Gastbeitrag Kriegspostille: Obama ist immer für eine Überraschung gut …

Ergänzt um einige andere „externe“ Meinungen zum gleichen Thema möchte ich hier einen weiteren sehr guten und treffenden Beitrag eines Mitglieds des Partnernetzwerks weiterleiten … und am Ende werde ich auch noch meine persönliche Meinung zu dem Thema anfügen – ausnahmsweise verhältnismäßig kurz und knapp (aber nur wegen der vorgerückten Stunde …).

Also Originalartikel … Obama ist immer für eine Überraschung gut …

… leider nicht für die Überraschungen, welche von schlichten gerechtigkeitsempfindenden Bürgern so erwartet werden.

Bush hatte die Folter abgesegnet, und angeordnet. Der jetzige Präsident der USA, Barack Obama, will die Folterer nicht für das Foltern bestrafen. Immerhin gab er zu, dass gefoltert wurde,- dass das, was da mit Menschen gemacht wurde, Folter war und ist. Er tat es mit der Begründung, dass solche Methoden die moralische Autorität des Landes untergraben. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, sozusagen, um zu begreifen, dass es ihm um das Ansehen, um das Land ging, nicht um die betroffenen Menschen.

Obama will keine Zeit und Energie vergeuden für die Aufarbeitung von Schuldzuweisungen aus der Vergangenheit. Das bedeutet im Klartext, dass er keine Lust hat, die unselige und furchtbare Ära seines Vorgängers aufzuarbeiten. Präsident Obama betont zwar, dass es ein „dunkler und schmerzhafter“ Teil der Geschichte in den USA gewesen sei, aber mehr war von ihm dazu nicht zu vernehmen.

Es ist verständlich, dass er die Befehlsempfänger der Bush-Zeit, die nur befolgten, was der Präsident zum Gesetz gerinnen hatte lassen, nicht bestrafen will dafür, dass sie gehorcht hatten. Wenn das aber alles ist, was Barack Obama als neuer Präsident anzubieten hat, ist es eine Schande und eine neuerliche Verhöhnung der Opfer. Besonders jener Satz von Obama, in dem er sagt, dass „die Mitarbeiter der Geheimdienste mutig an den Frontlinien einer gefährlichen Welt arbeiten“, ist ein neuerlicher Schlag ins Gesicht der von Folter betroffenen Menschen. Für das Gehorchen gegenüber den Befehlen der höheren Instanz braucht es keinen Mut. Im Gegenteil, es bedeutet auch für die Folterer, dass sie durch Selbsterniedrigung gegangen sind – indem sie sich selber so weit zurückstellten, dass sie nur noch gehorchten.

Für jeden Menschen, der sich noch Mitgefühl und Empfindungsfähigkeit bewahrt hat, ist die Haltung von Obama nicht nachvollziehbar. Seine Entscheidung ist ein Freibrief für alle jene in Staatsdiensten, die ihren Verstand und eigene Verantwortung ausschalten. Unter dem derzeitigen Aspekt der weltweiten Rechtssysteme, wie sie wahrgenommen werden, ist das schlicht ein Unding – ein Querschläger, der alles entschuldigt, wenn es nur durch die passenden Befehle abgedeckt wurde.

Wenn das alles ist, was Präsident Obama dazu beizutragen hat, stellt sich die Frage, mit welchem Recht er dann noch den Begriff der Moral zu benutzen wagt. Blinder Gehorsam bedingt keine Moral.

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Zwei externe Ergänzungen von innerhalb und außerhalb des Partnernetzwerks

Trüten.de Obama’s Traditionspflege

Den CIA Folterern wird durch U.S. Präsident Barack Obama Straffreiheit zugesichert. Die Folterknechte hätten in gutem Glauben gehandelt“. Damit wird eine gute Tradition fortgeführt: […]

Roberto J. De LapuenteIn gutem Glauben

Straffreiheit für Folterknechte, weil diese im „gutem Glauben“ genötigt hätten. Weil sie sich auf die Einschätzungen des Justizministeriums, auf die eigene Sache, verlassen haben; weil sie nur gehandelt hätten nach Richtlinien und Maßstäben, die man ihnen als Tatsache des guten Glaubens verabreicht habe. Wenn dann Knochen knacken, wenn Subjekte – man spricht nicht mehr von Menschen, damit machbar wird, was menschlich gar nicht machbar wäre – wimmern, wenn sie jammern und weinen, um Erlösung beten, wenn sich Körper winden unter Stromstössen, wenn Münder wild nach Luft schnappen, nachdem man sie samt Kopf minutenlang unter Wasser drückte, wenn dem Subjekt eine irdische Hölle dargebracht wird, dabei Informationen seitens der Machthaber dieses Vorgehen legitimieren, zur Notwendigkeit im Namen des nationalen Interesses interpretieren, dann handelt man im gutem Glauben, ist kein Henker, kein Täter, sondern Opfer – Glaubensopfer […]

Es gab sicher noch mehr Stellungnahmen zu dem Thema, aber ich konnte nicht allzu viel Zeit in die Recherche investieren – und die meisten Beiträge von professionellen Medien habe ich nur überflogen und dann als „nicht wirklich“ geeignet empfunden. Sicherlich hätte man die Frankfurter Rundschau durchaus mit rein nehmen können, aber so sollte es auch reichen, um die Richtigkeit der Ausführungen der Autorin nachdrücklich zu unterstreichen.

Meine persönliche Meinung zum Thema Obama habe ich in mehreren Artikeln schon recht unmissverständlich dargelegt und wer dies gelesen hat, wir sich kaum wundern, wenn ich hier und jetzt einfach „frech behaupte“, dass mich diese neueste Episode in Sachen „Anti-Change“ in der praktischen politischen Arbeit dieses „Medien-Messias“ nicht sonderlich erstaunen. Natürlich pflichte ich den Argumenten der Autorin vollinhaltlich bei …

Man muss aber immer wieder klar erkennen, dass alle US-amerikanischen Präsidenten „der Neuzeit“ immer nur Tambour-Majore waren, die jenen Takt vorgebend die Rolle des Vorturners für die anderen Marionetten des Systems übernahmen, welcher ihnen von den wahren Machthabern eingeimpft wurde. Wenn Obama auch nur die Hälfte dessen wahr zu machen versuchen würde, was er auf dem Weg ins Weiße Haus zu verändern und zu erneuern versprach, würden seine Familie und er schneller zu Märtyrern gemacht werden, als er seine Unterschrift unter irgendein amtliches Dokument zu setzen vermag, mit dem er gegen den Willen dieser Schattenherrscher zu entscheiden wagen würde.

Also wundern wir uns nicht zu sehr darüber, dass sich jetzt Stück um Stück jene Wahrheit enthüllt, die „Amerikakenner“ schon in der Farce von Wahlkampf vorhersagten – und die natürlich von niemandem geglaubt wurde, weil das alles einfach zu gut inszeniert und auch in schauspielerischer Höchstleistung aufgeführt wurde.

Es wird sich also nichts ändern – es sei denn Obama würde von einer „revolutionären Welle“ gepackt und einfach mitgerissen, die sich weltweit spürbar zu entstehen anschickt … aber weg glaubt schon an so was?!?

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