintergründigkeit entspringt, bleibt Ihnen überlassen … in jedem Fall ist der Artikel an Eindeutigkeit, korrekter Interpretation und zutreffender Politpsychologie schwerlich zu überbieten und somit eine unbedingt zu beachtende Leseempfehlung wert!

Versbrecher an der Macht – Oder: Wer Wählt Westerwelle?

Von Lopez Suarez | Womblog |

Manch einer behauptet, die FDP sei so etwas wie eine hartnäckige Pilzinfektion, die sich einfach nicht abschütteln lässt, egal wie heiß man die Wäsche kocht. Andere wiederum behaupten, dass sie wie Bakterien einfach notwendig seien, damit die politischen Organe jenes verdauen könnten, was sie an harten Brocken tagaus tagein zu schlucken haben.

Ich behaupte, dass die FDP keine Partei, sondern eher eine Protestbewegung ist, die einzig und alleine existiert, damit enttäuschte Stamm(tisch)wähler der Volksverdummungsparteien so etwas wie einen demonstrativen Mülleimer haben, in welchen sie ihre Stimme verächtlich werfen können. Damit dies auch keiner der Volksentscheider verpasst, gibt es IHN: Guido Westerwelle, der allenthalben eine Tsuname der Finanzströme fordert und niemals aufhört sich an die apokalyptischen Versprechen eines Jürgen Möllemann zu klammern. 18 Prozent müssen drin sein. Nun, dies scheint nicht allzu schwer, da die Partei in Bezug auf Inhalte sowieso leer ist. Das ist aber halb so schlimm, schließlich ist sie ja auch nur eine Art Blaupause für die Unterbrechung der Regierungszeiten von CDU und SPD. Eine Art Matrix, die in Form von Westerwelle immer dann beginnt sich mit Leben zu füllen, sobald die richtige Politik Pause macht.

Guido Westerwelle ist aber kein Lückenfüller oder Pausenclown. Nein, Guido Westerwelle ist so etwas wie ein sprechendes Überbrückungskabel, welches den erlahmenden Volksparteien immer wieder einen heilsamen Schock verabreicht, sobald diese in die gewohnte Lethargie verfallen und sich auf ihrem Thron einen Legislaturperiodenschlaf genehmigen. Dann nämlich erschallt Guidos grelle Gehässigkeit und schon sind alle wach. Die FDP und ihr Vorsitzender sind das vermeintliche Zünglein an der Waage, nur vergessen sie dabei immer wieder, dass man Gefahr läuft sich zum Gespött zu machen, wenn man die Zunge zu weit herausstreckt und eigentlich nichts zu sagen hat. Schließlich dient sie ja unter anderem der Lautbildung, nur wissen Guido und Co. eben nicht, dass auch leise Töne gehört werden, sofern sie harmonisch sind.

Guido Westerwelle indes ist ein Kapellmeister der dissonanten Kakophonien und Klagegesänge. Er schreit und krächzt immer dann am lautesten, wenn er – Opportunist per Vermächtnis – eine Chance sieht, seinen Senf so zu bereits verdorbenen Eiern zu geben, dass alle denken, er habe etwas Konstruktives gefordert. Dabei ist sein Prinzip doch so simpel: Verlange immer genau das Gegenteil dessen, was die anderen wollen. Und: Beiße niemals in die Hand, die dich füttert. Insofern wagt er es auch nicht, sich offen und frontal gegen die CDU und Angela Merkel zu stellen. Er ahnt instinktiv, dass nach dem 27.September 2009 die sozialdemokratischen Leichenfledderer mit dem Verscharren der eigenen Politmumien beschäftigt sein werden und es nur eine geben kann: Angela Merkel als leider auch künftige Kanzlerin – ohne jeglichen lästigen Glo(t)s am Bein und frischen Mutes, ungehemmt regieren zu können. Guido weiß aber auch, dass es für die absolute Mehrheit wohl nicht reichen wird und die CDU sich um einen Junior-Partner kümmern muss, der ihr nicht im Weg steht und einfach die Klappe hält, wenn es um wirklich wichtige Dinge geht. Dieses Geschäft kennt Guido gut. Und überhaupt sind und der andere W. aus Berlin immer aufgeschreckt, wenn es um eine Schwampel ging, vermuteten sie doch codierte Attacken des Seeheimer Kreises, der Netzwerker, des Andenpakts und sonstiger konservativer Gruppierungen innerhalb der Volksparteien hinter diesem seltsamen Wort:
Schwampel – Schwule Ampel, quasi eine politische Homo-Ehe. Dass dies weder der CSU noch Roland Koch schmecken würde, musste und muss niemand Guido erklären.

