Partnernetzwerk – Leserzuschrift: Der Staat sät Gewalt und Hoffnungslosigkeit

Auf dem Umweg über unsere liebe Julie – Mein Politik-Blog – hat uns dieser Beitrag erreicht, den wir als höchst aktuell bezeichnen müssen und angesichts der „politischen Tendenzen“ rund um die Bundestagswahl im September dieses Jahres einer weiteren Verbreitung zuführen möchten.

Von Volker (der volle Name des Autors ist dem Partnernetzwerk bekannt)

Sei der Einführung von Hartz IV können wir es alle deutlich sehen, vorrausgesetzt, wir geben uns die Mühe, mit offenen Augen unser soziales Umfeld wahr zu nehmen.
Die uns aufgezwungene neue Armut wird überall sichtbar, in den Gesichtern der Menschen, in ihren zwischenmenschlichen Verhaltensweisen, in der Perspektivlosigkeit ihrer Kinder.

Oftmals bin ich einfach nur entsetzt darüber, wie schnell die Chancen- und Mutlosigkeitlosigkeit der Betroffenen sich in Agressionen ausdrückt, die sich hemmungslos im sozialen Umfeld entladen. Ich erlebe es tagtäglich.

Wer keine gefestigte Persönlichkeitsstruktur besitzt, wird krank an Leib und Seele, zerbricht an der Hilflosigkeit, zieht sich in sich selbst zurück und erlebt sich als klein sowie nicht mehr geachtet.
Alkohol, Drogen und verlorene Bindungen zerstören den Rest einer Persönlichkeit, die unter solchen Einflüssen keine Kraft mehr besitzt, sich in unserer Gesellschaft positiv einzubringen.
Kinder, die in solchen Verhältnissen aufwachsen, erleben schon in frühen Jahren ihre Ausgrenzung, irren strukturlos durch ihre Entwicklung. Ja, sie haben und finden keine Wurzeln mehr, werden nicht mehr geliebt und werden somit auch ihrer Fähigkeit beraubt, selbst lieben zu können.
Die ethischen Grundlagen für eine funktionierende Gesellschaft verkümmern, weil sie nicht mehr vermittelt werden.

Ich (53 Jahre alt) weiß worüber ich rede, da ich seit mehreren Jahren immer wieder für jugendliche Heranwachsende arbeiten konnte. Was ich in dieser Zeit mitbekommen sowie gesehen habe, ist einfach nur erschreckend.
Ich selbst bin seit der Einführung von Hartz IV ALG II-Empfänger und werde mit dieser Tatsache bis zu meiner Rente zurechtkommen müssen. Danach werde ich an der Altersarmut zerbrechen und irgendwann in einem Pflegeheim würdelos sterben. Seit meinem 50. Lebensjahr ist mir diese Tatsache so eindringlich bewusst geworden, ein Erkennen, das in seiner Tragweite schon würdelos ist.

Wenn ich mitbekomme, dass in der Politik die Kürzung sozialer Regelleistungen angedacht wird, weigert sich mein Verstand, diese fortschreitende Menschenverachtung einer verantwortlichen Minderheit als real anzusehen.
Auch verweigere ich mich dem Erkennen, dass es anscheinend keine staatliche Kraft gibt, die diesem Wahnsinn Einhalt gebietet.
Der gefährliche Zynismus dabei ist die Tatsache, dass die finanziellen Grundlagen für ein würdevolles Leben der Menschen weltweit vorhanden sind. Sie werden nur nicht gerecht verteilt.

Eine solche Entwicklung führt zwangsläufig in ein Chaos von Gewalt und Gegengewalt. Und gerade die Gewalt, die von den verzweifelten Menschen ausgehen wird, könnte unser zukünftiges Leben drastisch verändern.

Zum Originalartikel (und einem sehr interessanten Blog)

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