Krisendemonstration à la DGB Sommer und Co.

Dank der Zusendung durch einen überaus aktiven Partner aus der regionalen „sozial- und gesellschaftspolitischen“ Querdenker-Szene bin ich in die Lage versetzt, einen jW-Artikel weiter zu verbreiten, der für die Allgemeinheit nicht zugänglich ist (Online-Abo). Da der Text einerseits unseren Ansichten entspricht und es andererseits auch im Interesse des Autors und seiner Zeitung liegen sollte, wenn er einer größeren Leserschaft nahegebracht wird, veröffentliche ich ihn ohne Kommentierung in der Originalfassung …

Heuchler an der Spitze

Demonstration mit Sozialpartnern

Von Peter Wolter

Was hätte das am Samstag für eine Demonstration gegen die Krise werden können!

Leider haben der DGB und die Spitzen der Einzelgewerkschaften viel dafür getan, um den Protest in Grenzen zu halten. Französische Verhältnisse möchten sie nun wirklich nicht, auch wenn DGB-Chef Michael Sommer vor einigen Wochen vorsichtig gewarnt hatte, es könne bei landesweiten Betriebsschließungen zu sozialen Unruhen kommen.

Schon am 28. März waren in Berlin und Frankfurt/Main Zehntausende Gewerkschafter, Arbeiter und Erwerbslose auf die Straße gegangen – gegen die Abwälzung der Krisenkosten auf die Schwächeren in der Gesellschaft.

Diese Demonstration hatte zwar dieselbe Stoßrichtung wie die vom Samstag, aber weder DGB noch die Spitzen von ver.di und IG Metall wollten damals dabei sein.

Standardbegründung für derartige Fälle: Zu wenig Zeit für die Mobilisierung.

Eigentliches Motiv dürfte aber gewesen sein, sich von der Partei Die Linke und von klassenbewußten Gewerkschaftsgruppen abzusetzen, die sich für die März-Demo ins Zeug gelegt hatten.

Mit den von Oskar Lafontaine und Gregor Gysi angeführten Schmuddelkindern, die bekanntlich erst Banken enteignen und dann der Oma ihr kleines Häuschen wegnehmen wollen,  will ein aufrechter Sozialdemokrat natürlich nichts zu tun haben.

Erst recht nicht einer wie der mittlerweile kapitalkonform geläuterte DGB-Chef Michael Sommer. In den 70er Jahren hatte er noch als klassenbewußter Student und SEW-Genosse gegen Bildungsabbau und Chile-Putsch demonstriert, bevor er bei der Gewerkschaft seine gut bezahlte Karriere begann.

Auf die Idee muß man aber erst einmal kommen, zu einer Demonstration gegen den Sozialabbau ausgerechnet dafür mitverantwortliche Politiker wie Franz Müntefering (SPD), Renate Künast, Jürgen Trittin und Cem Özdemir (Grüne) an die Spitze des Zuges zu holen.

Sommer und Konsorten müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, mit dieser Heuchelei ein wahlkampfkompatibles Spektakel inszeniert zu haben.

Für die Fernsehzuschauer mag das gelungen sein – die Demonstration selbst vermittelte einen anderen Eindruck.

Wohin man auch blickte, sah man rote Fahnen, von SPD und Grünen war im Zug kaum eine Spur zu entdecken.

Im Vergleich zu früheren Demonstrationen fielen zahlreiche Gewerkschaftsgruppen aus Betrieben auf, die in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise von der Schließung oder von Massenentlassungen bedroht sind.

Quod erat demonstrandum – Sommer dürfte mit seiner Warnung vor sozialen Unruhen also nicht ganz falsch gelegen haben.

Eine Antwort

  1. Als interessant dürfte es auch eingeschätzt werden, dass der neue Bundesvorsitzende der Grünen auf der jüngsten Ausgabe der „mysteriösen“ Bilderberg-Konferenz gesichtet wurde … was ihn sicherlich noch mehr als das „aktuelle Politikverständnis“ seiner Partei seit Fischer & Co. als einen Inbegriff volksfeindlicher elitärer Bestrebungen erscheinen lassen sollte … siehe auch: http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2009/05/liste-der-teilnehmer-bilderberg-2009.html und http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2009/05/das-alibi-von-cem.html … das im letzten Artikel „angegriffene“ Alibi relativiert sich auch durch die nachgewiesene „Ausgangsqualität“ der Demo vom Samstag …

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