Guido isst gerne italienisch und weiß womöglich, dass sein Vorname übersetzt ICH FAHRE bedeutet. Wahrscheinlich hat er auch nachgelesen, dass dieses Verb nicht unbedingt einer Erweiterung bedarf. Ich fahre. Punkt. Wohin, mit wem, wie… alles egal und deshalb so schön einfach – eben ein veritables FDP-Wahlprogramm. Ganz ohne Ecken und Kanten. Schön anschmiegsam und ohne Wirbelsäule. Ein wenig wirbelloses Tier und insofern auch latent giftig, wenn man sich zu nahe an sie wagt.

Gelb färbt nämlich ab und ist die Komplementärfarbe zu Blau. Nein, eine blaue Partei gibt es nicht und tatsächlich steht die FDP mit Blau im Sinne von Tiefe und Weite auf Kriegsfuß.

Überhaupt muss man der ganzen Farblehre widersprechen, die in der additiven Farbmischung besagt, dass Gelb durch die Mischung von Rot und Grün entsteht. Weiterhin steht Gelb ja auch immer zwischen Grün und Rot, wenn es um Bewegung oder Stillstand geht – zumindest bei Autoampeln. Fußgängerampeln hingegen als wahre Instanz menschlicher Entwicklung kennen kein Gelb im Sinne von taktischem Abwarten, sondern nur Stehen oder Gehen.

Guido Westerwelle gibt nicht viel auf Farbenlehre. Als Vorsitzender der vermeintlichen Autofahrerpartei macht er der Etymologie seines Namens alle Ehre. Welle entspricht dem althochdeutschen wellan, was wiederum wälzen bedeutet. Unbestritten dreht und wendet er sich je nach Sonnenlage, um auch ein wenig vom Ruhmeslicht abzubekommen.

Wellen ihrerseits können auch Maschinenteile sein, die mechanische Energie übertragen. Dies scheidet jedoch aus, weil alles an der FDP-Politik an Statik erinnert. Vielleicht dann doch eher die Ola, jene Zuschauerwelle, die längst aus der Mode geraten und peinlich ist? Nun, dieses Wort wurde im FDP-Wortschatz längst durch opportun ersetzt.

Dieser Text steht unter einer Piratenlizenz und darf frei veröffentlicht werden.

2 Antworten

  1. Danke Hans für die Veröffentlichung meines Beitrages. Jeden Tag schreibt Mann sowas auch nicht🙂
    Warum soll ein („Grüner) Mensch, nicht einmal Blindes Huhn spielen und aus der Buchstaben-Suppe des Alphabet * einen einigermaßen lesbaren Beitrag schreiben. Danke!

    * 26 Zeichen

  2. Nichts zu danken – und stell Dein Licht nicht so „schamlos unter den Scheffel“ – als wenn das der erste gelungene Artikel aus Deiner Feder wäre😉

    Aber mal ganz im Ernst – man sollte Dir dafür danken und ich tue das auch, weil ich den Artikel veröffentlichen durfte!

    In diesem Sinne, bis demnächst in diesem, Deinem oder einem anderen Theater!😉

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