Partnernetzwerk – Extra: Bundeswehr raus aus den Schulen!

Hiermit veröffentlichen wir den Beitrag unseres Netzwerk-Partners Womblog, da wir nicht nur einer Meinung mit ihm sind, sondern auch generell dagegen sind, dass wir in Deutschland wirklich bis in den allerletzten Winkel unserer Gesellschaft „amerikanische Verhältnisse“ zulassen. Diesen Rekrutierungs-Schwachsinn kennt man schon seit zig Jahren, wenn man sich ein wenig mit der „US-Geschichte“ auskennt …

Von Lopez Suarez | Womblog

Die deutschen Streitkräfte bemühen sich zunehmend Jugendliche als Nachwuchs zu ködern. Insbesondere Schulen geraten vermehrt ins Visier der Bundeswehr. Die Zahl der Anschreiben an Schulen für Karrieretreffs und direkte Besuche mit dem Karrieretruck ist allein im letzten Jahr um 50 Prozent auf 1762 gestiegen.

Ich gebe hier einen Offenen Brief vom Rosenheimer Friedensbündnis e.V. weiter, mit der Bitte um Beachtung und Weiterleitung.

Rosenheimer Friedensbündnis | 8302X Rosenheim

frieden-rosenheim@gmx.de

Weitere Informationen unter anderem zur geplanten Demo am morgigen Montag finden sich über nachfolgenden Link

http://www.frieden-rosenheim.de.vu/

An Albert Huber (Schulleiter) | Staatliche Berufsschule II Rosenheim Wittelsbacherstr. 16a | 83022 Rosenheim | info@bs2ro.de

Offener Brief zum Besuch der Bundeswehr an der Berufschule II

Sehr geehrter Herr Huber,

sehr geehrte Frau Schäfer-Schwindt,

liebes Lehrer_innen Kollegium,

liebe SMV in ihrer Schulordnung heißt es dass „Gewalt und Androhung von Gewalt“ nicht geduldet werden und das „Waffen, waffenähnliche oder andere bedrohliche Gegenstände“ verboten sind. Mit Erstaunen mussten wir nun, aus der kleinen Anfrage an den deutschen Bundestag vom 24.02.2009 zum Thema „Militäraufmärsche in der Öffentlichkeit und Reklameeinsätze der Bundeswehr im Jahr 2009“ zur Kenntnis nehmen, dass Sie der Bundeswehr vom 18. bis zum 20. Mai einen Einsatz auf Ihrem Gelände und in Ihrer Schule gestatten. Im August 2008 erschossen deutsche Militärs bei einer Straßenkontrolle zwei Kinder und eine Frau, ohne dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen worden sind. Allein dieser Vorfall zeigt den Widerspruch zwischen Ablehnung von Gewalt und dem Besuch der Bundeswehr.

Schulen im Visier der Bundeswehr

Die deutschen Streitkräfte bemühen sich zunehmend Jugendliche als Nachwuchs zu ködern. Insbesondere Schulen geraten vermehrt ins Visier der Bundeswehr. Die Zahl der Anschreiben an Schulen für Karrieretreffs und direkte Besuche mit dem Karrieretruck ist allein im letzten Jahr um 50 Prozent auf 1762 gestiegen. Die Armee stellt sich hier in Zeiten der Krise und sozialen Unsicherheit als sicherer Arbeitgeber dar, der mit hervorragenden Karrierechancen wirbt – die blutige Realität des Militärdienstes bleibt außen vor.

Die Bundeswehr ist kein normaler Arbeitgeber!

Nicht umsonst muss jeder Soldat und jede Soldatin vor dem Afghanistan-Einsatz das Testament schreiben. Denn seitdem die „Sicherheit Deutschlands“ auch am Hindukusch verteidigt wird (die wirtschaftlichen Interessen werden gerne übergangen) sind innerhalb des 6-jährigen Einsatzes über 30 deutsche Soldat_innen gestorben, der letzte am 29. April diesen Jahres. Viele haben ihren Auslandseinsatz nicht verkraftet, selbst wenn sie körperlich unversehrt geblieben sind. Ein Drittel der Soldat_innen, die im Ausland Schreckliches gesehen haben oder an Schrecklichem beteiligt waren (was bei einem Kriegseinsatz durchaus „normal“ ist), ist danach nicht mehr dienstfähig und bedarf der psychologischen Hilfe. Weitaus mehr Kriegstote sind allerdings Zivilist_innen. Tausende von ihnen verloren allein in Afghanistan ihr Leben.

Aktion für das Leben!

Wir appellieren an Ihre Verantwortung gegenüber den Schülerinnen und Schülern. Lassen sie nicht zu, dass die Bundeswehr auf dem Schulgelände der Berufsschule II Propaganda- und Anwerbeveranstaltungen (auch vor Minderjährigen) durchführt. Lassen sie die erfolgreiche „Aktion für das Leben“ Ihrer Schülerinnen und Schüler an Weihnachten nicht zur Farce werden, in dem Sie todbringende Kriegspropaganda auf ihrem Schulgelände tolerieren. Wir bitten Sie dringlich, den „Schuleinsatz“ der Bundeswehr auf Ihrem Schulgelände ersatzlos abzusagen. Bleiben Sie den Zielen Ihrer Schule, konsequent für ein gewaltfreies Miteinander einzustehen, verbunden. Zeigen Sie, wie andere Schulen (z.B. in Göttingen) Profil!

Mit der Hoffnung auf baldige Antwort und freundlichen Grüßen

G. XXXXXXXXX

Rosenheimer Friedensbündnis

Eine Antwort

  1. Wo ist das Problem?

    Die Bundeswehr hat Nachwuchssorgen, also soll sie doch werben.

    Firmen tun es (in kleinerem Rahmen) nicht anders, und in anderen Ländern ist es eh selbstverständlich.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: